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Zathura - Ein Abenteuer im Weltraum

Zathura - Ein Abenteuer im Weltraum
scifi-abenteuer , usa 2005
original
zathura
regie
jon favreau
drehbuch
david koepp, chris van allsburg, john kamps
cast
josh hutcherson,
kristen stewart,
tim robbins,
jonah bobo,
dax shepard, u.a.
spielzeit
113 Minuten
kinostart
2. Februar 2006
homepage
http://www.zathura-derfilm.de
bewertung

9 von 10 Augen

 

Soso, denkt man, die Grundidee "Kinder finden Spiel, spielen Spiel, aber oh, es wird alles real und verwüstet ihr Haus" ist doch ein alter Hut. Richtig, bei "Zathura" handelt es sich um ein weiteres Buch des Kinderbuchautoren Chris van Allsburg ("Jumanji", "Polar Express"). Da ist folgerichtig der nächste Gedanke, dass Hollywood hier mal wieder eine altbewährte Idee aufbrüht, um sie den Massen noch mal zum Fraß vorzuwerfen. Doch weit gefehlt: "Zathura" ist kein langweiliges Sequel, sondern sogar weit besser als das Original. In diesem Feuerwerk aus Effekten, Sound, Spannung und flotten Dialogen wird man auf eine Reise mitgenommen, gegen welche die wilden Tiere aus "Jumanji" wie ein Streichelzoo wirken.

Die beiden Brüder Walter und Danny sind enttäuscht. Wieder einmal muss Papa (Tim Robbins, "Krieg der Welten", "Arlington Road") arbeiten und lässt sie einfach von der geschiedenen Mutter abholen. Doch bevor diese auftaucht, entdeckt Danny ein Spiel namens Zathura im Keller des alten Hauses seines Vaters. Er beginnt zu spielen und schwuppdiwupp finden sich die Brüder mit dem gesamten Haus in den großen Weiten des Universums wieder. Dort müssen sie nicht nur ihre tiefgefrorene Teenage-Schwester Lisa (Kristen Stewart, "Panic Room") retten, sondern treffen auf einen Astronauten (Dax Shepard), einen wild gewordenen Roboter und auf außerirdische Monster, die Zorgonen.

"Zathura" sprüht vor Ideen, aber besticht auch mit einer guten Story und präzisen Dialogen. Allerdings wird es in diesem "Kinderfilm" höchstwahrscheinlich Kleinkinder-Kreischattacken geben (derzeitig ist FSK 6 beantragt, doch sind hier Sechsjährige vielleicht doch etwas verängstigt), und bei solcher Spannung und solchen Bedrohungen werden wohl nicht nur Kinder aufgeregt auf ihrem Kinosessel hin und her rutschen. Der Regisseur Jon Favreau ("Buddy, der Weihnachts-Elf", "Daredevil") setzte in "Zathura" Computeranimation gezielt nur dann ein, wenn die Effekte nicht real umzusetzen waren, und das hat sich ausgezahlt. Denn die real gefilmten Feuer, Monster (Puppen) und wackelnden Gegenstände lassen die Schauspieler umso besser damit interagieren. Die digitalen Effekte an sich sind ausgezeichnet und fügen sich gut in die Handlung ein, ohne sinnlos hineingestopft zu wirken wie bei manch anderen Filmen.
Die Kamera erlaubt sich auch einige Spielereien wie z. B. Einstellungen wie aus Western-Duellen und Bilder der Zorgonen, die eher an "Alien" erinnern, doch diese Anspielungen sind nicht billige Effekte, die das Publikum von einer seichten Story ablenken sollen (siehe die hohlen Zitat-Orgien "Große Haie, kleine Fische" und "Himmel und Huhn"), sondern fügen sich wie schon die Computeranimationen perfekt in das Gesamtgefüge ein.
Besonders herrlich für die Coen-Brüder-Fans unter den erwachsenen Zuschauern sind die Anspielungen auf "The Big Lebowski", die einem zuerst gar nicht auffallen. Die Brüder heißen Walter und Danny (statt Donnie), wobei Danny eher schmächtig und planlos ist, während Walter zu Wutanfällen neigt und eine bestimmte Sache gar nicht ausstehen kann: Schummeln. Im englischen Original reden sich die drei (Walter, Danny und der Astronaut) dazu noch dauernd mit "Dude" an.
Ebenso köstlich ist eine Streitszene zwischen den Brüdern, bei der sie sich genau die gleichen Argumente an den Kopf werfen, die man in jedem Ehekrach von beiden Parteien hört. Das Schöne: Der Krach passt zu den kindlichen Charakteren und macht den Erwachsenen trotzdem Spaß.

