Der Club der Cäsaren

schuldrama, usa 2002
original
the emperor's club
regie
michael hoffman
drehbuch
neil tolkin
cast:

kevin kline,
emile hirsch,
rob morrow,
embeth davidtz, u.a.

spielzeit
109 min.
videostart
24.07.2003
homepage
www.theemperorsclub.com
bewertung


(7/10 augen)








 

 




 

Der Beruf des Lehrers hat etwas Mythisches an sich. Auch wenn die wenigsten von uns tatsächlich eine entsprechende Erfahrung während ihrer eigenen Schulzeit gemacht haben, so scheint der Glaube an diesen einen begnadeten Erzieher, der den Leben seiner Schützlinge eine entscheidende Wendung gibt, doch nach wie vor anzuhalten. Kein Wunder also, dass auch Leinwand-Pädagogen immer diese ganz besondere Gabe haben, aus ihren Schülern bessere Menschen zu machen: Ob nun Robin Williams in "Der Club der toten Dichter", Michelle Pfeiffer in "Dangerous Minds" oder Richard Dreyfuss in "Mr. Holland's Opus" - Lehrer auf Zelluloid sind immer in der Lage, ihren Schülern die wahren, wichtigen Werte zu vermitteln.
Dies ist auch das Bestreben von William Hundert (Kevin Kline), der an einem weiteren der anscheinend zahllosen Elite-Internate in Neu-England Mitte der 70er Jahre die Klassiker unterrichtet: In seinem Klassenraum geht es ausschließlich um die alten Griechen und Römer, ihre Geschichte, ihre Literatur, ihre Werte. Als ein devoter Verehrer der hohen moralischen und ethischen Grundsätze dieser Herren ist Hundert bestrebt, diese Grundsätze an seine Schüler zu vermitteln, auf das aus den zukünftigen Führungsfiguren integre und anständige Männer werden. Leicht ins Wanken kommt die strikte Ordnung in Hunderts Klasse wie auch im gesamten Internat durch - wie könnte es anders sein - einen aufmüpfigen Burschen: Sedgewick Bell kommt als Sohn eines einflussreichen Politikers an die Schule, mag sich jedoch gar nicht ans strikte Reglement halten, verführt auch seine Kameraden mit einem Koffer voller Verbotenem (von Porno-Magazinen bis zu kommunistischer Literatur) zu allerlei Schabernack und scheint für Hunderts Werteorientierten Unterricht gänzlich unempfänglich.
Auch diesem jungen Rebellen seine traditionellen Ethikvorstellungen näher zu bringen wird zur großen Herausforderung für Hundert. Entscheidende dramatische Rolle spielt dabei ein alljährlich an der Schule stattfindender Wettbewerb um den Titel des "Mr. Julius Caesar", den der Schüler bekommt, der das umfassendste Wissen über die römische Kultur beweist. Aus Gründen, die hier nicht verraten werden sollen, wird dieser Wettkampf von Sedgewicks Klasse 25 Jahre später unter der Leitung des inzwischen pensionierten Mr. Hundert nochmals wiederholt, und um das Wie und Warum dieser Wiederholung drehen sich alle entscheidenden Punkte von "The Emperor's Club". Es wäre unfair, diese jetzt darzulegen, weil dann unweigerlich alle zentralen Plotwendungen des Films offen gelegt werden müssten, nur soviel: Durch wenige, komplexe Momente der Entscheidung gelingt es "The Emperor's Club", alle wichtigen Dilemmata des Lehrerseins aufzugreifen und nachdrücklich zu reflektieren. Was einen guten Lehrer wirklich ausmacht, das ist hier die Kernfrage, und es zählt zu den großen Leistungen des Films, keine allzu einfache Antwort parat zu haben. Bedeutet das Scheitern in einem Einzelfall bereits ein Scheitern insgesamt? Ist Hunderts Kampf für alte Werte nicht ohnehin ein sinnloser, weil in der heutigen Welt einfach nicht mehr zeitgemäß? Der mitdenkende Zuschauer wird hier viel dankbares Diskussionsmaterial finden.
"The Emperor's Club" bietet Drama auf hochmoralischer Ebene, voller klassischer Konflikte und Motive, und ist in dieser Hinsicht fundamentaler und tiefsinniger als das meiste, was man dieser Tage so im Kino zu sehen bekommt. Gleichzeitig ist es aber auch gerade diese Verpflichtung an traditionelle Werte, wie sie Hundert zu vermitteln versucht, die es dem Film schwer machen wird, ein größeres Publikum zu finden. Woran das liegt, weiß "The Emperor's Club" indes auch: Hunderts Ethik wirkt in der heutigen Zeit wie ein Anachronismus in einer Welt, die vom Egoismus und Machtstreben rückgratloser Schaumschläger regiert wird, während die wahrlich großen Männer im Hintergrund eine kleine Existenz fristen, und genau dies muss der Lehrer selber erkennen. Doch die Botschaft ist klar: Es ist nicht der Lehrer, der hier falsch tickt, sondern die Welt, in der er lebt.
Trotz der bewundernswerten Komplexität seiner Hauptgeschichte und eines wieder einmal schlichtweg fabelhaften Kevin Kline als Protagonist muss sich "The Emperor's Club" dennoch ein paar Kritikpunkte gefallen lassen, die zumeist an den Nebenplots hängen: die Rolle von Hunderts love interest Elizabeth z.B. hätte man sich in dieser Form komplett sparen können, da sie ohne größere Bedeutung bleibt und lediglich ein unglückliches Abrutschen ins Konventionelle darstellt. Und die enorme Wartezeit bis zu Hunderts erster bedeutungsvoller Gewissensentscheidung stellt das Publikum auf eine bisweilen arge Geduldsprobe, bis der Film dann endlich richtig ins Rollen kommt.

