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Filmszene-Special: Interview mit "Jurassic World"-Hauptdarsteller Chris Pratt

pratt 0Lange Zeit eher ein Mann für die Nebenrollen, hat sich Chris Pratt mit seiner Rolle als „Star-Lord“ in „Guardians of the Galaxy“ schlagartig ins Rampenlicht befördert und taucht mittlerweile sogar schon auf diversen Listen der „Sexiest Man alive“ ziemlich weit vorne auf. Mit „Jurassic World“ hat Pratt nun einen weiteren, effektgeladenen Blockbuster abgedreht und sprach bei der Vorstellung des Films in Deutschland über das befreiende Gefühl, sich mittlerweile die Rollen aussuchen zu können.

 

Fimszene: Chris, wie schwierig war es denn, sich mit digitalen, in Wahrheit gar nicht vorhandenen Dinosauriern auseinander setzen zu müssen?

Chris Pratt: Es kamen in diesem Film jedenfalls keinerlei digitale Saurier zu Schaden, das kann ich versichern. Für mich selbst ging es bei all dem Rennen und Springen dagegen nicht ganz ohne Schrammen ab. Das war schon eine ziemliche Herausforderung, auch weil es immer sehr heiß  war. Aber klar, es ist nie einfach zu spielen wenn man nicht wirklich einen Gegenpart vor sich hat. Aber es gibt da schon ein paar Techniken mit denen man es schafft trotzdem emotionale Momente hinzubekommen. Man kann zum Beispiel mit Nahaufnahmen arbeiten, bei denen ich dann auch tatsächlich einem Gegenüber in die Augen sehen kann.

Man könnte jetzt denken, dass Du diese Erfahrung mit der „Green Screen“ ja schon aus „Guardians oft he Galaxy“ kennst. Aber war es nicht so, dass Du bereits für die Hauptrolle in „Jurassic World“ besetzt wurdest, bevor die „Guardians“ fertig waren?

Das stimmt, ja.  Es war sogar so, dass wir „Jurassic World“ bereits abgedreht hatten, als die „Guardians“ ins Kino kamen. Aber ich denke, allein die Tatsache, dass ich für den Marvel-Film besetzt wurde hat mein Profil bereits so angehoben, dass ich dadurch auch für Andere interessant wurde. Es war noch nicht klar, dass die „Guardians“ so einschlagen würden und wäre der Film ein Misserfolg geworden, hätte Universal da eventuell aufs falsche Pferd gesetzt. Aber so ist es ja zum Glück nicht gekommen.

pratt 1Ist für Dich denn die Teilnahme an einem Projekt wie „Jurassic World“ so etwas wie die Erfüllung eines Traumes?

Für mich ganz persönlich schon, ja. Denn der erste „Jurassic Park“-Film war damals praktisch auch der erste große Blockbuster den ich im Kino gesehen und dem ich vorher entgegengefiebert hatte. Und gerade weil ich so ein Fan des Originals bin, wollte ich auf keinen Fall zu den Leuten gehören, die eventuell diese Marke ruinieren. Deshalb ging ich auch mit einer recht kritischen Haltung an die Sache heran. Dass es einen Markt für eine Fortsetzung gibt und ein Publikum, dass dafür zu zahlen bereit ist, das allein reichte mir nicht aus. Das Studio hätte einen auf Nummer Sicher gehenden, durchschnittlichen Film produzieren können und mit ziemlicher Sicherheit trotzdem sein Geld zurückbekommen. Aber es hat einen Grund, warum es so lange gedauert hat bis man das richtige Skript gefunden hatte, denn dieser neue Film sollte wirklich gut werden. Wäre er mies, dann würde das Steven Spielberg sicher nicht weiter schaden. Mir und Regisseur Colin Trevorrow aber schon, für unsere Karriere ist das Gelingen des Films nicht unwichtig.

Was ist denn für Dich bei der Wahl eines Projektes ausschlaggebend, die Rolle die Dir angeboten wird oder die Geschichte?

Beides und dazu auf jeden Fall auch noch die Person des Regisseurs. Darauf konzentriere ich mich und es ist natürlich toll, dass ich zurzeit richtig auswählen kann. Ich bekomme jetzt Zugang zu den besten und aufregendsten Projekten zu wirklich gutem Material und zu den interessantesten Filmemachern.  Das war ja nicht immer so, in den zehn Jahren vor „Guardians“ kam ich mir eher vor wie eine Prostituierte und hab alles angenommen was Geld brachte. Ich konnte es mir wirklich lange Zeit nicht erlauben „Nein“ zu irgendetwas zu sagen. Na gut, vielleicht weniger wie eine Prostituierte als wie ein Schuhverkäufer, der halt sich selbst und seine Dienste anbietet. Diese Tage werde ich nicht vergessen, ich war oft pleite und ziemlich hungrig. Heute kann ich meine Schwerpunkte darauf legen was mich persönlich anspricht, was mich kreativ fordert. Das weiß ich sehr zu schätzen und habe auch zum ersten Mal die Möglichkeit mich selbst sozial zu engagieren.

Werden da denn in Zukunft auch wieder etwas kleinere Filme dabei sein?

Das lässt sich wohl nicht vermeiden, denn so viele 200 Millionen Dollar-Produktionen gibt es ja nicht (lacht). Doch klar, ich würde auch gerne wieder ein paar kleinere, persönlichere Filme machen, allerdings ist die Zeit halt begrenzt und mein Terminkalender ziemlich voll. So habe ich zum Beispiel für die „Glorreichen Sieben“ zugesagt, ein Remake des klassischen Westerns. Das ist aber gar keine so wahnsinnig große Produktion, obwohl Denzel Washington, Ethan Hawke und als Regisseur Antoine Fuqua dabei sind. Dazu kommt der Science-Fiction-Film

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Chris Pratt beim Interview mit Filmszene-Redakteur Volker Robrahn

„Passengers“ mit Jennifer Lawrence und dann natürlich auch noch das „Guardians“-Sequel. Und ich muss ein gesundes Maß finden um auch Zeit für meine Familie zu haben.

Darf Dein Sohn denn Deinen neuen Film sehen oder zumindest Ausschnitte daraus?

Nein, der ist dafür definitiv noch zu klein und das ist ja doch ein sehr, ich sage mal  „intensiver“ Film. Und weißt Du was,  auch wenn er älter ist wird es, glaube ich, gar nicht so einfach sein ihn mit Dinosauriern zu beeindrucken. Auch die heute Zehnjährigen wissen ja gar nicht, wie es ist in einer Welt aufzuwachsen, in der Dinosaurier nicht existieren, die sind schließlich ein fester Bestandteil der Popkultur geworden. Und mein Sohn wird sich auch nie darüber wundern, dass ich mit denen auf der Leinwand kämpfe, denn für ihn ist es normal, dass sein Dad im Fernsehen zu sehen ist, er kennt es nicht anders. Ich hoffe aber, wir bringen die Leute mit unserem Film trotzdem ein wenig zum Staunen. 

Volker Robrahn

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