"Black Gold" ist so ein Film, in dem man sitzt und sich die ganze Zeit fragt: Warum ist dieser Film überhaupt gemacht worden? Das liegt nicht daran, dass er sonderlich schlecht wäre, neinnein. Man muss fairerweise gleich einräumen, dass hier alles ganz ordentlich gemacht ist, zwar nicht überragend, aber doch absolut solide. Trotzdem bleibt die Frage: Wozu das Ganze?
Wer meint Forrest Gump wäre um sein Leben gerannt, der hat den kleinen Cyril (Thomas Derot) noch nicht Fahrrad fahren sehen. Wenn dieser aufgeweckte, lebhafte Zwölfjährige in die Pedale tritt, dann nicht um vorwärts zu kommen, sondern um aus einem Leben zu flüchten, einem bedrückenden Alltag, der ihn nicht haben möchte.
Hugo Cabret (Asa Butterfield) ist kein Kind wie jedes andere. Nach dem Tod seines Vaters (Jude Law) wurde er von seinem Onkel Claude (Ray Winstone) aufgenommen, einem grimmigen Säufer, der für die Wartung der Uhren im Bahnhof Montparnasse in Paris zuständig ist.
Was tut man, wenn man nach Abschluss eines Dokumentarfilmes, an dem man 20 Jahre lang gearbeitet hat, feststellt, dass trotz Förderung, Senderkooperationen und Co. noch Rechnungen in Höhe von 100.000 Dollar offen sind, aber einfach kein Geld mehr da ist?
Es gibt einen Moment in Bennett Millers Sportfilm „Die Kunst zu gewinnen - Moneyball“, der sich sichtlich vom Rest des Films unterscheidet. Es ist Weihnachten, der verletzte und aussortierte Baseballspieler Scott Hatteberg (Chris Pratt) sitzt vorm Fernseher, während seine Frau im Nebenzimmer mit sorgenvoller Mine auf einen Stapel von Rechnungen blickt.
Ein paar Jahre in der Zukunft: Die Menschen haben die geheimen Welten der Vampire und Lykaner entdeckt und beide Rassen - wie es scheint – nahezu komplett ausgerottet. Selene (Kate Beckinsale) erwacht nach 15 Jahren Tiefschlaf im Labor eines Biotech-Konzerns. Sie bricht aus und erfährt, dass ihr einstiger Gefährte Michael nicht mehr am Leben ist.
Spionagethriller bedeuteten in den letzten Jahren Actionsequenzen, schnelle Schnitte und eine Menge an männlicher Coolness: Ob Bourne, ob Bond, am Ende flog vor grandiosen Kulissen immer etwas spektakulär in die Luft.
„Ich bin der Fahrer. Ich fahre.“ Soviel verrät uns der Fahrer (Ryan Gosling) über sich und im Rest der folgenden anderthalb Stunden werden wir nicht viel anderes über ihn erfahren, zumindest nicht von ihm selbst, auch nicht von seiner Vaterfigur Shannon (Bryan Cranston aus „Breaking Bad“). Er arbeitet tagsüber als Stuntman und Mechaniker, nachts ist er der Fluchtfahrer für Gangster aller Art. Ein...
Wir befinden uns in Hollwyood im Jahr 1927: George Valentin (Jean Dujardin) ist einer der größten Stars des noch stummen Kinos, mit seiner ausdrucksstarken Mimik begeistert er das Publikum in Kostümdramen und Agentenfilmen. Auf dem Set seines neuesten Films begegnet er der jungen Tänzerin und Schaupielerin Peppy Miller (Bénédice Bejo), die eigentlich nur als Komparsin engagiert ist. Sofort...
Der Mann (Sam Worthington), der sich im vornehmen Roosevelt-Hotel von Manhattan einquartiert, ist kein normaler Gast. Er verwischt sorgsam sämtliche Spuren und Fingerabdrücke, die er in seinem Zimmer hinterlassen hat, verfasst eine kurze Notiz und steigt dann auf den Fenstersims in 70 Metern Höhe. Schnell versammelt sich auf der Straße eine Menschenmenge, es stoßen Fernsehteams dazu und auch...
