Das Schloss im Himmel

animation, japan 1986
original
tenkuu no shiro rapyuta
regie
hayao miyazaki
drehbuch
hayao miyazaki
mit den stimmen von

nathalie löwenberg,
nico mamone,
ilona grande,
claus brockmeyer, u.a.

spielzeit
124 min.
kinostart
08.06.2006
homepage
www.das-schloss-im-himmel.de
bewertung


(10/10 augen)




 

 

 

 


 

In Japan ist er schon lange eine Legende, doch bis auch der Westen in größerem Maße etwas von der Genialität Hayao Miyazakis mitbekam, dauerte es eine ganze Weile. Als "Prinzessin Mononoke" (entstanden 1997) im Jahr 2001 als erster Miyazaki auf deutschen Leinwänden lief, nahm davon noch kaum jemand Notiz. Erst der Oscar- und Berlinale-Gewinner "Spirited away - Chihiros Reise ins Zauberland" und sein Nachfolger "Das wandelnde Schloss" konnten auch hierzulande einen Achtungserfolg erzielen, und die wachsende Anime-Fangemeinde bekommt jetzt nach und nach auch die früheren Meisterwerke des Ausnahmeregisseurs in hervorragender Aufmachung präsentiert. Sein Durchbruchserfolg "Nausicaä - Im Tal der Winde" (1984) und "Kikis kleiner Lieferservice" von 1989 sind bereits in tollen Editionen auf DVD erschienen, mit "Das Schloss im Himmel" erlebt die erste Produktion von Miyazakis längst legendärem Studio Ghibli (kreatives und strukturelles Vorbild für Pixar-Gründer John Lasseter) mit 20 Jahren Verspätung nun sogar ihre Kino-Premiere in Deutschland.

Das titelgebende Schloss trägt den schönen Namen Laputa und ist so eine Art Atlantis in den Wolken, eine sagenumwobene schwebende Insel, die aber noch nie ein Mensch gesehen hat. Das kleine Waisenmädchen Sheeta und ein magischer Stein, den sie an einer Kette trägt, scheint der Schlüssel zu sein, um Laputa (und den obligatorischen, dazugehörigen Schatz) zu finden - weshalb nicht nur der hinterhältige Regierungsbeamte Musca sie auf sein Luftschiff gekidnappt hat, sondern auch die Piratenbande von Mama Dora sie von eben dort wieder zu entführen versucht. Während dem entstehenden Kampf hoch in den Lüften kann Sheeta fliehen, stürzt jedoch in die Tiefe. Aber der Stein um ihren Hals lässt sie unverletzt zu Boden schweben, wo sie von Pazu (auch er ein Waisenkind) aufgelesen wird. Zusammen versuchen die beiden nun, dem Rätsel um Laputa und Sheetas Herkunft auf die Spur zu kommen, wenn sie nicht gerade vor Musca und Doras Piratenbande flüchten, die ihnen permanent auf den Fersen sind.

Permanent ist hier wirklich nicht untertrieben, denn "Das Schloss im Himmel" ist streckenweise eine einzige Verfolgungsjagd. Mit Rasanz und Schwung hetzt Miyazaki seinen quirligen Helden dabei durch eine Fantasiewelt, wie sie in ihren Grundzügen allen Freunden seiner Filme bekannt vorkommen dürfte. Seine charakteristische Mischung einer traditionellen, handwerklich geprägten Lebenswelt mit wunderhaften Maschinen, die aus einem Jules Verne-Roman oder den Entwürfen von Leonardo da Vinci entsprungen zu sein scheinen, präsentiert dem Zuschauer auch hier ein Universum, das ihm gleichermaßen vertraut ist und ihn dennoch in eine völlig neue Welt entführt.

