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Wimbledon - Spiel, Satz und ... Liebe

Wimbledon - Spiel, Satz und ... Liebe
romantische komödie , großbritannien 2004
original
wimbledon
regie
richard loncraine
drehbuch
adam brooks, jennifer flackett
cast
paul bettany,
kirsten dunst,
sam neill,
jon favreau, u.a.
spielzeit
98 Minuten
kinostart
24. März 2005
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

 

Es ist ein Mythos und dort zu gewinnen wohl Traum eines jeden, der jemals einen Tennisschläger angefasst hat: Es ist der Hauch von Tennisgeschichte, der über dem Heiligen Rasen von Wimbledon liegt, der dieses Turnier über alle anderen am Tennishimmel erhebt. Wimbledon ist einmalig, weil es aus einer über 100 Jahre alten Tradition schöpfen kann, weil sich hier seit Jahrzehnten vom Centre Court bis zur Umkleidekabine nichts verändert hat und weil man hier zumindest die Illusion haben darf, dass sich die Spieler geehrt fühlen, an diesem renommierten Ereignis teilhaben zu dürfen.
Idealer Schauplatz also für eine große Geschichte über Erfolg, Ruhm und natürlich die Liebe, dachten sich die Produzenten von "Vier Hochzeiten und ein Todesfall", "Notting Hill" und "Bridget Jones", wohl wissend, dass Filme zum Thema Tennis meist ein äußerst schwieriges Unterfangen darstellen und in Hollywood daher lieber gemieden werden. Dies liegt zum einen an der Dramaturgie eines Tennis-Matches, die sich - im Gegensatz zu der eines Baseball- oder Eishockeyspiels, bei denen man filmisch mit Leichtigkeit einen alles entscheidenden Moment heraufbeschwören kann - der effektiven Darstellung auf der Leinwand entzieht. Im Tennis gewinnt auf Dauer einfach derjenige, der weniger Fehler macht, was auf der Leinwand verständlicherweise nicht spannend umsetzbar ist. Das Hauptproblem allerdings ist noch viel simpler: Es lassen sich einfach kaum Schauspieler finden, die einen Tennisprofi in Aktion glaubhaft darstellen können, was dann schließlich dazu führt, dass schon eine einfache Vor- bzw. Rückhand zur unfreiwilligen Lachnummer gerät - vom Aufschlag wollen wir hier gar nicht erst anfangen. Unter diesem Problem leidet leider auch "Wimbledon", aber dazu später mehr.

"Wimbledon" gehört zu den Filmen, bei denen man das Plakat betrachtet und den Plot in seinen wesentlichen Zügen bereits von Anfang bis Ende zu kennen scheint. Um es vorweg zu nehmen, große Überraschungen gibt es wirklich keine, aber zum einen ist das bei fast jeder romantischen Komödie so und zum anderen muss das einem amüsanten Kinoabend ja nicht zwangsläufig im Wege stehen. Die Handlung lässt sich deshalb grob in einem Satz zusammenfassen: Peter Colt (Paul Bettany), ehemaliger Top-Spieler kurz vor dem Karriere-Ende, verliebt sich in seine junge Kollegin Lizzie Bradbury (Kirsten Dunst), schöpft so neue Kraft und steht schließlich vor dem größten Triumph seiner Karriere, nämlich dem Sieg beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt.
Das ganze klingt natürlich extremst nach dem Prädikat "Formelware" und den Vorwurf muss sich "Wimbledon" auch ganz offen gefallen lassen. Selbst die Nebenrollen entsprechen dem üblichen Schema, das reicht von Lizzies ehrgeizigem Tennisvater (Sam Neill) bis zu Peters wettfreudigem Bruder, der, im Grunde nur als Gaglieferant entworfen, seinen Zweck dann aber schließlich auch auf äußerst amüsante Weise erfüllt, womit wir auch schon beim großen Pluspunkt des Films angelangt wären: "Wimbledon" schaut zwar nicht über den üblichen Komödien-Tellerrand hinaus, innerhalb seiner eigenen Grenzen bewegt er sich aber durchaus auf geschickte Art und Weise. Neben Peters unterhaltsamen Bruder sorgen auch seine zerstrittenen Eltern immer wieder für den einen oder anderen lustigen Augenblick, so dass einem bei aller Voraussehbarkeit der Ereignisse zu keiner Zeit wirklich langweilig wird.
Licht und Schatten schien im Übrigen auch bei der Wahl der Schauspieler vorzuherrschen. Kann man einerseits bei der Besetzung von Kirsten Dunst als weiblicher Tennisstar nur ungläubig mit dem Kopf schütteln, ist mit Paul Bettany als Peter Colt wirklich ein absoluter Glücksgriff gelungen. Bettany ist momentan tatsächlich dabei, sich langsam aber sicher in der oberen Schauspielerriege Hollywoods zu etablieren. Nach seinen beiden grandiosen Auftritten neben Russell Crowe in "A Beautiful mind" und "Master and Commander", beweist er nun sein Talent im Komödienfach und wer "Ritter aus Leidenschaft" in der Originalversion gesehen hat, den wird sein Gespür für feinen Humor ohnehin nicht mehr überraschen.

