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Filmszene-Special: Interview mit den "Bad Neighbors"-Darstellern Seth Rogen & Chloe Grace Moretz

seth 0Filmszene: Seth, im neuen „Bad Neighbors“-Film gibt es neben der Comedy auch einige ernstere Themen, die angesprochen werden. Es geht um Generationen-Konflikte, Elternprobleme und diesmal auch um geschlechterspezifische Themen. Da bleibt dann gar nicht mehr so viel Platz für die Witze übrig.

Seth Rogen: Unser Anspruch war es bei dieser Fortsetzung nicht, dass sie unbedingt in Allem viel größer sein musste. Auch nicht lustiger. Nein, unser Ziel war es einen clevereren und intelligenteren Film zu machen als beim ersten Mal. Etwas mehr Gehirnschmalz in die Themen und die Botschaften zu stecken, die wir vermitteln wollen. Und ansonsten gingen wir einfach davon aus, dass wir mit dieser Besetzung sowieso einen lustigen Film hinbekommen. Und ich denke, das ist uns auch gelungen.

Und es gibt praktisch keine „bösen“ Typen diesmal. Der Konflikt ist nicht so extrem.

Seth Rogen: Nun, es gibt schon Konflikte zwischen den einzelnen Charakteren. Aber ich mag in der Tat nicht so gerne klassische „Schurken“ in einer Komödie. Sondern lieber Figuren deren Handlungsweise man auch nachvollziehen kann. Und was unsere weiblichen Studenten in „Bad Neighbors 2“ betrifft, so ist ihr eigentliches Anliegen sich von den auferlegten, zum Teil sexistischen Konventionen ihrer Uni zu befreien völlig berechtigt. Jedenfalls wesentlich mehr als bei den Jungs aus dem ersten Teil, die halt einfach nur feiern wollten.

Aber Chloes Figur tut im Film etwas, was doch sehr unrealistisch ist: Sie schmeißt einen Zac Efron raus.

seth 1Chloe Grace Moretz: Oh, ich glaube da unterliegst auch Du diesem völlig falschen Bild von jungen Frauen. Wir werden nämlich nicht nur von optischen Reizen gelenkt. Im Gegenteil, halte ich Shelbys Verhalten im Film für eine doch recht zutreffende Beschreibung des Verhaltens einer modernen jungen Frau.

Seth Rogen: Und wir ermunterten unsere Schauspielerinnen auch dazu, sich gerade in diesem Punkt selbst einzubringen. Das Drehbuch zu diesem Film wurde ja von ein paar mittelalten Männern verfasst und wir haben da dann vielleicht nicht immer den allergenauesten Blick auf die Befindlichkeiten junger Frauen und darauf, wie die miteinander reden.

Was ist denn eigentlich aktuell möglich zu zeigen in einem amerikanischen Film, der auch noch halbwegs als Familienkomödie durchgehen soll?

Seth Rogen: Also Brüste und Nippel können wir zum Beispiel zeigen. Machen wir aber nicht, weil Brüste nicht witzig sind – männliche Eier dagegen schon.

Chloe Grace Moretz: Es ist Einiges mehr erlaubt an weiblicher Nacktheit als wir zeigen. Unser Film arbeitet aber bewusst dagegen und das finde ich wiederum witzig.

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Filmszene-Redakteur Volker Robrahn beim Interview mit Seth Rogen & Chloe Grace Moretz

Seth Rogen: Ehrlich, ich bin mit Komödien wie „Caddyshack“ oder „Animal House“ (deutsch: „Ich glaub, mich tritt ein Pferd“) aufgewachsen. Und was mich darin immer gestört hat, waren die meiner Meinung nach unpassenden Nacktszenen. Und deshalb verzichten wir in unseren Filmen auf so etwas, wenn wir nicht wirklich einen handfesten Grund dafür haben - einzige Ausnahme ist natürlich mein Oberkörper.

Da scheinst Du immer noch nicht den nötigen Ehrgeiz entwickelt zu haben um etwas mehr Zac Efron zu ähneln.

