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satire,
usa 2002 |
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original
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death
to smoochy |
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regie
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danny
devito |
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drehbuch
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adam
resnick |
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cast:
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edward norton,
robin williams,
catherine keener,
jon stewart,
danny devito, u.a.
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spielzeit
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109
min. |
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kinostart
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noch
kein Termin |
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homepage
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bewertung
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(3/10 augen) |
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Manchmal sitzt man
im Kino und wundert sich. Wundert sich darüber, wie so ein vielversprechendes
Projekt wie "Death to Smoochy" so daneben gehen konnte.
Dabei gab es viele gute Gründe, von diesem Film so einiges zu
erwarten:
1. Eine Satire über die scheinheilige Welt des Kinderfernsehens?
Grandios! Auch wenn die hier aufs Korn genommenen Sendungen alleinunterhaltender
Grinsekatzen in albernen Tierkostümen in Deutschland Gott sei
Dank nicht existieren (das offenkundige reale Ziel dieser Satire ist
die amerikanische TV-Ikone Barney, ein violetter
Dinosaurier), so kann man doch dank der Teletubbies nur zu gut nachvollziehen,
warum man solcherlei Teufelswerk der Unterhaltungsindustrie Pest und
Cholera an den Hals wünscht.
2. Regie: Danny DeVito. Wenn der einflussreichste kleine Mann Hollywoods
sich auf den Regiestuhl hievt und Satire macht, mutiert er zum Giftzwerg
und lässt kein gutes Haar an seinem Thema. Seine beiden Geniestreiche
Ende der Achtziger "Schmeiß Mama aus dem Zug" und
die ultimative Ehekrach-Komödie "Der Rosenkrieg" waren
in ihrer Schwarzhumorigkeit kaum zu übertreffen und sind völlig
zurecht Genreklassiker.
3. Edward Norton und Robin Williams in den Hauptrollen, völlig
gegen den Strich besetzt: Norton spielt endlich mal keinen Psychopathen,
sondern versucht sich als Epigone der treudoofen Naivität, während
die Epigone des moralinsauren Familienkinos Williams hier als oberfieses
Ego-Schwein Schimpfwörter schwadroniert wie weiland Tarantino.
All das hätte einen gar wundervoll bösartigen Film ergeben
können, was herausgekommen ist, weist allerdings noch nicht einmal
Spuren von verpassten Möglichkeiten auf. In dem Bestreben, so
fies wie nur irgend möglich zu sein, klassifiziert "Death
to Smoochy" seine wichtigen Charaktere von Anfang an als einfach
nur böse, stilisiert sie zu klischeehaften Witzfiguren hoch und
saust so komplett an jeglichem satirischen Witz vorbei.
Symptomatisch
ist da schon der Anfang: Wir beobachten Rainbow Randolph (Robin Williams),
seines Zeichens Moderator der erfolgreichsten Sendung des Kabelkanals
"Kid TV", wie er betrunken und pöbelnd Bestechungsgelder
von Eltern annimmt, damit ihr Balg in der Show auf seinem Schoß
in die Kamera grinsen darf. Dieser Machenschaften überführt
wird Randolph verhaftet und seine Show abgesetzt. Dass die eigentlich
interessante und für eine Satire treffende Geschichte der Abstieg
von Randolph von einem netten Kerl zu eben diesem desillusionierten
Ekel gewesen wäre, haben die Macher von "Death to Smoochy"
anscheinend völlig übersehen.
Panisch nach einem moralisch sauberen Ersatz suchend, landen die Verantwortlichen
von Kid TV bei Sheldon Mopes (Edward Norton), der in seinem violetten
Nashorn-Kostüm als Smoochy in Methadon-Kliniken auftritt, in
seiner liebsten Imbissbude für die Einführung von Tofu-Hotdogs
gesorgt hat und ein hochgradig pädagogisch-wertvolles Kinderprogramm
im Sinn hat. Als Saubermann der Güteklasse A verpflichtet, muss
sich Mopes nun mit den geldgeilen Merchandise-Maßnahmen seines
neuen Arbeitgebers herumschlagen (seine gutgemeinten Hinweise, dass
sich in der geplanten Smoochy-Cola zwei abhängig machende Substanzen
befinden, werden mit einem Verweis vor die Tür beantwortet),
und ist gleichzeitig das Ziel ausgedehnter Sabotage-Pläne von
Rainbow Randolph. Der ist aus völlig unerfindlichen Gründen
der Auffassung, dass Mopes an seiner Kündigung schuld sei, und
arbeitet aufgrund der verqueren Logik, dass er nach Mopes' Absetzung
seinen alten Job wiederbekommen wird, emsig an der Zerstörung
dessen
guten Rufs. In dieses allgemeine Tohuwabohu der Morallosigkeit wirft
der völlig überforderte Drehbuch-Autor Adam Resnick dann
auch noch eine obskure Mafia-Organisation von Wohltätigkeitsverein,
die Mopes zur Durchführung einer Eislauf-Show á la "Holiday
on Ice" erpressen will, und eine irische Familiensippe, die auch
nicht gerade zimperlich mit ihren Feinden umgeht.
