Roberto Benigni's Pinocchio

komödie, ita 2002
original
pinocchio
regie
roberto benigni
drehbuch
roberto benigni, vincenzo cerami
cast

roberto benigni,
nicoletta braschi,
carlo giuffrè,
kim rossi stuart, u.a.

spielzeit
108 min.
kinostart
13.03.2003
homepage
www.miramax.com/pinocchio
bewertung

(2/10 augen)




 

 

 

 


 

 

Roberto Benigni ist weder ein sonderlich guter Schauspieler noch ein sonderlich guter Regisseur. Diese Tatsachen hat die Filmwelt nach der Veröffentlichung von "Das Leben ist schön" im Jahr 1997 erfolgreich verdrängt, sich Hals über Kopf in einen Film verliebend, den man einfach mögen muss - und wie das so ist, überstürztes Verliebt sein führt zu reichlich irrationalen Entscheidungen. Der Oscar für den besten fremdsprachigen Film an "Das Leben ist schön" zu vergeben war noch halbwegs nachvollziehbar, Benigni aber auch noch als besten Hauptdarsteller zu küren verdient einen Ehrenplatz in den Annalen der peinlichsten Academy-Entscheidungen. Man kann es den Amerikanern nicht wirklich vorwerfen: Beim ersten Kontakt mit Benigni muss man den Kerl einfach mögen - ein solches hyperaktives, immerfröhliches Energiebündel kann schlechterdings niemandem unsympathisch sein. Dass der Benigni im Film dem Benigni im wahren Leben entspricht und ergo von einer Schauspiel-Vorstellung selten bis gar nicht die Rede sein kann, diese Erkenntnis trifft dann ein wenig spät ein.
"Das Leben ist schön", dessen Qualität man als rühmliche Ausnahme und nicht als die Regel in Benignis Gesamtwerk sehen sollte, garantierte dem italienischen Alleinunterhalter mit seinem internationalen Erfolg die Mittel für sein persönliches Traumprojekt, eine weitere Filmadaption von Carlo Collodis legendärem Kinderbuch "Pinocchio". Es sind schon viele Leute an ihrem Wunschtraum gescheitert. Selten jedoch stürzte jemand dabei derart ab wie Roberto Benigni. Sein "Pinocchio" ist Filmemachen auf geradezu peinlichem Niveau, ruiniert durch eine erbarmungslos schlechte Regie-, Autoren- und Darstellerleistung, die im direkten Kontrast zu der gekonnten Kameraarbeit von Dante Spinotti ("Insider", "Roter Drache") und der zum Teil beeindruckenden Ausstattung schon fast eine Beleidigung für die restlichen Beteiligten darstellt.
Größter Fehler des sich hier gnadenlos selbst überschätzenden Maestros ist bereits die Übernahme der Hauptrolle: Benigni, just runde 50 Jahre alt geworden, in der Rolle des vermeintlich KLEINEN HolzJUNGEN Pinocchio zu sehen, stellt eine Herausforderung an die "suspension of disbelief" dar, der kein Zuschauer gewachsen ist. Von seiner ersten bis zur letzten Szene an wirkt diese Selbstbesetzung albern und unverständlich, da hilft es auch nichts, dass alle weiteren vermeintlichen Kinderrollen ebenfalls mit erwachsenen Männern besetzt wurden.
Was diese peinliche Selbstverliebtheit bereits grundlegend versaut, kann der Rest der Inszenierung nicht mehr retten: Über eineinhalb Stunden lang plärrt Benigni wie ein hyperaktives kleines Kind herum, gönnt sich und den Nerven des Zuschauers keine Ruhepause in seiner überzogenen Darstellung und hält noch nicht einmal dann die Klappe, wenn zwischendurch immer mal wieder seine Ehefrau Nicoletta Braschi als Fee mit den blauen Haaren auftaucht. Woher die wiederum weiß, dass es Pinocchios größter Wunsch ist, ein richtiger Menschenjunge zu werden, bleibt indes auch rätselhaft: eine entsprechende Erwähnung wurde im Drehbuch geflissentlich vergessen.
Was dort auch vergessen wurde, ist jegliche Form von inhaltlicher Kohärenz: Zwar orientiert sich der Film stark an seiner literarischen Vorlage, jedoch nur soweit, als dass Pinocchios zahlreiche Abenteuer - in denen er stets landet, anstatt wie ein braver Junge zur Schule zu gehen - eines nach dem anderen abgehandelt werden. Eine vernünftige Verbindung sucht man indes vergebens, ebenso wie auch nur den Hauch einer Entwicklungslinie. Konzeptlos und unbedarft springt der Film von einer Sequenz in die nächste, ohne wirklich zu wissen wieso, und hinterlässt so einen Haufen einzelner Episoden, die weit davon entfernt sind, eine zusammenhängende Erzählung darzustellen.
Die komplett simplifizierten Dialoge, in denen alles grundsätzlich auf den einfachsten Nenner gebracht wird und jeder Charakter am besten gleich erzählt, wie es ihm gerade so geht (erspart die Notwendigkeit, dies schauspielerisch zu transportieren), mag man als Anpassung an das kindliche Publikum entschuldigen, in anderen Kinderfilmen funktioniert das jedoch auch auf weniger plumpe Weise.

