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Filmszene-Special: Interview mit "Dracula Untold"- Hauptdarsteller Luke Evans

evans 0Nachdem er bereits im letzten „Fast & Furious“-Film sowie in Peter Jacksons „Hobbit“-Trilogie als Fährmann Bart ein paar einprägsame Nebenrollen ergattert hatte, bekommt Luke Evans nun mit „Dracula Untold“ die Gelegenheit zum ersten Mal eine größere Mainstream-Produktion als Hauptdarsteller zu tragen. Die daraus resultierende Verantwortung ist ihm sehr wohl bewusst und dennoch ist er vor allem nach wie vor selbst etwas überrascht, wohin ihn der Weg von den Londoner Theaterbühnen innerhalb kurzer Zeit geführt hat, wie der sympathische Waliser Filmszene im Interview berichtet.

 

Filmszene: Luke, starten wir mit einer nun mal naheliegenden Frage: Was waren Deine Gedanken, als Dir klar wurde, dass Du „Dracula“ spielen würdest, eine Figur mit einer so großen Kinohistorie wie kaum eine andere.

Luke Evans: Da gingen meine Gedanken erst mal automatisch zurück in die Vergangenheit. Ich sah Gary Oldman vor mir, Christopher Lee und auch Bela Lugosi. In Filmen, die ich mir auch fast alle angesehen habe. Und meine spontane Reaktion war: Ich bin doch eigentlich noch etwas zu jung um diese Figur zu spielen. Doch nachdem ich das Skript gelesen hatte war ja klar, dass es in diesem Film um den Mann „hinter“ der bekannten literarischen Figur geht. Wir treffen ihn Mann sozusagen in seinen besten Jahren, als König, Anführer und Vater. Es ist seine Herkunftsgeschichte und darin konnte ich mich schon wiederfinden, es fiel mir recht leicht die Rolle zu verstehen –denn dies ist eben nicht Bram Stokers „Dracula“.

evans 1Ist es angebrach zu sagent, dass dies Deine bisher größte und auch wichtigste Rolle der Karriere ist?

Dies ist „The Big One“, zweifellos. Denn diesmal muss ich den Film auf meinen eigenen Schultern tragen, mit meinem Namen und meinem Gesicht und das habe ich bisher noch nie getan und die Verantwortung ist mir sehr wohl bewusst. Auch aufgrund der Historie die Universal Pictures mit dem Namen „Dracula“ verbindet, denn schließlich war es dieses Studio das die Figur damals in den dreißiger Jahren fürs Kino entdeckte. Aber trotzdem habe ich es auch sehr genossen diese Rolle spielen zu dürfen. Und hoffe natürlich, dass das Publikum mich darin akzeptiert.

Wobei es bei einem Erfolg von „Dracula Untold“ sicher denkbar ist, dann eine neue Franchise zu starten, wofür  auch das Ende des Films spricht, welches bewusst Raum für eine mögliche Fortsetzung lässt.  Du könntest diese Rolle also vielleicht auch noch öfter spielen.

Das ist sicherlich denkbar und möglich, aber soweit sind wir noch lange nicht. Um es ganz klar zu sagen: Mein und der Job aller anderen Beteiligten war es, einen guten, starken Film abzuliefern. Mit einer Geschichte, die zweifellos enormes Potential besitzt um sie noch weiter auszuspinnen. Aber dafür mussten wir jetzt erst mal diesen Film hier so interessant und aufregend gestalten, dass er den Leuten gefällt. Wenn die dann tatsächlich mehr wollen –umso besser.

evans 2Es gab vermutlich noch keinen „Dracula“-Darsteller zuvor, der so viel rennen und kämpfen musste wie Du in diesem Film. Das war sicher auch eine ziemlich herausfordernde und auch anstrengende Aufgabe?

