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Verwünscht

Verwünscht
romantische komödie , usa 2007
original
enchanted
regie
kevin lima
drehbuch
bill kelly
cast
amy adams,
patrick dempsey,
james marsden,
susan sarandon,
rachel covey, u.a.
spielzeit
108 Minuten
kinostart
20. Dezember 2007
homepage
bewertung

5 von 10 Augen

Es war einmal eine märchenhaft schöne Prinzessin namens Giselle. Die lebte in einem (animierten) Land namens Andalasia; einem farbenfrohen, belebten, friedlichen Paradies, wie man es sich schöner nicht vorstellen kann. Zu ihrem vollkommenen Glück fehlt nur noch der passende Prinz, der ihr des Nachts in einem Traum erscheint. Die Prinzessin singt, und ganz Andalasia nimmt teil daran (ob es will, oder nicht). Auch Prinz Edward, ein wahrlich tollkühner Held, nimmt Notiz von ihr und ist sich auf Anhieb sicher: Dies ist die Frau, mit der er den Rest seinen Lebens verbringen wird. Er folgt der Stimme, rettet die Prinzessin vor einem Troll und verlobt sich mit ihr innerhalb weniger Minuten. Keine 24 Stunden später steht im prunkvollen Palast die Hochzeit an, doch Königin Narissa, die Mutter des Prinzen, führt Böses im Schilde, lockt Giselle in eine Falle und stößt sie in einen Brunnen, hinein in eine andere Welt. Und dort...
… war einmal ein Vater namens Robert (Patrick Dempsey, "Grey's Anatomy"). Der lebte gemeinsam mit seiner Tochter Morgan (Rachel Covey) in einer dunklen, bösen Stadt namens New York, in einer Welt, unserer Welt, ohne Happy End. Eigentlich möchte auch er demnächst heiraten, doch kommt ihm die Ankunft einer Prinzessin im Brautkleid namens Giselle (Amy Adams) dazwischen. Diese will in ihre Heimat zurück, doch auf Drängen seiner Tochter nimmt Robert sie zunächst bei sich auf. Und obwohl er sie eigentlich so schnell wie möglich wieder loswerden möchte, so ist er doch fasziniert von dieser Frau, der Unschuld in Person. Doch was er nicht weiß: Ein gewisser Prinz namens Edward (James Marsden) ist ebenfalls in New York "eingetroffen" - und möchte seine Prinzessin selbstverständlich wieder zurück.

Wieder einmal verschmelzen reale und gezeichnete Welt miteinander. Doch wo im Basketball-Abenteuer "Space Jam" beispielsweise Cartoon-Figuren und echte Menschen ihrem Wesen treu blieben, passen sie sich hier der jeweiligen Welt an. Die erste Viertelstunde spielt ausschließlich in Andalasia, einer wunderschön gezeichneten Welt, in der sich wohl jedermann wohl fühlen würde, wenn es dort nicht so verdammt kitschig zuginge. Mensch und Tier sind sich Freund, Liebe auf den ersten Blick existiert hier tatsächlich und das gewaltige Stimmorgan der Prinzessin vermag noch jeden Prinzen um den Verstand zu bringen. Es deutet sich hier schon an und spätestens im echten New York, wo Giselle die gesamte Stadt zum Mitsingen und -tanzen animiert, stellt sich die Frage: Sind das die übelsten Klischees? Oder ist das eine bewusst überspitzte Darstellung?

Weder das bisherige Schaffen von Regisseur Kevin Lima, noch das von Drehbuch-Autor Bill Kelly lässt vermuten, dass sie sich hier einen augenzwinkernden Spaß für die Erwachsenen erlaubt haben. Lima hat unter anderem "Tarzan" und "102 Dalmatiner" auf seiner Vita stehen, und im Falle von Kelly ist nur eines gewiss: Er ist sehr sprunghaft. In "Die Vorahnung" lässt er Sandra Bullock derzeit munter durch die Zeit hüpfen, und in "Verwünscht" sind es die verschiedenen Welten, zwischen den gewechselt wird.
Wie ernst sie ihre Geschichte hier meinen, ist nicht immer klar. Verweise auf "King Kong" und Andeutungen nur für Erwachsene bieten durchaus ironischen Humor, aber die konventionelle Lovestory der Art "öde und vorhersehbar" vermittelt einen ganz anderen Eindruck.
Auch das, was die Schauspieler hier zeigen, ist nicht so ganz leicht einzuordnen. Nehmen wir Amy Adams. Die hat für "Junebug" eine Oscar-Nominierung eingeheimst und spielt nun eine Prinzessin, die an einem Ort ist, wo sie weder sein will noch hingehört. Dabei ist Adams eigentlich permanent damit beschäftigt, erstaunt, verträumt, verliebt zu schauen, was aber teilweise in dermaßenes Over-Acting ausartet, dass das eigentlich nur noch volle Absicht sein kann.
Patrick Dempsey, bekannt als Dr. Derek Shepherd aus "Grey's Anatomy", hat wiederum eine denkbar ungünstige Rolle abgegriffen. Einerseits ist er dazu verdammt, sympathisch rüberzukommen, andererseits müssen seine mitunter zynischen Kommentare dem Zuschauer über so manch schmierige Passage hinweghelfen. Da diese Kommentare leider viel zu harmlos ausfallen und Dempsey viel zu brav bleibt (oder bleiben muss), wird der Zuschauer mit all dem überbordenden Kitsch aber doch mehr oder weniger allein gelassen.
Positiv bleibt der Auftritt von James Marsden (Cyclops aus der "X-Men"-Reihe) in Erinnerung, der seinen Prinzen mit solch einem Selbstverständnis von Überlegenheit durch New York stolzieren lässt, dass es eine wahre Freude ist. Für ein paar Minuten reicht's dann auch noch für Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon als böse Königin; etwas Bemerkenswertes bleibt von ihrem Auftritt allerdings nicht haften.

