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Interview mit „Underworld: Awakening" – Hauptdarstellerin Kate Beckinsale

Filmszene:  Erstmal herzlichen Glückwunsch, Kate. Nach „Contraband“ mit Mark Wahlberg bist Du jetzt auch mit dem neuen „Underworld“-Film auf Platz Eins der amerikanischen Kinocharts, also an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden mit unterschiedlichen Filmen. Das hat man ja nun auch nicht so oft…

Kate Beckinsale:  Hm, was mache ich dann bloß am nächsten Wochenende? Aber im Ernst: Nein, sowas hatte ich noch nicht und wie man mir erzählt hat, ist das bisher auch erst zwei anderen passiert: Nämlich Ian McKellen und Helen Hunt – sehr gute Gesellschaft also.

Kate Int 1Wie körperlich fordernd ist diese Rolle und wie musstest Du Dich vorbereiten?

Ich hab ja nun eine Runde ausgesetzt und war in Teil 3 nicht mit dabei, aber ich fühlte mich doch sehr schnell wieder in diesem Umfeld zuhause. Natürlich hab ich ein paar Wochen auch intensiv trainiert um körperlich fit zu werden, die meiste Zeit nur Nudeln gegessen – aber der Lederanzug passte mir auch so noch recht gut. Ich fühl mich immer ausgesprochen wohl darin und es ist als würde man sofort zu einer anderen Persönlichkeit werden. Außerdem macht es Spaß in der Hotellobby in diesem Outfit und mit den Waffen in der Hand umherzulaufen und die verwirrten Gesichter der Leute zu sehen. Und im Fahrstuhl hab ich damit wohl ein Kind ziemlich erschreckt.

Wie sehr  müsstest Du denn erst überzeugt werden, wieder bei „Underworld“ mitzumachen und hattest Du dann auch Einfluss auf die Geschichte?

Den hatte ich durchaus, ja. Als man es mir angeboten hat war ich zunächst schon etwas skeptisch, denn ein „Teil 4“, na ja – zu meiner Jugendzeit waren das dann meistens reine Videopremieren.  Aber das hat sich schon sehr geändert, heute gibt es Reihen wie die „Batman“–Filme, die eher immer besser werden und auch bei uns ist der Produktionswert sicher nicht niedriger als bei den vorherigen Teilen. Es gibt keine Figur, die mich so lange begleitet hat wie Selene, sie ist schon sowas wie ein alter Freund. Und in Sachen Action und 3D-Effekten greifen wir sogar noch mal richtig neu an, würde ich sagen. Außerdem war für mich die Idee interessant, dass Seline eine Tochter hat und damit nicht mehr nur für sich allein verantwortlich ist. Ich denke schon, dass wir die Geschichte nicht nur einfach wiederholt sondern interessant weiter gesponnen haben. Auf diesem Level  können wir uns daher gerne wieder sprechen, wenn ich irgendwann „Underworld Teil 17“ drehe – und wer weiß, vielleicht muss ich das dann ja sogar. Just kidding…

Immerhin unterscheiden sich die Vampire und Werwölfe in „Underworld“ ja doch sehr von den zurzeit ebenfalls sehr angesagten in den „Twilight“-Filmen.

Vor allem glitzern wir nicht im Sonnenlicht. Nein, das ist schon eine ganz andere Art von Filmen, die eigentlich nur die Namen für bestimmte Wesen gemein hat. Die ganze „Twilight“-Reihe ist doch mehr eine Romanze und wirkt speziell auf die weiblichen Teenager. Meine Tochter ist dafür das beste Beispiel, die schaut sich das tatsächlich alles an und findet das was ich mache dagegen eher doof und auch viel zu gewalttätig. Macht aber nichts, denn es ist sicher Platz für Beides.

Mit den beiden schwedischen Herren Marlind und Stein hattest Du gleich zwei Regisseure, die sich hier die Arbeit so geteilt haben, dass sie sich täglich auf dem Regiestuhl abwechselten, wenn ich das richtig verstanden habe. War das nicht etwas anstrengend?

Wenn sie sich ständig gestritten und uns widersprüchliche Anweisungen gegeben hätten wäre das sicher so gewesen, aber das war nicht der Fall.  Es war im Gegenteil sogar recht entspannend, vor allem für die Beiden. Ich bin ja mit einem Regisseur verheiratet und weiß daher wovon ich rede wenn ich sage, dass das einer der härtesten Jobs überhaupt ist. Ganz einfach weil es wahnsinnig viel zu tun gibt und man sich um so viel zu kümmern hat. Daher ist es gar nicht mal so dumm, sich diese Arbeit zu teilen.

Kate Int 2Apropos Len Wiseman: Der führte zwar diesmal nicht beim neuen „Underworld“ Regie, aber Ihr arbeitet trotzdem bereits wieder an einem gemeinsamen Film…

Tja, ich mag diesen Kerl  eben irgendwie. Was damit zu tun haben könnte, dass ich ihn geheiratet habe.

Es handelt sich um ein Remake von „Total Recall“, in dem damals Arnold Schwarzenegger die Hauptrolle spielte. Und Du übernimmst die Rolle von Sharon Stone, richtig?

Fast. Meine Figur ist ein Mix aus der Stone-Rolle als verräterische Ehefrau und einem weiteren Charakter. Ja, man darf es sicher „Remake“ nennen, aber das ist für mich nichts Negatives und auch nichts was deshalb von vornherein weniger interessant wäre. Ich komme ja aus England und damit aus einem Land, in dem es nahezu jährlich neue Versionen von „Hamlet“ oder so ziemlich jedem Jane Austen-Roman gibt. Und oft kommt dabei durchaus Brauchbares heraus. Unser Film soll eine spannende Geschichte aus einer nicht allzu unrealistischen Zukunft erzählen, die sich aber schon ein ganzes Stück von der der ersten Verfilmung unterscheiden wird.

Du hattest in den frühen Zweitausender-Jahren schon mal eine eher Mainstream orientierte Phase, vor allem natürlich mit „Pearl Harbour“, dann folgten zuletzt einige kleinere, eher Drama-orientierte Werke und nun also gleich drei neue Action-Produktionen in wenigen Monaten. Ist das Absicht, da alle paar Jahre mal ein wenig die Richtung zu verändern?

Ist das so auffällig? Die Standard-Antwort darauf lautet natürlich, dass man als Schauspieler zwar so viele verschiedene Dinge wie möglich machen möchte, es aber nur sehr gering beeinflussen kann, was einem halt so angeboten wird. Andererseits kenne und treffe ich mittlerweile doch so viele Leute, dass sich fast zwangsläufig eine Menge unterschiedlicher Optionen ergeben. Daher versuche ich schon, dass ein wenig in die Richtung zu lenken, die mir gerade reizvoll erscheint, ja. Die letzten beiden Jahre habe ich mir deshalb auch einfach mal eine kleine Auszeit genommen und mich vor allem um meine Tochter gekümmert, die jetzt dreizehn und damit in einer, sagen wir mal „interessanten“ Phase ist. Aber jetzt geht es wieder richtig rund und das ist auch gut so.

Volker Robrahn

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