kleine Werbepause
Anzeige

Unter Kontrolle

Unter Kontrolle
thriller , usa 2008
original
surveillance
regie
jennifer chambers lynch
drehbuch
jennifer chambers lynch, kent harper
cast
bill pullman,
julia ormond,
pell james,
french stewart, u.a.
spielzeit
97 Minuten
kinostart
31. Juli 2008
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

Meine Damen und Herren: Der neue Lynch! Aber aufgepasst, es handelt sich nämlich hier nicht um den neuesten Streich des großen David, sondern vielmehr um den fast schon nicht mehr erwarteten zweiten Versuch seiner Tochter Jennifer. Das ist vielleicht auch ganz gut, mag sich da so manch einer sagen, der noch immer unter den Nachwirkungen des letzten surrealen Trips von Lynch senior namens "Inland Empire" leidet. Das ist aber gar nicht gut, könnten darauf jedoch prompt alle diejenigen entgegnen, welche vor rund 15 Jahren das Vergnügen mit Töchterleins Erstling "Boxing Helena" hatten. Der sorgte zwar seinerzeit für ein gewaltiges Rauschen im Blätterwald und einen mittleren Skandal, als sich eine Kim Basinger schlicht weigerte, ihren Vertrag zu erfüllen und eine Rolle zu spielen, bei der ihr im Laufe der Handlung sämtliche Arme und Beine amputiert werden. Vor allem aber war das absurde Psychodrama (schließlich mit Sherilyn Fenn in der Hauptrolle) einfach nur skandalös schlecht und eine echte Lachnummer.
Aber schließlich hat schon der weibliche Nachwuchs aus dem Hause Coppola bewiesen, das man nach einem verpatzten Debüt (damals als Darstellerin im dritten "Pate"-Film) durchaus noch zu Ruhm und Ehre gelangen kann. Im Gegensatz zu Miss Sofie wechselt Jennifer aber keineswegs das Metier, sondern versucht sich weiterhin hinter der Kamera. Und es darf Entwarnung gegeben werden, denn "Unter Kontrolle" ist gar nicht mal so übel geworden.

Es gibt eine Menge zu entwirren und aufzuräumen für die beiden FBI-Agenten Sam Hallaway (Bill Pullman) und Elizabeth Anderson (Julia Ormond), als diese in einem kleinen Polizeirevier inmitten der Einöde zu ihren Ermittlungen eintreffen. Es hat mehrere Unfälle oder auch Morde auf dem Highway gegeben, und die überlebenden Zeugen wirken allesamt nicht besonders glaubwürdig. Das gilt sowohl für die beiden prolligen Cops, deren sadistische kleine Spielchen mit unbescholtenen Verkehrsteilnehmern diesmal etwas außer Kontrolle geraten sind, als auch für die nicht so ganz drogenfreie Wahrnehmung der bisher recht lebenslustigen Bobbi (Pell James) und die aufgeweckte kleine Stephanie. Hätten Mum und Dad deren Beobachtungen ausnahmsweise mal etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt, wäre die Familie wohl auch noch vollständig. Ohne auf allzu große Unterstützung von Seiten der Dorfpolizisten zählen zu können, gilt es für die Agenten, Stück für Stück das Puzzle zusammen zu setzen.

Wobei sie sich auch schon mal recht merkwürdig verhalten, die beiden anscheinend sehr miteinander vertrauten FBI-Leute, so dass man sich als Zuschauer nie ganz sicher sein kann, wer hier nur ein wenig verschroben und ein kleines bisschen kriminell ist und wer vielleicht ein kaltblütiger Massenmörder. Mindestens drei verschiedene Gruppen waren auf dem Highway unterwegs und jede erzählt ihre Version der Geschichte. Dass man deshalb nun aber auch in den Presseinformationen gleich wieder mit der anscheinend unvermeidlichen "Rashomon"-Keule winkt und sich in der Tradition des großen japanischen Klassikers sieht, ist ja langsam nicht mehr zu ertragen. Deshalb sei es all den Schreiberlingen, die von jenem Film offensichtlich höchstens mal gehört, aber ihn wohl nie gesehen haben, ein für alle Mal ins Handbuch geschrieben: Wenn sich die einzelnen Teile einer Geschichte als Fortsetzung langsam zu einem Ganzen zusammensetzen, dann hat das nichts mit "Rashomon" zu tun. Wenn die Erzähler dabei ein wenig die Wahrheit verbiegen, dem Zuschauer aber eindeutig gezeigt wird, was stattdessen tatsächlich geschah, auch dann befinden wir uns nicht im "Rashomon"- Land. Denn von sich widersprechenden Versionen derselben Geschichte - und darauf kommt es an - ist hier nichts zu sehen. Wer das beharrlich ignoriert, sollte konsequenterweise mit dem Anschauen von Kurosawa-Klassikern nicht unter fünf Filmen bestraft werden (nicht dass dies eine Strafe im eigentlichen Sinne wäre).

Derart ausschweifende Ausflüge in die Filmtheorie seien ausnahmsweise gestattet und in erster Linie damit begründet, dass man hier über die weitere Handlung ansonsten nicht mehr viel erzählen sollte, will man den Leuten nicht einen Großteil des Spaßes verderben. Und Spaß macht er schon, der handwerklich sehr ordentlich inszenierte und auch ziemlich clever konstruierte zweite Film von Jennifer Lynch. Die bewegt sich hier beinahe schon im Tarantino-Land, natürlich weniger was die Dialoge als vielmehr die Freude an überzogener Gewalt und leicht übertriebener Coolness der Akteure angeht.
Aber anders als bei Genrekonkurrenz der Marke "Shoot 'Em Up" wirkt die Lässigkeit hier lange nicht so gewollt und aufgesetzt, sondern tatsächlich eben ziemlich, ähem, "lässig", was in erster Linie dem motivierten Spiel der Veteranen Bill Pullman und Julia Ormond zu verdanken ist. Deren Filmcharaktere haben ganz offensichtlich einen mindestens leichten Knall, wirken aber trotzdem deutlich sympathischer als die restlichen verkorksten Figuren, inklusive eines ebenfalls schon länger nicht mehr im Kino zu sehenden Michael Ironside als dicklichen Revierchef.

