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Trauzeuge gesucht!

Trauzeuge gesucht!
komödie , usa 2009
original
i love you, man
regie
john hamburg
drehbuch
john hamburg
cast
paul rudd,
jason segel,
j.k. simmons,
rashid jones, u.a.
spielzeit
105 Minuten
kinostart
23. April 2009
homepage
http://www.iloveyouman.com/intl/de/
bewertung

7 von 10 Augen

 

Der erste Gedanke ist, dass die Judd Apatow-Komödien jetzt aber wohl wirklich schon im Monatsrhythmus eintrudeln, denn schließlich ist dessen letztes Werk "Vorbilder?!" noch gar nicht ganz aus den Kinos verschwunden und auch darin spielte doch Apatow-Spezi Paul Rudd die Hauptrolle, hatte einen verantwortungslosen Buddy an seiner Seite und lavierte sich mal wieder durch eine mit zotigen (aber starken) Gags gespickte Handlung. Das alles trifft auch auf "Trauzeuge gesucht!" zu und so liegt die Vermutung nahe, es hier mit einer weiteren Produktion aus dem gleichen Hause zu tun zu haben.

In der hat Peter Klaven (Paul Rudd) eigentlich keinerlei Sorgen und Probleme. Mit der hübschen Zooey (Rashida Jones) scheint die Frau fürs Leben gefunden. Seinen Heiratsantrag hat sie gerade begeistert akzeptiert und finanziell gibt es in seinem Beruf als Immobilienmakler auch einige Perspektiven (das Drehbuch ist offensichtlich vor der Immobilienkrise entstanden…). Dass der Frauentyp Paul im Grunde keine männlichen Freunde hat, ist diesem eigentlich gar nicht richtig bewusst, wird aber zum Thema als es daran geht den Trauzeugen zu benennen. Mit irgendwelchen Kumpels dummes Zeug oder die Nacht durch zu machen war nie Pauls Sache und so wirken die Bemühungen, dies nun auf die Stelle zu ändern und den Erwartungen anderer Leute zu entsprechen auch reichlich hilflos. Aber das ändert sich, als er bei einer von ihm organisierten Wohnungsbesichtigung Sydney Five (Jason Segel) kennen lernt. Der erweist sich zwar in erster Linie als Schnorrer von leckeren Grillwürstchen, gleichzeitig aber auch als so offen und sympathisch, dass es eine wahre Freude ist. Paul ruft ihn also später an und es entwickelt sich tatsächlich eine echte Männerfreundschaft. Die aber zu Problemen führt, als dieser Sydney doch etwas zu dominant wird und auch in das eine oder andere Fettnäpfchen tritt.

