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Filmszene- Special: Interview mit Synchronsprecher Heino Ferch

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Filmszene: Herr Ferch, wenn meine Unterlagen nicht lügen, ist dies tatsächlich das erste Mal das Sie als Synchronsprecher in einem Animationsfilm dabei sind.

Heino Ferch: Das ist richtig, ich bin kein ständiger Gast des Synchronstudios. Eigentlich mache ich das nur zur Ausbesserung meiner eigenen Stimme in deutschen Filmen oder bei Übersetzungen von internationalen Produktionen. Die einzige Ausnahme war zuvor die Rolle von Woody Harrelson  in „Palmetto“ was sich aus meiner vorherigen Zusammenarbeit mit Volker Schlöndorff ergeben hatte. Damit ist der Agent „Geheimsache“ also erst die zweite Fremdfigur der ich meine Stimme leihe.

 

Das ist dann eine Art „späte Berufung“, da ja doch bekannte Schauspielernamen immer sehr gern für Animationsfilme besetzt werden. War denn Ihr Interesse sofort geweckt als die Anfrage zu den „Pinguinen“ kam und kannten sie die „Madagascar“-Reihe schon vorher?

Natürlich, allein durch die Kinder wird man mit den „Madagascar“-Filmen konfrontiert und daher waren die mir schon vertraut. Und weil diese Filme ein echtes Feuerwerk an Spaß und Action versprühen war es dann ein willkommenes Angebot da mal mitzuwirken – auch wenn meine Figur ja nun eine ganz Neue ist, die mit den Vorgängern direkt nichts zu tun hat.

 

ferch 1Das ist der Agent „Geheimsache“, der ja schon als ein  sehr selbstbewusstes „Alphatier“ auftritt und so auch in den Produktionsnotizen beschrieben wird. Wie kam man dafür dann bloß auf den Namen Heino Ferch?

Tja, das müssen Sie wohl doch eher die Verantwortlichen vom Produktionsstudio der 20th Century Fox fragen – ich vermute aber einfach mal, dass man sich dort schon irgendwas bei der Besetzung gedacht hat (lacht).

 

Wie viel  Tage Arbeit stecken denn drin in der Synchronisation der Figur?

Das waren zwei volle Arbeitstage, was vielleicht nicht nach so viel klingt, aber es waren schon sehr intensive Tage.  Es gab 350-400 einzelne Takes zu absolvieren, denn mein Polarwolf hat als Anführer seiner Truppe doch eine Menge Text zu sprechen. Es ist wirklich eine tolle Figur, für die Benedict Cumberbatch im Original auch eine wunderschöne Vorlage gegeben hat.

 

Die man sich dann vermutlich sehr genau anschaut oder ist es auch möglich, ein bisschen von der eigenen Persönlichkeit mit einzubringen?

Auf jeden Fall studiert man da die Vorlage ganz genau, denn die deutsche „Wunsch“-Besetzung muss ja erst noch von den Entscheidern bei Dreamworks genehmigt werden. Da gilt es dann zunächst erst mal einige Tests zu absolvieren und dann kommt irgendwann das Okay von den Amerikanern. Es ist schon möglich ein bisschen was Eigenes einzubringen, aber in erster Linie versucht man natürlich, den Ton und die Attitüde zu treffen nach der die Figur angelegt ist und das ist bei „Geheimsache“ eben diese leicht snobistische Art eines britischen Agenten mit einem Hauch von James Bond – Parodie. Da habe ich mich natürlich in der deutschen Version drangehängt, denn genau das war ja auch gewünscht.

 

ferch 2Und gerade diese leichte Parodie inklusive einiger popkultureller Anspielungen macht den Film dann ja auch wieder für Erwachsene interessant.

Auf jeden Fall, aber auch sonst ist dieser „Pinguine“-Film einfach ein echter Familienfilm mit einem geradezu wahnwitzigen Tempo und rasanten, verrückten Actionszenen – das war schon ein großer Spaß und sollte es eine Fortsetzung geben bin ich gern wieder dabei.

 

Sie hatten ja auch bisher schon, was Ihre Projekte angeht, eine recht breite Mischung aus Kino- und Fernsehfilmen sowie aus deutschen und internationalen Produktionen vorzuweisen. Kann man das bewusst so steuern und beeinflussen oder ist da auch viel an Zufall dabei, je nachdem was sich gerade so ergibt?

Bewusst steuern kann man das nur sehr bedingt, denn man hat ja keinen direkten Einfluss auf die Anfragen die kommen. Aber ich achte schon darauf, möglichst viele unterschiedliche Dinge zu machen. Und alles hat seinen eigenen Reiz, mit einem TV-Krimi erreichst Du leicht mal mehrere Millionen Zuschauer, dafür ist dann die Art der Produktion, die Zeit und der Aufwand der betrieben wird, bei einem Kinofilm doch oft wieder etwas ganz Anderes. So ist es zum Beispiel bei „Fritz Lang – Der Andere in Uns“, den ich gerade gedreht habe und bei dem ich die Titelrolle spiele. Darin beleuchten wir die Phase dieses Ausnahmeregisseurs nach dem damaligen Misserfolg von „Metropolis“ und woher er dann die Inspiration für sein folgendes Meisterwerk „M - eine Stadt sucht einen Mörder“ bekam. Es geht unter anderem um die Jagd nach dem realen Serienmörder der als „Vampir von Düseldorf“ berühmt wurde. Wir drehen in Schwarz – Weiß und in herrlichen Kulissen – da entsteht  gerade ein toller Kinofilm.         

Volker Robrahn

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