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Filmszene Special: Ein Gespräch mit "Bourne-Vermächtnis" - Hauptdarsteller Jeremy Renner

Mit seinen für einen Oscar nominierten Leistungen in „The Hurt Locker“ und „The Town“ begeisterte er die Kritiker, als Action-Held neben Tom Cruise im letzten „Mission Impossible“ und Mitglied der „Avengers“ machte er sich dieses Jahr einen Namen beim Action-Publikum. Keine Frage, Jeremy Renner ist auf dem Weg in die Oberliga von Hollywood und mit seiner aktuellen Hauptrolle in „Das Bourne-Vermächtnis dort jetzt vielleicht sogar schon angekommen. Denn diesen Blockbuster trägt der gerade mal 1,78 Meter große Schauspieler nun hauptsächlich auf seinen Schultern  und dürfte diese Nagelprobe mit einem Einspielergebnis von über 100 Millionen Dollar allein in den USA auch bestanden haben.  Durch  allzu großes Stargehabe ist Jeremy Renner bisher nicht aufgefallen und auch bei unserem Gespräch zur Vorstellung vom „Bourne-Vermächtnis“ gibt er sich zurückhaltend und bescheiden. Der Regisseur des Films, Tony Gilroy, hatte die Journalisten kurz zuvor sogar noch im Scherz „gewarnt“, dass  sein Hauptdarsteller im Gegensatz zu ihm selbst bei solchen Gesprächen nicht etwa als „Host“ sondern eben als „Gast“ auftrete und man sich schon ein wenig anstrengen müsse, um aus ihm mehr als nur kurze Antworten herauszulocken. Was Gilroy an Renner aber ganz besonders gefällt sei, dass man bei ihm auch auf dem Set nie so recht wisse, was er wohl als nächstes tut. „Es ist jedenfalls nicht immer das was laut Drehbuch vorgegeben ist“ lacht Renner und kann daran nichts Negatives entdecken. „ Ich denke eigentlich nicht, dass ich ein „schwieriger“ Typ für meine Regisseure bin, aber es stimmt schon, ich bringe gerne eigene Ideen ein und versuche kreativ zu sein, denn das hält die Motivation hoch. Kann gut sein, dass ich mich deshalb irgendwann mal als Regisseur versuche“.

 

renner 1Die Frage, ob denn diese Motivation in den Jahren des Theaterspielens und der Mitwirkung in nur von wenigen Zuschauern beachteten Independentfilmen so stark gelitten hätte, dass er vielleicht auch mal ans Aufhören dachte verneint er. „Niemals, nicht für eine Sekunde. Für mich war seit meiner Theaterzeit klar, dass ich Schauspieler sein möchte und ich wäre das auch dann geblieben, wenn ich damit nicht besonders berühmt  geworden wäre. Jetzt ist die Situation natürlich angenehm, da ich nun aus einer Vielzahl von Angeboten die besten auswählen kann und klar, auch die Bezahlung stimmt mittlerweile“.  Dass es Renner aber tatsächlich nicht allein ums Geld geht beweist sein „Nebenjob“ dem er trotz ansehnlicher Hollywood-Gagen immer noch nachgeht. „Ich repariere und renoviere mit meiner kleinen Firma alte Häuser. Das habe ich schon vor einigen Jahren getan und dafür nehme ich mir auch heute immer mal wieder eine Auszeit. Ganz einfach, weil es mir großen Spaß macht und ich mich dann an den Ergebnissen erfreuen kann. Und es hilft dabei, nicht die Bodenhaftung zu verlieren, wenn man den Rest des Jahres um die Welt jettet und in Multimillionendollarproduktionen mitwirkt“.  Nein, wie ein Mann der in Gefahr ist die Bodenhaftung zu verlieren wirkt der Hollywood-Aufsteiger zu keinem Zeitpunkt unseres Gesprächs, bleibt im Gegenteil durchgehend zurückhaltend und freundlich. Daher glaubt man ihm auch, dass ihn der aufkommende Starrummel weder besonders beindruckt, noch andererseits groß stört. „ Ich werde mittlerweile natürlich öfter erkannt und auch mal angesprochen, aber bisher bleibt das doch alles im Rahmen und die Leute sind zu mir genauso höflich wie ich zu ihnen“.

 

Als ich mich auf ein paar Freudinnen berufe, denen beim Namen „Jeremy Renner“ als erster Satz gerne mal einfällt „nicht der klassische Schönling“, aber sehr interessant“  zeigt er sich dann auch fast erwartungsgemäß eher amüsiert als beleidigt. „Ja, heutzutage dürfen auch Typen, die so  aussehen wie ich den Actionhelden geben. Aber ich glaube, dass man dafür nicht wie ein Model mit perfekt sitzender Fönfrisur aussehen muss gilt schon länger, auch einen Daniel Craig hätte man sich wohl früher nicht unbedingt als James Bond vorstellen können. Nein, für mich ist das auf jeden Fall ein Kompliment – ich bin jederzeit viel lieber „interessant“ als schön“.  Ob er sich denn schon mit seinem „Bourne“-Vorgänger Matt Damon unterhalten und ein Feedback eingeholt habe? „Nein, dazu sind wir bisher leider noch nicht gekommen. Aber schon bevor der Film fertig war, habe ich mit Matt gesprochen und uns beiden gefiel die Idee vielleicht irgendwann auch noch einen gemeinsamen „Bourne“-Film zu machen recht gut. Storytechnisch ist das ja durchaus möglich, aber ich habe keine Ahnung wie realistisch es wirklich ist. Aber hey, als ich zuerst von einem „Bourne“-Film ohne Jason Bourne hörte, dachte ich auch das sei doch völlig verrückt.  Und trotzdem haben wir was Brauchbares aus dieser Idee gemacht“.

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Filmszene-Redakteur Volker Robrahn mit Jeremy Renner

 

 

  Wesentlich konkreter sind dagegen zwei andere Projekte, in denen wir  Renner  schon bald wiedersehen werden. „Der zweite „Avengers“-Film ist eine ausgemachte Sache und ich werde auch wieder als „Hawkeye“ zurückkehren. Ich hoffe, die Autoren lassen sich für meine Figur wieder einen interessanten Handlungsbogen einfallen“. Und dann kommt er uns in wenigen Monaten ja sogar noch als „Hänsel“ – genau, das ist der Junge aus dem alten deutschen Märchen, der einst mit seiner Schwester Gretel die böse Hexe in den Ofen schubste. „Mittlerweile sind die beiden Geschwister erwachsen und kommen von der Sache einfach nicht mehr los – deshalb haben sie die Hexenjagd zu ihrem Beruf gemacht und  sind nun mit entsprechender technischer Ausstattung auf der ganzen Welt hinter diesen Gestalten her.  Der Film ist bereits abgedreht und nein, das ist keine Komödie, denn Hänsel und Gretel sind immer noch ziemlich wütend“. Nun, wenn das ein Jeremy Renner sagt, sollte man es wohl glauben – denn der Mann macht eher  wenig Witze und nimmt seinen Job ziemlich ernst.

 

Volker Robrahn

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