Aber wie steht es eigentlich mit den Kindern, für die dieser Familienfilm ja grundsätzlich gedacht ist? Bis auf die oben genannten möglichen Kleinkinder-Kreischattacken werden sie mit großen Augen aus dem Film kommen und sagen "Können wir noch mal rein?". Und auch Papa wird die Mama wahrscheinlich mit bettelndem Hundeblick angucken. Wie war das noch mal: Wir dachten zuerst, dies sei eine alte aufgewärmte Geschichte? Man sollte dem ersten Eindruck wohl wirklich nicht vertrauen...

Margarete Prowe

2

Ich werd verrückt, neun Augen für so 'nen Mumpitz. Das ist doch nicht ernst gemeint, oder?
Die Effekte sind zwar toll, aber die Story ist total Banane und von den Kinder-Darstellern ist der ältere total fehlbesetzt, der hat so viel schauspielerische Qualität wie Till Schweiger.

Die Brüder befinden sich samt ihrem Haus auf einmal im Weltraum, doch anstatt wie normale Kinder völlig schockiert darüber zu sein, zucken die beiden nur kurz mit der Schulter, als wäre so was völlig normal. Hier wird sowieso alles einfach mal so hingenommen, man wundert sich über gar nichts.
Dass die beiden im Weltraum atmen können, Strom haben, durch eine geheime Gravitation am Boden festhaften, obwohl ihre Spucke es nicht tut, ist auch normal. Ist eben so.
Aber dass sie den Astronauten nicht fragen, wo er herkommt und was das Spiel zu bedeuten hat, nein, das fragen sie ihn nicht. Dieses alles-hinnehmen nervt so sehr, dass es fast weh tut.
Oh, ein großer Roboter jagt mich, wie schrecklich. Ist eben so.
Und dann dieses "Raumschiff" der Space-Echsen, dessen Inneres aussieht wie ne alte Ofenkammer, in welcher sie wirklich Sachen verbrennen (wozu, fliegen sie mit Dampf?),
und dass diese Echsen sich lebende Ziegen mit vier Augen (hahaha-lustig?) halten und trotz Trilliarden von Kampfschiffen das Häuschen nicht kaputtschießen können, das ist alles richtig dumm,
oder die erzwungenen Lacher, die eher Mitleid erregen,
oder und ganz besonders der Umgang der Geschwister untereinander: die hassen sich und streiten (soll das lustig sein?), was total nervt, und die faule Schwester, die bei jedem Kerl scharf wird (alles tolle Vorbilder für die kindlichen Zuschauer),
oder die völlig schwachsinnig unlogische Identität des Astronauten lassen nur ein Fazit zu:
Dieser Film ist schrott, hat keine Seele, keine Logik, nervt, ist ein Hollywood-Fertigprodukt, einmal gesehen und sofort wieder vergessen, die Filmszene-Kritik ist so was von falsch, "Jumanji" war vieeeeeeeel besser.

1

Neun von zehn Augen für diesen Film? Einen besseren Gag hat der ganze Film nicht zu bieten. Hört doch auf! Wie konnte ich mich als ehemaliges linkes Gewissen von Hollywood nur für diesen Scheiß hergeben? Auch Susan war richtig sauer.

1

Was soll ich sagen, Liebling? Ich habe bei Speed Racer mitgespielt. Unsere großen Zeiten sind vorbei.

Lahmer Aufguss einer aus

3

Lahmer Aufguss einer aus "Jumanji" bekannten Story mit einem etwas gelangweilt wirkenden Tim Robbins in einer Nebenrolle.

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