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familiendrama,
usa 2001 |
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original
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in
the bedroom |
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regie
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todd
field |
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drehbuch
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todd
field, robert festinger |
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cast:
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sissy spacek,
tom wilkinson,
marisa tomei,
nick stahl, u.a.
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spielzeit
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130
min. |
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kinostart
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02.05.2002 |
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homepage
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bewertung
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(9/10 augen) |
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Zum Filmszene-Interview mit Hauptdarsteller
Tom Wilkinson geht es >>>
hier.
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Vor gut einem Jahr, im Januar
2001, habe ich an dieser Stelle " You
can count on me" als jene Perle des Indie-Films gelobt,
welche den längst weit überzogenen Sundance-Hype im vergangenen
Jahr zurecht am Leben hielt. In diesem
Stolze Mama: Sissy
Spacek als Ruth
Fowler und Nick Stahl als Frank.
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Jahr kommt diese Rolle Todd Fields intensivem
Familiendrama "In the Bedroom" zu, der mit "You can count on
me" nicht nur den Veröffentlichungs-Zyklus teilt (im Januar
auf dem Sundance Festival, fast ein Jahr später in den amerikanischen
Kinos, noch später - wenn überhaupt - in den deutschen), sondern
auch ein ähnliches Handlungsmilieu und dieselben herausragenden
Stärken.
Angesiedelt ist "In the Bedroom" in einem beschaulichen Nest
inmitten der Wald- und Seenlandschaft Maines, einer der Orte,
in denen die halbe Bevölkerung von der Fischindustrie lebt.
Eine Ausnahme bildet das Ehepaar Fowler, er der örtliche Arzt,
sie Leiterin des Schulchors, die es voller Stolz kaum erwarten
können, dass ihr einziger Sohn Frank Ende des Sommers sein Architektur-Studium
beginnt. Frank jedoch hat eine Romanze mit der älteren Natalie
begonnen, zweifache alleinerziehende Mutter und Ex-Frau des
latent gewalttätigen William Strout - seines
Mehr als nur ein
Sommerflirt? Natalie (Marisa
Tomei) und Frank (Nick Stahl).
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Zeichens Sohnemann des lokalen Fischerei-Giganten.
Der Sommerflirt wird für Frank wichtiger, als er es sich und
seinen Eltern zunächst eingestehen mag, doch bevor er seine
Karriere für die Liebe zu Natalie opfern kann, opfert er sein
Leben - in einem Kampf mit dem seine Ex-Frau terrorisierenden
William wird Frank erschossen.
Kurze Zwischenbemerkung: Dieses Ereignis kommt als eine Überraschung,
wirft es doch das gesamte bisherige Handlungskonstrukt über
den Haufen und nimmt den vermeintlichen Hauptdarsteller aus
der Rechnung. So gesehen ist es vielleicht unfair, es in dieser
Rezension überhaupt zu erwähnen, doch ist es schlichtweg unmöglich,
die eigentliche Thematik von "In the Bedroom" zu erläutern,
ohne diesen Todesfall anzusprechen.
Das Thema des Films entfaltet sich langsam in den Folgen dieser
Tragödie, in dem Kampf von Matt und Ruth Fowler, mit dem Tod
ihres Sohnes klar zu kommen - ein Kampf, der erschwert wird
durch jahrelang unter der Oberfläche brodelnde Konflikte, die
jetzt aufkochen und nicht länger ignoriert werden können. Und
so wandelt sich "In the Bedroom" langsam zu einem stillen, detailversessenen
und faszinierenden Portrait der Ehe von Matt und
Anschuldigungen:
Ruth und Matt
haben sich einiges zu sagen.
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Ruth. Einem dieser wertvollen Filme,
in denen viel gesagt wird, aber die wichtigsten Dinge unausgesprochen
in den Kleinigkeiten darauf warten, vom Zuschauer entdeckt zu
werden.
Wie schon bei "You can count on me" begeistert auch "In the
Bedroom" mit Charakteren, die derart genau geschliffen sind,
dass man sie schon fast für wirklicher als die Wirklichkeit
halten könnte. Keine Figur wird hier in billige Gut/Böse-Schemata
gequetscht, alle haben ihre Ecken und Kanten, die sie zu greifbaren
Persönlichkeiten machen, die kennen zu lernen zu den
spannendsten Erfahrungen dieses Films zählt. Und wie bei "You
can count on me" ist es an einem Ensemble unglaublicher Darsteller,
diese Rollen mit leben zu füllen. Herausforderungen an einen
Schauspieler die, bei meisterlicher Ausführung, weit mehr Respekt
verdienen als eine überdramatisierte "Made for an Oscar"-Performance
wie sie Leute wie Russell Crowe oder Jodie Foster in jedem Film
spielen. Denn in Fällen wie diesem bekommen die Akteure keine
grandiosen Monologe zum rezitieren, keine
Grandiose Leistung
im Doppelpack:
Tom Wilkinson und Sissy Spacek.
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plakativen Charaktereigenschaften, die
jede Szene dominieren, sondern einen Alltagsmenschen mit alltäglichem
Erfahrungsschatz, der eine nicht alltägliche Situation zu meistern
versucht. Das ist Intensität auf einem ganz anderen Level, und
Tom Wilkinson und Sissy Spacek brillieren hier in den Hauptrollen
in einer Art und Weise, die sämtliche dafür eingeheimste Preise
mehr als berechtigt.
Der Kampf mit dem Verkraften wird nicht nur für die Fowlers
selbst und ihre Ehe zur Zerreißprobe, sondern auch für ihren
Lebensrhythmus, ihre Freunde, kurz alles, was einstmals normal
und gesetzt erschien. In einer Gegend, wo man zum Probleme lösen
nicht einfach zum Psychiater rennt, versuchen sie sich an Routinen
zu klammern, die doch unwiederbringlich anders geworden
sind oder einen unerträglichen Beigeschmack in sich tragen.
Am Ende mögen sich Matt und Ruth in ihren Augen ein Stück Normalität
erkämpft haben, aber es ist teuer erkauft und letztlich doch
nur Selbsttäuschung. Umso kraftvoller wirken jedoch die letzten
Szenen des Films, vervollkommnen sie schließlich das Portrait
der unglaublich komplizierten Beziehung der Fowlers - einer
Ehe, die weit weg von perfekter Harmonie ist, aber in ihrem
eigenen, über Jahre erarbeiteten Regelwerk doch besser funktioniert,
als der Zuschauer die meiste Zeit geglaubt hat.
"In the Bedroom" ist natürlich kein Film für ein großes Publikum,
wird aber dankbare Zuschauer in all jenen Leuten finden, die
es zu schätzen wissen, wenn ein Film weniger daran interessiert
ist, was seine Figuren tun, als an dem Warum.
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Bilder: Courtesy of Miramax, Copyright
2001 |
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F.-M. Helmke
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