Für den erfolgreichen Werbefachmann Jack (Adam Sandler) sind die Thanksgiving-Festtage eine echte Prüfung, kommt doch zu diesem Anlass stets seine schrille und nervige Zwillingsschwester Jill (ebenfalls Adam Sandler) zu Besuch. Es kommt wie erwartet zu Peinlichkeiten und Streitereien, aber das Allerschlimmste ist, dass Jill aufgrund der Ereignisse ihren Aufenthalt sogar noch verlängert.
In den ersten Sekunden von „The Descendants“ sieht man Elizabeth King fröhlich beim Speedboatfahren. Es wird das letzte Mal sein, dass wir eine Gefühlsregung von ihr sehen. Denn nach einem Unfall mit eben jenem Boot liegt Elizabeth im Koma und auf einmal obliegt es ihrem auf Oahu in Hawaii lebendem Ehemann Matt (George Clooney), sich um die beiden Töchter Scottie (Amara Miller) und Alexandra (...
Studentinnen, die als „Escort-Service“ ihr Geld verdienen, werden heute in Büchern wie „Fucking Berlin“ gefeiert. Doch ist ein Nebenjob im ältesten Gewerbe der Welt für die Elite von morgen wirklich das Richtige? In Sabine Derflingers extensiv recherchiertem österreichischem Drama „Tag und Nacht“ ist diese Form der Prostitution in Wahrheit hauptsächlich banal und alles andere als glamourös.
Was wurde eigentlich aus den Muppets? Als Walter (ein bisher unbekannter Muppet) zusammen mit seinem menschlichen Bruder Gary (Jason Segel) und dessen Freundin Mary (Amy Adams) während eines gemeinsamen Urlaubs das alte Theater der ehemals berühmten Truppe besucht, bietet sich ihm nur ein trauriger, heruntergekommener Anblick.
„Once Upon a Time in Anatolia“ ist ein Meisterwerk, das Achtsamkeit lehrt. Auf 157 Minuten treibt das Publikum in einem Ozean grandioser Cinemascope-Aufnahmen, über dem nur ein Hauch von Handlung weht und in dem auch noch scheinbar unzusammenhängende Small-Talk-Fetzen schwimmen.
In der langen und erstaunlichen Karriere des Clint Eastwood nehmen die 2000er–Jahre eine herausragende Stellung ein. Denn spätestens mit seinem Oscar-prämierten Doppelschlag „Mystic River“/„Million Dollar Baby“ hatte Eastwood sich als einer der besten und aufregendsten Regisseure etabliert – im Stolzen Alter von über 70 Jahren und Dekaden nach seinen Mainstream-Erfolgen als Schauspieler.
Manchmal hat man als Filmkritiker schon merkwürdige Déja Vu-Erlebnisse. Das liegt häufig daran, dass man Professions-bedingt einfach zu viele Filme gesehen und irgendwo im hinteren Erinnerungsstübchen abgespeichert hat, die das eigentlich gar nicht verdient haben und zu ihrer Zeit berechtigterweise vom Publikum ignoriert wurden.
Dass Hollywood sich bereits in anderen Erdteilen erfolgreiche Filmstoffe vornimmt und noch einmal neu verfilmt ist an sich nichts Neues, doch die nun vorliegende Adaption von Stieg Larssons Erfolgsroman „Verblendung“ stellt zumindest für das hiesige Publikum ein recht ungewöhnliches Ereignis dar. Denn kaum
Nasser Ali Khan (Mathieu Amalric) mag nicht mehr leben. Jahrelang hat er mit seinem Geigenspiel die Menschen verzaubert und dadurch sogar ein wenig den Verlust der großen Liebe seines Lebens verschmerzen können. Denn die Heirat mit der schönen Irane (Golshifteh Farahani) hatte deren Vater einst untersagt.