Das Tempo, mit dem Pazu und Sheeta mit diversen Fluggeräten und Fortbewegungsmitteln vor ihren Verfolgern fliehen, lässt atemberaubende und furiose Action-Sequenzen entstehen, von denen sich mancher Hollywood-Regie-Zampano unserer Tage noch immer ein paar Scheiben abschneiden könnte. Miyazaki legt auch hier wie in seinen späteren Filmen wert darauf, einen komplexen Kommentar über das Mit- und Nebeneinander von Natur, Mensch und Technologie abzuliefern, doch diese ernsteren Facetten der Geschichte dominieren eher den Schlussteil des Films. Zuvor darf sich der Zuschauer an Miyazakis leichtfüßigstem Film erfreuen, der mit seinen schrägen Charakteren (besonders knuffig: Mama Dora und ihre zwei depperten Piraten-Söhne), enormem Einfallsreichtum und stellenweise fast frivolem Witz (über die Piraten-Bande darf und soll man auch dann noch lachen, wenn sie die beiden Kinder mit Handgranaten bewerfen) auch bei zwei Stunden Laufzeit durchweg kurzweilige und allerbeste Unterhaltung bietet.

Auch wenn es fast schon langweilig ist, dass jeder Miyazaki-Film bei Filmszene zehn Augen erhält - verdient ist nun mal verdient. Auch "Das Schloss im Himmel" ist ein weiterer Beweis für sein absolutes Ausnahmetalent und seine kaum zu leugnende Stellung als der wohl kreativste, einflussreichste und beste Animations-Regisseur der Filmgeschichte. Heute wie schon vor 20 Jahren. Konstant so brillant und so herausragend ist kein anderer Filmemacher auf der Welt. Wer Miyazaki also immer noch nicht entdeckt hat, sollte spätestens diese Gelegenheit nutzen, um das endlich nachzuholen.

F.-M. Helmke

 


Name: herr wortklauber
Email: no_no_never
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Hieß Animation auf deutsch nicht früher Zeichentrick, und ist das nicht genau was Herr Miyazaki im Gegensatz zu bspw. Pixar macht?



Name: Souljacker
Email: Z.Zilli@gmx.de
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

@ herr wortklauber

Nein, Pixar macht computeranimierte Spielfilme. Mit Zeichentrick hat das nicht mehr allzuviel zu tun. Wenn man sagen würde Herr Miyazaki würde Zeichentrickfilme machen, dann ist das in etwa so als würde man sagen, dass Mozart ein Musiker war.



Name: W3$7W00D
Email: vergessen
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

ich weiß ja nicht so genau aber im großen, grob gesagt war Mozart ja ein Musiker, bzw ein Komponist aber unwichtig
dieser film ist bestimmt genauso gut, genial, bewegend wie auch die anderen Filme vom Herrn Miyazaki



Name: Käsebrothasser
Email: kaese@gmx.net
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Mozart war nicht unwichtig, sondern ein Genie! Also Herrn Miyazaki finde ich auch einen ganz großen Künstler, aber deshalb nenne ich noch längst nicht jeden großen KÜnstler gleich "genial". Na, sind ja inzwischen schon Imbißbuden ...



Name: Stan
Email: -
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

Kaum zu glauben, dass es der Film erst 20 Jahre(!) nach der Enstehung ins deutsche Kino geschafft hat.



Name: W3$7W00D
Email: vergessen
Bewertung:   (- von 10 Digital Eyes)

an diesen der mich verbessert hat, seinen namen will ich nicht schreiben ist mir zu dumm(Nameundschreiben)
als genie habe ich ihn nicht bezeichnet sondern seine werke als genial, da liegen genausoviele kilometer dazwischen wie das Koks von Mozart in meter gemessen.



Name: Sarah
Email: -
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

Einer der besseren Filme Miyazakis, wenn auch immer noch völlig überbewertet.



Name: carsten
Email: -
Bewertung:           (4 von 10 Digital Eyes)

