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Filmszene Special: Interview mit "Fast Verheiratet" Hauptdarsteller Jason Segel

Filmszene: Erst einmal Gratulation zum wohl schlechtesten vorgetäuschten Orgasmus den ich je gesehen habe.

 

Jason Segel:  Ach was, Du hast bestimmt noch viel miesere gesehen (lacht). Oh Mann, das war aber wirklich eine der langwierigsten Szenen überhaupt. Erstens weil ich möglichst viele Versionen zur Auswahl haben wollte um dann die wirklich Beste zu nehmen und zweitens, weil Emily sich dabei fast totgelacht und überhaupt nicht mehr eingekriegt hat.

 

segel 1Jason, warum sollten die Menschen heiraten?

 

Oh, ich weiß gar nicht, ob sie das sollten.  Es gibt schließlich sehr viele Beziehungen die auch ohne Heirat funktionieren. Aber wenn man sich entschieden hat mit einer bestimmten Person sein Leben verbringen zu wollen, dann  kann man das durchaus durch einen Trauschein offiziell machen und dem so eventuell noch eine etwas größere und bindende Bedeutung geben. Aber wie auch immer man sich dann entscheidet: Erst mal ist es wichtiger, die richtige Person zu finden mit der man zusammen sein will.

In Deinem Film liegen ja Komik und Tragik sehr eng beieinander. Das ist immer eine sehr schmale Linie, wenn man versucht Beides zu verbinden und gleichzeitig zu präsentieren.

 

Das stimmt, aber es ist auch eine reizvolle Sache das zu versuchen. Mein großes Vorbild in dieser Richtung ist und wird immer „Annie Hall“ („Der Stadtneurotiker“) von Woody Allen sein. Daran habe ich mich bei unserer Geschichte orientiert, die zwar viele komische Situationen beinhaltet, aber eigentlich doch die meiste Zeit eher ernst und traurig ist. Aber genau so einen Film mit etwas weniger breitem, oberflächlichem Humor wollte ich diesmal halt machen. Zusammen mit Nicholas Stoller, der am Drehbuch mitgeschrieben und auch Regie geführt hat.

 

Du spielst ja recht oft Charaktere in Beziehungen…

…oder Kerle, die eine suchen oder gerade aus einer kommen und jetzt erst mal eine Zeitlang alleine sein wollen. Und das ist so, weil ich eigentlich nur über Dinge schreibe, von denen ich auch ein wenig was verstehe oder die ich selbst schon erlebt habe. Mag sein, dass mich das künstlerisch etwas begrenzt, aber es ist zurzeit eben noch das was ich gerne machen möchte. Mit gelegentlichen Ausflügen in Kinderträume wie bei den „Muppets“, bei denen es mir tatsächlich irgendwie gelungen ist die Produzenten von einem neuen Film zu überzeugen.

 

Wenn man sich aber Träume wie diesen erfüllt, ist es dann nicht irgendwann Zeit etwas ganz Neues zu machen und vielleicht die Puppen zur Seite zu legen?

 

Ja und das habe ich auch getan, sogar im wörtlichen Sinne. Ich habe „die Puppen jetzt beiseite geleg“" und das war für mich eine große Sache. Außerdem geht nun meine TV-Serie „How I met your Mother“ nach acht Jahren zu Ende und das ist ganz sicher dann auch irgendwo das Ende einer Ära. Ich bin jetzt über 30 und wie soll ich es formulieren? Wenn ich heute in den Spiegel sehe, dann sehe ich dort einen erwachsenen Mann.  Blöder Spiegel, ich kann dem nicht entkommen und einfach weiter so tun als wenn ich ein kleiner Junge wäre.  

Gab es denn auch einmal einen Punkt, an dem Du gezweifelt hast, ob Du den richtigen Weg eingeschlagen hast?

Definitiv gab es den, als ich so Mitte Zwanzig war wollte ich eigentlich aus dem Business aussteigen. Aber dann hab ich mit dem Schreiben angefangen und das hat alles verändert. Aber so ist das, miese Zeiten zwingen einen halt dazu aktiv zu werden und etwas zu verändern. Daher sind diese Phasen dann aber auch ziemlich wertvoll und oft erst der Auslöser für Gutes und Großes.

Wenn Du Dich zwischen dem Schreiben und der Schauspielerei entscheiden müsstest – welcher Bereich würde gewinnen?

Das wird ja hoffentlich nie nötig sein, aber falls doch: Mein Beruf ist mittlerweile in erster Linie tatsächlich das Schreiben und die Schauspielerei eher ein Bonus. Und sowieso „Schauspielern“ – das kann doch eh jeder einigermaßen, oder?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Volker Robrahn

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