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Year One

Year One
komödie , usa 2009
original
year one
regie
harold ramis
drehbuch
harold ramis, gene stupnitsky, lee eisenberg
cast
jack black,
michael cera,
oliver platt,
david cross, u.a.
spielzeit
97 Minuten
kinostart
27. August 2009
homepage
http://www.yearone-derfilm.de
bewertung

3 von 10 Augen

 

 Es gab Zeiten, da galt eine Produktion aus dem Hause Apatow als sicherer Hit. "Jungfrau (40), männlich, sucht ...", "Beim ersten Mal" und "Superbad" revolutionierten das Komödien-Genre sicherlich nicht, setzten mit ihrem respektlosen Stil und ihren liebevoll gezeichneten Nerd-Helden aber frische Akzente. Allzu viel nachgekommen ist seitdem nicht: Nur die Wenigsten würden wohl "Walk Hard", "Leg dich nicht mit Zohan an", "Nie wieder Sex mit der Ex" oder "Ananas Express" als herausragende Filme bezeichnen. Mit der Steinzeit-Klamotte "Year One" ist der Tiefpunkt des Apatow'schen Schaffens nun erreicht.

So richtig aufregend war es ja nicht, das Leben vor vielen tausend Jahren. War man ein harter Kerl oder ein unfähiger Fettsack wie Zed (Jack Black), ging man auf die Jagd, war man ein Weib oder ein jungfräuliches Weichei wie Oh (Michael Cera, "Juno"), so sammelte man Früchte. Die restliche Zeit verbrachte man mit Schlafen, langweiligem Am-Feuer-Herumsitzen und unbeholfenen Anbagger-Versuchen. "Das kann doch nicht alles sein!", dachte sich zumindest Zed, und aß einen Apfel vom Baum der Erkenntnis. Die einzige Erkenntnis, die ihm allerdings beschieden sein sollte, war jene, dass Sündenfall mit Vertreibung aus dem Paradies, also dem Stamm, bestraft wird. Auch Oh, infolge eines (mehr als vorhersehbaren) Missgeschicks nun obdachlos, schloss sich ihm an. Und so zogen sie durch die Lande, trafen auf den Ur-Vater Abraham und dessen schon bald beschnittenen Sohn Isaak, wurden Zeuge der Ermordung des Abel durch den Kain und landeten schließlich im Sündenpfuhl schlechthin - Sodom - wo ihr Abenteuer seinem Höhepunkt entgegen steuern sollte.

Dass diese wilde Mixtur aus Menschheits- und Religionsgeschichte, die es weder mit historischen Fakten noch mit der Bibel allzu genau nimmt, mal so etwas wie Potential besessen hat, lässt sich kaum bestreiten. Harold "Dr. Egon Spengler" Ramis verfügt mit "...und täglich grüßt das Murmeltier" über einen Eintrag in seiner Vita, ohne den die Weihnachtszeit nur halb so schön wäre. Seine untrennbaren Co-Autoren Gene Stupnitsky und Lee Eisenberg haben sich als Schreiber der amerikanischen "Stromberg"-Variante "The Office" einen Namen gemacht. Jack Black und Michael Cera verfügen zweifellos über komödiantisches Talent. Und über Judd Apatow, der hier als Produzent die Fäden zieht, haben wir bereits ein paar Worte verloren. Nimmt man das alles zusammen, erscheint es umso unverständlicher, wie "Year One" nur so in die Hose gehen konnte.
Relativ modern denkende und handelnde Figuren in ein Steinzeit-Szenario zu stoßen und sie sich dort ordentlich austoben zu lassen, ist an sich keine schlechte Idee. Damit das funktionieren kann, benötigt es aber entweder einen cleveren Plot - schauen wir mal... nein, leider nicht - oder eine gehörige Portion Witz. Und das ist das Hauptproblem an "Year One": An Witz mangelt es hier erheblich. Hochnotpeinliche Momente, wie sie etwa in jedem beliebigen Machwerk der Herren Friedberg und Seltzer ("Meine Frau, die Spartaner und ich") auf das bemitleidenswerte Publikum abgefeuert werden, stehen zwar nicht auf dem Tagesplan, doch selbst zu einem müden Grinsen verzieht sich das Gesicht nur in seltenen Ausnahmefällen. Von tränenreichem, nahezu gesundheitsgefährdendem Gelächter à la "Hangover" oder "Brüno" mal ganz zu schweigen.
Worüber sollte man auch lachen? Über die selten so unpassend wirkenden Grimassen von Jack Black? Oder über Gags, die bis zum Erbrechen überstrapaziert und dann auch noch tot geredet werden (der Brudermord)? Und selbst wenn man sich mal beim Schmunzeln erwischt, sorgt Ramis kurze Zeit später mit seiner Inszenierung wieder für Ernüchterung. Oh bricht beispielsweise im Off einer Statue ihr bestes Stück ab und bittet um Verzeihung - ein für "Year One"-Verhältnisse sehr subtiler Gag. Doch kurze Zeit später wird Oh dann eben doch mit dem Teil in der Hand von der Kamera eingefangen, so dass es auch der letzte im Kinosaal versteht. Der "Humor" beschränkt sich leider allzu oft auf platte, vorhersehbare Kalauer, witzlose Slapstick-Albernheiten und Anspielungen auf Welthistorie und Religion, die aber über das bloße Nennen von Fakten und Namen und deren Darstellung in einem anderen als den bekannten Zusammenhang nicht hinaus gehen. Einige wenige Momente subtileren Humors, in denen man nicht mit gezogener Waffe zum Lachen aufgefordert wird, sind wie gesagt vorhanden - aber klar in der Unterzahl. Das extrem kitschige Happy End geht einem zudem nachhaltig auf den Geist. Und wenn selbst die Outtakes im Abspann ziemlich lahm daherkommen, ist das so etwas wie ein Todesurteil.

