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Tucker & Dale vs. Evil

Tucker & Dale vs. Evil
horror-komödie , usa 2010
original
tucker & dale vs. evil
regie
eli craig
drehbuch
eli craig, morgan jurgenson
cast
alan tudyk,
tyler labine,
katrina bowden,
jesse moss, u.a.
spielzeit
89 Minuten
kinostart
10. Februar 2011
homepage
http://www.tuckeranddale.com
bewertung

8 von 10 Augen

Manch originelle Ideen sind so schlicht und gleichzeitig so brillant, dass man sich im Nachhinein fragt, warum da eigentlich nicht schon längst jemand drauf gekommen ist. Paradebeispiel: "Tucker & Dale vs. Evil", der sich mit der simplen Drehung einer sattsam bekannten Ausgangssituation als einer der originellsten und vor allem unterhaltsamsten Horror-Streifen der letzten Jahre entpuppt. Ein großer Spaß, der sich bereits auf dem Fantasy Filmfest 2010 in Windeseile zum Publikumsliebling wandelte und nun auch auf die allgemeine Kino-Öffentlichkeit losgelassen wird.
Seit Burt Reynolds mit einigen Freunden in "Beim Sterben ist jeder der Erste" 1972 auf einem Fluss ins Hinterland Amerikas paddelte und dort beim Zusammentreffen mit den Einheimischen ein paar Dinge erlebte, die zivilisierte Stadtmenschen in angsterfüllte Schockstarre versetzten, war der "Backwoods-Horror" als Subgenre geboren. Und seit Tobe Hooper mit seinem "Texas Chainsaw Massacre" (1974) dieses Motiv mit Slasher- und Splatter-Elementen anreicherte, wurde an den verfestigten Standards eigentlich nicht mehr gerüttelt: Eine Gruppe unschuldiger junger Leute (bevorzugt: College-Studenten, die sich ein schönes/feucht-fröhliches Wochenende machen wollen) macht einen Ausflug aus der Sicherheit der Zivilisations-Strukturen hinaus in irgendeine Ecke des Hinterlands, in die sich keine Stromleitung und noch seltener ein Gesetzeshüter verirrt. Dort geraten sie in Kontakt mit einem oder mehreren "Eingeborenen" dieser Gegend, die sich alsbald als psychopathische und perverse Serienkiller entpuppen und die Besuchergruppe auf möglichst grausame Weise dezimieren.
Dieses Muster zieht sich nun also schon seit über 30 Jahren durchs Horror-Genre und wurde auch in jüngeren Jahren immer wieder aufgegriffen, manchmal gelungen wie in Eli Roths Debüt "Cabin Fever" oder dem australischen Hit "Wolf Creek", meistens jedoch völlig uninspiriert wie in "Wrong Turn" oder den "Texas Chainsaw Massacre"-Remakes und -Prequels. Das wurde auf die Dauer doch ziemlich langweilig und eintönig.

Warum die Sache also nicht einfach mal umdrehen, dachte sich der junge Filmemacher Eli Craig, und rückt ins Zentrum seines Spielfilm-Debüts zwei Hinterwäldler, die absolut harmlos und herzensgut sind und überhaupt nichts dafür können, dass der Trupp hysterischer College-Kids, der eines Tages in ihrer entlegenen Gegend auftaucht, sie allein aufgrund ihres Aussehens für psychopathische Killer hält. Die resultierenden Panikreaktionen führen zu einer absurden Verkettung von Ereignissen, dank derer unsere beiden unschuldigen Hinterwäldler sich auf einmal mit einer wachsenden Menge an toten Teenagern herumplagen müssen. Dabei wollten sie doch nur helfen….

Auch nur ein Detail mehr über das Wie und Warum des Studenten-Sterbens in diesem Film zu erwähnen, käme einem Spoiler gleich, der mindestens einen großartigen Lacher ruinieren würde; und schließlich muss man ja auch gar nichts weiter sagen, denn jeder Genre-Fan wird schon angesichts der simplen Prämisse dieses Films ahnen, dass hier ein ganz großer Spaß auf ihn wartet.
Es ist wahrlich eine Wonne, wie stilsicher und vergnügt sich Eli Craig in seiner Inszenierung durch die motivischen Standards und die typische Bildsprache des "Hinterwäldler-Horrors" zitiert. Und wer auch nur einen einzigen Film dieses Genres gesehen hat, wird die hysterische Überreaktion der College-Kids nach ihrer ersten Begegnung mit Tucker und Dale nachvollziehen können, gucken die beiden sie doch mit diesem unverwechselbaren Hinterwäldler-Starren an, das eine Hirnkapazität knapp oberhalb der eines Zombies erahnen lässt - und ähnlich böse Absichten.
Immer wieder spielt Craig erfolgreich mit solchen Fehlinterpretationen, erzeugt Situationen, in denen Tucker und Dale völlig harmlose Dinge tun, aber bei den College-Kids den Eindruck erwecken, als würden sich zwei perverse Killer auf ihren nächsten Mord vorbereiten. Das ist herrlich absurd und brüllend komisch konstruiert und sorgt von der ersten bis zur (fast) letzten Minute für konstante Lachattacken im Zuschauerraum. In einem Genre, das sonst mit einfachsten Mitteln sein Publikum zu erschrecken weiß, findet Eli Craig einfachste Mittel, um sein Publikum köstlich zu amüsieren.