"Chaotisch" ist noch ein milder Ausdruck für das Plot-Szenario
von "Death to Smoochy", in dem die Motivationen der Figuren
zwischen lächerlich und an den Haaren herbei gezogen variieren.
Die hier gnadenlos unterforderte Catherine Keener ("Being John
Malkovich") als grundlos gemeine TV-Produzentin erkennt den wahren
charakterlichen Wert von Mopes z.B. nicht etwa durch seine ehrliche
Offenheit, sondern nachdem sie ihn mit nacktem Oberkörper in
seiner Garderobe vorfindet. In ihrer kompletten Überzeichnung
(unterstützt von einer völlig überzogenen Inszenierung
DeVito's, der mit billigsten Beleuchtungstricks die simplifizierte
Gut/Böse-Einstufung unterstreicht) wirken sämtliche Charaktere
vollkommen unglaubwürdig, womit der Film als Satire wieder einmal
gescheitert wäre, denn deren Witz entsteht für gewöhnlich
aus der Tatsache, dass sie in all ihrer Überspitztheit immer
noch nachvollziehbar und möglich erscheint. "Death to Smoochy"
hingegen ist ein unorganisiertes Sammelsurium an dummen Ideen, generiert
sein Schock-Potential einzig aus den billig auf provokativ getrimmten
Schimpfwort-Tiraden von Robin Williams und verliert von Anfang an
die Perspektive für das ursprüngliche Potential des Grundkonzepts.
Uninspiriert werden hier Standard-Klischees über geldgeile und
emotionslose Fernsehproduzenten heruntergespult, die Welt des Kinderfernsehens
per se als Moloch von Korruption und Schwindel dargestellt, ohne dass
auch nur ein Wort darüber verloren wird, wieso.
Das
Endergebnis wirkt unbeholfen albern, ist dabei aber nur in sehr wenigen
Momenten auch komisch, stattdessen in seiner übertriebenen Gemeinheit
fast schon unangenehm anzuschauen. Als Satire bereits "dead on
arrival", ist "Death to Smoochy" auch als Komödie
ein Rohrkrepierer, ruiniert von peinlichen bis schlichtweg unangebrachten
Provokationsversuchen. Der hierfür zuständige Robin Williams
chargiert teilweise erbärmlich durch das aufgeblasene Fäkal-Vokabular
seines ehemaligen Kinderhelden, Rainbow Randolph ist allerdings ebenso
wie alle anderen Charaktere in diesem Film ohnehin nicht mehr als
eine schlechte Witzfigur. Einzig Edward Norton verdient sich mal wieder
eine positive Erwähnung, Sheldon Mopes' einseitige Gutmensch-Attitüde
läuft sich allerdings auch sehr schnell tot und ist keine wirkliche
Herausforderung für einen Schauspieler von Norton's Format.
Was bleibt ist die Verwunderung darüber, dass aus einer so guten
Ausgangslage eine so miese Story gestrickt wurde, und dass der Hauptverantwortliche
Danny DeVito das nicht von vornherein erkannt hat und dem Projekt
ein vorzeitiges Ende setzte. Oder ein neues Drehbuch verlangte. Aber
vielleicht ist auch Hollywood nur ein aufgeblasener Zirkus, in dem
es allen eigentlich nur ums Geld geht und die Qualität des Produktes
zweitranig ist, solange es sich verkaufen lässt. Habe ich vielleicht
gesagt? |
Bilder: Courtesy of Senator Film, Copyright
2002 |
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F.-M. Helmke
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