Als Film mit dem Namen "Wimbledon" muss sich diese romantische Komödie allerdings nicht nur als solche, sondern auch als Sportfilm messen lassen, und hier wird "Wimbledon" nicht annähernd seinen selbst auferlegten Ansprüchen gerecht. Zu keiner Zeit erfährt der Zuschauer auch nur das Geringste über den Mythos von Wimbledon, das Ganze könnte im Grunde genauso gut auch in New York spielen. Hier hat man eindeutig eine große Chance verpasst, dem Film ein wenig mehr Zauber zu verleihen. Auch der Realitätsanspruch bleibt deutlich auf der Strecke, Tennisspieler feiern hier gerne mal eine Nacht vor dem wichtigsten Match ihrer Karriere durch und was die Tennisszenen an sich betrifft, auch diese können hier leider erneut nicht überzeugen. Gefilmt wurde offensichtlich mit Trockenbewegungen, der fliegende Ball erst später per Computer eingefügt, was dann im Endeffekt einen äußerst künstlichen Look ergibt und in seiner Gesamtheit eher an ein Sega-Spiel erinnert als an ein packendes Tennis-Match. Da erzeugt wirklich die x-te Wiederholung von Becker gegen Edberg mehr Gänsehautfeeling als Colts Durchmarsch ins Finale. Lediglich Bettany ist es zu verdanken, dass man immer noch mit dem Herzen bei den Matches dabei ist, obwohl man ganz ehrlich zugeben muss, dass auch seine eigenen Fähigkeiten als Tennisspieler eher begrenzt sind, sein Bemühen ist dennoch deutlich zu spüren.

Als Fazit bleibt also ein äußerst durchwachsener Film, der, nach sorgfältigem Abwiegen der Pro und Contras schließlich doch einen äußerst knappen Sieg für sich verbuchen kann. Der Erzählrhythmus ist meist flüssig und Langeweile kommt auch zu keiner Zeit auf. "Wimbledon" ist im Grunde genau das, was er sein wollte, nichts Neues, nichts Besonderes, einfach grundsolides Entertainment, oder um es noch einmal in der Tennissprache zu sagen: "Nach hart umkämpften Match ein denkbar knapper Erfolg in fünf Sätzen."

Johannes Miesen

9

Also ich fand den Film einfach super! Und das nicht nur für Tennisspieler/fans!! ;-D

10

Also ich fand den Film einfach super - romantisch, lustig und Gott sei Dank mit einem Happy End.

10

der film wimbledon ist einfach perfekt!Etwas zum träumen,aber auch spannend.ich versteh wirklich nichts vom tennis,trotzdem war der film für mich ein echtes highlight!!!tolle schauspieler die super zusammen aussahen!auf jeden fall ein echt klasse film der 10 augen verdient hat!

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