Seth Rogen: Nein, aber das ist ja auch in keiner Weise ein realistisches Ziel für mich. Ich sehe, wie viel Aufwand und Disziplin er dafür aufbringt damit sein Körper in diesem Zustand ist und ich bewundere das. Aber für mich wäre das kein Leben, dafür mag ich viel zu gerne essen und liege auch gern einfach auf meinem Arsch rum und glotz Fernsehen.

Chloe, Dich hat man schon in diversen Genre-Filmen gesehen, mit Aliens, Vampiren oder Superhelden. Aber diese Art von Komödie ist Neuland für Dich.

Chloe Grace Moretz: Ja, ich bin es überhaupt nicht gewohnt, dass niemand stirbt in einem Film an dem ich mitwirke. Okay, ich habe mal bei „30 Rock“ mitgemacht als ich sehr jung war, aber ja, dies ist jetzt meine erste reine Kino-Komödie und ich würde gern mehr in der Richtung machen, denn ich hatte viel Spaß dabei. Vor allem auch mit Seth und seinen verrückten Kumpeln, das war schön und aufregend. Mal schauen was kommt, aber ich möchte die bisherige Bandbreite auf jeden Fall beibehalten.

Seth Rogen: Und ich möchte gerne mehr von Graces Filmen machen. Ich wäre sehr gerne in der „6. Welle“ dabei gewesen und die Alien-Invasoren besiegen. Aber ich muss hier ja wohl nicht nochmal betonen, dass die Komödie das schwierigste Kunststück überhaupt ist. Die Komödie besitzt alles was auch andere Filme haben, sie bietet aber dazu noch ein spezielles Extra als Bonus: Sie ist witzig! Es ist im Vergleich dazu geradezu eine Erholung, mal einen Film zu drehen in dem man nicht auch noch die ganze Zeit lustig sein muss.

Du hast ja zumindest vor kurzem einen Film gemacht, der dann plötzlich sogar eine große politische Dimension bekommen hat, nämlich „The Interview“, der durchaus mutig war. Wann können wir denn mit einem Film zu Donald Trump, Wladimir Putin oder dem türkischen Präsidenten rechnen?

seth 4Seth Rogen: Also ich würde niemals nie dazu sagen. Aber weißt Du – vielleicht denke ich nächstes Mal doch noch ein zweites Mal darüber nach. Was bei „The Interview“ passiert ist, war jedenfalls eine schöne Lektion darüber, zu was der Film und die Kunst eben doch in der Lage sind. Aber ich hatte natürlich nie damit gerechnet, dass unser Film tatsächlich solche Wellen schlagen könnte. Einerseits natürlich toll, andererseits aber auch frustrierend – denn wir machen Filme natürlich in erster Linie damit sie dann auch gesehen werden. In diesem Fall sind wir dann eher „bemerkt“ worden, von Leuten die sich sonst nie mit unseren Werken beschäftigen würden.

Wie extrem waren denn die Auswirkungen? Wir haben hier in Deutschland aktuell gerade einen Fall in dem ein deutscher Comedian Polizeischutz benötigt.

Seth Rogen: Den hatten wir auch, denn Sony besorgte uns für einige Wochen während der größten Aufregung einen „“Rund um die Uhr“-Polizeischutz.

Chloe Grace Moretz: Wow, das ist schon heftig.

Seth Rogen: Ja, eine heftige Nummer. Aber „heftig“ war auch, dass die dann eines Tages plötzlich verschwunden waren – ohne vorherige Ankündigung. Ich kam aus dem Haus und es war auf einmal keiner mehr da. Dann hab ich James Franco angerufen und gefragt wie es bei ihm aussieht – auch alle weg. Ok, hab ich mir dann gesagt, offensichtlich sind wir also nicht mehr gefährdet.

Dann hoffen wir sehr, dass das wirklich nicht mehr der Fall ist und bedanken uns für das Gespräch.

Volker Robrahn

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