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Was passiert, wenn's passiert ist

Was passiert, wenn's passiert ist
dramatische komödie , usa 2012
original
what to expect when you're expecting
regie
kirk jones
drehbuch
shauna cross, heather hatch
cast
cameron diaz,
jennifer lopez,
elizabeth banks,
anna kendrick,
randy quaid,
brooklyn decker,
chace crawford,
chis rock, u.a.
spielzeit
110 Minuten
kinostart
16. August 2012
homepage
http://movies.universal-pictures-international-germany.de/waspassiert/
bewertung

4 von 10 Augen

Das Angebot: Ein durch TV-Auftritte bekanntes Paar kann die eher ungeplante Schwangerschaft nur schwer mit der Karriere vereinbaren. Ein deutlich jüngeres Paar ist vom selben Ergebnis nach gerade mal einem One-Night-Stand zunächst auch nicht gerade begeistert. was passiert 1Ganz im Gegensatz zu einer bisher nur in der Theorie bewanderten Baby-Expertin, die dann doch endlich auch selbst schwanger wird. Ärgerlich nur, dass ihr dann ausgerechnet der eigene Playboy-Vater mit seinem jungen Häschen die Show zu stehlen droht. Und was machen diejenigen, bei denen die ersehnte Schwangerschaft aus medizinischen Gründen leider nicht möglich ist? Nun ja, es gibt ja noch ein paar elternlose Kinder in Afrika....

Die  Verkaufsargumente:  Zuallererst die prominente Darstellerriege, die vor allem auf der weiblichen Seite mit Namen wie Cameron Diaz, Jennifer Lopez, Elizabeth Banks, Brooklyn Decker und Anna Kendrick auftrumpfen kann, während bei den Herren im Grunde wohl nur Dennis Quaid dem Publikum ein Begriff sein dürfte. Und halt die Vorlage in Form eines in den USA zig-millionenfach verkauften Ratgebers mit dem Titel „What to expect when you're expecting“ (deutscher Titel: "Ein Baby kommt") - bekannter Name gleich garantiertes (weibliches) Publikum.

was passiert 2Die Befürchtungen: Gerade die Hollywood All Star-Filme der letzten Jahre funktionierten meist nach der Gleichung „Je mehr Figuren und große Namen, desto weniger Substanz“, stellvertretend sei dazu das (glücklicherweise nicht sehr umfangreiche) Genre der „Feiertagsfilme“ genannt mit seinen  Beiträgen „Valentinstag“ und „Happy New Year“. Episodenfilme sinnvoll zusammenzufügen und den einzelnen Figuren dabei ausreichend Raum zu geben ist außerdem eine anspruchsvolle Aufgabe, die längst nicht immer gelingt. Und dass es nicht die allerbeste Idee sein muss, Sachbücher zu verfilmen, hat schließlich schon die deutsche Variante mit den nicht zuhörenden Männern und schlecht einparkenden Frauen bewiesen.

Das Ergebnis: Entspricht leider weitgehend den Befürchtungen. Die Handvoll naheliegender Varianten und Typen zum Thema „Schwangerschaft“ wird brav, überraschungsfrei und mehr oder weniger lieblos abgearbeitet. Wobei „naheliegend“ keinesfalls mit „realistisch“ zu verwechseln ist, denn davon ist vor allem angesichts des Tempos und der Einfachheit, mit denen hier die diversen Probleme gelöst werden, nicht viel zu finden. Umgekehrt werden dann aber Pseudo-Problemchen kreiert (Thema „Beschneidung“), wo eigentlich keine wären aber halt dringend welche gebraucht werden. Um am Ende alles natürlich irgendwie halbwegs gut ausgehen zu lassen muss ebenfalls kräftig an der Glaubwürdigkeitsschraube gedreht werden, für Kinder-Skeptiker und Beziehungs-Verweigerer ist spätestens zehn Minuten vor Filmende kein Platz mehr, was leider einige charakterliche 180-Grad-Wendungen bei den Filmfiguren unvermeidlich macht. Und weil selbst die fünf Hauptgeschichten anscheinend noch nicht ausreichten, gibt es als Zugabe noch ein paar Familienväter mit Kinderwagen, die bei ihrem wöchentlichen Spaziergang im Park mehr oder weniger lustige Weisheiten absondern.

was passiert 3Die Arbeitsnachweise der Beteiligten: Fallen genretypisch unterschiedlich aus, denn meist kann der Darsteller nichts für eine substanzlose Episode, aber gelegentlich merkt man ihm die Pflichtaufgabe halt auch an. Um das zu verbergen hat z.B. eine Jennifer Lopez sich entschlossen der Tatsache, dass ihre Filmfigur nicht auf natürlichem Wege schwanger werden kann, mit einem kongenialen Kniff entgegenzuwirken: Sie setzt dafür einfach durchgehend eine bedeutungsschwangere Miene auf. Die anschließende, klischeebehaftete Adoptionszeremonie in Afrika erhält allerdings mühelos eine 8,5 auf der nach oben offenen Madonna-Skala. Noch überzogener ist da nur die Figur von Elisabeth Banks als völlig weltfremde Kämpferin fürs natürliche Stillen an der Mutterbrust. Cameron Diaz hat zwar einen an sich öden Handlungsstrang erwischt, erfreut aber durch engagiertes Spiel und Selbstironie in Sachen Babybauch und Oberweite. Sogar richtig Spaß machen Dennis Quaid und seine Gespielin Brooklyn Decker, die gerade weil ihnen alles so mühelos gelingt herrlich unausstehlich daherkommen. Und erneut überzeugen kann auch „Twilight“-Nebendarstellerin Anna Kendrick, die nach ihrem Part in „Up in the Air“ hier im traurigsten Storybogen erneut auf sich aufmerksam macht.was passiert 4

Der Witz: Doch, so zwei- bis dreimal kann man schon schmunzeln und etwas anspruchslosere Zeitgenossen dürfen diesen Wert sogar locker auf fünfmal erhöhen.

Die Entscheidung: Ist nicht wirklich schwer zu treffen. Jeder der sich die Werbung und Vorschau zu diesem Film anschaut, dürfte ganz genau wissen was ihn erwartet und wir können versprechen: ganz genau das bekommt er auch, nämlich eine reichlich banale und oberflächliche Komödie mit gelegentlichen dramatischen Einschüben. Zu einem Thema, bei dem man vermutlich auch ganz genau weiß, ob es einen denn als Kinounterhaltung interessiert, präsentiert von einigen bekannten Gesichtern in unterschiedlich guter Form. Also: Jeder weiß was hier passiert und möge sich bitte nicht erst beschweren wenn’s dann passiert ist.

Volker Robrahn

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