Barbershop

komödie, usa 2002
original
barbershop
regie
tim story
drehbuch
mark brown, don d. scott
cast:

ice cube,
cedric the entertainer,
eve,
anthony anderson,
sean patrick thomas, u.a.

spielzeit
103 min.
kinostart
24.04.2003
homepage
http://www.barbershop-derfilm.de
bewertung

(8/10 augen)





 

 

 

 



 

Der Frisiersalon von Calvin (Ice Cube) ist Treffpunkt und Nachrichtenbörse seines Chicagoer Stadtteils. Zahlungskräftige Kunden gibt es hier zwar eher wenige, aber jeder fühlt sich dort wohl: Der vorbestrafte Ricky und der altkluge Jimmy, die attraktive Terri und der alte Eddie mit seinen Lebensweisheiten oder auch Isaac, der einzige Weiße im Laden, von dem sich kaum ein "Bruder" die Haare schneiden lassen will. Nur Calvin selbst ist unzufrieden mit der Gesamtsituation, denn er träumt von einem eigenen Tonstudio und einer Villa wie Ophrah Winfrey sie besitzt. Während seine Freundin Jennifer stolz ist, dass er das Geschäft seines Vaters weiterführt, sucht Calvin nach einem Ausweg und wendet sich in seiner Verzweiflung an den windigen Geschäftemacher und Kredithai Wallace, um ihm das Geschäft zu verkaufen. Erst nachdem dieser ihm eröffnet, dass er aus seinem Shop eine Art Bordell zu machen gedenkt und als Calvin merkt wie sehr diese Entscheidung seine Freunde enttäuscht, kommen ihm Zweifel, ob er wirklich das Richtige getan hat.

Auf den ersten Blick mag sie etwas seltsam anmuten, die Idee einen Spielfilm über einen schwarzen Frisiersalon zu drehen, denn das Interesse daran dürfte außerhalb einer überschaubaren Community eher gering sein. Trotzdem entwickelte sich der Film zu einem unerwarteten Erfolg des letzten amerikanischen Kinoherbstes. Und das zu Recht, denn "Barbershop" ist nicht einer der üblichen Blödel- oder Ballerfilme mit schwarzer Besetzung, sondern eine äußerst angenehme Überraschung. Keine dauergrinsenden Dampfplauderer und auch keine obercoolen Lederjackenträger, statt dessen ein sehr zurückhaltender und leiser Ice Cube, umgeben von einem Ensemble nur leicht gestörter, liebenswerter Loser.
Der Großteil des Films spielt sich dann auch tatsächlich im titelgebenden Frisörladen ab, lediglich die Nebenhandlung um zwei reichlich dämliche Gauner und deren erfolglose Versuche einen geklauten Geldautomaten zu öffnen lenkt ab und zu vom Geschehen im Shop ab. Dieser alberne Handlungsstrang ist dann wohl auch das kleine Zugeständnis an die Erwartungshaltung des Comedy-Publikums und damit der einzige Schwachpunkt des Films. Ansonsten wächst er einem schnell ans Herz, der Klub der kleinen Philosophen und Lebenskünstler. Inmitten eines stilechten Ambientes, das den Hauch der Geschichte atmet, sondern diese ihre Meinung zur Situation im Chicagoer Ghetto, zur Lage des schwarzen Mannes an sich und zur Bedeutung solcher Ikonen wie Martin Luther King, Jesse Jackson oder auch Rodney King ab. Der alte Eddie hat zum Beispiel schon lange keinen Kunden in seinem Stuhl mehr bedient, gehört aber einfach zum Inventar. Und wer ist der "echtere" Bruder: Der arrogante College-Absolvent Jimmy, der ständig alle korrigieren muss, oder der bodenständige Isaac, dessen einziges "Manko" seine weiße Hautfarbe ist?

