Die
Ideen der beiden Werbespezialisten Charlie (Eddie Murphy) und Phil
(Jeff Garlin) sind stets grandios. Ihr neuester Spot, in dem die beiden
als riesige Karotte und Broccoli auftreten um kleinen Kindern die
Vitamine schmackhaft zu machen, ist sogar derart gelungen, dass die
beiden Witzbolde kurzerhand gefeuert und vor die Tür ihrer Agentur
gesetzt werden. Einen neuen Job zu finden ist gar nicht so einfach
und eines Tages hat Charlie erneut einen großartigen Einfall:
Angewidert von der humorlosen und gestrengen Atmosphäre im örtlichen
Vorschulkindergarten beschließen die beiden Freunde einfach
selbst einen viel besseren zu eröffnen. Gesagt, getan - und in
Ermangelung finanziellen Spielraumes wird dieser einfach in Charlies
Apartment errichtet. Aber obwohl die "lieben Kleinen" oft
alles andere als pflegeleicht sind, gelingt es den zuerst ziemlich
hilflosen Ersatzvätern dank der engagierten Mithilfe des "Star
Trek"-Fans und Kinderverstehers Marvin (Steve Zahn) doch recht
schnell, deren Vertrauen zu gewinnen. Womit der selbstgemachte Kindergarten
also ein voller Erfolg wäre, wenn nicht die böse Chefin
der Konkurrenz (Anjelica Huston) ziemlich gereizt auf das neue "Spaßprojekt"
reagieren würde.
Jeder
der eine Kinokarte für diese neue Komödie von Eddie Murphy
löst, wird eigentlich schon vorher wissen was Ihn da erwartet:
Harmlose Unterhaltung für die ganze Familie im Stile seiner
erfolgreichen "Dr. Dolittle"-Filme.
Für den Witz und die Handvoll wirklich guter Gags sorgt dabei
schon lange nicht mehr der eigentlich als "Komiker" firmierende
Murphy selbst sondern bei den eben genannten Werken die animierten
Tiere und hier eben die bunt zusammengewürfelte Schar ganz
normal gestörter Kleinkinder. Und wenn dann doch einmal einer
der erwachsenen Darsteller die Pointen abgreift, ist es auch noch
vornehmlich der hier wieder mal sehr gute Steve Zahn, der als ewiger
Kindskopf Marvin einen äußerst sympathischen Freak abgibt.
So
zahlreich sind diese Pointen aber eh nicht gestreut und manchmal
zieht sich der überraschend zahme Film daher auch eher unspektakulär
dahin, um nicht zu sagen: Er langweilt hier und da schon. Dabei
gelingt es dem "Kindergarten-Daddy" aber wenigstens über
weite Strecken eine recht angenehme Wohlfühl-Atmosphäre
aufzubauen ohne dabei in den extremen Fäkalhumor von Murphys
unsäglichen "Verrückter Professor"-Filmen
abzurutschen. Immerhin, denkt sich der dadurch mild gestimmte Betrachter
und ist auch schon fast zufrieden, denn nach den jüngsten künstlerischen
und kommerziellen Totalgurken "I spy"
und vor allem "Pluto Nash" (der in den USA derart floppte,
dass er hier direkt auf Video rauskam) muss man bei Herrn Murphy
ja mittlerweile oft auch mit dem Schlimmsten rechnen.
Und dabei war dieser Mann doch mal ein wirkliches Ereignis, solange
er sich einen Kehricht um die Altersfreigabe seiner Werke scherte,
fröhlich vor sich hin fluchte und dabei dann einen Brüller
nach dem Anderen rausplapperte. Das ist aber nun mittlerweile auch
schon fast zwanzig Jahre her und kommt eben nicht wieder. Wer also
den "guten" Eddie Murphy sehen will, muss auch weiterhin
alte Videos einlegen. Die anderen sehen sich eben den "Kindergarten-Daddy"
an. Das tut diesmal zumindest nicht weh.
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