Das Ende bietet dann eine Pointe, die der eine oder andere kommen sehen mag, die das Ganze aber auch zu einem netten Finale führt. Welches deshalb amüsant zu nennen ist, weil wir es hier natürlich im Grunde mit einem völlig überzogenen Cartoon zu tun haben, bei dem es um die zahlreichen auf der Strecke bleibenden Witzfiguren nicht weiter schade ist. Wer das alles ernst nimmt, der müsste sich sonst schon sehr über die entspannte Art und Weise wundern auf die z.B. das kleine Mädchen mit der weiteren Entwicklung umgeht, anstatt gefälligst erstmal anständig traumatisiert zu sein. Auf jeden Fall bewegt sich die Gelegenheitsregisseurin Jennifer Lynch sehr gekonnt und stilsicher in einem Umfeld, in dem schon ganz Andere auf die Nase gefallen sind, und liefert mit "Unter Kontrolle" eine recht feine kleine schwarze Komödie ab.

Volker Robrahn

8

Mir hat der Film sehr gut gefallen. Es kam während des Film absolut keine Langeweile. Bill Pullman spielt göttlich finde ich.

Über das Ende mag man streiten, ich fand das "Motiv" der Killer etwas zu übertrieben dargestellt.

Trotzdem mehr wert als 6 Punkte ;)

6

Ich finde der Film ist ordentlich inszeniert und bietet auch die typischen Lynch-Skurilitäten ohne die Handlung unverständlich zu machen, wie es Papa Lynch gerne tut. Das funktioniert aber nicht bei jedem Aspekt des Films. Das Agieren mancher Figuren, z. B. die beiden Cops auf dem Revier, ist teilweise so übertrieben bescheuert, das es ständig die bedrohliche Atmosphäre zum einstürzen bringt. Die Ansicht, der Film ist nicht ernst zu nehmen, kann ich nicht zu stimmen. Vieles ist einfach zu hart und düster inszeniert. Natürlich gibt es den ein oder anderen Lacher, aber im großen und ganzen glaube ich, das Lynch jr. schon eher auf Spannung und Atmosphäre gesetzt hat. Das Ende dagegen, gefällt mir sehr gut. Es ist abseits vom üblichen und passt sich dem vorherigen Geschehen gut an.

6

Ganz nett, aber nicht so ganz gelungen. Die Skurrilen Charaktere sollten wohl witzig sein. Fand ich aber nicht. Alles in allem hätte die Handlung flotter erzählt werden können. Ansonsten erinnert mich das letzte Viertel an einen Film von einem österreichischen Regisseur, der kürzlich kam und auch schon nicht so richtig gut war. Die Skurrilität der Charaktere und der langsame Handlungsaufbau erinnerten mich an Twin Peaks, nur nicht so gut umgesetzt. Da hat es wohl an eigenen guten Ideen gemangelt.

8

nach meiner meinung unterbewertet.
fand den film klasse und super spannend.
++

8

Trotz zum Teil dämlicher Unterhaltungen und dem leicht zu durchschauenden Plot bietet der Film dank einer spielfreudigen Besetzung (ganz besonders Pell James), einer äusserst stimmungsvollen Sounduntermalung und vor allem dank der wunderschönen Bilder den typischen LynchFlair: unheilsschwanger und superspannend - aber endlich mal mit einer vernünftigen Handlung. Mit etwas mehr Feinschliff bei den Dialogen (vor allem der junge Polizist und sein infantiler Kollege sind unerträglich) und der Film hätte 10 Sterne mehr von mir bekommen.

1

Weder spannend noch originell. Pullman kann scheinbar nicht mehr einfach irgendwo hin sehen, ohne dabei gleich den ganzen Körper mit zu bewegen. Das wirkt weder irgendwie unheimlich, noch bedrohlich. Eher dümmlich und aufgesetzt. Leider bietet das Script auch keine handwerkliche Herausforderung für Ironside. Kamera, Schnitt und Score waren durchschnittlich in Ordnung. Jedoch reichen stumpfe Gewalt, flache Dialoge und durchschaubare Pseudo-Perversion weder für Kult, Komik noch für brauchbare Unterhaltung. Netter kleiner Versuch, Mrs. Chambers Lynch, aber Genialität ist eben nicht vererblich.

1

Kranker Scheiß! Braucht echt kein Mensch!

8

Krank, aber gut. Mir hat er gefallen.

10

Ich fand den film klasse, mir hat er sehr gut gefallen, zwar sehr skurril aber cool. Deswegen auch 10 points. Das ende fand ich auch super.

1

Ich fand den Film leider sehr enttäuschend. Spannung konnte zwar aufgebaut, aber nicht erfüllt werden.

Kommentar hinzufügen

Freiwillige Angabe; die E-Mailadresse wird nicht angezeigt.
 
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
3 + 0 =
Diese einfache Rechenaufgabe ist zu lösen und das Ergebnis einzugeben, z.B. muss für 1+3 der Wert 4 eingegeben werden.