"Verwünscht" ist ein märchenhafter Film mit Höhen und Tiefen. Da sitzt man manchmal minutenlang im Kinosessel und verzweifelt an der Frage: Meinen die das ernst? Und an anderer Stelle blitzt eindeutig richtig toller Witz auf. Wenn Giselle beispielsweise im Märchenland zu singen beginnt, dann lockt das alle niedlichen Wald-Bewohner an, die man sich nur vorstellen kann. Wenn Giselle später eines Morgens in New York ihre Stimme erklingen lässt, kommen ebenfalls die Tiere der Gegend hervor. Die sind in der dreckigen Großstadt nur nicht ganz so niedlich.
Kurz und knapp: Für Menschen älter als 12 lohnt der Kino-Besuch nicht. Den Jüngeren wird's gefallen. Zumindest die anwesende Schulklasse bei der Pressevorführung hatte ihren Spaß.

René Loch

Lieber Herr Kritiker,

ich denke genau DAS ist ja der Plan. Das ist ausdrücklich ein Kinderfilm (ebenso wie Alvin) und wir armen Erwachsenen müssen halt, wohl oder übel , mit.
Das kann mal gut gehen, wie seinerzeit Shrek, das kann aber auch mal ein arg langweiliger Film werden.
Wenn ich mir aber die Kritiken der Kollegen aus den USA durchlese, dann wird es wohl nicht ein SO schlimmer Nachmittag werden.

Meine Augen verteile ich am Montag. Dann habe ich den Film selbst gesehen.
Apropos Augen: Ich versuche Kinderfilme auch mit Kinderaugen zu sehen und versuche nicht krampfhaft einen intellektuellen Erguss oder gar einen Sinn in diesem zu finden.
Aber so mancher Kritiker versucht selbiges gar in einem Teeny-Horrostreifen....

wat dat denn für ne scheisse...die meinen wohl wir gehn an weihnachten aus mitleid für die filmindustrie ins kinoooooo....lol

7

Hm, das war doch eigentlich eine ganz nette weihnachtliche Satire...

8

Köstlich-kitschige Persiflage auf alle alten Disneyfilme.

Nach Sprüchen wie "Das Kleid habe ich selbst genäht: Zuerst haben meine Freunde die Seidenraupen mir geholfen, dann habe ich einen Faden gesponnen und dann haben mir meine Freunde die Mäuse und Hasen beim Nähen geholfen", muss doch jeder merken, dass der Film nicht so gaaanz ernst gemeint war.

Naja, wer noch nie was mit Disneyfilmen anfangen konnte, sollte den FIlm meiden.

9

Einfach nur dreamy! Habe mich todgelacht. Super geiler Film.

8

Meine Tochter (6) hatte einen Heidenspaß und dafür ist ein solcher Film doch gemacht, oder?

9

Habe den Film gestern gesehen.
Klar ist das nur Popcorn-Kino zum einmal anschauen, aber mehr muss es ja nicht sein. Der ganze Film ist voller Klischees und übertriebener Darstellungen und das mit voller Absicht. Ich finde 5 Augen sind viel zu wenig, schließlich ist der Film ebenso gedacht.
Klar war alles vorhersehbar, aber das soll doch auch so sein.
Das Backenhörnchen ist süß, die Prinzessin hübsch und der Prinz ist so dermaßen Eindemensional und gut, dass es ihn nichtmal juckt das seine Prinzessin einen anderen liebt X)
Eine Freundin und ich haben uns köstlich amüsiert :)

7

Netter Film auf DVD für eine verregneten Sonntag nachmittag. Hätte ich ihn mir im Kino angesehen, hätte ich mich geärgert!
Ist nett gemacht - witzige Story

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