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Von
der Provinz in - na gut, nicht gerade die ganz große Welt,
aber immerhin an die Uni von Darmstadt. Für Momo (Max Riemelt)
auf jeden Fall ein Fortschritt und zusammen mit seinem alten Kumpel
Dirk (Robert Gwisdek) sieht er dem gemeinsamem Studium der Wirtschaftsmathematik
optimistisch entgegen. Allerdings fällt die Bewältigung
des abstrakten Stoffes dem zielstrebigen Dirk wesentlich leichter,
und dass sich Momo erstmal mit einer langwierigen Wohnungssuche
herum schlagen muss, macht das Ganze auch nicht einfacher. Allerdings
lernt er durch seinen neuen Mitbewohner Bernd (Alexander Fehling)
auch Traumfrau Kerstin (Claudia Eisinger) kennen. Und die folgenden
Semester entwickeln sich zum Balanceakt zwischen Beziehungspflege,
genialen Geschäftsideen und der Vorbereitung auf die drohende
Abschlussprüfung.
Ob "13 Semester" nun tatsächlich die erste deutsche
Komödie über das Studentenleben darstellt lassen wir mal
dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass man es als Kinogänger
wesentlich öfter mit mehr oder weniger amüsanten Schilderungen
des Alltags von hormongetriebenen Schulpflichtigen zu tun bekommt
als mit den schon etwas älteren Unibesuchern. Nun wäre
aber ein reiner Schauplatzwechsel
allein ja noch nicht besonders interessant, doch bietet das Kinodebüt
des ehemaligen Werbefilmers Frieder Wittich erfreulicherweise ein
bisschen mehr. Denn während auch der Trailer und das mit ein
paar flachen Schlagworten angereicherte Filmplakat noch auf einen
eher deftigen Schwank für die etwas jüngere Zielgruppe
hindeuten, stellt sich der Regisseur und Co-Drehbuchautor der Herausforderung,
sechs Jahre Studium in knapp 100 Minuten abzuhandeln.
Was erstaunlicherweise auch einigermaßen überzeugend
gelingt, da sämtliche Hauptcharaktere innerhalb dieser Zeit
eine spürbare Entwicklung durchlaufen. Die wird dann zwar etwa
beim strebsamen Dirk, der sich rasant dem glatten Businessleben
anpasst, noch etwas knapp und oberflächlich geschildert, gerät
aber bei den zentralen Figuren schon viel ansprechender. Denn wenn
nach mehreren vergeblichen Anläufen der nicht immer souverän
agierende Momo endlich seine Traumfrau erobert hat, sind die meisten
ähnlich gelagerten Werke oft bereits am Ende ihrer Erzählung
angelangt. Hier jedoch löst sich keineswegs alles in Wohlgefallen
auf, sondern werden wir Zeuge einer zwischen diversen Zwängen
und falsch gesetzten Prioritäten immer schwieriger werdenden
Beziehung, die dann auch schließlich (erstmal) nicht mehr
weiter geht. Irgendwann ist Momo nämlich am absoluten Tiefpunkt
angelangt und muss sich schon verdammt zusammenreißen, bevor
sich doch wieder neue Türen öffnen. Vor allem in dieser
Phase erreicht der Film eine Art "melancholischen Realismus"
und darf bei nicht wenigen aktuellen oder ehemaligen Studenten durchaus
auf einen gewissen Wiedererkennungswert mit Identifikationspotential
spekulieren.
Hauptdarsteller
Max Riemelt ("Napola",
"Die Welle") trägt
die Geschichte dabei souverän und sympathisch über alle
Klippen und bekommt auch ausreichend Gelegenheit starke Emotionen
zu zeigen. Claudia Eisinger ("Meer is nich'") ist als
seine Partnerin nicht nur "Love Interest" und Stichwortgeberin,
sondern weder einfach zu erobern noch zu halten und außerdem
oft mit mehr Durchblick und Weitsicht ausgestattet als unser tragikomischer
Held. Zum erfrischenden Eindruck, mal etwas Neues geboten zu bekommen,
trägt dann zusätzlich noch der Schauplatz "Darmstadt"
bei, ein in der deutschen Filmgeschichte bisher zwar nicht wirklich
vermisster, aber zumindest in diesem Falle allemal passend gewählter
Ort, denn hier prägen Uni und Studenten die Umgebung doch wesentlich
stärker als in einer der üblichen, sonst immer gern genommenen
Großstädte.
Und so gilt es für diesen zwar nicht durchgehend witzigen und
mitunter dann doch etwas zu gedrängt wirkenden Film also, eine
ordentliche Gesamtnote und ein zufriedenstellendes Abschlusszeugnis
auszustellen. Oder mit anderen Worten: Eine klare Empfehlung, nicht
nur für Studenten.
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