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Und wenn wir alle zusammenziehen?

Und wenn wir alle zusammenziehen?
tragikomödie , frankreich/deutschland 2011
original
et si on vivait tous ensemble?
regie
stéphane robelin
drehbuch
stéphane robelin
cast
geraldine chaplin,
jane fonda,
pierre richard,
guy bedos,
daniel brühl, u.a.
spielzeit
96 Minuten
kinostart
5. April 2012
homepage
http://zusammen.pandorafilm.de/
bewertung

7 von 10 Augen

Wenn fünf gute Freunde beschließen, gemeinsam in ein Haus zu ziehen und fortan als Wohngemeinschaft zusammen zu leben, ist das erst einmal nichts Besonderes. Wenn alle fünf schon über 70 sind, dann liegt die Sache schon ganz anders. Doch Albert (Pierre Richard) und seine Partnerin Jeanne (Jane Fonda), der passionierte Single Claude (Claude Rich) sowie das ungleiche Paar Jean (Guy Bedos) und Annie (Geraldine Chaplin) sehen die Angelegenheit recht pragmatisch. Alten-WGDa sich die fünf viel zu selten sehen und das Leben im Alter immer beschwerlicher wird, beschließen sie, einfach eine WG zu gründen; auf diese Weise können sie sich gegenseitig im Alltag helfen und entgehen zudem der gefürchteten Alternative, irgendwann ins Pflegeheim abgeschoben zu werden. Als Haushaltshilfe engagieren sie den deutschen Ethnologiestudenten Dirk (Daniel Brühl), der gerade seine Doktorarbeit über die Situation alter Menschen in Europa schreibt und die Gelegenheit natürlich nutzt, um in der Senioren-WG nebenher etwas Feldforschung zu betreiben.

Im Alter sind die meisten Menschen zunehmend auf Hilfe angewiesen, doch die Sehnsucht nach Gemeinschaft und dem Zusammensein mit Freunden kennt keine Altersgrenzen. Und so zeigt Stéphane Robelins Film die fünf Freunde auch nicht einfach nur als hilfsbedürftige Alte; sie sind vielmehr ganz normale WG-Bewohner mit den typischen Problemen – da gehen einem die Eigenheiten der Anderen schon mal irgendwann auf den Geist oder es wird hart darüber verhandelt, wer im Haushalt was zu erledigen hat. Hinzu gesellen sich hier zwar noch die altersspezifischen großen und kleinen gesundheitlichen Probleme, mit denen sich eine Studenten-WG sicher nDaniel Brühloch nicht herumschlagen muss, doch Autor und Regisseur Robelin gibt seinen Figuren darüber hinaus noch jeweils eigene Facetten, so dass hier zwar von alten Menschen erzählt wird, die aber nicht nur durch ihr Alter charakterisiert werden.

„Und wenn wir alle zusammenziehen?“ bietet demzufolge einen ehrlichen Blick auf sein Thema und lässt den Zuschauer zwar öfter mit den Figuren lachen, aber niemals über sie. Allerdings regt der Humor des Films dann meistens doch eher nur zu einem Schmunzeln an als zum Lachen, was jedoch nicht negativ zu verstehen ist, schließlich ist die Inszenierung hier eher gemächlich und eben dem Thema angemessen. Wer einen lauten und überdrehten Film mit alten Menschen sehen will, kann ja „The Expendables“ gucken.

Pierre Richard & Jane FondaDass der Film wirklich berührt, ist auch den Schauspielern zu verdanken. Hier geben sich mit Geraldine Chaplin und Jane Fonda zwei Weltstars die Ehre, die sich hervorragend ins Ensemble einfügen. Beide überzeugen ebenso wie die drei Herren in komischen wie in nachdenklichen Szenen und allen Beteiligten merkt man den Spaß am Spielen immer wieder an. Lediglich Daniel Brühls Student kann nicht vollends überzeugen, was aber nicht dem Schauspieler vorzuwerfen ist, da das Drehbuch aus seiner Figur noch ein bisschen mehr herausholen könnte. Von der Art und Weise, in der er auf das Leben der fünf Senioren Einfluss nimmt – und umgekehrt – hätte man gerne noch mehr gesehen. Dafür bleiben die tiefsinnigen Gespräche zwischen ihm und Jane Fonda positiv in Erinnerung.

Insgesamt ist „Und wenn wir alle zusammenziehen?“ also ein gelungener Film, der einen äußerst optimistisch stimmt, weil er zeigt, dass Menschen zwar alt werden, diese Tatsache aber nicht alleiniges Definitionsmerkmal ihrer Identität sein muss. Zudem macht er sich über die Sorgen und Probleme seiner Figuren nie lustig und wird so zusammen mit seinem leisen Humor und trotz der nicht verschwiegenen Nachteile und traurigen Seiten des Alters zu einem Wohlfühlfilm im besten Sinne, der aber durchaus auch zum Nachdenken anregt.

Maximilian Schröter

Eine sehr passende Rezension

7

Eine sehr passende Rezension für diesen Film, der ich mich anschließen möchte.

Der Film kommt feinfühlig daher und sorgt in seinen 90 Minuten für angenehme Unterhaltung. Bei allem, was die Protagonisten machen, schwimmt immer etwas Humor und Tragik zugleich mit. Dem Zuschauer wird bewusst, dass es hier um die Vergänglichkeit des Lebens geht, was zugleich Freude aber auch Nachdenklichkeit hervorruft. Am intensivsten empfand ich hierbei die Schlussszene. Ein Film, der das Alter als einen Lebensabschnitt darstellt, der Probleme birgt, aber sich zu leben lohnt.

So macht man Filme

6

So macht man Filme kaputt...grottenschlechte Synchronisation! Ansonsten fand ich das Thema kritisch und humorvoll gut umgesetzt und man macht sich Gedanken darüber, wie es im Alter mal wird...

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