filmszene-Spotlight: COMIC-VERFILMUNGEN

Filmfreund und Comic-Fanatiker Simon Staake aus Hamburg wirft einen kritischen Blick auf diverse Comic-Verfilmungen der letzten Jahre, und das Fazit ist größtenteils vernichtend. Hier und da tauchen in dem Wust miserabler Adaptionen aber durchaus akzeptable Werke auf, auch wenn man sie lange suchen muß.

Wir werfen Euch nun ins kalte Wasser und überlassen direkt Herrn Staake das Wort....

Vampirella

Nachdem der Zuschauer in den Credits die Namen Roger Corman (Produzent) und Jim Wynorski (Regisseur) ausgemacht hat, ist er eigentlich gewarnt genug. Corman beglückt die Welt seit nunmehr fast vier Jahrzehnten mit Billig- und Billigst-Trash, von dem ein Großteil dennoch relativ gut unterhält. Cormans Ziehsohn Wynorski unterbietet seinen Mentor regelmäßig, was Drehtage, Budget und Qualität angeht.

Betrachtet man „Vampirella“, so muß man sagen, daß er diese Tradition im besten (bzw. schlechtesten) Sinne fortgeführt hat, denn was einem hier geboten wird, ist wirklich unglaublich: Hirnverbrannter Unsinn ist da noch geschmeichelt (obwohl der Film ab 1,5 Promille vermutlich einen Riesenspaß macht). Zugegeben, Wynorski hatte für diesen fürs US-Kabelfernsehen gedrehten Quatsch wieder mal nur ein Miniaturbudget. Aber etwas besser als dies hätte es schon sein dürfen: Das Drehbuch ist beknackt ohne Ende, die Dialoge grottig (Kostprobe: „Sollten wir unsere Pläne für den Weltuntergang nicht auf morgen verschieben?“), und die Darsteller reißen da nichts mehr heraus. Neben zurecht unbekannten Mimen kaspert Ex-„The Who“-Sänger Roger Daltrey als Vampirfürst Vlad derart herum, daß man das Gefühl, hat, er wolle dem Publikum die bodenlose Blödsinnigkeit des Films im Alleingang vor Augen führen. Ex-Model Talita Soto kämpft ebenso tapfer wie erfolglos gegen das Drehbuch an und kann außerdem nur schwerlich verhehlen, daß sie eine komplette Fehlbesetzung ist: Verglichen mit der sehr üppigen Comic-Vampirella bleibt die unterernährte Soto im wahrsten Sinne des Wortes blaß.

Erwähnt werden sollten hier vielleicht noch die, nun ja, nennen wir sie mal Effekte. Do-it-yourself in allen Ehren, aber diesen Mumpitz hätte eine Kindergartengruppe aus Karlsruhe besser hinbekommmen. Ein Kritiker bescheinigte diesem Film, daß er in der langen Reihe schlechter Comicverfilmungen den absoluten Bodensatz darstellt. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, außer daß Wynorski & Co. für diesen hanebüchenen Quatsch mal ordentlich zur Ader gelassen werden sollten.

 

 

 

 

 


Das Original: Vampirella als Comic.