The New World

abenteuerdrama, usa 2005
original
the new world
regie
terrence malick
drehbuch
terrence malick
cast

colin farrell,
q'orianka kilcher,
christian bale,
christopher plummer, u.a.

spielzeit
135 min.
kinostart
02.03.2006
homepage
http://www.thenewworld-derfilm.de
bewertung


(7/10 augen)




 

 

 

 


 

 

Wäre Terrence Malick ein Tier, er wäre wohl der Einsiedlerkrebs. Kaum jemand im Filmgeschäft wird seltener gesehen als der Regie-Exzentriker. Ein einziges offizielles Foto kursiert von ihm, netter Onkel mit weißem Rauschebärtchen, alle anderen hat er verboten. Sofern er nicht das passende Klima für seine Filme vorfindet, gibt er den Einsiedler und zieht sich zurück, im Ernstfall auch gern mal zwanzig Jahre. Nur verhältnismäßig kurze sieben Jahre ist es her, seit Malick sein Biotop zum letzten Mal verlassen hat, mit dem in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Kriegsfilm "Der schmale Grat". Und nun der Aufbruch in eine neue Welt also.
Aber diese neue Welt ist natürlich immer auch alte Welt, gerade bei Malick. Dieser Film ist in Sekunden als "typischer Malick" identifiziert - was angesichts der wirklich alle Sinne ansprechenden Anfangsszenen, in der die Engländer in der neuen Welt ankommen, als Kompliment gemeint ist. Auch die Figuren passen in sein bisheriges Schaffen. In seinem insgesamt erst vierten Film verarbeitet er die Liebesgeschichte zwischen dem englischen Soldaten John Smith (Collin Farrell), der im Jahr 1606 vor der Küste des späteren Virginias zur Gründung einer Kolonie ankommt, und Pocahontas (Q'Orianka Kilcher), der Häuptlingstochter des dort ansässigen Indianer-Stammes. Die in den USA jedem Kind bekannte Legende um die tragische Liebe der beiden kennt man hierzulande allerhöchstens aus dem gleichnamigen Disney-Film, aus deren verniedlichenden Klauen Malick die Geschichte, in der auch der Tabakbauer John Rolfe (Christian Bale) später eine wichtige Rolle spielt, herausreißt. Auch wenn man aufgrund seiner esoterischen Regie hier ebenfalls fast sprechende Tiere erwartet. Aber Smith und Pocahontas (obwohl sie im Film nie so genannt wird) sind natürlich auch typische Malick-Protagonisten, Kinder des verlorenen Paradieses. Wie Martin Sheen und Sissi Spacek im Baumhaus in "Badlands". Wie Richard Gere und Brooke Adams als heimlich Liebende in Nöten in "In der Glut des Südens". Ja, und auch wie die Soldaten, deren Weg "Der Schmale Grat" verfolgte.

Natürlich ist auch dieser Film wieder lang und manch einer wird ihn langweilig finden, was auch keinem so recht zu verdenken ist. Momente der Langeweile gehen in Malicks Art des Filmemachens immer einher mit Szenen voller Brillanz und Poesie. Immerhin ist es schon mal die kürzere, jetzt wohl endgültige Fassung des Films. Auch hier präsentierte sich Malick wieder mal als Querkopf, Exzentriker und Außenseiter mit einem fast einmaligen Vorgehen. Neun Tage nach dem US-Kinostart ließ der Regisseur den Film zurückrufen (!), weil er noch nicht die gewünschte Form hatte, und schnitt eine Viertelstunde Naturaufnahmen heraus.
Wie üblich interessieren Handlung und Plotelemente Malick eh am wenigsten, es geht typisch elliptisch voran als eine Reihe von Momentaufnahmen. Eigentlich erschafft Malick ja gar keine Filme, er kreiert visuelle Gedichte aus Empfindungen, Eindrücken, Assoziationen. Die Handlung bleibt Nebensache, und in diesem Fall ist das auch gut so. Denn die Geschichte selbst verläuft eigentlich so, wie es zu erwarten ist. Es geht nicht ums Was, es geht ums Wie. Das Erfolgsrezept von "The New World" ist, wie Malick es schafft, diese klassischen Motive so künstlerisch umzusetzen, dass sie sich neu und anders als bisher gesehen anfühlen. Ein Malick-Film ist eben doch anders als die Filme aller anderen Regisseure.