Eine durch und durch katastrophale Leistung von Roberto Benigni also, doch die Italiener lieben ihn immer noch: "Pinocchio" feierte dort seit seinem Start im Oktober letzten Jahres für italienische Kino-Verhältnisse beispiellose Erfolge und hat einen Großteil seines 40-Millionen-Euro-Budgets bereits auf dem heimischen Markt wieder eingespielt. Als Dämpfer für Benignis übermütige Selbstüberschätzung kann dieses Ergebnis also nicht taugen. Dafür kann man sich ausnahmsweise einmal auf die Amerikaner verlassen, bei denen der Film - trotz marketing-technisch geschicktem Weihnachts-Start - gnadenlos baden ging. Denen ist ihr Benigni-Abfeiern nach "Das Leben ist schön" inzwischen wirklich ein bisschen peinlich. Allerdings bei weitem noch nicht so peinlich, wie Benigni dieser Film sein sollte.

F.-M. Helmke

 



Name: TryPod
Email: VollKrassDerTyp@yahoo.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

Tja, was soll man da noch zu sagen? Perfekte und auf den Punkt gebrachte Filmkritik!

Aber vielleicht verstehen wir den Film auch alle nur falsch... Z. B. die Sache mit den Erwachsenen: Vielleicht will uns Benigni etwas damit sagen, dass er die Kinderrollen mit Erwachsenen besetzt hat. - Falls es jemandem dämmert, was er es ist, dann wäre es nett, wenn ihr mir eine Mail schreiben würdet...

Gruß

TryPod



Name: tbander
Email: tbander@giga4u.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

DER KRITIK KANN MAN NUR ZUSTIMMEN!!!



Name: ToxicTos
Email: tosten@t-online.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Also, ich halte diese Kritik für völlig lächerlich.
Scheinbar hat sie jemand geschrieben, der Roberto Benigni noch nicht so ganz verstanden hat.
Also, ich habe den Film im Italienischen Original gesehen, und war, obwohl ich kaum etwas verstanden habe einfach nur Fasziniert.
Benigni schaft es eine echte Zauberwelt aufzubauen, und den Zuschauer darin zu fesseln.
Alleine schon die Unheimlich guten Requisiten sind einen Lob wehrt.
Außerdem, an all die Phantasielosen Erwachsenen da draußen, dies ist ein Kindefilm, der einfach nur fasziniert!
Also bekommt dieser film von mir Die volle Punktzahl.

P.S. Viel Spass beim Schauen!!!



Name: Feline
Email: mimax@gmx.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

SCHNARCH!!! Spart euch das Eintrittsgeld.



Name: BlueWizard
Email: BlueWizard@t-onlin.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

Der Streifen ist nicht umsonst für die Goldene Himbeere als schlechtester Film nominiert.



Name: BlueWizard
Email: BlueWizard@t-online.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

... und wie ich soeben las, wurde Roberto Benigni tatsächlich als schlechtester Hauptdarsteller mit der "Goldenen Himbeere" ausgezeichnet.