Und weil es hier schlicht und einfach nur um den Spaß geht, die man mit der Verdrehung der üblichen Motive dieses Subgenres haben kann, verzeiht man dem Film auch problemlos die eine oder andere Holprigkeit in seiner Erzählung, wenn er zum Beispiel trotz seiner zeit- und räumlich sehr eng beieinander liegenden Handlung des öfteren ruckartig (und ziemlich hanebüchen) vom helllichten Tag in die tiefste Nacht springt, weil die nächste Gag-Sequenz eben nur richtig funktioniert, wenn es dunkel ist; und darum kann man es ihm auch nachsehen, dass der Fun-Faktor zum Ende hin ein wenig abnimmt, wenn der Film nun mal einen Ausweg aus seiner absurden Konstellation finden muss und sich an diesem Punkt leider nicht mehr sonderlich originell anstellt.

Aber an diesem Punkt hat man eh bereits schon so viel gelacht, dass es auch okay ist, wenn man in den letzten Szenen allenfalls noch schmunzeln kann. Das ändert auch nichts mehr an der Tatsache, dass "Tucker & Dale vs. Evil" der erste richtig große Kinospaß des Jahres 2011 ist, der Genre-Fans ganz besonders, aber auch allen anderen wärmstens ans Herz gelegt sei. Und keine Angst vor dem Splatter-Spaß: Hier wird zwar wenig zimperlich und gerne auch mal sehr blutig gestorben, eklig wird's dabei aber nie. Nur wahnsinnig komisch. Und das die ganze Zeit.

Frank-Michael Helmke

8

Tucker & Dale vs. evil war auf dem Fantasy Filmfest ein Publikumsliebling und neben all den ernsteren und düsteren Produktionen oder den unfreiwillig komischen wie the Human Centipede ein echter humoristischer Lichtblick, bei uns gab es auch gleich zwei Aufführungen innerhalb des Filmfestes.

Der Film schaftt es Genreklischees vorzuführen und zieht genau daraus seine besten Momente.

Der Hinterwald Horror reizt ja aufgrund seines Themas besonders dazu tiefer in die Slapstick Mottenkiste zu greifen was sich ja selbst ernstgemeinte unironische Produktionen oft nicht verkneifen können.

Das war so meine befürchtung, die aber definitiv nicht eingetreten ist.

Es gibt eine menge Funsplatter die ich mir auf Grund des übertriebenen Slapstickfaktors nicht wirklich antun kann.
Dazu gehören für mich zb. Braindead dessen Kultstatus sich mir nie erschlossen hat.
Tucker & Dale vs.evil erinnert mich daher auch eher an Shaun of the Dead.
Er ist einfach gut geschrieben hat witzige Dialoge, ein gutes timing und wartet nebenher mit wirklich guten Slasher Elementen auf, das kleine Budget habe ich dem Film nicht angesehen.

Hier wieder abwarten wie die deutsche Synchro wird...

Von mir 8 wohlverdiente Augen

4

Fängt gut an, kackt dann ab...viel zu überbewertet...

7

So waaaaaahhhhnisinnig witzig war er nun auch wieder nicht.
Des weiteren gibt es zuviele Längen und für meinen Geschmack ist er an vielen Stellen sogar zu "unfreiwillig ernst" geraten. Gerade zum ende hin.
Alles in allem aber trotzdem ganz okay.

5

hab mehr erwartet

6

naja hab mir mehr erhofft...

4

Ich gebe zu, dass ich das ein oder andere Mal schmunzeln musste, sprich einige gute Szenen hat dieser Film tatsächlich. Nur leider machen eine handvoll witziger Szenen noch lange keinen guten Film, weshalb ich mich allen Ernstes fragen muss, warum für dieses doch recht alberne und alles in allem sehr belanglose Filmchen sage und schreibe 8 Augen vergeben werden?? Da war ich wohl im falschen Film ...

6

Also soooo toll ist er wirklich nicht. Es gibt ja eigentlich nur eine Idee und die wird von Anfang bis Ende durchexerziert. Schon ganz witzig, mehr nicht.

7

@NIKE

Warst du nicht. Die Bewertung hier dient mir zur Motivation, einen Film zu sehen, oder auch nicht. Es gibt keine festen Bewertungskriterien, woran soll man das auch festmachen? Der Mir- gefällts- Faktor macht hier die Augen aus. Und amüsiert hab ich mich bei diesem Film über die Massen gut. Und ich hätte ihn mir nie im Leben angesehen, hätte ich nicht vorher die Kritik gelesen! Also ist es müssig, die Kompetenz der Bewerter in Frage zu stellen, viel interessanter ist für mich, was du und deinesgleichen denken und mir ein "Muss-ich-sehen-Gefühl" vermitteln.
In diesem Sinne, ein klares "MUST SEEN" Prädikat für den Film, obwohl auch ich viel mehr erwartet hätte. Trotzdem echt witzig und kurzweilig.
FG

4

crap mit herz

9

super!

4

Die Fluchtszene vor den Wespen; die hatte was, ja. Aber soviel gelacht habe ich nun auch nicht. 8 Pkte sind viel zu viel.

8

ich hab ja so gelacht... tolle kritik!

Als den Namen und die Kritik

10

Als den Namen und die Kritik gelesen hatte => dachte ich nur watt für'n Scheiß!!!
Aber auf DVD fand ich Ihn super geil...
Endlich mal ein Film aus der Sicht des "bösen" Mann's!!!!
Zum weg schmeißen: also nicht den Film... nein nein - man schmeißt sich vor Lachen weg.
Super Film: Splatter und Witz!!!

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