Back to Gaya

animations-komödie, brd 2004
original
back to gaya
regie
lenard f. krawinkel, holger tappe
drehbuch
jan berger, bob shaw, don mcenery
mit den stimmen von:

michael "bully" herbig,
vanessa petruo,
thorsten münchow,
sebastian höffner,
wolfgang völz, u.a.

spielzeit
97 min.
kinostart
18.03.2004
homepage
http://www.backtogaya.de
bewertung


(5/10 augen)




 

 

 

 


 

 

Im fantastischen Land Gaya hat alles seinen angestammten Platz: Energie stiftet ein mysteriöser, magischer Stein, der Dalamit. Heldentaten vollbringt der wagemutige Zino, während sein ängstlicher Freund Buu ihm mit Erfindungen zur Seite steht. Wenn es hier Ärger gibt, sind daran hauptsächlich die verschlagenen Schnurks Galger, Zeck und Brampf schuld. Und Alanta, die Tochter des Bürgermeisters, sehnt sich nach einem abenteuerlichen Leben außerhalb ihrer repräsentativen Pflichten. Was die Bewohner von Gaya nicht wissen: Sie sind fiktionale Erfindungen des Fernsehautors Albert Drollinger, ihre Abenteuer Episoden der Fernsehserie "Die Abenteuer von Zino und Buu". Was jedoch Drollinger nicht weiß, der mysteriöse Professor N. Icely (har, har!) aber schon: So fiktional ist Gaya mitsamt seinen Einwohnern nicht. Dank einer von ihm erfundenen Maschine stiehlt der größenwahnsinnige Wissenschaftler den Dalamiten. Um Gaya zu retten, machen sich die rivalisierenden Gruppen von Gayanern - Zino, Buu und Alanta und Schnurks - auf die Suche nach dem Dalamiten und landen dabei in der menschlichen Welt. Hier ist alles nicht nur viel größer, sondern auch verdammt gefährlich. Es gilt, dem gefährlichen Professor N. Icely das Handwerk zu legen, und dann zurückzukommen, zurück nach Gaya.

Wie der erwähnte verrückte Professor macht man auch in beschaulichen mittelständischen deutschen Städten große Pläne zur Weltbeherrschung. In Hannover zum Beispiel. Da sagte man sich bei der Konzeption des ersten komplett computeranimierten Films aus deutschen Landen, "Back to Gaya", "heute Deutschland, morgen Europa, danach die ganze Welt!". Na gut, letzteres vielleicht nicht ganz. Aber den Vergleich mit Pixar, dem Branchenprimus aus Übersee, werden sich auch die Macher von "Back to Gaya" gefallen lassen müssen. Wer sich mutig in den Bereich Volldigitalanimation hervorwagt, wird eben an den Besten gemessen.
Und was soll man sagen, der Hannoverschen Animationsstätte Ambient Entertainment gelingt zumindest ein halber Erfolg. Denn optisch kann "Back to Gaya" zwar mit der mittlerweile erreichten Perfektion eines "Findet Nemo" nicht wirklich mithalten, leistet aber dennoch Beachtliches. Schon ganz zu Anfang, wenn die Welt Gayas im Luftflug erkundet wird, werden die money shots rausgeholt. Unterlegt mit bombastischer Musik (der letzte Score des verstorbenen Michael Kamen) will "Back to Gaya" gleich mal so richtig Eindruck scheffeln - was sogar ganz gut gelingt. Sobald der Blick allerdings von der Umgebung auf die Protagonisten fällt, wird's weniger beeindruckend. Hauptproblem: Die Helden der Geschichte - sowohl Gayaner als auch Schnurks - geben optisch einfach zu wenig her und sehen ein wenig lahm aus. Erstaunlich gut gelungen dagegen die leicht cartoonigen menschlichen Figuren, traditionell die schwierigste Aufgabe im Animationsfilm, die hier zufriedenstellend gelöst wurde.

