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Wie beim ersten Mal

Wie beim ersten Mal
beziehungsdrama , usa 2012
original
hope springs
regie
david frankel
drehbuch
vanessa taylor
cast
meryl streep,
tommy lee jones,
steve carell,
elisabeth shue, u.a.
spielzeit
100 Minuten
kinostart
27. September 2012
homepage
http://www.wiebeimerstenmal.de
bewertung

7 von 10 Augen

Hope 1Für Außenstehende gibt es eigentlich keine Auffälligkeiten im Eheleben von Kay (Maryl Streep) und Arnold Soames (Tommy Lee Jones). Dieses dauert nun schon seit mehr als 30 Jahren an, hat mittlerweile erwachsene Kinder hervorgebracht sowie ein nettes Eigenheim in Omaha, Nebraska. Während es Arnold anscheinend genügt morgens das Frühstück und nach der Arbeit das Abendessen zubereitet zu bekommen und dann irgendwann vor dem Sportprogramm des Fernsehers einzuschlafen, ist Kay damit nicht mehr länger zufrieden. Als ihr Mann weder auf Annäherungsversuche noch auf Gesprächsversuche reagiert, greift sie daher zu radikalen Mitteln: Kay bucht kurzerhand eine Reise zur Paartherapie bei dem berühmten Psychologen Dr. Feld (Steve Carell) im malerischen Küstenort Hope Springs. Erwartungsgemäß weigert sich Arnold zunächst diesen Unsinn und reine Geldschneiderei mitzumachen, doch als seine Ehefrau ankündigt sich zur Not auch ohne ihn auf den Weg zu machen, gibt er schließlich nach. Eine Entscheidung die er spätestens dann in Frage stellt, als der joviale Therapeut damit beginnt, höchst intime Fragen nach den persönlichen Sexphantasien seiner Gäste zu stellen.


Eine kleine Warnung sollte sicherheitshalber ausgesprochen werden, für alle diejenigen, die vielleicht mit oder für ihre Eltern einen netten Kinoabend organisieren möchten und sich dabei mit der Paarung Meryl Streep/Tommy Lee Jones auf der sicheren Seite wähnen. Nicht dass man sich hier in einen misslungenen Film setzen würde, denn das ist das im Original schlicht „Hope Springs“ betitelte Werk natürlich ganz und gar nicht und war schon aufgrund der Besetzung auch nicht zu erwarten. Es handelt sich aber auch nicht um das nette und harmlose romantische Komödchen, welches viele bei einer Liebesgeschichte mit älteren Herrschaften vielleicht erwarten würden.hope 2

Stattdessen geht es hier überwiegend sehr ernst zur Sache und es werden ab und zu ein paar bittere und traurige Wahrheiten ausgesprochen, wenn das über Jahrzehnte verinnerlichte Schweigen über die „Dinge, über die man eben nicht spricht“ erstmal aufgebrochen ist. Das mag nicht jeder Zuschauer und vor allem nicht jedes Paar als angenehm empfinden, vor allem wenn es sich in bestimmten Momenten hier eventuell selbst wiedererkennt. Auch das Thema „Sex“ nimmt breiten und für eine Hollywoodproduktion sogar bemerkenswert expliziten Raum ein, denn der von Steve Carell mit äußerster Sachlichkeit und persönlicher Zurückhaltung gespielte Psychologe lässt seine beiden Gegenüber auf der Couch nicht so einfach davonkommen, sondern bohrt auch an den unangenehmen Stellen stets unerbittlich nach.

hope 3Dies führt dann auch zu den wenigen Szenen die vielleicht ein wenig zu weit gehen im Bemühen das Thema Sex im fortgeschrittenen Alter möglichst ungezwungen und locker zu präsentieren. „Zu weit“ nicht in irgendeinem moralischen Sinne, sondern weil es dabei dann manchmal ein wenig zu weit in Richtung eher unwürdigem Slapstick abdriftet. Es gelingen dafür allerdings auf der anderen Seite auch immer wieder berührende Momente, wenn etwa Kay in einem Kino versucht auf “wildes Ding“ und Oralsex zu machen, nur um schließlich einsehen zu müssen, dass dies eben nicht ihrer Persönlichkeit entspricht und daher reine „Show“ wäre.

Meryl Streep kann bekanntlich sowieso alles spielen, nach Modediva und Premierministerin mit Betonfrisur nun also auch die brave Hausfrau aus der Provinz, die eines Tages beschließt aus ihrem eintönigen und unerfüllten Leben auszubrechen. Die wahre Schau ist hier jedoch Tommy Lee Jones, der zunächst gewohnt knurrig und einsilbig wie ein direkter Verwandter seines Agent Kay agiert, im Verlauf aber (wenn auch nur gezwungenermaßen) auftaut und dabei beim Betrachter immer mehr Verständnis für seine Sicht der Dinge weckt und so deutlich macht, dass sowohl zur gelungenen als auch zur stillstehenden Beziehung halt immer zwei gehören.
 

Ein paar Klischees werden leider nicht ausgelassen, insbesondere beim Ablauf der Therapiesitzungen sowie zum dann doch leicht kitschigen Ende hin, und die hier etwas störenden Zoten wurden ja bereits erwähnt. Alles in allem kann aber auch dieser Beitrag aus der Reihe der erkennbar häufiger werdenden Hollywood-Filme für eine ältere Zielgruppe überzeugen, insbesondere dank seiner beiden überzeugenden und liebenswerten Hauptdarsteller. Die Idee diese beiden vielleicht mal in einer echten Komödie aufeinander loszulassen, liegt nach „Wie beim ersten Mal“ eigentlich sehr nahe.

Volker Robrahn

Kann mich der Kritik nur

Kann mich der Kritik nur anschließen!
Aber warum wird hier eigentlich in letzter Zeit teilweise nur noch 1 Film pro Woche behandelt, gehen euch die Rezensenten aus? So ein schöner "Schutzengel" - Verriss wär doch spaßig gewesen ;)

Großartiges Drehbuch und

9

Großartiges Drehbuch und großartige Darsteller, sehr zu empfehlen, wenn man sich für dieses Thema interessiert. Pflichtprogramm für alle Paare in Langzeitbeziehungen! Ich fand nichts überzogen, im Gegenteil, nichts war zotig oder peinlich, alles absolut realistisch.
Ganz großes Kino mit vielen nackdenklichen Lachern.

@Gast: Das war in den letzten

@Gast: Das war in den letzten Sommer-Wochen leider (zum Teil) wirklich so,
es wird sich aber wieder ändern und bessern.
So werden diese Woche (4.10.) gleich 5 Neustarts von Filmszene besprochen und
in der Folgewoche werden es mindestens ebensoviele sein :-)

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