Name: Marco
Email: ladysroom2@aol.com
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Man sollte auch etwas weltoffener sein ,um Ausländische Filme zu bewerten.
Ich als Italiener ,habe die Geschichte Pinocchio s gesehen wie ich diese auch als Kind schon kannte.
Die Größte Freschheit ist die, das man Roberto Begnini als schlechten Schauspieler bezeichnet.Wer das Leben ist schön gesehen hat ,weiss dass Roberto ein sehr guter Schauspieler ist und das wurde zurecht mit ein Oscar belohnt.
Er beweist sein Können unter anderen auch in sein Film "Zahnstocher Johnny".Dieser war ausser in Deutschland ,in ganz Europa sehr erfolgreich.
Gruß



Name: vroni
Email: agentin_vroni@yahoo.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Hallo,
ich habe länger in Italien gelebt, und weiss deshalb was "Pinocchio" dort für eine Bedeutung hat. Auch in normalen Alltagsgesprächen tauchen Zitate von Carlo Collodi auf. Deshalb bin ich froh, dass der Film so zauberhaft geworden ist und nicht in kommerziellen Kitsch und Abwandlungen versinkt. Ich kann mir vorstellen, dass viele Leute Italien, die Mentalität, Roberto Benigni, und diesen Film nicht verstehen. Deshalb ärgern mich auch die Kritiken an ihm nicht, Roberto Benigni muss man in seiner Sprache und mit seinem Land erleben. Schade.
machts gut
vroni



Name: Tim Tiger
Email: tim.tiger@web.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

leider werden diese kritiken nicht von weltbürgern geschrieben sondern von provinz-trotteln.



Name: Homer
Email: thehomer@gmx.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

Dass benigni ein untalentierter hampelmann auf ecstasy ist, ist wahrlich nicht abzustreiten. "das leben ist schön" wäre wohl einige spuren besser gewesen ohne diesen kasper.
erschreckend ist aber vielmehr, dass ein italiener (der es besser wissen müsste) auf diese arrogante weise eine aus der heimat stammende geschichte filmisch schlichtweg verhunst. ich dachte schon, die gruselige "pinocchio"-adaption von disney (mit jonathan taylor thomas) wäre der tiefpunkt.
was in diesem benigni-schund jedoch abläuft, strotzt allen schlimmen erwartungen. unerträglich dieser mensch, dilettantisch die inszenierung.

zumutung!!!

homer
provinz-trottel :-)



Name: Bommel
Email: bommel@usa.com
Bewertung: -

Italienische Film-Produktionen kommen aufgrund ihrer eigenwilligen Eigenschaften außerhalb Italiens nicht an. Als gebürtiger Italiener weiß ich das. Denn die Inszenierungen reichen i.d.R. nicht mal an schlechte Schüleraufführungen heran. Dennoch, man ist damit aufgewachsen und wie man hier in Deutschland mit der Familie bei "Derrick" und "Wetten Dass" saß, sah man bei uns die albernen Klamauk-Geschichten.
Allgemein wenig bekannt ist auch, dass die Geschichte des Ur-Italieners Pinocchio in Italien mehr ist als nur eine Geschichte aus dem Märchen- bzw. Erzählbuch. Man verbindet die Geschichte sogar mit der Geschichte des Landes Italien und das originale Buch des Autors Carlo Collodis beschäftigt Gelehrte und Experten noch heute.

Okay. Soviel zum Hintergrund, nun zum Film: Trotz sehr eingeschränkter Erwartungen und auch ohne Vergleich mit Hollywood-Produktionen ist dieser Film so dermaßen unerträglich, man kann es mit dem menschlichen Wortschatz kaum beschreiben. Roberto Benigni hüpft und zappelt in seinem bekloppten Strampelanzug andauern durchs Bild und plappert wie Wasserfall durch den Film wie ein völlig Schwachsinniger. Grauenhaft. Für Kinder und überhaupt Menschen mit Humor ist diese "Benigni-Show" schon mal gar nichts, zumal es schon mehr als kindliche Phantasie braucht, um ein geistekrankes Zappelmännchen mit Halbglatze als Holzjungen Pinnochio zu interpretieren. Für mich ist es der schlimmste Film aller Zeiten! Null Augen.



