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Filmszene-Special: Interview mit den "Immer Ärger mit 40" - Hauptdarstellern Paul Rudd & Leslie Mann

rudd mann 0Filmszene:  Paul, Du nimmst in diesem Film praktisch die Rolle von Judd Apatow ein, spielst mit dessen Frau und seinen beiden Töchtern während das Familienoberhaupt auf dem Regiestuhl Platz nahm. War das nicht ein bisschen merkwürdig?

Paul Rudd: Ach, ich hab das ja in „Beim ersten Mal“ schon mal gemacht, wenn auch nicht in dem Umfang wie jetzt. Und mein Name unterscheidet sich zudem auch nur in einem Buchstaben von „Judd“, also bin ich manchmal in der Tat nur noch einen winzigen Schritt davon entfernt komplett er zu werden.  Aber im Ernst, es ist eher erstaunlich – oder auch bedenklich – wie gar nicht merkwürdig sondern völlig normal sich das anfühlte. Ich kenne halt Leslie und die Mädchen schon ihr halbes Leben, hab sie mit aufwachsen sehen, das hat doch sehr geholfen

Leslie Mann: Es gab schon in der „40jährigen Jungfrau“ eine Szene zwischen Maude und Paul, die dann später herausgeschnitten wurde, aber solange, also seit acht Jahren sind die Beiden schon ein Team. 

Auch in dem Filmtitel taucht die Zahl „40“ auf. Hattet Ihr denn ein wenig Sorgen oder gar Angst irgendwann in dieses Alter zu kommen?

Leslie Mann: Na klar, auch für mich waren in meiner Jugend Vierzigjährige schon richtig alte Leute.  Das sehe ich heute anders, so alt sind die dann doch gar nicht.

Paul Rudd: Das sind jetzt erst die 50jährigen.

Leslie: Quatsch, auch die nicht mehr. Das hat sich in der Gesellschaft über die letzten Jahrzehnte doch sehr gewandelt, heutzutage ist man auch mit 60 meist noch nicht alt, zum Teil noch nicht mal mit 70. Was nichts daran ändert, dass es im Leben trotzdem einige Einschnitte und Wendepunkte gibt. Zwanzig oder Vierzig werden gehört bei den Meisten sicher dazu.

Was für eine Person ist die 40jährige Debbie im Film?

rudd mann 1Leslie: Eine Frau, die ziemlich verkrampft und viel zu sehr versucht „glücklich“ zu sein und es damit den Anderen nicht gerade leicht macht, da sie einfach viel zu viel verlangt und fordert von dem sie glaubt, dass es so sein müsste. Sie versucht halt ständig irgendwelche Kämpfe zu führen, wie es eben die Frauen oft tun. Aber natürlich ist sie trotzdem ein sehr liebenswerter und tapferer Mensch.

Paul: Es hätte mich auch gewundert, wenn Du das nicht noch hinterher geschoben hättest. Und weil ich schon weiß, welche Frage als Nächstes kommt: Meine Figur Pete ist dagegen eher der Typ der auch einfach mal seine Ruhe haben oder Dinge tun möchte zu denen er gerade Lust hat. Der sich aber nicht traut, das offen zu kommunizieren und daher vieles heimlich macht. Und er hat Probleme zu erkennen, dass er seine Ansichten, z.B. über das was gute Musik ist und womit sich die Leute beschäftigen sollen nicht anderen aufdrängen kann.

Bis zu welchem Punkt entsprechen die Figuren denn dem realen Ehepaar Apatow/Mann?

Leslie: Nur in einzelnen Elementen, denn ich bin nicht Debbie und Pete ist nicht Judd. Ich habe ja mit meinem Mann gemeinsam am Drehbuch gesessen und unsere Arbeit bestand hauptsächlich darin sich zu überlegen, in was für Situationen wir unsere Figuren schicken können, welchen Streit sie bekommen und natürlich das Ganze dann mit ein paar witzigen Dialogen anzureichern.

Paul: Petes Leidenschaft für die Musik kommt mir schon sehr nahe. Auch ich liebe es neue Bands zu entdecken, mich damit zu beschäftigen und sie dann anderen vorzustellen. Wobei ich feststelle, dass ich das nicht mehr so oft und so extrem mache wie früher. Es ist schon so, dass der kleine Junge in mir doch langsam in den Hintergrund tritt. Vor zehn Jahren wollte ich zum Beispiel noch einen Plattenladen eröffnen, heute nicht mehr. Jahrelang war ich auch ein fanatischer Sport-, vor allem Football-Fan. Heute frage ich mich manchmal, warum die Leute da so viel Energie hineinstecken, es ist doch nur Sport.

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Filmszene-Redakteur Volker Robrahn beim Interview mit Paul Rudd & Leslie Mann

Warum sollten sich die Leute Euren Film anschauen?

Paul:  Weil er die Ehe in einer Form zeigt, wie sie in Hollywood-Filmen sonst eigentlich nicht gerne präsentiert wird. Nicht als „sie lebten glücklich bis an ihr Ende“ sondern als ein ständiges Auf- und Ab, mit genauso viel Glücksmomenten wie Tiefpunkten. Weil er einen intimeren und ehrlicheren Blick darauf erlaubt als sonst üblich.

Leslie, Du bist demnächst auch mal in einem Film zu sehen, der nichts mit Judd Apatow zu tun hat.

Leslie: Ja, das wird der neue Film von Sofia Coppola namens „The Bling Ring“. Das ist dann ausnahmsweise auch keine Komödie sondern eine Geschichte über ein paar leicht gestörte Teenager und ich bin darin die Mutter der Hauptfigur, die von Emma Watson gespielt wird. 

Volker Robrahn

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