Woran es fehlt: Witz, Ironie, Esprit. Und - sorry, lieber Jan Berger - eine interessante Geschichte. Ein kreuzbiederes Kinderfilmchen mit zumeist zwischen funktional und kläglich schwankenden Dialogen wird hier feilgeboten, was in Zeiten der Pixar-Epen und "Shrek" reichlich antiquiert wirkt. Aber daran sind schon andere gescheitert. Denn bei Pixar geht's in erster Linie nicht um die Pixel, sondern die Geschichten, die mit ihnen erzählt werden. Und von den zitatgespickten, auch (und gerade) für Erwachsene urkomischen und einfallsreichen Geschichten aus dem Pixar-Haushalt ist man hier demnach so weit entfernt wie Hannover von Hollywood. Weswegen "Back to Gaya" zwar das Auge erreicht und auch erfreut, aber auf dem Weg zu Herz und Hirn schon kurz nach dem Start liegen bleibt. Und zum Trotz von internationaler Kollaboration in Teilbereichen (die amerikanischen Drehbuch-"Aufpolierer" stammen, jawoll, aus den Pixar Studios, arbeiteten dort allerdings auch am verhältnismäßig schwächeren "Das große Krabbeln") und englischsprachigen Handlungsorten zwecks internationaler Auswertung haftet "Back to Gaya" auch noch ein bisschen der leicht muffige Duft des Provinziellen an. Es ist halt doch noch ein weiter Weg von Hannover bis zur Weltherrschaft.

Trotzdem: Für die Kleinen, immerhin das Zielpublikum, ist der Film eine schöne Sache und als deutscher Versuch, dem übermächtigen amerikanischen Animationsimperium etwas entgegen zu setzen, eindeutig aufmunternder Anerkennung wert. Aber Vorsicht ist geboten: Schon mit dem nächsten Film sollte, dürfte und müsste es dann etwas mehr sein (vor allem beim "Was", nicht beim "Wie"), um sich wirklich als ernst zu nehmende Konkurrenz betrachten zu können. Sonst endet der Versuch des internationalen Erfolges schon frühzeitig vor den Stadttoren von, genau, Hannover, ganz in der Nähe des brachliegenden EXPO-Geländes.

S. Staake

 


Name: Holger Küblbeck
Email: Kueblbeck@freenet.de
Bewertung:       (2 von 10 Digital Eyes)

Oh OHH



Name: Cobra
Email: cobra-pc@gmx.de
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

01.04.04

NOTE 3+


Da isser nun also, der erste komplett am PC entstandene Spielfilm aus Deutschland! Ich selbst bin großer Fan der CGI-Filme und war natürlich besonders gespannt auf "Back to Gaya" und ob man mit der schier übermächtigen Konkurrenz aus Hollywood (vor allem Pixar) mithalten kann. Kurz gesagt: Thumbs up! ^^

Kommen wir gleich zur Sache:
Technisch gibt sich "Back to Gaya" wahrlich keine Blöße. Zwar wird noch lange kein Pixar-Standard erreicht, aber das war auch nicht zu erwarten und ist auch nicht weiter schlimm. Die Animationen sind exzellent gelungen, die Charaktere liebevoll und die Settings detailverliebt gestaltet... ach und vergessen wir nicht die schwerste Hürde eines jeden digital hergestellten Films: Die Menschen. Sieht man sich hier den Charakter Albert Drollinger an kann man nur staunen (und Pixar auch *g*). Hut ab sag ich da nur. Sicherlich fallen dem geübten Auge hier und da ein paar Unzulänglichkeiten und verbesserungswürdige Stellen auf, jedoch stimmt das Gesamtbild absolut und man sollte stets bedenken welche Pionierarbeit für Deutschland hier geleistet wurde. In Bezug auf die Optik kann man "Back to Gaya" also nicht viel vorwerfen.