Name: MC
Email: MC1967@t-online.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Jeder Deutsche der keine Ahnung hat von Italien.
Sollte sich keine Kritiken erlauben, denn er wird es nie verstehen.
Gott sei Dank wird er es nie verstehen.
Der Film ist einfach Toll.
Ciao a Tutti Italiani



Name: Benigni Fan
Email: Keine E- mail@t- online.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Es ist eine absolute Frechheit solche Äußerungen über einen so tollen Film zu machen. Wir werden im täglichen Leben regelmäßig mit Hollywood- Schmarn besudelt, dass uns das Auge für tatsächlich gelungene Filme fehlt. Man muss sich einfach in die Lage der Filmemacher und Schauspieler versetzen, die enorm viel Zeit und Kraft in ein solches Projekt stecken. Am Ende werden sie mit solchen, wie schon gesagt, von Provinz- Trotteln geschriebenen Kritiken gedemütigt. Jedes Projekt von Roberto Benigni war und wird lohnenswert, denn er hat einfach ein Auge für alles und umsonst hätte er mit Gewissheit keinen Oscar bekommen. Man sollte sich außerdem die Frage stellen, wie sich ein Schauspieler nach solch einer Kritik fühlt. Ich weiß, wovon ich spreche!!!



Name: Andrea
Email: fdbhifa@fai.ch
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Wer hat pinocchio geschnitzt?



Name: Homer
Email: thehomer@gmx.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

>>Wer hat pinocchio geschnitzt?<<



Ein Provinztrottel. :-)

Homer



Name: Amadeus
Email: amadeusfilm@web.de
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

Also, ich habe mir mal die Kritik durchgelesen und auch die Antworten. Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich selbst Schauspieler und Regisseur bin, ich kenne so ziemlich alle Werke von Benigni und habe mich zu den Drehzeiten von "Das Leben ist schön" mit seinen Biographien auseinander gesetzt. Am schlimmsten, abgesehen von der Kritik selbst, finde ich in diesem Thread den Satz: "Italienische Film-Produktionen kommen aufgrund ihrer eigenwilligen Eigenschaften außerhalb Italiens nicht an". Das ist schlichtweg falsch! Italien unterhält nicht nur in Hollywood 2 der 7 erfolgreichsten Produktionsfirmen und italienische Regisseure und Schauspieler, wie auch Serien gelten als anspruchsvoll und sind weltweit beliebt. Die italienischen Filme gehören seit den 20er und 30er zu den besten der Welt, seis die Don Camillo verfilmungen, Toto, Italo-Western, Ben Hur und die etlichen Antikeverfilmungen, sowie dem anspruchsvollen Film der 80 und 90 sprechen für sich. Ebenso viele der bekanntesten Hollywood Produktionen, sind mit italienischer Hand mit zu den besten Filmen der Welt zu zählen, ich denke ein Titel genügt: "Der Pate" und das in Schauspiel, Musik, Drehbuch und Regie. Also diese unfundierte Aussage gegenüber den Italienern lasse ich hier so nicht stehen!

Zum Film: Der Film war zu Anspruchsvoll, vor allem für das Deutsche und Amerikanische Publikum, da er voller Botschaften und Lehren steckt, also mehr das Denken als die Unterhaltung fördert. Katastrophal war die Deutsche Synchronisation, überzogen und falsche Stimme. Weiterhin sind viele Filme in unserer Sprache nicht wirklich "übersetzbar", da eine Sprachkultur der Originalsprache nur schwer übermittelbar ist. Wer den Film mit sinngemäßen Augen schaut, findet eine überdurchschnittliche Produktion, die in vielerlei Hinsicht zwar fremd und eigenartig erscheint, aber einzigartig in der Filmwelt ist an Struktur und Stilistik ist. Der Film beherbert eine völlig andere Welt, die in Perfektion ausgearbeitet ist und alles strukturell zusammenpasst. Benigni ist als ein Teil in dieser Welt eingebaut, fällt er weg, bricht die gesamte Struktur zusammen. Der Film hinterläßt einem Kind klare Botschaften, je mehr Benigni, wie weiter oben bezeichnet, "Umherhampelt", je düsterer wird das gesamte Umfeld, ist Pinocchio traurig, strahlt diese Welt in bunter Vielfalt - das ist die Psychologie des Films. Vielleicht den Film einmal mit Kinderaugen sehen.

