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Ganz neue Welten - oder vielleicht doch nicht? Die vierte Star Trek-Serie "VOYAGER" - Staffel 7

Staffel 7- Endlich zu Hause

Es hatte sich ja schon in den beiden vorherigen Staffeln angedeutet, und als feststand, dass auch "Voyager" wie die beiden Vorgänger-Serien wieder genau sieben Jahre lang laufen würde, war eines klar: Am Ende dieser siebten Staffel würde die Crew endlich zurück zur Erde gelangen. Dadurch fokussierte sich die Aufmerksamkeit des Publikums natürlich sehr stark auf die letzte Folge und viele konnten es kaum erwarten, das nun unvermeidliche "Happy End" zu sehen zu bekommen.
Der finale Zweiteiler "Endspiel" stieß dann jedoch auf ein eher geteiltes Echo bei den Fans der Serie, hatte man doch die triumphale Heimkehr eher am Rande abgehandelt und darum stattdessen wieder eine verzwickte Zeitreisegeschichte gesponnen.
Die Diskussion um das für und wieder von "Endspiel" überlagerte aber zu Unrecht die restlichen Episoden der Staffel, denn die befanden sich auf einem konstant hohen Niveau.
Nicht jede Geschichte war dabei originell, denn "Kritische Versorgung" oder "Ein natürliches Gesetz" behandelten ja nun nicht zum ersten Mal die Problematik eines Eingriffs in andere Gesellschaften und Rechtssysteme. Trotzdem wussten auch diese schwächeren Episoden zumindest zu unterhalten, was nicht zuletzt an der blendend aufgelegten Darstellerriege lag, die in ihrem letzten gemeinsamen Jahr noch einmal zur Hochform auflief.
Die Zeit der Eifersüchteleien auf die lange Zeit im Vordergrund stehende "Seven of Nine" war vorbei und rein sachlich gab es dafür auch keinen Grund mehr. In vorbildlicher Ausgewogenheit kam jeder der Hauptcharaktere zu seinem Recht, sprich zu mindestens einer eigenen Folge. Am wenigsten fiel den Autoren dabei wieder einmal zu Fähnrich Kim ein, der in "Nachtigal" erneut einen verlockenden Posten angeboten bekommt. Eine schöne Action-Episode bekamen dagegen Paris und Torres mit "Rennen" und von mehreren Folgen die den Holodoc im Blickpunkt haben, überzeugt vor allem die witzige "Veröffentlichung", in der der gute Doktor seine schriftstellerischen Ambitionen auslebt und sich dabei den Zorn der restlichen Mannschaft zuzieht, die von ihm wenig vorteilhaft geschildert wird.
Für große Freude sorgten in diesem Jahr die Auftritte zweier Gaststars, die eigentlich immer sehr amüsante Episoden garantieren: Der schusselige Leutnant Barclay in "Eingeschleust" und natürlich der mächtige "Q", der in "Q2" seinen missratenen Sohn mit an Bord bringt und dadurch noch einmal für gewaltigen Aufruhr sorgt.
Und dann haben wir da natürlich noch die aufwändigen Zweiteiler, von denen es diesmal gleich erstaunliche drei Stück gab (mit dem Abschluss des Cliffhangers "Unimatrix Zero" eigentlich ja sogar vier).Über "Endspiel" haben wir schon gesprochen, das Duell der weiteren Doppelfolgen gewinnt dann "Die Arbeiterschaft", welche die Crew der Voyager unfreiwillig ein neues Leben beginnen lässt, gegen "Aus Fleisch und Blut", eine weitere Holodeck-Folge mit den nicht mehr ganz so interessanten Hirogen.

Das umfangreiche Bonusmaterial der vorliegenden siebten "Voyager" DVD-Box beleuchtet natürlich insbesondere die Produktion der letzten Folge etwas näher und gibt den Darstellern Gelegenheit, ihre Gefühle zum Ende der Serie mitzuteilen. Der gewohnte Staffelrückblick und eine dem Doktor gewidmete "Zeitkapsel" sind auch wieder dabei, dazu erhalten wir diesmal noch einen Einblick in das "Art Department" und einige Storyboards.
Ein paar "versteckte" Schmankerl gibt es ebenfalls wieder im Menü, das Prozedere ist bekannt: Einfach auf die Flächen des abgebildeten Raunschiffs klicken. Es war gewiss nicht ganz einfach, interessantes Material für jede einzelne DVD-Veröffentlichung zusammen zu stellen, und so bleiben nach sieben Boxen nun eigentlich auch keine Fragen mehr offen. Die "Voyager" ist nun zu Hause, aber die "Enterprise" ja gerade erst gestartet!

Volker Robrahn