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Interview mit "Hop"-Hauptdarsteller James Marsden

James Marsden bei der Filmpremiere
in Berlin...

Filmszene: James, Du bist sonst eher als "Tough Guy" bekannt, wie in dem "Superman"- oder den "X-Men"-Filmen. Jetzt kommst Du uns als antriebsloser "Slacker" daher. Warum denn das?

James Marsden: Ja, vor allem mein Prinz in "Verwünscht" war ein ganz Harter, gell? Aber, stimmt schon, sowas wie den Fred in "Hop" hab ich bisher noch nicht gespielt, was es ja alleine schon recht interessant macht. Aber ich hab auch eine ziemliche Schwäche für den Kerl, denn ich war früher selbst so drauf, ziellos und ohne konkrete Vorstellung was ich eigentlich machen wollte. Bis ich das entdeckte, was ich jetzt mache. Und natürlich war ich auch immer der Meinung, dass das Schicksal für mich etwas Besonderes vorgesehen hat. Ich hatte mir selbst genau ein Jahr Zeit in Hollywood gegeben - wäre bis dahin nichts passiert, wäre ich zurück nach Hause gegangen und hätte studiert.

Du hast gerade "Verwünscht" erwähnt, der zwar auch einen Animationsteil hatte, in dem Du aber nicht so mit am Computer entstandenen Figuren interagieren musstest, wie das in "Hop" der Fall ist. Müsste also doch eine ganz andere Erfahrung gewesen sein?

Ja, es war völlig anders und es war sehr speziell. Auch "X-Men" hatte zwar viele Spezialeffekte und die "Green Screen" als Hilfsmittel. Aber da musste ich auf die ganzen Explosionen nur reagieren und nicht auch noch Dialoge führen mit etwas, das gar nicht da ist. Hier dagegen kommuniziere ich ja ständig mit diesen komischen Wesen, wir schmeißen uns Worte an den Kopf und versuchen dabei auch noch eine Art Chemie zwischen mir und dem CGI-Hasen zu kreieren. Zwar hat dann jemand den Text gesprochen, aber gespielt hab ich halt nur zu einem roten Lappen, den wir an die entsprechende Stelle platziert haben. Sehr schwierig, das Ganze.

Hat Dir dann zumindest das fertige Ergebnis gefallen, als Du es schließlich zu sehen bekamst?

Ja, das hat es schon. Ist aber auch irgendwie komisch, weil man ja dann erst richtig realisiert, dass eben der "Live Action"-Part, an dem ich hauptsächlich beteiligt war, doch nur ein Teil des Ganzen ist und mit den anderen Bestandteilen wie ein Puzzle zusammengesetzt wird. Ist aber zweifellos sehr beeindruckend, wie viele Leute da solch eine Detailarbeit hineingesteckt haben.

Wonach wählst Du denn in erster Linie Deine Projekte aus?

... und beim Interview mit Filmszene-Redakteur
Volker Robrahn

Eher nach den Charakteren, den Figuren und weniger nach der Geschichte. Wie andere auch versuche ich dabei natürlich das "Typecasting" zu vermeiden, deshalb habe ich nach "X-Men" und "Superman Returns" auch erstmal keine Angebote für Superhelden mehr angenommen. Zuletzt habe ich dann mehr Komödien gemacht, aber auch das wird sich nun wieder ändern.

Da Du uns demnächst im Remake von Sam Peckinpahs "Straw Dogs" ("Wer Gewalt sät") begegnen wirst, dürfte das auf jeden Fall deutlich dunkleres Territorium werden.

Zweifellos. Ich spiele darin die Hauptrolle, also den Part den damals Dustin Hoffman gespielt hat. Wobei wir die Figur etwas abgeändert haben, sie ist jetzt Drehbuchautor statt Mathematiker. Aber im Ton und Stil bleibt der Film schon stark dem Geist des Originals verhaftet, wie ich finde. Meine wohl größte und fordernste Rolle bisher, ziemlich verstörend, dunkel und kontrovers. Ich hab den Film bereits vor "Hop" abgedreht, daher war das dann eine dringend nötige Erfrischung und Entspannung.

Wie schwierig ist es denn grundsätzlich gegen das erwähnte "Typecasting" anzukämpfen?

"Kämpfen" ist da schon das richtige Wort, denn das muss man wirklich. Ich musste bisher für alle Rollen, die ich wirklich haben wollte, kämpfen, inklusive Castings, Vorsprechen usw. Ich erwarte aber auch nicht, dass irgendwelche Produzenten und Regisseure von vornherein ausgerechnet mich in einer bestimmten Rolle sehen. Ich bin bereit, sie von mir zu überzeugen, davon dass ich die Rolle verdiene und davon, dass ich eben nicht nur der gut aussehende Kerl für bestimmte Besetzungen bin. Ist eine Herausforderung, die ich aber immer wieder gerne annehme. Wenn ich später auf das zurückblicke was ich so gemacht habe, dann wäre es schön wenn man darin eine gewisse Balance und Vielseitigkeit erkennen kann. Das ist vermutlich nicht der einfachste Weg, aber doch der Interessantere. Ich finde ja z.B. das Brad Pitt das immer sehr gut hin bekommen hat.

Wenn wir dann schon bei Vorbildern sind. Du spielst in "Hop" auch eine Szene mit David Hasselhoff. Daher jetzt die Gewissensfrage: "Baywatch" oder "Knight Rider"?

Das ist einfach: "Knight Rider" natürlich. In "Baywatch" ist doch eigentlich nie was Aufregendes passiert, das war doch nicht wirklich was für Jungs, oder?

Interview: V. Robrahn

 

Volker Robrahn

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