Zu Benigni: Wer behauptet, Benigni sei ein schlechter Schauspieler, der äußert eben seine Meinung. Meine Meinung dazu: Vielleicht sollten diese Leute weiterhin Terminator und Marienhof schauen, vielleicht auch einmal in den Benigni-Kritiken vieler Filmemacher reinblättern.

In diesem Sinne alles gute!



Name: Homer
Email: thehomer@gmx.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

"Zu Benigni: Wer behauptet, Benigni sei ein schlechter Schauspieler, der äußert eben seine Meinung. Meine Meinung dazu: Vielleicht sollten diese Leute weiterhin Terminator und Marienhof schauen, vielleicht auch einmal in den Benigni-Kritiken vieler Filmemacher reinblättern."


meine meinung dazu: es ist halt immer das gleiche, wenn man einen angeblich begnadeten schauspieler als das gegenteil definiert - es kommen eben auch die üblichen albernen verweise auf filme, die schauspielerische höchstleistung eher sekundär benötigen. aber wer weiß, vielleicht hätte benigni ja als "terminator" eine richtig gute figur gemacht - eine zappelnde schüttelmaschine aus der zukunft, die die leute totkaspert ...
desweiteren muss ich nicht in irgendwelche benigni-kritiken von filmemachern blättern, um mir mein EIGENES BILD eines schauspielers zu machen. sollte ich auch nicht. werde ich auch nicht. so einfach ist das.

homer




Name: Amenashi
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Bewertung:                    (8 von 10 Augen)

Ich habe diesen Film erst auf Italienisch gesehen und war fasziniert. Etwa ein halbes Jahr später habe ich ihn mit deutscher Synchronisation noch einmal angeschaut und fand ihn total lächerlich. Aus Interesse habe ich mir dann auch noch die (meiner Meinung nach schreckliche) englische Version "gegönnt", bei der ich vor allem die Synchronstimmen als schlecht gewählt empfunden habe. Es ist unglaublich wie sehr die Wahl der Sprache die Stimmung beeinflussen kann, besonders weil manche Ausdrücke einfach nicht 100%ig genau übersetzt werden können. Vielleicht hat der Film auch deshalb in Italien so großen Anklang gefunden. Hätte ich nur die deutsche/englische Version gesehen, würde ich der Kritik wahrscheinlich zustimmen. Da ich aber der Meinung bin dass man, sofern man dazu in der Lage ist (d. h. z. B. durch ausreichende Sprachkenntnisse), das Original eines Werkes beurteilen sollte, bekommt dieser Film von mir acht Augen.
Natürlich spiegelt der Film in gewisser Weise die Kultur Italiens wider, aber ich denke dass auch Nicht-Italiener ihn mögen können.
Wer ihn nicht mag ist deswegen noch lange kein "Provinztrottel" oder Ähnliches. Was Benignis Regie/schauspielerische Leistung betrifft, kann ich nur sagen dass Genie und Wahnsinn oft sehr nahe beieinander liegen. Ob Benigni ein selbstverliebter Idiot ist, in dem einige mehr sehen als er ist, oder ob diejenigen die ihn kritisieren ihn nur nicht verstehen, darüber möchte ich kein Urteil fällen, ich möchte seinen Stil lediglich als exzentrisch beschreiben.Außerdem will ich noch feststellen dass in vielen Filmen (v. A. Hollywood) der Stil der Schauspieler als übertrieben und die Story als dämlich angesehen werden kann, ich glaube der Unterschied ist dass wir diese Art von Ausschweifung eher gewohnt sind. Ich will auch niemandem raten dass er sich mit Benigni beschäftigen soll um seine Filme besser zu verstehen, denn letztendlich sind Filme wie dieser zur Unterhaltung da, und wenn sie dieses Ziel bei manchen (oder vielen) Menschen verfehlen sollte man die Schuld nicht bei diesen suchen. Kategorische Beleidigungen sind also fehl am Platz.
Ich kann jedem aufgeschlossenen Menschen empfehlen, sich diesen Film anzusehen, wenn möglich in der Originalsprache Italienisch. Etwas Besonderes ist er auf jeden Fall; ob im positiven oder negativen Sinne, muss jeder für sich selbst entscheiden.



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Bewertung: von 10 Augen