Dass "Year One" als Film an sich versagt, ist die eine Sache. Dass er die Karrieren seiner Darsteller gefährdet - woran sie natürlich auch selbst mit schuld sind - eine andere. Von Jack Black weiß man ja seit Ur-Zeiten, dass er im Prinzip nur sich selbst spielen kann. Leichte Ausnahmen ("King Kong", "Abgedreht") bestätigen die Regel. Nun rückt allerdings auch Jung-Darsteller Michael Cera einer Schubladen-Einordnung bedrohlich nahe. Im gelungenen "Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht" ließ es sich gerade noch verkraften, dass Cera erneut ein sympathisches, süßes Sensibelchen spielte, wie auch zuvor schon in "Superbad" und "Juno". Mittlerweile drängt sich allerdings der Verdacht auf, dass er es einfach nicht anders kann. In "Year One" kommt er kaum über eine Standard-Mimik hinaus, und wenn doch, dann wirkt es reichlich unglaubwürdig. Natürlich dürften sich eingehende Rollen-Angebote bei ihm meist auf Charaktere dieser Art beschränken, doch täte ein Image-Wechsel jetzt wirklich Not. Ähnliches gilt - wenn auch (noch) in geringerem Maße - für Christopher Mintz-Plasse. Sein Isaak ist - sowohl mit als auch ohne Vorhaut - ähnlich freakig angelegt wie einst "McLovin" aus "Superbad".
Den besten Eindruck hinterlassen am Ehesten die Produktions- und Kostümdesigner, die aus dem sündigen Sodom einen zumindest optisch ansprechenden Ort gezaubert haben. Zuvor wirkt "Year One" allerdings so, als hätte man lediglich zwei Männern alte Klamotten übergezogen und sie in eine steinzeitliche Kulisse geworfen - der Illusion, in die Vorgeschichte gereist zu sein, erliegt man nie. Sicherlich auch dank des Mienenspiels von Black und Cera.

Ob das Autoren- und Darsteller-Imperium des Judd Apatow wirklich in einer Krise steckt, zeigt sich vielleicht schon in Kürze. Die Tragikomödie "Wie das Leben so spielt", die von einem Komiker erzählt, der nur noch ein Jahr zu leben hat, ist nach der "Jungfrau" und dem "ersten Mal" erst der dritte Film, der von Apatow selbst inszeniert wurde. Die ersten Stimmen aus den USA machen Hoffnung auf (deutliche) Besserung. Bis dahin gilt es, dem in vielen Belangen enttäuschenden "Year One" aus dem Weg zu gehen. Es sei denn, man wollte schon immer mal sehen, wie Jack Black Scheiße frisst oder sich Michael Cera ins eigene Gesicht pinkelt.

René Loch

1

Hab mich hier in den U.S.A. einiger Freunde wegen durch den Film gequält. Ehrlichgesagt ist der deutsche Trailer schon um 1000% witziger als der Film den ich durchleiden musste -
Bin eigentlich ein grosser Fan von Jack Black, aber diesmal wars leider ein kompletter Misgriff!
Unwitzig, der Rhythmus stimmt an keiner Stelle, furchtbare Dialoge (also kein guter Trash oder gut-schrecklicher Trash sondern schlecht-schlechter Müll).
Außerdem wird mal wieder nach der Jungfrau ausschau gehalten und die schwule Sau landet im Feuerofen, wie sich das wohl irgendwann mal im Mittelalter oderso gehört hat.
Dass Jack Black Scheisse isst und Michael Cera sich ins Gesicht pinkelt - beide Male im Grund ohne weitergehende Einbettung in soetwas wie "Witz" - wurde ja als Beispiel schon erwähnt - sonst gibt es über diesen unausgegorenen Film auch nicht viel zu berichten.
Was will der Film denn nun sein? In erster Linie langweilig und stressig.
War das Eintrittsgeld und die Zeit definitiv nicht wert - aber vielleicht hatte das alles ja den Sinn dass ich jetzt Leute davor warnen kann.
Kann sogar sein dass der Film in der deutschen Syncro besser ist - auf Englisch war er jedenfalls grandios unlustig.
Wer ihn trotzdem sehen will sollte vielleicht auf die DVD warten - der Film bietet obendrein auch nichts für was sich eine grosse Leinwand lohnen würde.

Habe es leider nicht geschafft den Film zuende zu sehen.
Fand ihn Sinnfrei und nicht witzig.

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