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Interview mit den "Green Hornet"-Hauptdarstellern Seth Rogen und Cameron Diaz

Filmszene: Seth, wie schwer war es denn die Produzenten davon zu überzeugen, Dich nicht nur das Skript schreiben sondern auch gleich die Titelfigur spielen zu lassen?

Seth Rogen: Gar nicht so schwer wie einige vielleicht glauben. Obwohl ich im Film ständig das Gegenteil behaupte, ist natürlich in Wahrheit Kato der Held und ich nur der "Sidekick", noch dazu ein ziemlich inkompetenter. Weil auch mir klar war, dass ich nicht die Art Superheld spielen kann wie man sie einem etwa, sagen wir mal, "anders gebauten" Schauspieler zutrauen würde. Und da ich von vornherein das Konzept auch so präsentiert habe, kamen wir dann auch recht schnell damit durch.

Cameron Diaz: Es gibt zwar sicher eine kleine Fanbasis für "Green Hornet", aber die junge Generation von heute weiß vermutlich eher nichts über die Serie. Daher konnte man es dann auch wagen das ganze Konzept einfach auf den Kopf zu stellen und die Figurenkonstellation umzudrehen. Dadurch kann Seth dann das machen was er am Besten kann, nämlich die Leute zum Lachen zu bringen. Ich halte das für eine ziemlich clevere Herangehensweise.

Seth, Du hast ja bisher eher in etwas derberen Männerfilmen mitgewirkt. Ist das dann jetzt vorbei und "Green Hornet" für Dich sozusagen der nächste Schritt?

Seth Rogen: Ganz klares "Nein"! Okay, das ist wohl der erste unter 16 Jahren freigegebene Film an dem ich mitgewirkt habe. Aber dafür habe ich jetzt entdeckt, dass man beim Verzicht auf rüde sexuelle Ausdrücke dafür mit einer ganzen Menge rüder Gewaltszenen durchkommt. Wir durften zwar nicht "fuck" sagen, aber stattdessen eine Menge menschlicher Körper mit Autos zertrümmern. Das war auch mal ganz nett, aber ich kann mir nicht vorstellen deshalb in Zukunft auf meine eigene Art von Komödien zu verzichten.

Cameron, was hat Dich dazu gebracht bei diesem Film mitzuspielen?

Cameron Diaz: Ich hab ja schon bei vergleichbaren Filmen wie "3 Engel für Charlie" mitgemacht und habe nichts gegen leichte Actionfilme. Hier war ich nicht von Anfang an überzeugt, aber das Drehbuch von Seth durchlief dann noch mehrere Änderungen, bis mir meine Rolle auch wirklich gefiel. Wobei mir beim Lesen und auch beim Drehen noch gar nicht so bewusst war, was für eine Menge an kraftvoller Action da am Ende wirklich drin steckt, denn das sieht man erst im fertigen Film. Ich jedenfalls, da ich ja bei diesen ganzen Actionszenen gar nicht mit dabei bin.

Es geht im Film auch um die Macht und Bedeutung von Zeitungen. Lest Ihr heute noch Zeitungen?

Seth Rogen: Ich nicht, denn ich weiß nicht mal wie ich die Dinger halten oder falten soll ohne dass die Seiten durch die Gegend fliegen. Cameron dagegen behauptet regelmäßig eine Tageszeitung zu lesen.

Cameron Diaz: Was auch stimmt, nämlich die "International Herald Tribune". Die lese ich vor allem auf Reisen und kann ich nur empfehlen.

Seth, Du bist sicher ein großer Comic- und Popkultur-Fan. Aber die "Green Hornet" ist doch trotzdem eine recht obskure und schon fast vergessene Figur. Wie bist Du ausgerechnet darauf gekommen?

Seth Rogen: Sehr obskur, nicht nur hier in Europa, sondern vermutlich überall. Aber weißt Du, wenn man so ein gewaltiger Nerd ist wie ich es bin, dann kennt man solche Sachen natürlich trotzdem. Und ich hab auch fast alle Folgen der alten Fernsehserie gesehen, war ein großer Kung Fu- und Bruce Lee-Fan. Aber dieser Status der Figur als etwas heute eher Unbekanntes hat uns natürlich gerade den Raum gelassen, möglichst viel an eigener Interpretation und Neu-Erfindung dazu zu geben. Ganz einfach, weil es nicht so viele erwartungsvolle Fans gibt, die eine ganz bestimmte Vorstellung davon haben und die wir sonst womöglich verschreckt hätten. Das hätte man mit "Batman" oder "Spider-Man" natürlich nicht machen können. Was nicht heißt, dass wir für die Kenner nicht auch Einiges bereit halten, denn unser Film enthält eine Menge Referenzen an das Original - nicht zuletzt das Auto.

Cameron, im Film wirst Du von zwei Männern gleichzeitig umschwärmt. Passiert Dir das auch im richtigen Leben öfter?

Seth Rogen: Es passiert Ihr gerade wieder in diesem Raum, so wie ich das sehe.

Cameron Diaz: Ach, komm. Im Film geht es dabei doch gar nicht so sehr um Lenore als Person, sondern viel mehr um diesen Wettstreit unter etwas unreifen Jungs, wer denn nun den Größeren hat. Dass sie dabei an keinem von beiden ernsthaftes Interesse hat, merken die natürlich überhaupt nicht. Aber wir haben in diesem Film definitiv keine Love-Story und das ist schon ziemlich ungewöhnlich - und auch mutig.

Cameron, Du wechselst in den letzten Jahren recht regelmäßig zwischen ernsten Dramen und leichten Komödien oder Actionfilmen. Ergibt sich das immer zufällig oder steckt ein Plan dahinter?

Cameron Diaz: Kein Plan! Das passiert und ergibt sich in diesem Geschäft einfach immer so, ehrlich gesagt. Diesen Film hatte ich zum Beispiel überhaupt nicht geplant, denn nach "Knight & Day" wollte ich ursprünglich etwas kürzer treten und längere Zeit mit meiner Familie verbringen. Aber dann kam der Anruf von Seth und mit ihm zusammenzuarbeiten war für mich genauso reizvoll wie davor mit Tom Cruise [Seth Rogen erhebt sich und läuft triumphierend eine Runde durch den Raum]. Da steckt wenig Strategie dahinter, denn ich liebe es nach wie vor, Filme zu machen und mit den unterschiedlichsten Leuten zu arbeiten. Und wenn sich eine interessante Möglichkeit ergibt greife ich zu, ganz unabhängig vom Genre. Als Nächstes kommt von mir dann "Bad Teacher" und das wird wieder eine Komödie.

Seth, wenn Du Dich entscheiden müsstest zwischen der Arbeit als Autor oder der als Schauspieler - was wäre Dir letzten Endes wichtiger?

Seth Rogen: Da antworte ich erstmal mit einem Woody Allen-Zitat: "Autor, denn da muss ich mich nicht unbedingt für rasieren". Das ist aber auch meine seriöse und ernsthafte Antwort.

Und wo siehst Du die Zukunft der Komödie?

Seth Rogen: Die Zukunft liegt natürlich im Weltraum. Da wo noch keiner zuvor gewesen ist, bei der "Space Comedy". Okay, in Wahrheit habe ich dazu keinerlei Ahnung. Wir werden sehen.

Volker Robrahn

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