Allerdings nicht anders als seine eigenen, und so enthält "The New World" sowohl positiv als auch negativ alle Zutaten und Manierismen, die aus seinem letzten Film "Der Schmale Grat" bekannt sind: die Überlänge, die Wichtigkeit von Ton und Tonschnitt, die bisweilen arg pathetischen, auch am Rand des Kitsch gebauten "philosophischen" Off-Kommentare der Figuren, exquisiteste Bildkompositionen (hier dank Kameramann Emmanuel Lubezki) und vor allem: Natur, Natur, Natur. Nicht mal der beste Werbefilm von Greenpeace oder der WWF könnte soviel Werbung für den Erhalt der Umwelt machen wie Malick.
Das könnte man jetzt Selbstplagiat nennen, oder aber auch einen erfolgreichen zweiten Versuch. Denn während dieses Vorgehen in "Der Schmale Grat" nicht immer funktionierte, passt es thematisch deutlich besser zu den gegenseitigen Entdeckungen der Engländer und Ureinwohner Nordamerikas in "The New World". Allerdings werden durch den typisch lückenhaften Stil diverse der Figuren hier auf reine Stichwortgeber reduziert, was besonders die Szenen im Fort nach der Rückkehr von Smith aus dem Rhythmus bringt. Da taucht etwa eine Bande von Jungen auf, von denen man vorher noch nie etwas gesehen oder gehört hat. Hier fehlen dann doch solch klassische Mittel wie eine korrekte Einführung von Figuren. Man lässt dem Visionär ja einiges durchgehen, nichtdiskutierbare Meisterwerke gelingen ihm aber auch aufgrund solch kleiner Stolperfallen nicht.

Die Entdeckung des Films ist sicherlich Q'Orianka Kilcher (Kusine der Folk-Pop Sängerin Jewel), die bei Drehbeginn erst 14 Jahre alt war und nicht nur die für die Figur nötige Schönheit besitzt, sondern auch Anmut und eine ausdrucksstarke Körpersprache, die für ein Mädchen ihres Alters erstaunlich ist. Auch wenn aus ihr aufgrund der begrenzten Rollenmöglichkeiten vielleicht kein Star wird, sie erleuchtet jeden Zentimeter Zelluloid, auf dem sie zu sehen ist.
Da kann auch die gute Leistung der männlichen Co-Stars Collin Farrell und Christian Bale nicht gegen an. Dass diese Schauspieler einen guten Eindruck hinterlassen ist um so höher zu bewerten, da sie ihre Emotionen wirklich spielen müssen, denn der Film vermittelt menschliche Kommunikation hauptsächlich über Blicke, Gesten, Mimik. Dialoge gibt es kaum. Was allerdings auch einen negativen Nebeneffekt hat: Damit der Film nicht über den Großteil der Laufzeit stumm bleibt, ließ Malick seine Darsteller Texte als Off-Kommentare einsprechen, was in Ordnung ginge, wenn eben jene nicht oftmals recht platt oder sogar kitschig wären. Wenn etwa Smith über die Ureinwohner murmelt, sie würden keinen Besitz und keinen Neid kennen, ist das schon ein bisschen verklärte Romantik und verquaster "der edle Wilde"-Quark. Auch verblüfft das Vorgehen selbst: Sollte ein so großartig mit visuellen Mitteln arbeitender Regisseur seinen Darstellern nicht anvertrauen, dass sie ihre Gefühle und Gedanken auch mit nichtverbalen Mitteln rüberbringen können?

Von solch unnötigen kleineren Fehlentscheidungen abgesehen ist "The New World" ganz großes Sinneskino. Nur auf das L-Wort, das man grundsätzlich immer in Zusammenhang mit Terrence Malicks Filmen hört, soll verzichtet werden, daher wird der Film hier also keinesfalls lyrisch genannt. Obwohl er das natürlich auch ist. Die Meinungen spalten wird er so oder so. Wer mit Malicks Stil bisher nichts anfangen konnte, der wird auch hier nicht glücklich werden. Wer dagegen "Der Schmale Grat" genial fand, der kann sich auf diese Reise in das Amerika des beginnenden 17. Jahrhunderts schon freuen. Ja und Malick selbst? Der sitzt wahrscheinlich schon wieder in einem entlegenen Eck der Welt und lauscht andächtig dem Lied von Flora und Fauna.

S. Staake

 


Name: blurp
Email: b@u.rp
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Einer der letzten Filme aus der "Ich glaub das ist jetzt die Herr der Ringe Epoche" Phase -
irgendwann werden die Studios schon verstehen, daß diese Filme irgendwie niemand sehen will...



Name: brigitte
Email: kommstdu@mal
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

@blurp
"irgendwann werden die Studios schon verstehen, daß diese Filme irgendwie niemand sehen will..." HdR wollten eine ganze Menge Leute sehen, soweit ich weiß. Und auch dieser Film wird seine Zuschauer finden.



Name: Sphenodon
Email: Weilsl@ttaschmeckt.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Ein ruhiger, meditativer Film mit bezaubernden Bildern und toller, vor allem nonverbaler Schauspielleistung. Man sollte kein klassisches Blockbuster-Strickmuster erwarten oder einen ständig getriebenen, actionreichen Handlungsbogen.



Name: nscht
Email: w
Bewertung:       (2 von 10 Digital Eyes)

bin total enteuscht ein ständiges liebes gesülze



Name: Sean Penn
Email: USA
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Mehr Meditation als Film. Wenn ich "DER SCHMALE GRAT" nicht vorher schon 44mal gesehen hätte gäbs wohl 10 Punkte, so "nur" 9.



