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Welcome to the Jungle

Welcome to the Jungle
action-komödie , usa 2003
original
the rundown
regie
pter berg
drehbuch
james vanderbilt, r.j. stewart
cast
seann william scott,
christopher walken,
rosario dawson,
dwayne, u.a.
spielzeit
103 Minuten
kinostart
11. März 2004
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

Als was "Welcome to the Jungle" augenscheinlich intendiert war - nämlich die große Wachablösung im Actionkino - macht schon die allererste Szene klar: Da betritt Dwayne "The Rock" Johnson, Ex-Wrestling- und jetzt aufstrebender Film-Star ("Scorpion King") als Wiederbeschaffungsexperte Beck einen Nachtclub auf dem Weg zum ersten großen Ärger, und ihm entgegen kommt niemand anderer als der frisch gewählte Gouverneur von Kalifornien und größter Actionstar der letzten zwei Jahrzehnte, Arnold Schwarzenegger. Lapidar wünscht er dem Jungspund im vorbeigehen "Viel Spaß!" - und gibt damit quasi die Actionkino-Krone fürs neue Jahrtausend an den markigen Johnson ab. Die gute Nachricht: Johnson macht seiner Thronfolger-Rolle alle Ehre und erweist sich in "Welcome to the Jungle" als adäquater und charismatischer Action-Held. Die schlechte Nachricht: Der Rest des Films gehört in den vorzeitigen Ruhestand.

Dahin will eigentlich auch sein Protagonist, denn Haudrauf Beck, der trotz des konsequenten Verzichts auf Schusswaffen trotzdem alles (oder jeden) wiederbeschaffen kann, was nicht ganz so einfach zu bekommen (oder zu überzeugen) ist, will raus aus dem Geschäft als Chef-Muskelprotz von Gangster Walker. Der verspricht Beck eine Viertelmillion für einen letzten Job: Die Wiederbeschaffung von Walkers Sohn Travis (Seann William Scott, als Stifler in "American Pie" fast schon Kult, ansonsten eher unbrauchbar). Der hat zuhause noch ein paar Rechnungen offen, hat sich aber tief im Amazonas verschanzt auf der Suche nach einer legendären Indianerstatue. Was sich Beck als einfachen Rein-raus-Job vorstellt, wird erheblich erschwert durch den skrupellosen Hatcher (Christopher Walken, zum ersten Mal in seiner Karriere blass und gelangweilt), der sich tief im Dschungel eine eigene kleine Minen-Diktatur zum Goldabbau geschaffen hat, und in dessen Revier Travis herumwildert. Als Posterfrau darf dann auch noch Rosario Dawson (die Newcomerin aus Spike Lees "25 Stunden") mitmischen als Tagsüber-Bardame-nachts-Rebellenführerin Mariana, die auch Interesse an dem Schatz hat, aber genau wie dieser eigentlich nur ein lahmes Drehbuch-Gimmick ist.

Die Suche nach dem Schatz, die einen guten Teil des zweiten Filmdrittels ausmacht, ist schlussendlich nämlich nichts weiter als ein einziger, großer Verzögerungsmoment, für die Kernhandlung des Films (Beck will raus, Travis will nicht und Hatcher will sie schon mal gar nicht lassen) letztlich irrelevant und deshalb wenig förderlich für den Spannungsbogen. Dieser dicke Patzer ist bedauerlich für ein Drehbuch, dass sich zumindest über große Teile des Films als sein zweiter Pluspunkt - neben Hauptdarsteller Johnson - erweist: Nicht das einfallsreichste Skript unter der Sonne, aber für einen stabilen Actioner allemal genau die richtigen Dialoge: Schnell, trocken und ideenreich.
Die wiederum werden vor allem von Johnson erstaunlich gut transportiert, der hier mit seinem kantigen Gesicht überraschende Ausdrucksfähigkeit beweist (zumindest für die komödiantische Seite der Schauspielkunst), und sich in punkto Leinwandpräsenz und Überzeugungskraft unerwartet viele Punkte abholt. Trotz aller Skepsis, die - angesichts der Filmversuche eines Hulk Hogan - gegenüber einem (Ex-)Wrestlingstar durchaus berechtigt ist: Johnson gehört Respekt gezollt für diesen Auftritt, der zumindest beweist, dass er einen Film ganz gut tragen kann, und mit dem richtigen Stoff könnte aus ihm tatsächlich der legitime Nachfolger von Arnie werden. Dem entgegen steht allerdings der allgemeine Trend des Actionkinos hin zu zerbrechlicheren und etwas schmaleren Helden (z.B. Nicolas Cage in "The Rock" oder "Con Air"), und allgemein vor allem weg von derart archaischen Action-Szenarien wie dem diktatorischen Großbösewicht mit einer scheinbar endlosen Anzahl an verheizbaren Handlangern.

Selbst das wäre noch kein echtes Problem, wirklich ruiniert wird der Film vor allem von zwei anderen Leuten: Peter Berg und Richard Pearson. Ersterer ist der Regisseur, letzterer der Cutter, und speziell dieser liefert mit "Welcome to the Jungle" eine Arbeit ab, die zu sofortigem Berufsverbot führen sollte: Mit einer Hektik, auf die selbst ein Michael Bay stolz wäre, zersäbelte Pearson am Schnittpult jede Actionsequenz des Films in ein kaum noch zusammenhängendes Etwas, das vor lauter Einstellungswechseln und Anschlussfehlern nicht mehr in der Lage ist, irgendeine kohärente Handlung (im Sinne von Aktion) zu vermitteln. Beinahe jede als großes Showstück gedachte Sequenz verpufft so relativ wirkungslos in der Luft, weil man nur eine Kette von Einzelaktionen sieht, aber konsequent des kausalen Übergangs beraubt wird. Ein Paradebeispiel dafür, wie man einen Actionfilm NICHT schneidet. Regisseur Berg, der Pearson dieses Massaker entweder aufgetragen oder zumindest abgenommen haben muss, kann mit seiner einfallslosen Inspirierung auch nichts mehr retten, und unterstreicht damit auch nur, warum er nach seinem Erstling "Very Bad Things" (von manchen verehrt als Kultfilm, dieser Rezensent aber konnte darin nur einen tief boshaften Film voller hässlicher Schadenfreude sehen) vorerst von der Bildfläche verschwunden war.

Zu einem Film, der passabel anfing, um dann stark nachzulassen, passt es dann wohl auch, dass das anfangs so nette Drehbuch am Ende auch noch einbricht: Warum einen Helden mühevoll als strikten Gegner von Schusswaffen etablieren, nur um ihm am Ende dann doch zwei dicke Gewehre in die Hand zu drücken? Weil das Einfallsreichtum nicht reichte für eine Showdown-Schlacht mit Held ohne Wumme? Oder weil man auf diese Weise eine widerlich reaktionäre, religiös angehauchte "Moral" vom berechtigten Waffeneinsatz zur Bekämpfung des Bösen einstreuen kann? Sowas freut vielleicht George W. Bush, aber von dieser Seite gibt's dafür höchstens noch einen weiteren Punkt Abzug.

Frank-Michael Helmke

Naja...ich denke es bewahrheitet die redensart..einige menschen schuf gott kurz vor feierabend.....das geht an euch alle!!!!Filme sind im übrigen geschmackssache nur als denkanstoss für die herr der ringe fans am anfang...sucht euch mal freunde^^

Film ist der geilste den ich kenne ich hab ihn schon 8mal angesehen und er wird nie langweillig

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