Ein ziemlich anspruchsvolles Projekt hat sich Connie Walther für ihr Spielfilmdebüt ausgesucht, denn die absolut korrekte Genre-Einordnung für "Wie Feuer und Flamme" lautet ungefähr (und
seine Kumpels bei einer typischen Tätigkeit. |
jetzt tief Luft holen) Polit-Punk-Teenie-Ost-West-Love-Story.
Das ist eine Menge Stoff für einen Film, und wenig überraschend
auch der Grund für das relative Scheitern des Streifens. Unentschlossen
pendelt Walther zwischen aussagekräftigem Realismus und zielgruppenfreundlicher
Verklärtheit und erreicht so letztlich alle ein bißchen, aber
niemand so richtig.
Das Drehbuch zu "Wie Feuer und Flamme" stammt aus der Feder
von Natja Brunckhorst, den etwas Älteren unter uns noch bekannt
als Titelfigur aus "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof
Zoo", einer der ganz wenigen halbwegs relevanten deutschen
Filme aus den 80ern. Gemeinsam haben die beiden Filme sowohl
den groben Handlungsort als auch die Zeit, das war's aber
auch schon: Wir schreiben das Jahr 1982. Die 17jährige West-Berlinerin
Nele reist zur Beerdigung ihrer Großmutter erstmals in den
Ostteil der Stadt und macht zufällig die Bekanntschaft des
Punks Captain und seiner Gang. Typisch
schmuggelt Captain's Bänder über die Grenze |
Teenie gleich Hals über Kopf in den süßen Typen verknallt,
kommt Nele eine Woche später zu einem Konzert von Captain's
Punkrock-Combo zurück, wo die aufgeheizten Jugendlichen einem
ZDF-Reporter die Kamera zerstören in der Annahme, er sei von
der Stasi. Spontan drehen Captain und Kollegen eigenes Bildmaterial,
das Nele in den Westen schmuggeln soll. Und schon stehen die
beiden Frischverliebten im Mittelpunkt sowohl politischer
als auch emotionaler Problemstürme. Denn während die Staatsmacht
gegen die aufmüpfige Untergrundszene mobil macht, müssen Nele
und Captain einige Mauern überwinden: Die physische in der
Mitte Berlins, und die psychische in ihren Köpfen.
Da werden eine ganze Menge Themen gleichzeitig angefaßt, und
die wollen auch alle gleichwertig berücksichtigt werden: Portrait
der Punk-Szene in der DDR, das konfliktreiche
schickt Captain (Antonio Wannek) ohne Hose zurück auf die Straße. |
Leben als Jugendlicher unter der Fuchtel der Stasi, Teenagerliebe
an sich und dann auch noch über schier unüberwindbare Grenzen
hinweg. Als wollten sie jeglichen Vorwurf der Substanzlosigkeit
von sich weisen, stopfen Walther und Brunckhorst soviel Material
in ihren Film, daß der nichts davon wirklich zerkauen kann
und daran zu ersticken droht. Einzige Lösung: Das Ganze bröckchenweise
wieder ausspucken. So bleiben viele der angeknabberten Konflikte
unverdaut auf halber Strecke liegen. Die Auseinandersetzung
mit dem Elternhaus findet auf der Ostseite nur sporadisch,
auf der Westseite gar nicht mehr statt, angebliche Eifersucht
und/oder Mißtrauen der jeweiligen Freundeskreise bleibt filmisch
unbestätigt auf dem Papier stehen.
Mit zunehmender Laufzeit verliert "Wie Feuer und Flamme" auch
sein gutes Gespür für die von der allgegenwärtigen Kontrolle
ausgelöste Paranoia und ergibt sich im letzten Drittel schließlich
vollkommen in die Liebesgeschichte. Da der Höhepunkt der Handlung
hier bereits überschritten ist, plumpst der Spannungsbogen
des Films leider ins Bodenlose, was auch daran liegt, daß
Sander und Konsorten haben (noch) gut lachen. |
Nele's letzter Trip gen Osten in Durchführung und Konsequenz
reichlich theatralisch und damit aufgesetzt wirkt. Zunehmend
melodramatisch zieht es sich so bis zum Ende doch beträchtlich,
und für einen wirklich tollen Schluß hätte man die letzten
30 Sekunden weglassen sollen.
Diese bröckelnde Handlung wird angesichts des grundsätzlichen
Dilemmas von "Wie Feuer und Flamme" verständlich: Bei solchem
Inhalt musste man früher oder später an eine Weggabelung gelangen,
die nicht nur weiteren Verlauf, sondern auch Zielgruppe bestimmen
würde. Die Entscheidung fiel zu Gunsten der nachwachsenden
Generation, welche (wie auch die Hauptdarsteller, der Prominenteste
von ihnen Tim Sander aus GZSZ) die Mauer nie wirklich bewußt
erlebt hat, und hier nun ein stilisiertes Bild des Ostens
vorfindet, welches in seiner Funktion über die Plotstütze
kaum hinweg kommt. Was indes nicht unbedingt ein Vorwurf ist:
Man hat sich für das junge Publikum entschieden, und dem ist
die Vergangenheit
bei den Ost-Behörden äußerst unbeliebt. |
appetitlich in eine Teenie-Love Story verpackt wahrscheinlich
eher näher zu bringen als in der komplett problemorientierten
Variante. Die Verwerfung des ursprünglichen Titels "Pissed
and proud" läßt bereits erahnen, wohin dieser Film ebenso
gut hätte steuern können.
So inszeniert Connie Walther ihre Geschichte konsumentenfreundlich
in gefälligen, teilweise romantisierenden Einstellungen, etabliert
aber gleichzeitig eine starke Bildersprache um Motive wie
Freiheit und Vergänglichkeit. Richtig zusammenpassen mag das
alles nicht, läßt aber das eindeutige Potential für mehr erkennen,
das in der Frau hinter der Kamera schlummert. Am Ende eindeutig
zu lang und kitschig geraten, ist "Wie Feuer und Flamme" sicher
einer der Filme, aus denen sich jeder seine Rosinen selber
raus picken muß, und die damit eine ganze Menge verschiedener
Qualitätsurteile zulassen. Womit er zumindest eins geschafft
hätte: Nicht so schnell in Vergessenheit zu geraten. Denn
reden kann man noch lange über ihn.








Der Film ist einfach der geilste .... ichbin ja selber Punk und ey der film ist ssssssssssssssssssssoooooooooooooooo hamma geil einfach das beste was ich jeh gesehen habe ich bin glücklich das ich in zu gesicht bekommen habe
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