Der Knackpunkt des Films ist eher dessen Geschichte. Zwar wird Kindern ein nettes, turbulentes Abenteuer geboten, doch für Erwachsene gestaltet sich die Story nicht fesselnd genug. Der Handlungsverlauf bleibt etwas einfältig und der Humor / die Dialoge lassen originellen Witz und Ironie vermissen - hier wurde den reiferen Zuschauern beispielsweise bei "Shrek" wesentlich mehr geboten. Schade eigentlich daß die Macher von "Back to Gaya" sich nicht mehr Mühe gegeben haben beim Drehbuch, denn mit einer pfiffigeren Story wäre mehr drin gewesen als "nur" ein netter Kinderfilm. Ein netter Ansatz wird übrigens im späteren Verlauf des Films bei den typischen Rollenverteilungen sichtbar, denn irgendwie ist keiner der Charaktere von Gaya wirklich zufrieden mit der Schublade in der er/sie steckt und am Autor Albert Drollinger wird schonmal eifrig rumkritisiert - das gefällt. ^^

Fazit:
"Back to Gaya" ist ein wichtiger und auch durchaus gelungener Schritt in Richtung deutscher CGI-Film. Der technischen Seite muß man einfach seinen Respekt zollen, denn hier haben die Macher sich wirklich Mühe gegeben. Leider wurde die Story zu kindgerecht und der Humor zu brav, also nicht bissig genug gestaltet - Kinder wird dies kaum stören, Erwachsene sind von der Konkurrenz aus Hollywood schon wesentlich mehr Originalität gewohnt. So bleibt mir zu sagen daß zwar eigentlich einiges an Potential verschenkt wurde, ich aber "Back to Gaya" auf jeden Fall viel Erfolg wünsche und er somit den Weg für weitere Filme dieser Machart in Deutschland ebnen kann. Wie gesagt: Thumbs up! :)

Bubu,
Thommy

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"Es müssen jetzt ja nicht alle Filme so aussehen wie 'Ice Age' oder 'Shrek'. Wir gliedern uns zwar in die Strukturen ein, wollen aber realistischer sein als das bisher Dagewesene!"
(Regisseur Lenard F. Krawinkel)



Name: eLa
Email: www.suncross@web.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Ich finde, dass BACK TO GAYA das bisher Gelungenste an deutschem Film ist, das ich je gesehen habe. RESPEKT!!! Es ist sicher nicht einfach, einen eigenen computeranimierten Film rauszubringen, ohne so dazustehen, als hätte man versucht einen Abklatsch von SHREK und Co. zu produzieren. Und was die ganz dezent mangelhaften Animationen der Landschaft und die, wie einige meinen, zu kindgerechte Handlung angeht, kann man, wie schon so viele andere, nur sagen: Für Deutschland ist dieser Film trotz winziger Mängel ein Riesenerfolg! Schließlich fallen einem die Fehler nur auf, weil man danach sucht und nach spätestens zehn Minuten ist man so in die Story versunken, dass man sie gar nicht mehr bemerkt. UND WER MECKERT, SOLLS BESSER MACHEN!!!
Ich für meinen Teil war vor allem begeistert von der Darstellung der Charaktere! Es gab nicht, wie oft in amerikanischen Produktionen üblich, typische Helden- und Bösewichtfiguren, sondern vielschichtige Persönlichkeiten mit jeweils guten wie schlechten Eigenschaften. Da wird die brave Tochter des Bürgermeisters zur rebellischen Kampfamazone, der strahlende Held erweist sich als alles andere als clever, der kleine Streber wächst über seinen ängstlichen Schatten hinaus und die Bösen sind in Wirklichkeit sogar richtig symphatisch und einer von ihnen erobert sogar das Herz der Schönheit, welches eigentlch für den mehr oder minder intelligenten Held der Geschichte vorgesehen war. Meiner Meinung nach ist der Film also absolut sehenswert und einfach nur TOTAAAL COOOOOOOL!!!!!



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Bewertung: von 10 Augen