|
|
komödie,
usa 1998 |
|
original
|
rushmore |
|
regie
|
wes
anderson |
|
drehbuch
|
wes
anderson, owen wilson |
|
cast:
|
jason schwartzman,
bill murray,
olivia williams,
brian cox,
u.a.
|
|
spielzeit
|
93
min. |
|
kinostart
|
8.3.2001 |
|
homepage
|
|
|
bewertung
|
         
(8/10 augen) |
|
|
|

|
|
In
jedem Club dabei und doch schlechte Noten:
Max Fischer (Jason Schwartzman)
|
Max Fischer (Jason Schwartzman) ist in der Rushmore Academy wirklich
an allem beteiligt. Theaterclub, Debattierclub, Fecht- und Bienenzüchterverein,
bei allem, was es gibt, hat er seine Finger im Spiel, bzw. hat es
gegründet. Er lebt sein Leben nur für Rushmore, schreibt
ständig Theaterstücke, kurz: er ist der schlechteste Schüler,
steht kurz vor dem Rausschmiss, sollte er seine Noten nicht verbessern.
Max weist darauf hin, was er nicht alles für die Schule geleistet
hat, doch Direktor Guggenheim (Brian Cox) bleibt hart. Draußen
ist Max wieder souverän und lügt herum, dass die Mutter
seines Schützlings Dirk Calloway (Mason Gamble) ihm im Wagen
einen runtergeholt habe. Durch einen handschriftlichen Eintrag in
einem Buch kommt er auf die Spur von Miss Cross (Olivia Williams),
einer neuen Lehrerin, in die er sich sofort verliebt. Um ihr zu gefallen,
plant er ein riesiges Aquarium auf dem Schulgelände. Das Geld
dazu holt er sich von Mr. Blume (Bill Murray), einem alten Gönner
der Schule, dessen Ehe offensichtlich aus dem letzten Loch pfeift.
Alkohol und Nikotin sind seine wahren Freunde.
|
Jason Schwartzman
und Bill Murray.
|
Miss Cross hält nichts von einer Beziehung zwischen einer Lehrerin
und einem 15jährigen, und erscheint deshalb auch nicht zum ersten
Spatenstich für das Aquarium. Trotzdem fängt Max an, die
Bäume abzusägen, worauf er auch prompt von der Schule verwiesen
wird. Max freundet sich mit Mr. Blume an, der Gefallen an dem Jungen
gefunden hat. Doch die Freundschaft hält nur so lange, bis Max
von Dirk erfährt, dass sich Mr. Blume hinter seinem Rücken
mit Miss Cross trifft. Max erzählt dies auch Blumes Frau, worauf
die sich scheiden lässt. Von nun an herrscht Krieg zwischen den
beiden einstigen Freunden...
Drei Jahre, nachdem "Rushmore" gedreht wurde, kommt er also
auch endlich in die deutschen Kinos, und man fragt sich, warum es
eigentlich so lange gedauert hat. Am Film dürfte es nicht gelegen
haben, denn der ist vollkommen in Ordnung. Die Handlung bewegt sich
zwar nicht gerade außerhalb gängiger Strukturen, doch bietet
das Drehbuch genügend Einfälle, um den Film zu keiner Sekunde
langweilig werden zu lassen. Obwohl man weiß, wie das Ende aussehen
wird.
Es ist eine dieser sogenannten Coming-Of-Age-Geschichten, und auch,
wenn die Inhaltsbeschreibung vielleicht vermuten ließ, es komme
zu einem bizarren Schlagabtausch zwischen Jason und Bill, bei dem
letzterer wieder glänzen kann als gemeines Arschloch (siehe "Die
Geister, die ich rief" oder "Kingpin"), so ist es doch
in erster Linie das Leben des Max Fischer, das hier im Vordergrund
steht, und weniger die Rivalität. Diese scheint zwar immer durch,
aber es kommt zu keinem Bombardement von Gemeinheiten (nur die eine
oder andere).
|
Max Fischer
(Schwartzman) lehnt an den Buchstaben seiner
Begierde - am Zaun der Rushmore Academy
|
Trotz der Vorhersagbarkeit des Films: Die ungewöhnliche Darstellung
des Max Fischer durch Jason Schwartzman und die wie immer hervorragende
schauspielerische Darbietung eines Bill Murray reißen alles
wieder heraus. Schwartzman, der in diesem Film sein Debüt gibt,
verkörpert den Max Fischer perfekt; es hat sich gelohnt, dass
man neun Monate brauchte, um ihn zu finden. Ab und an erinnert er
etwas an Jerry Lewis, doch das liegt wohl eher an der Brille und den
Klamotten.
Bill Murrays Leistung ist wie immer eine Klasse für sich, und
in "Rushmore" zeigt er eindrucksvoll, dass er nicht nur
über ein außergewöhnliches komödiantisches Talent
verfügt, sondern auch in dramatischen Szenen absolut Herr des
Geschehens ist. Für seine Leistung in diesem Film wurde er für
den Golden Globe nominiert, und dass er ihn nicht bekommen hat, ist
eine Schande. In "Drei Engel für Charlie" durfte er
wieder Quatsch machen."Rushmore", Andersons zweiter Film
(1995 führte er Regie bei "Durchgeknallt"), ist eine
lustige Komödie, die neben den Darstellern durch einige visuelle
Kniffe aus der Masse heraussticht. Dass der Film wie ein Theaterstück
in mehrere Akte unterteilt ist, korrespondiert mit dem Drehbuch, indem
ja nicht nur Max Theater spielt und Regie führt, sondern auch
die finale Auflösung auf der Bühne geschieht, wie schon
bei Shakespeares "Hamlet".
Es ist eine Komödie mit einem sympathischen lakonischen Humor,
die nicht zu Unrecht von vielen amerikanischen Kritikern mit Lob überschüttet
wurde, und definitiv das Anschauen lohnt. Übrigens, an alle Verleiher:
Wenn ich wieder drei Jahre auf einen Bill Murray-Film warten muss,
werd´ ich sauer.
|
Bilder: Courtesy of The Lawn Wranglers,
Copyright 1998 |
|
C. Delbrouck
|
|