Name: Lennart
Email: keine@keine.de
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

Selten in letzter Zeit soviel Scheisse auf Band gesehen ! Vergleichbar mit der Schmale Grat ist er auf keinen Fall. Auch wenn dieser mir auch nicht so gefallen hat ist er um alle male besser als The New World: Dieser "Pocahontas" Verschnitt ist pure Langeweile und ein abermals schlechter Collin Farrel. Meditieren tut man beim Yoga oder was weis ich wo aber auf keinen Fall im Kino und besonders nicht für 6.90 Euro !
Wer sich den Film anschaut ist selber Schuld



Name: El Leon
Email: Ruben.ramirez@web.de
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Der Film ist einfach gut, zwar manchmal hate der manche längen aber sonst super, vorallem cristiane bale!



Name: tim
Email: tim@tom.com
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

Wer hätte gedacht, dass es spannungstechnisch noch eine Negativsteigerung gegenüber dem auch schon unglaublich langweiligen "Kingdom of heaven - Königreich der Himmel" könnte?

Doch es geht! Mit dem atemberaubend langatmigen Film "The new world", in dem Colin Farrell als Capt. Smith sich in die reizende Pocahontas verliebt.

Wie verpackt der Regisseur diese Geschichte nun, nachdem sie von den Disney Studios schon recht erfolgreich und unterhaltsam erzählt wurde?

Nun, erstmal spaziert man durch die grüne Landschaft, ohne zu reden (das macht Captain Smiths Stimme aus dem "Off". Sinngemäß in etwa Sätze wie: Das Wetter ist schön, das Gras ist grün, das Wasser nass, die Eingeborenen freundlich, der Himmel ist blau, der Schnee ist weiß, mir ist langweilig - Dir auch, der Du da draußen zuhören musst?)
Gerne paddelt man auch mit dem Kanu durch die Landschaft, ohne zu reden (das macht Captain Smiths Stimme aus dem "Off". Sinngemäß in etwa Sätze wie: Das Wetter ist schön, das Gras ist grün, das Wasser nass, die Eingeborenen freundlich... ich weiß, ich wiederhole mich - die Kommentare im Film leider auch)

Dann läuft der Captain durch Indianerdörfer und redet ein paar belanglose Sätze mit den Bewohnern, die er alle ganz prima schon von Anfang an versteht, die in ihrer Sprache zu ihm reden und denen er in Englisch antwortet - super...er bleibt aber gerne auch mal im Wald stehen. Geht dann aber wieder ein bißchen hin und her.
Und die Indianer? Die lässt der Regisseur - nennen wir ihn mal "Alan Smithie" wie Erstklässler beim Schultheater in ängstlicher und neugieriger Haltung mit aufgerissenen Augen die Engländer beschnuppern.

So - jetzt haben wir schon die erste halbe Stunde hinter uns gebracht. Laufen wir aber erst noch mal ein bißchen durch die grüne Landschaft. Im Fort könnte man die Engländer etwas reden lassen. Schade, dass Herr Farrell nie antwortet. Aber das macht ja dann seine Off-Stimme. Sinngemäß in etwa: Das Wetter ist schön, das Gras ist grün, das Wasser nass...

Genial auch die Musik von James Horner, der im Indianerdorf gerne auf dem Klavier klöppelt, dass man meint, der Häuptling hole sich nun Mozartkugeln aus dem österreichischen Kaffeehaus, welches ganz sicher hinter dem Indianerdorf stehen muss...

Wie der Film weitergeht? Ihr glaubt doch nicht, dass ich mir den Scheiß noch länger angetan habe?
Eine halbe Stunde lang passiert überhaupt gar nichts - da ist es mir ehrlich gesagt scheißegal, wann die Story anfängt

Königreich der Himmel hatte wenigstens schöne Bilder...



Name: kackekay
Email: kackekay
Bewertung:     (1 von 10 Digital Eyes)

auch kein film den man gesehn haben muss,ich war sehr enttäuscht



Name: FirleFranz
Email: sebrob@freenet.de
Bewertung:           (4 von 10 Digital Eyes)

Wirklich schön anzuschauen, aber in der Tat äußerst langweilig. Und Colin Farrell kann ich auch nicht mehr sehen - erst recht nach dem beschissenen Alex. Er ist zwar zweifellos ein guter Darsteller, aber diese permanent besorgt bedeutungsschwangere Fresse geht einem irgendwann ziemlich auf die Eier.
Lieber noch mal Thin Red Line angucken!



Name: karotte
Email: pocahont@s.de
Bewertung:                    (8 von 10 Augen)

Ein wunderschöner Film, der für schlichte Gemüter nicht unbedingt geeignet ist. Besonders die junge Q'Orianka Kilcher trägt den Film mit ihrem charismatischen Auftreten. Sie verkörpert die indianische Prinzessin mit so viel Anmut, dass sie die Leinwand/den Bilschirm tatsächlich zum Leuchten bringt, wie auch schon S.Staake oben festgestellt hat.
Einige Einstellungen der Natur sind, obwohl sehr malerisch, ein wenig zu lang geraten. Trotzdem würde ich lieber die ungeschnittene Fassung sehen, da die gekürzte Fassung an einigen Stellen ein paar Fragen offen lässt.



Name: öl
Email:
Bewertung:   

hab nach 10 minuten nur musik und blödem gesülze ausgemacht



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Bewertung: von 10 Augen