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Zimt und Koriander

Zimt und Koriander
drama , türkei/griechenland 2003
original
politiki kouzina
regie
tassos boulmetis
drehbuch
tassos boulmetis
cast
george corraface,
ieroklis michailidis,
renia louizidou,
stelios mainas, u.a.
spielzeit
108 Minuten
kinostart
28. April 2005
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Griechische Filme finden selten ihren Weg in deutsche Kinos. Wenn es dennoch geschieht und es sich zudem noch um eine griechisch-türkische Koproduktion handelt, ist das tatsächlich bemerkenswert. "Zimt und Koriander", entstanden in Athen und Istanbul, war in Griechenland nicht nur die erfolgreichste Eigenproduktion aller Zeiten, sondern wurde zudem mit zahlreichen Preisen bedacht. Mit zweijähriger Verzögerung kommt der Film nun auch hierzulande auf die Leinwand.

Wie der Titel schon andeutet, spielen Essen und Gewürze in "Zimt und Koriander" eine wichtige Rolle. Selbst der Aufbau des Films gleicht einem exquisiten Mahl: Den Anfang machen die Vorbereitungen, es folgen das Menü mit der Vorspeise, dem Hauptgericht und dem Nachtisch. Kochen ist seit jeher die große Leidenschaft des vierzigjährigen Fanis (George Corraface). Mittlerweile angesehener Professor für Astrophysik, verbrachte er seine Kindheit in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, wo er die meiste Zeit im Gewürzladen seines Großvaters saß und von diesem alles Wichtige über das Leben lernte. So erfuhr er, dass es im Leben, ebenso wie beim Essen, ab und zu eines besonderen Geschmacks und der entsprechenden Schärfe bedarf. Die Freundschaft mit dem Mädchen Saime besiegelte diese herrliche Zeit.
Doch das Leben hatte anderes mit Fanis vor: Die türkischen Behörden verweisen eines Tages alle Griechen des Landes und der Junge muss mit seinem griechischen Vater und der Mutter schweren Herzens die geliebte Heimat verlassen. Großvater Vassilis (Tassos Bandis) bleibt zurück, verspricht aber Jahr für Jahr wieder seinen Besuch. Aber dazu kommt es nie. Mittlerweile ist der Junge schon lange erwachsen und ein weiteres Mal kündigt sich der Großvater an. Doch wieder kommt etwas dazwischen. Vassilis ist ins Koma gefallen und der Enkel beschließt zum ersten Mal nach so langen Jahren an den Ort zu reisen, den er nie vergessen hat. Fanis begibt sich auf eine melancholische Reise in das heutige Istanbul und der Zuschauer ahnt schnell, dass diese Reise viele Erinnerungen wecken wird.

Mit seiner Rückkehr überschreitet Fanis die Grenzlinie zur Vergangenheit und macht seine gespaltene Identität sichtbar. Die Geschichte seiner Familie steht für die Traurigkeit und Enttäuschung all jener Griechischstämmigen, die von der türkischen Regierung gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen. Eine neue Heimat in Griechenland zu finden war denn auch nicht gerade leicht, denn auch hier gehörten die Menschen aus Konstantinopel nicht wirklich dazu. Die Bewahrung der eigenen Kultur, unter anderem das Zubereiten traditioneller Speisen, wurde zu einer wichtigen Aufgabe. Der Film zeigt die Tragik der Situation, ohne eine urteilende Position einzunehmen oder Klischees abzuarbeiten. Und dabei darf durchaus gelacht werden. So sind die traditionellen Familienessen gespickt mit bizarren Kleinigkeiten, wie dem Versuch von Fanis, der jungen Braut des Onkels das Kochen beizubringen, wobei sich die junge Frau als unbelehrbar und damit als nicht heiratsfähig erweist. Und dann ist da ja noch Saime, seine Liebe aus Kindertagen....
Die Geschichte trägt autobiographische Züge, denn Regisseur und Drehbuchautor Boulmetis greift auf eigene Erfahrungen zurück. Geboren in Istanbul/Konstantinopel, wurde seine Familie in den sechziger Jahren gezwungen nach Griechenland auszuwandern. Trotz dieses ernsten und sehr persönlichen Hintergrunds gerät sein Film aber niemals in zu tiefes Fahrwasser, sondern bleibt stets ein positiver, wenn auch leicht zu durchschauender Wegbegleiter. Ein warmherziger, aber auch stellenweise langatmiger Film, der seine Zuschauer zu einer beschaulichen und kulinarischen Reise einlädt und sie später mit einer melancholischen Stimmung wieder in ihre eigene Welt entlässt.
"Zimt und Koriander" erzählt vom Verlust und der Erinnerung an Heimat, der Bedeutung von Freundschaft und - natürlich - von der Liebe. Auch wenn der Film verschiedene Zeitebenen verknüpft, ist der Handlungsverlauf übersichtlich und die Geschichte liegt nicht allzu schwer im Magen. Das kann man positiv oder negativ sehen, für Freunde der filmischen Unterhaltung im Stile von "Brot und Tulpen" ist der Film genau richtig geraten. Die Zutaten reichen von einer bunten Mischung unterschiedlicher Gefühle wie Traurigkeit, Freude und Einsamkeit, bis zu einer ordentlichen Portion Humor und einer Messerspitze Skurrilität. Alles jedoch in Maßen. Wie ein leicht bekömmliches Gericht. Ein gelassener und langsamer Film, der verzaubern kann, wenn man sich verzaubern lassen möchte.

Beatrice Wallis

der film ist hammer die bewertung passt nicht mal
der film ist besser !!!

man kann fiel von lernen, ueber die kultur und die mentalitaet !!!

das ist einer der besten filme die ich gesehen habe !!!

10

Habe zwar erst später eingeschaltet, aber das was ich gesehen habe, hat mich echt von den Socken gerissen. Finde dass sich die griechische und türkische Künstler gemeinsam tüchtig ins Zeug gelegt haben um die gemeinsame Geschichte zu verarbeiten. Wäre halt klasse, wenn auch die Politiker endlich mal umdenken würden und mehr auf die Diplomatieschiene setzen würden. Klar ist der Film keine Komädie, aber als Tragikkomödie könnte man den schon bezeichnen. Müß mir den Film unbedingt besorgen und nochmal vollständig anschauen.

10

Dieser Film hat mich bezaubert !

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