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| filmszene special: Interview mit den "All Inclusive"-Hauptdarsteller Vince Vaughn |
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Spätestens seit den erfolgreichen "Hochzeits-Crashern" gehört er mit zur erweiterten A-Liga Hollywoods und auch die Klatschpresse hatte ihn schon kurzzeitig im Visier, als man sich nicht ganz sicher war, ob er mit Jennifer Aniston nur im Film ein Paar bildete. Zur Vorstellung seiner neuen, von ihm selbst mitgeschriebenen Komödie "All Inclusive" traf Filmszene Vince Vaughn zum Interview in Hamburg. Vince Vaughn: Bevor hier irgendeine Frage kommt, möchte ich erst mal was sagen: Eine wunderschöne Stadt habt ihr hier, dieser See mittendrin ist großartig, ich bin da gerade mal ein wenig spazieren gegangen. Filmszene: Wofür es mir ja heute eigentlich etwas zu kalt wäre. Hey Mann, ich komme aus Chicago, wo der Schnee gefriert. Dagegen ist das hier wirklich harmlos. Aber sicher kein Vergleich zu den Dreharbeiten auf Bora Bora, oder? Bist Du der Typ für diese Art Urlaub? Das war dann auf eine andere Art "wunderschön". Nein, für mich war das eher sehr merkwürdig, denn es ist einfach eine komplett andere Welt als die in der ich mich sonst bewege. Ich war vor ein paar Jahren mal in einer Anlage auf Costa Rica, aber das kann man damit nicht vergleichen. Ansonsten ist das eine schöne Einrichtung zur Erholung für Leute, die sonst in ihrem Leben sehr hart arbeiten - wozu ich mich ja nicht zähle, denn ich führe doch schon ein eher entspanntes Leben.
Du hast ja selbst am Drehbuch mitgearbeitet, hast Du es dabei als Herausforderung angesehen, die diversen Partnerschaftsprobleme möglichst realistisch darzustellen? Nun, ich habe ja schon immer Filme über und für "echte" Menschen gemacht. Du verstehst sicher wie ich das meine. Das fing schon mit "Swingers" an, auch wenn den noch nicht so viele gesehen haben, und auch "The Break-Up" hat doch eine gewisse Nachhaltigkeit bewiesen und bei Einigen erst später Wirkung gezeigt. Ich mag Filme über normale Leute, denn das sind meine Freunde, meine Familie und meine Helden. Die ganz einfachen Menschen sind meiner Meinung nach sehr smart beim Bewerten von Filmen und wenn die sagen, "das ist mir zu übertrieben, das glaube ich nicht - das ist für mich Bullshit", dann beweisen sie für mich ihre emotionale Intelligenz. Die Idee bei diesem Film speziell war es, einen Haufen ganz normaler Typen zu nehmen, die doch nicht mehr wollen als ein schönes Leben zu führen, mit einem Job, mit Freunden und ihrem Partner. Aber der Alltag macht es ihnen leider nicht allzu leicht und sie erleben recht harte Zeiten. Sie verbringen viel zu wenig Zeit miteinander und deshalb "zwingen" wir sie, das jetzt zu tun und mal darüber nachzudenken was für wertvolle Dinge sie besitzen. Wir haben es hier gleich mit vier unterschiedlichen Paaren zu tun, was doch recht ungewöhnlich ist. Normalerweise nimmt man für so ein Thema nur zwei oder höchstens drei. Was war der Grund für diese Entscheidung, ein größeres Angebot an "Identifikationsfiguren"? Das auch zu einem Teil, ja. Hat aber auch ganz sicher damit zu tun, das ich so viele Ideen und so viele Freunde habe, die ich irgendwo unterbringen muss (lacht). Ich denke dann immer: In dieser Rolle würde ich gerne Jason Bateman sehen und außerdem bin ich der Meinung, dass Faizon Love ein so großartiger Darsteller ist, dem schreib ich mal was auf den Leib. Seinen absolut offenen und ehrlichen Charakter im Film mag ich besonders gerne. Jon Favreau hat sich gerade mit "Iron Man" als erfolgreicher Regisseur einen Namen gemacht, aber die Leute sollen bitte nicht vergessen wie komisch er sein kann. Es gab leider keines der vier Paare, das ich bereit war zu opfern. Und ich glaube nicht, dass man mir den Vorwurf machen kann, ich würde meine Drehbücher so ausrichten, dass nur ich darin glänzen kann. Ich bemühe mich da schon, alle zu ihrem Recht kommen zu lassen. Deine persönliche Meinung zur Notwendigkeit von Paar-Therapien? Ich sag Dir gern, wie ich das sehe: ICH habe es noch nie in Anspruch genommen, was sicher auch an meinem persönlichen Hintergrund liegt. Aber wenn es anderen hilft, gibt es keinen Grund sich darüber lustig zu machen. Mein Leitspruch ist "es gibt mehr als nur einen Weg zum Wasserfall" und jeder soll das wählen was ihm persönlich hilft. Wobei der eigene Psychiater doch in den USA nichts besonders Ungewöhnliches ist. Wir Europäer rümpfen da doch noch eher die Nase. Nach dem Motto: "Über solche privaten Sachen spreche ich doch nicht mit fremden Menschen". Halt, halt! Dazu möchte ich mal klarstellen, dass das Bild, dass die meisten Menschen in Europa von den Amerikanern haben, doch ein sehr eingeschränktes ist. Ihr sprecht mit Leuten, die hier rüberkommen und schaut Filme und Serien mit Menschen, die in den großen Metropolen leben. Aber diese Möglichkeiten haben ja nur bestimmte Leute und die sind meiner Meinung nach nicht repräsentativ. Von den fast 300 Millionen Amerikanern verlassen die meisten niemals ihr Land. Und die gehen auch nicht in eine Therapie oder Eheberatung. Von außen mag es so aussehen, als sei das dort Alltagskultur, aber das täuscht wirklich. Was glaubst Du, treibt die Menschen immer wieder an sich in neuen Beziehungen zu versuchen, obwohl die doch meistens nicht lange funktionieren? Na, weil es einfach schön ist jemanden zu haben, der einem wichtig ist, oder? Oder einfach nur jemanden mit dem man reden kann und der sich für einen interessiert. Menschen möchten Verbindungen haben, auch wenn man dabei verletzt und enttäuscht werden kann. Aber das ist doch das Leben: Fehler machen, nach vorne schauen und sich auf die guten und wichtigen Dinge konzentrieren! Das ist ja auch das Fazit am Ende unseres Films. Da ist noch nicht alles eitel Sonnenschein, aber alle haben doch ein bisschen was gelernt und schauen nach vorne. Interview: V. Robrahn |