Nichtsdestotrotz: "The Emperor's Club" ist in seiner nachdenklichen Ruhe eine willkommene Abwechslung im schnellen und lauten Kinoalltag, und sichert seiner Hauptfigur den angestrebten Platz im Olymp der mythischen Leinwand-Pädagogen, bei denen man sich gedankenverloren sagt: Ja, so einen Lehrer hätte ich auch gerne gehabt.

F.-M. Helmke

 



Name: Fokko Ukena
Email: Fokko@Ukena.org
Bewertung:           (4 von 10 Digital Eyes)

Der Film idealisiert zu sehr den GUTEN Lehrer und das Schulleben in einem Internat - für deutsche Verhältnisse schlecht nachvollziehbar. Insgesamt sehr moralisch und zum Teil langatmig.



Name: merve kilinc
Email: fb_merve_tr@hotmail.com
Bewertung:             (5 von 10 Digital Eyes)

Der Film hat mir eigentlich ganz nicht gefallt. Er ist ein klassischer amerikaner Film. Der Thema des Filmes ist nicht so interessant, denke ich.



Name: Spookyslayer
Email: Spookyslayer@t-online.de
Bewertung:                     (9 von 10 Digital Eyes)

Ich weiß nicht genau, warum, aber mir hat der Film sehr gut gefallen. Kevin Kline spielt einfach umwerfend.



Name: Jennifer Ruscoe
Email: JenRu@aol.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ich finde den film einfach toll und der junge Sedgewick ist ultrasüss



Name: Cineast
Email: cineast@t-online.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Der Film zeigt deutlich welche moralischen und prinzipiellen Vorstellungen eigentlich zu lehren sind, hierbei sollten immer beide Seiten berücksichtigt werden. Ein Lehrer sollte nicht in seiner Autorität untergraben werden, das wäre nicht der richtige Weg um den Vorstellung im Leben gerecht zu werden.
Ein ausgezeichneter Film.
Bravo!!!



Name: Peter Produzent
Email: usw@aon.at
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Der film hat respekt verdient. Eine moralische Abhandlung, die man so wirklich stehen lassen kann. Und Emile Hirsch ist soooo großartig...



Name: Gabi
Email: shpdn@web.de
Bewertung:                       (10 von 10 Digital Eyes)

Ein Film, den ich mir, wenn ich in die Programmzeitschrift geschaut hätte, niemals ansehen hätte, weil mir das Thema nicht so interessant erscheint und ich damit gerechnet hätte, mich tödlich zu langweilen. Durch Zufall habe ich aber gezappt, und bin dann einfach hängen geblieben und musste immer weiter schauen, von Langeweile keine Spur.
Ein nachdenklicher Film, wohltuend ruhig, im Gegensatz zu dem überwiegenden Teil der sonstigen Filme. Und in seiner Thematik sehr gut gemacht und sehenswert.



Name: Seid Hamzic
Email: yugo17@aol.com
Bewertung:                   (8 von 10 Digital Eyes)

Wecht Intresse für die Literatur damit auch für die Sprache.
Sollte man Kindern nicht vorenthalten, zumindest besser als XXX Scheiß.
Typisch Amerikanisch ja, aber diesmalm auf eine positive Art.
Prädikat:Sehenswert!!!



Name: Dr. med. Jan Uar
Email: Jan_Uar@hotmail.de
Bewertung:   

ein anrührendes Episodendrama mit überwältigenden Landschaftseinstellungen und einem toleranten neil tolkin in der Hauptrolle als verantwortungsbewußter Schülerlotse. Einfach gigantisch!



Name: Nils Braasch
Email: Sidy@moh-gamer.de
Bewertung:                        (10 von 10 Augen)

Ich habe den "Club der Cäsaren" eben (9.10.2007 3:49) zufällig auf VOX gesehen und die Bedeutung des tieferen Sinnes hat mich tief berührt. Ein Film, hätte ich ihn in früher Kindheit gesehen, den Verlauf meines Lebens und Einstellung zu Prinzipien und Tugend enorm verändernd geprägt. Meiner Meinung nach sollte er in Klassenzimmern von Schulstufen, in den die Grundsteine des Lebens gelegt, gezeigt werden. Der Film zeigt das die Früchte der Arbeit eines Lebenswerkes oftmals erst nach dem verstreichen vieler vieler Jahre eingefahren werden.
An dieser Stelle möchte ich dem Autor und allen Darstellern für Genialität des Meisterstückes von Herzen danken.

Um die Realität nicht aus den Augen zu verlieren, möchte ich dazu sagen: das es mit Sicherheit auch heute noch solche Lehrer gibt; diese "Gattung" jedoch leider vom Aussterben bedroht ist.
Lehrer ist eine Lebensaufgabe; ein Lebenswerk und kein Beruf....... Dies sollte nie vergessen werden.... und eben dies, zeigt der Film und regt um Nachdenken an.

Hochachtungsvoll....



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Bewertung: von 10 Augen