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Na das ging jetzt mal voll in die Hose.
Unter der Produktion vom Vilsmayer-Joseph wurde für einen deutschen
Film Dennis Hopper aus den Staaten abgeworben - soweit kein Problem,
denn Hopper, der seit "Easy Rider" irgendwie keinen Fuß mehr
auf den Boden bekommt, ist ja bekanntlich für einiges zu haben.
Das Problem ist vielmehr, daß hier ein Film nach amerikanischem
Muster entstanden ist, und das konnte einfach nicht gutgehen.
Die Story ist massiv bei Rambo I geklaut: Ein Terrorist ("Straight
Shooter"/Heino Ferch) erschießt kaltblütig Finanz- und
Politgrößen und will damit die Stillegung eines Atomkraftwerks
erreichen. Da er aufgrund einer Spezialausbildung bei der französischen
Fremdenlegion von der doofen Polizei nicht zu packen ist, wird sein
ehemaliger Ausbilder Hector (Dennis Hopper) aus London eingeflogen,
um das tötende Scharfschützenmonster auf Eis zu legen.
Na, kommt´s einem nicht vage bekannt vor? Abgesehen davon
natürlich, daß sich das ganze statt in einem amerikanischen
Waldstück vielmehr in Nordrhein-Westfalen zuträgt. Der
Mann, der sich "Straight Shooter" nennt, ist nämlich ein Deutscher,
dessen Tochter an Krebs starb (springt die Verbindung zum Kernkraftwerk
nicht *sofort* in die Augen?). Und so spielt sich das Geschehen
nicht, wie gewohnt, in NYC, sondern in KC (Köln-Chorweiler)
und DMM (Düsseldorf Medienmeile) ab..... Soviel dazu.
Okay, was kann man jetzt noch alles falsch machen? Punkt 1): Drehbuch.
Innerhalb dieses Plagiats von einer Handlung ist noch immer genügend
Platz für Schwachsinn. Gut vorstellbar, daß Autor (und
Regisseur) Bohn das Script an einem Abend fertigmachte... zwischendurch
klingelte das Telefon, dann ist er kurz raus, zum Kippen holen,
oder er hatte zwischendurch einfach keinen Bock mehr und bohrte
in der Nase. Anders kann ich mir die logischen Brüche, die
in "Straight Shooter" zu bewundern sind, einfach nicht erklären.
Geht es etwa in der ersten Hälfte noch um die (reichlich abseitige)
Verbindung "AKW - Tochter-kriegte-Krebs - Mann-läuft-Amok",
wird das ganze Konstrukt im zweiten Teil des Films dann völlig
uninteressant. Jetzt ist die traumatische Erfahrung eines Kampfeinsatzes
in Afrika auf einmal ganz wichtig, und der Rest geht den Bach runter....
Weiterhin glänzt Thomas Bohn mit der fantastischen Idee, den
Ausbilder Frank Hector deutsch zu synchronisieren, obwohl dieser
laut Handlung nur englisch spricht. Die Verwirrung ist nun bei den
Dialogen unvermeidlich. Ach ja, die Dialoge.
Zwei Beispiele: Hopper: "Wollen Sie mit mir schlafen?" - Katja Flint:
"Sie sprechen gut deutsch!"..... oder der hier: Innenministerin
Hölldobler (ein feiner Name) betritt den Schauplatz eines Anschlags.
Überall Leichen, überall Blut. Zitat: "Ist das hier jetzt
das sogenannte Böse oder was?" Punkt 2): Besetzung. Dennis
Hopper spielt eh immer denselben harten Kerl. Ist er auch diesmal
wieder. Katja Flint ist so langweilig wie ihre Rolle als Oberstaatsanwältin.
Ulrich Mühe dagegen, einer der zur Zeit besten deutschen Schauspieler,
wird in eine absolut flache Nebenrolle gedrängt. Die lispelnde
Hannelore Hogler darf die Innenministerin mimen. Heino Ferch sieht
als Terrorist aus wie der berühmte US-Actiondarsteller.....
na, schaut euch das Foto mal an.... wie sieht er aus? Na, wie? Ein
weiterer Ami-Abklatsch, der den Eindruck abrundet. Noch Fragen?
Punkt 3): Unfreiwillige Komik. Ein Kapitel für sich. Gibt es
Sniper-Gewehre mit "Target-Lock"-Funktion wie bei Lenkraketen? Gibt
es "Viva"-Mikrofone auf Pressekonferenzen des nordrhein-westfälischen
Innenministeriums? Gibt es Menschen, die sich auf dem Dachboden
im Sitzen aufhängen? Gibt es Hochöfen in Düsseldorf?
Gibt es Leute, die in einem Restaurant einen Milchkaffee bestellen,
wenn zwei Tische weiter gerade jemand erschossen wurde??? *seufz*...
Mein Fazit: Wenn es überhaupt einen Film gibt, den man sich
sparen sollte, dann ist das "Straight Shooter". Der Stoff taugt
allenfalls für eine TV-Produktion. Leider wieder mal ein Beispiel
für deutsche Kinopeinlichkeit.
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