Natürlich ist die Konzentration all dieser Typen an einem einzigen Platz nicht ganz ohne Klischees und wirkt bei genauerem Nachdenken etwas gezwungen. Aber auf dieses engstirnige Nachhaken sollte man hier verzichten. Denn erstens wäre es anders schlicht und einfach nicht möglich, innerhalb von weniger als zwei Kinostunden diesen gesellschaftlichen Mikrokosmos darzustellen, und zweitens wäre es einfach schade sich nicht von dieser stimmigen Geschichte gefangen nehmen zu lassen. Für den bisher meist im Schatten anderer Stars agierenden Ice Cube ist "Barbershop" auf jeden Fall ein großer Schritt nach vorne, für das daran interessierte Publikum die Chance ein recht ungewöhnliches und warmherziges Werk zu sehen. Und daher wäre es wirklich zu wünschen, dass der "Barbershop" bei uns zu einem ähnlichen Überraschungserfolg avanciert wie in den USA.

V. Robrahn

 


Name: mamicha
Email: mikkser@freenet.de
Bewertung:       (2 von 10 Digital Eyes)

Was ihr an dem Film findet kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe selten eine so platte Komödie voller Klischees gesehen. Na ja, über Geschmack läßt sich ja bekanntlich streiten. Trotzdem gibts von mir nur ein 'katastrophal'... spart euch das Eintrittsgeld lieber für einen besseren Film auf.



Name: tbander
Email: tbander@giga4u.de
Bewertung: -

Würde den Film gern anschauen, habe im Internet hervorragende Kritiken gelesen. Doch leider wird bei uns in Düren der Film nicht aufgeführt weil er nicht "massenmarkttauglich" ist. So ein Dreck...vielen Dank an die tollen Hollywood- Mainstreamfilme. Genauso ging es mir nämlich mit "Der Pianist". Vorher war er auch nicht fürs Kino "geeignet", aber als er dann den Oscar abräumte wurde er schnell ins Programm geschoben. Echte Boykottierung nenne ich SOWAS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!



Name: Knucklehead
Email: schaichvonbrunai@gmx.net
Bewertung:                 (7 von 10 Digital Eyes)

"Barbershop" kommt nicht ganz an die Rafinesse eines Underground-Geheimtipps wie "Clerks" heran, hat aber durchaus seinen Reiz und
spielt - wie bereits oben erwähnt - in einem überschaubaren Mikro-
kosmos. Nach all den morbiden Ghettostreifen der neunziger und den
"hipp&cool"-Hybriden der letzten Jahre, hat es wieder einmal ein Film geschafft, mit diskretem Understatement einen positiven Aspekt und etwas Charme in die sonst so sozialkritsche oder überparodierte Anschauung über die "Black-Community" zu zaubern. Der Film ist auch eine amüsante Hommage an die Kultstätte "Frisörsalon" (köstliche Paralle zu der Friseursszene in "Der Prinz von Zamunda" mit E.Murphy
übrigens) - etwas überzeichnet aber im Kern authentisch und das trifft
meiner Meinung nach auch auf die Klischees zu. Wegen der etwas stereotypen Charaktere, dem völlig überflüssigen Nebenplot und der etwas ausgeleierten "Der-Kleine-Mann-mit-grosser-Würde-findet-sein-Glück-überall"-Botschaft gibts von mir auch nur sieben "Augen".


Guß, Knuckle



Name: Ulli Nagel
Email: UlliNagel@gmx.net
Bewertung:               (6 von 10 Digital Eyes)

Barbershop ist eine nette kleine Komödie;nicht mehr,nicht weniger.

Der sog. "Kultfaktor" in den USA kommt sicherlich vom rappigen/coolen schwarzen Gelabere,das die Ironie des Films trägt.Wer den schwarzen Part aus Filmen wie Bad Boys,Beverly Hills Cop,Exit Wounds usw. mag,kommt auf seine Kosten.

Zum Glück konnte ich den Film im Orginal sehen,in der deutschen Übersetzung wird sicherlich viel verloren gegangen sein.



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