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Filmszene-Special: Interview mit "Deadpool" - Hauptdarsteller Ryan Reynolds

ryan 0Die Hoffnung mit „Green Lantern“ eine neue Superhelden-Franchise zu starten hatte sich nicht erfüllt und auch der erste kurze Auftritt der Figur “Deadpool“ innerhalb der „Wolverine“-Reihe hinterließ noch keinen allzu starken Eindruck. Warum der Söldner mit der großen Klappe für ihn trotzdem die Traumrolle schlechthin darstellt und wie er es geschafft hat einen eigenen Film nach seiner Vorstellung auf den Weg zu bringen, dass erzählte uns Ryan Reynolds bei der Präsentation des Films in Berlin.

 

Filmszene: Ryan, was fasziniert Dich eigentlich so an den Superhelden, dass Du immer wieder zu ihnen zurückkehrst?

Ryan Reynolds: Eigentlich gar nichts so sehr. Es ist mittlerweile einfach nur ein ganz normales Genre unter vielen, auch nicht außergewöhnlicher als in einem Drama oder einer Komödie zu spielen. Mit „Deadpool“ ist es aber in der Tat anders, ich bin schon seit vielen Jahren ein Fan der Figur und hab deshalb lange versucht diesen Film zu machen, auch wenn die Türen dafür lange Zeit verschlossen blieben. Hat also gedauert, aber es hat sich gelohnt und ich bin sehr froh heute hier zu sitzen.

Warum war das denn so schwer und die Tür so lange verschlossen?

Dafür gibt es mehrere Gründe, einer der wichtigsten ist sicherlich, dass das Studio die Figur zunächst nicht verstanden hat. Wir haben da diesen Typen, der zwar eine ähnliche Heilungsfähigkeit besitzt wie Wolverine und sich im X-Men-Universum bewegt, der aber andererseits genau weiß, dass er nur in einem Comic existiert – oder eben in einem Film. Er pfeift ziemlich auf all die Charaktereigenschaften an die wir uns bei Superhelden in den letzten Jahren gewöhnt haben und das ist halt schon ein wenig riskant. Man hat lange gezögert, diesen schrägen Vogel ins offizielle X-Men Film-Universum einzubauen und letztendlich bin auch nicht ich es, der das geschafft hat sondern die Fans mit ihrer Begeisterung und dem Druck, den sie auf das Studio 20th Century Fox ausgeübt haben.

ryan 1Hat auch der Misserfolg von „Green Lantern“ die ganze Sache erschwert?

Das Ergebnis von „Green Lantern“ hat sicherlich nicht dabei geholfen, mich sofort als Hauptdarsteller eines weiteren Superheldenfilms zu besetzen. Andererseits: Währe der Film ein Riesenhit geworden und in Serie gegangen, dann würde ich jetzt wohl auch nicht hier sitzen, weil gar keine Zeit und kein Platz mehr für „Deadpool“ geblieben wäre. So hat letztlich – auf eine etwas merkwürdige Art – auch diese Erfahrung dazu geführt, dass ich nun mein Herzensprojekt realisieren konnte.

Hattest Du denn nach „Green Lantern“ eine Art Verbitterung in Dir oder das Gefühl, dass hier noch etwas unvollendet war und Du das korrigieren wolltest?

Weißt Du, ich denke, dass man den Schauspielern da oft zu viel Bedeutung andichtet. Als Schauspieler bekommst Du oft viel zu viel Respekt dafür, dass ein Film funktioniert und umgekehrt auch gern sehr viel Schuld daran zugeteilt wenn er nicht gut läuft. Es ist aber immer eine Teamarbeit und bei „Green Lantern“ hatten wir durchaus einen guten Regisseur, sehr gute Effektleute und starke Schauspielkollegen – was wir leider nicht hatten war ein Drehbuch. Und wie eigentlich jeder wissen sollte ist es von Vorteil ein gutes Drehbuch zu haben, bevor man anfängt einen Film zu drehen.

Wie vertraut bist Du mit der Comicvorlage und wann wurde Dir klar, zu was für einer Kultfigur sich „Deadpool“ entwickelt hat?

ryan 2Nun, die Figur gibt es schon seit 25 Jahren und irgendwie besonders war sie immer. Aber klar, in den letzten Jahren hat die Popularität noch einmal zugelegt und es war fast schon etwas merkwürdig, dass es dazu lange keinen eigenen Film gab. Ich kenne die Comics eigentlich sehr gut, nur kommen aktuell so viele verschiedene Titel raus, dass ich etwas Mühe habe da hinterherzukommen. Man hat momentan das Gefühl „Deadpool“ sei überall mit dabei – was natürlich prinzipiell eine tolle Sache ist.

War es dabei sehr schwer, den richtigen Ton zu finden, den richtigen Mix aus Comedy und Ernsthaftigkeit?

Ja, das war es. Denn der Ton von „Deadpool“ ist schon sehr, sehr speziell und wohl ziemlich einmalig in der Comicwelt. Ich bin auch in erster Linie deshalb Co-Produzent des Films, weil ich die Marke beschützen wollte, darauf achten musste, dass man korrekt mit ihr umgeht. Der Humor und der Charakter von „Deadpool“ sind wirklich ultra-spezifisch möchte ich sagen, einerseits völlig überzogen, dann aber auch wieder – gerade im Verhältnis zu seiner großen Liebe – sehr geerdet. Ich bin aber schon davon überzeugt, dass wir ihn richtig hinbekommen haben.

Gab es größere Einschränkungen bei dem was Ihr aufgrund des relativ niedrigen Budgets umsetzen konntet?

Eigentlich nicht, da wir ja von vornherein wussten was möglich ist und was nicht und wir hatten dafür dann im gesteckten Rahmen völlige Autonomie. Es war ja auch nicht unsere Absicht ein Spektakel wie bei „Avengers“ oder „Captain America“ zu liefern. Allerdings hatten wir phantastische Special Effects-Leute zur Verfügung, die es hinbekommen haben, dass viele Effekte zehnmal so teuer aussehen wie das was sie tatsächlich gekostet haben.

ryan 3Gerade weil der Film nicht so viel gekostet hat, muss er jetzt auch nicht unbedingt 200 Millionen Dollar einspielen. Ist damit eine Fortsetzung schon so gut wie sicher?

Ja, es ist erstaunlich, wie aus diesem kleinen, nur mit leichten Bedenken überhaupt in Auftrag gegebenen Film ein ziemliches Popkultur-Phänomen geworden ist. Ein Sequel ist also durchaus denkbar, aber darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken, jetzt wollen wir erst mal diesen ersten Film unter die Leute bringen und schauen, wie unser „Baby“ die Welt erobert.

Zum Schluss die Frage: Bist Du eigentlich auch im realen Leben ein echter „Wham!“-Fan oder ist diese Band aus den 80ern nicht doch eher peinlich?

Natürlich bin ich das! Was soll denn bitte an „Wham!“ peinlich sein, die Gruppe ist doch toll!

Volker Robrahn

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