Philippe (François Cluzet) ist reich, stinkreich sogar, etwas was der Lebemann früher in die extravagantesten und aufregendsten Hobbies steckte. Doch eines dieser Hobbies, das Paragliding, nahm ein tragisches Ende. Nun ist Philippe vom Hals abwärts querschnittsgelähmt, ziemlich durchgehend ziemlich schlecht gelaunt und vergrault seine persönlichen Betreuer innerhalb von wenigen Tagen. Zu der...
Nach indischer Überlieferung beherrscht die Gottheit Shiva Abermillionen von Asanas (Yoga-Posen). Regisseur Jan Schmidt-Garre beherrscht am Anfang von „Der atmende Gott“ nicht einmal den Lotussitz.
Letztes Jahr wollte Spanien mit diesem Streifen den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewinnen."Und dann der Regen" von Iciar Bollain wurde vollkommen zu Unrecht nicht einmal nominiert.
„Samson & Delilah“ ist das berührende Langfilm-Erstlingswerk des australischen Aborigine-Filmemachers Warwick Thornton, das 2009 in Cannes mit der „Goldenen Kamera“ als bestes Debüt ausgezeichnet wurde.
Wenn ein alter, aber ertragreicher Stoff trotz Abnutzungserscheinungen weiter gemolken werden soll, dann greift man in Filmproduzenten-Kreisen seit ein paar Jahren gerne zu einem zusehends beliebten Konzept namens "Reboot", was dann soviel heißt wie: Wir fangen einfach nochmal ganz von vorne an, machen ein paar Sachen grundlegend anders und schon ist die Sache wieder frisch und aufregend.
Eigentlich war die gemeinsame Urlaubsreise auf einem Kreuzfahrtschiff ja zur Erholung gedacht. Doch Dave (Jason Lee) hätte es im Grunde besser wissen müssen: Auch an Bord des Luxusliners treiben es die Chipmunks und Chipettes angeführt vom anscheinend unbelehrbaren Alvin wieder reichlich bunt und strapazieren mit ihren Streichen die Nerven der Mitreisenden.
Als Barack Obama die politische Bühne betrat, „hope“ versprühte und „change“ versprach, war es auch um den Liberalen George Clooney geschehen. Offen bekannte er seine Sympathie für den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten und die bereits weit fortgeschrittenen Pläne für einen „zynischen Politthriller“ verschwanden wieder im Schrank.
Zuerst einmal muss zu „Let Me In“ gesagt werden: „Schön, dass du da bist!“. Denn mit einem Auftauchen auf deutschen Kinoleinwänden – auch in bescheidenem Rahmen, denn zu mehr als ein paar Kinosäälen wird es für die Veröffentlichung durch den französischstämmigen Klein- und Genreanbieter Wild Bunch nicht reichen – hatte man nun wirklich nicht mehr gerechnet. Schließlich lief der Film in seiner US-...
Die Aufarbeitung nationalsozialistischer Geschichte im Film ist kein einfaches Unterfangen. Ein solches Werk darf nicht verharmlosen, aber auch nicht zu verstörend für das Publikum sein, dass sich sonst emotional abschottet. Gleichzeitig aber darf ein solcher Film auch nicht zu kitschig sein und sollte in seiner Wirkung nachfolgende Generationen von Kinogängern dazu bringen, dass es nie wieder zu...
Der junge Theaterschauspieler Alexander (Matthias Schweighöfer) ist zwar beim treuen Publikum seiner kleinen Bühne sehr populär, aber richtig Geld für sich und seine beiden Brüder Jürgen und Basti (Detlev Buck, Maximilian Brückner) sowie Dauermitbewohner Jan (Denis Moschitto) springt dabei nur selten heraus.
Über fünf Jahre ist es nun schon wieder her, seit Tom Cruise zum letzten Mal als Geheimagent Ethan Hunt im Auftrag der Impossible Misson Force (IMF) im Kino die Welt gerettet hat.