Ich habe den Film letzte Woche in der Sneak gesehen und muss zugeben, dass ich schwer enttäuscht worden bin. Aus beruflichen Gründen hatte ich mich in den letzten 4 Wochen nicht über kommende Starts informiert und war zu Beginn der Sneak begeistert, einen weiteren Miyazaki-Streifen bewundern zu dürfen (Mononoke, Chihiro und das wandelnde Schloss haben mir sehr gut gefallen). Diese Begeisterung verflog jedoch mit fortschreitender Laufzeit und nach der ersten Stunde war ich zum ersten Mal in meinem Leben versucht, den Saal bei laufendem Film zu verlassen. Ich entschied mich entgegengesetzt der fast 200 von 400 Besuchern, zu bleiben, was sich im Endeffekt als großer Fehler herausstellte, hätte ich doch die Wiederholung von Tarantinos CSI-Inszenierung sehen können. Zurück zum Thema.
Die angesprochene temporeiche Achterbahnfahrt kann ich keineswegs nachvollziehen. Öde und alles andere als einfallsreich empfand ich die ständigen kurzweiligen Verfolgungsjagden. "Oh nein, jetzt laufen sie ja schon wieder weg und werden nicht gefasst" schrie einem der Verstand (und der Sitznachbar zur rechten) in den leeren Kopf, der eigentlich mit wunderlichen Bildern gefüllt werden wollte. Aufgrund des Alters des Streifens erinnert der Zeichenstil eher an Heidi als an moderne Miyazaki-Produktionen; ich vermisste den warmen Bilderschwall und die Details wie sie beispielsweise im "Wandelnden Schloss" zu finden waren. Das, was als "Action" verkauft wird, also die Explosionen und das Geballer, ist so oft so schrecklich deplaziert, dass es einfach nur stört und keinerlei Athmosphäre schafft. Handlung gibt es sowieso kaum (so viele Möglichkeiten ungenutzt, z.B. Pazus unfertige Flugmaschine zu Anfang), und die charakterliche Nachvollziehbarkeit der Protagonisten ist oftmals fraglich. Störend auch: die Stimmen. "OH, Sheeta!" und "OH, Laputa!" OH ist hierbei eine Art Stöhnen, das aus mir unerfindlichen Gründen in fast jedem zweiten Satz vorkommt. Mit geschlossenen Augen kam ich mir stellenweise vor, als wäre ich in einem billigen spanischen Hinterhofporno gelandet. Fraglich auch die Darstellung der Antagonisten: Das letztendliche Bild der Piraten, die Stilisierung Muscas.. auch Kinder könnten ab und an zum Denken angeregt werden, oder?
Alles in allem mit Mühe 4 Augen von meiner Seite. Wenn ich das mit der CSI-Wiederholung doch nur früher gewusst hätte .. ;-)



Name: bullit
Email: frag mich nicht
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Miyazaki hat hier alles richtig gemacht.Story, Figuren, atmosphere, einfach alles!ok, vielleicht ist bei der zeichnung der Detailreichtum nicht so groß wie bei den späteren titeln, schreckt aber überhaupt nicht ab.Dabei ist die filmische Umsetzung unheimlich spannende, angenehm humor- und phantasievolle Familienunterhaltung, wie man sie sich besser eigentlich gar nicht mehr vorstellen kann. So ist der film ein neues (altes) Meisterwerk vom genialen Anime-Regisseur Miyazaki und vielleicht sogar sein stärkster Film überhaupt.schaut euch ruhig den film an..der lohnt sich



Name: Jonny
Email: -
Bewertung:             (5 von 10 Digital Eyes)

Dummerweise hab ich die anderen Filme (wandelnde schloß, chihiros reise) natürlich vorher gesehen und war dementsprechend ein klein wenig enttäuscht. Irgendwie ganz hübscg anzusehen ist der Film aber doch...nur halt nicht im Kino, wie ich finde...



Name: *sOuLoFiCe*
Email: winnepic@web.de
Bewertung:             (5 von 10 Digital Eyes)

Also ich muss den anderen zustimmen. Im Gegensatz zu den anderen Filmen ist dieser echt mau...er zieht sich und zieht sich und was spannendes passiert trotzdem nicht...ich hoffe der nächste wird besser...



Name: Sarah Ermler
Email: SErmler@gmx.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ich fant den Film Toll er kahm jetzt auf Superrtl und da hab ich ihn mir angesehen könnte der Film nochmal im Fehrnsehn laufen.



Name: fritz
Email: schleker@online.de
Bewertung:                        (10 von 10 Augen)

Der Film was super.Ich hate glück das ich ihn gesehen habe.Machen sie bald ein noch beseren Film der doppelt so gut ist.Könnten sie denn Film nochmal auf superrtl machen.Viel Glück beim nechsten Film machen.



Dein Kommentar zu diesem Film:
Name:
Email:
Bewertung: von 10 Augen