Das kann man wohl sagen, ja – sehr herausfordernd. Ich habe auch vorher für Filme schon hart an meiner Physis arbeiten müssen, aber das war alles kein Vergleich zum Aufwand den ich für „Dracula Untold“ betrieben habe. Für diese Rolle wurde ich ganz schon angetrieben und musste mich auch selbst immer wieder pushen. Das bedeutete mit dem Training sieben Wochen vor Drehbeginn anzufangen, ich hatte Probeaufnahmen mit den Stuntleuten und den Setkoordinatoren bevor irgendjemand sonst dort auftauchte. Dazwischen kurz Essen, wieder Training und dann weiter mit den Probeaufnahmen – und möglichst nicht vergessen was man gerade gelernt hatte. Durchaus anspruchsvoll, aber hey – das ist nun mal das was man von einem „Leading Man“ erwartet und ich war auch absolut bereit diese Aufgabe anzunehmen.

War es denn schon immer Dein Wunsch so etwas mal zu werden – ein „Leading Man“?

Absolut , ja. Das war hundertprozentig immer mein Ziel.  Wobei ich ja im Theater schon lange Jahre Hauptrollen gespielt habe, seit dem Jahr 2001 um genau zu sein. Und der Wunsch das auch im Film auf der Leinwand irgendwann zu tun war seitdem eigentlich immer da, selbst als ich noch in erster Linie Sänger und nicht Schauspieler war. Wobei ich damit aber nicht wirklich gerechnet hatte, denn die Wahrscheinlichkeit es von dort zur Hauptrolle in einer Hollywood-Produktion zu bringen ist schließlich nicht allzu groß.   Ich habe mir jedenfalls nicht ernsthaft vorstellen können irgendwann hier mit Dir als Hauptdarsteller eines Films wie „Dracula Untold“ zu sitzen und darüber zu reden. Ich hatte einfach das Glück, dass einige Leute aus dem Filmbusiness eines meiner Stücke  in London sahen und ich ihr Interesse geweckt habe – als das geschah war ich immerhin schon über Dreißig.  

Keine Hauptrolle aber doch eine im dritten Teil der Reihe deutlich größere spielst Du im kommenden „Hobbit“-Film, dessen Premiere Ende des Jahres ansteht. Ich nehme an, die Arbeiten an dem Film sind aber bereits komplett abgeschlossen?

Ja, das sind sie und ich freue mich schon sehr auf die Premiere im Beisein all der Anderen. Was meine Figur „Bart“ betrifft hat Tolkien in der Buchvorlage Einiges offen gelassen, das wir – hoffentlich in seinem Sinne – weiter ausschmücken. Aber die Rolle wird im kommenden Film ein ganzes Stück bedeutender, denn Bart führt die Armee der Menschen im „Krieg der fünf Armeen“. Wie bei Dracula ist es im Grunde die große Menschlichkeit dieser Figur, die dem Publikum die Identifikation ermöglicht. Deren Zweifel, Verantwortung und Gerechtigkeitssinn.

Weitere Projekte an denen Du  beteiligt bist sind ebenfalls Neuinterpretationen von schon einmal verfilmten Geschichten. Einmal die amerikanische Version des indonesischen Überraschungserfolgs „The Raid“

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Luke Evans beim Interview mit Filmszene-Redakteur Volker Robrahn

und dann einen Neuverfilmung von „The Crow“. Wie ist da jeweils der aktuelle Stand?

An „The Raid“ bin ich nicht mehr beteiligt, dazu wird es mit mir also nicht kommen. „The Crow“ ist  weiterhin ein Thema, aber das ist ein anspruchsvolles und sehr besonderes Projekt, bei dem einfach alles passen muss, bevor wir definitiv loslegen. Es ist auch gar nicht einfach ein Zeitfenster zu finden, an dem alle Beteiligten verfügbar sind. Aber es geht voran, wir sind schon ziemlich weit mit der Planung und es könnte da in den nächsten Wochen definitiv losgehen.

Volker Robrahn

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