Katze aus dem Sack, es ist KEINE Judd Apatow-Produktion mit der wir es hier zu tun haben, auch wenn alle Indizien und Zutaten noch so sehr darauf hindeuten, inklusive des zweiten Hauptdarstellers Jason Segel aus "Nie wieder Sex mit der Ex". Stattdessen zeichnet hier der Routinier John Hamburg für Buch und Regie verantwortlich, der sonst vorwiegend Ben Stiller mit Werken wie den beiden "Meine Braut, Ihr Vater und ich"-Filmen, "...und dann kam Polly" oder "Zoolander" zum Erfolg verhilft.
Erfolgreich sollte nun aber auch "Trauzeuge gesucht!" laufen, denn der bietet mit seinem gut aufgelegten Darstellerensemble allerbeste sympathische Unterhaltung. Dass Rudd auch als in Wahrheit schon Vierzigjähriger mühelos den jugendlichen Liebhaber und albernen Jungen geben kann wissen wir ja bereits, aber vor allem der groß gewachsene und etwas dickliche Jason Segel ist als gewitzter "Slacker"-Typ geradezu ideal besetzt und legt seine Figur mit der exakt passenden Mischung aus Frechheit und Charme an. So relaxt wie dieser Sydney sich durchs Leben mogelt und dabei seine nützlichen Lebensweisheiten vermittelt, ist es ein absolut nachvollziehbarer Wunsch ihn zum Freund haben zu wollen. Wenn Peter langsam auftaut, zum ersten Mal über etwas intimere Probleme spricht oder beim Schlagzeug spielen endlich mal aus sich herausgeht, erweist sich das als genauso witzig wie herzerwärmend.
Die Sache mit dem "Ich habe eigentlich keine Freunde, aber das fällt mir erst jetzt auf" ist natürlich ein wenig weit her geholt, funktioniert aber als nützliches Handlungsgerüst ausgezeichnet und eröffnet den Raum für diverse gelungene Momente, in denen Peter die bisherigen Versäumnisse nachzuholen hat. Was die Deftigkeit und explizite Aussprache bestimmter Begriffe angeht, befinden wir uns dabei übrigens deutlich mehr im Apatow- als im Stiller-Umfeld, so dass der eine oder andere geschmackliche Ausrutscher kaum zu vermeiden ist. Brauchbare Nebenfiguren wie der homosexuelle Bruder mit seinen Liebschaften oder der wie stets saucool agierende J.K. Simmons ("Juno", " Spider-Man") als Vater deuten aber auf eine erfreuliche Liebe zum Detail hin, was sich auch über den Running Gag um Pauls erfolglose Bemühungen, das Haus des ehemaligen "Hulk"-Darstellers Lou Ferrigno zu verkaufen, sagen lässt. Dessen Etablissement ist geschmückt mit Bildern und Statuen seiner selbst und als der Verkauf nicht zuletzt deshalb nur schleppend voran geht, erleben wir einen zornigen Herrn Ferrigno in einigen amüsanten Gastauftritten.

Das Einzige was im Grunde stört, ist der handlungsimmanente Konflikt, der natürlich auch hier nicht fehlen darf. Und so führt das neue, etwas zu innige Verhältnis zu Sydney den armen Peter schließlich doch noch in einen ernsthaften Streit mit seiner Verlobten. Das wirkt dann schon etwas bemüht und gezwungen, zumal dieser Sydney eben nicht als sich grenzwertig aufführender Freak gezeichnet wird, sondern wirklich nur marginale Fehler begeht.
Glücklicherweise scheint sich John Hamburg dieser Schwäche selbst so bewusst gewesen zu sein, dass er diesen Handlungsstrang erst relativ spät einbaut und dann auch noch erfreulich kurz hält. Und damit trägt der Regisseur und Autor dann entscheidend dazu bei, dass der gute Eindruck seines Werks nicht weiter getrübt wird.

Volker Robrahn

5

7 ist jetzt aber auch mehr als freundlich. Sicher, die Hauptdarsteller passen gut und haben auch einige sehr nette Szenen. Dass allerdings gerade am Anfang ein nicht unbeträchtlicher Teil der Witze aus der Ecke "Kacke & Sperma" stammen, ist einfach ein wenig deplatziert.

Ansonsten ist die Handlung vorhersehbar und die meisten Witze auch nicht wirklich Neuland.

Trotzdem ganz unterhaltsam, aber für mehr als Mittelmaß reichts nun einfach nicht.

8

Auf Deutsch ist mit großer Wahrscheinlichkeit mal wieder der halbe Film auf der Strecke geblieben -
in der Englischen Fassung heißt der Film nämlich "I love you, man" und bezieht seinen Reiz aus der permanenten Verunsicherung der männlichen Vertreter heterosexuellen Geschlechts was gleichgeschlechtliche Zuneigung, Faszination/Attraktion und Freundschaft angeht, und da macht der Film den sehr guten Punkt daß es OK ist wenn man als Hetero-Mann ein wenig begeisterter von seinem Mannfreund ist und man sich ruhig umarmen darf und sogar "ich liebe Dich" sagen kann - egal ob man nun schwul ist oder nicht.
In den U.S.A. gab es dazu eine ganze "BroMance" Medienwelle.
Scheint so als ob dieser Subtext in der Deutschen Fassung gehörig unter den Teppich gekehrt wird.
Schade - da bleibt nämlich dann vom Interesse am Film nicht mehr besonders viel übrig.
So toll und toleranzfördernd die Story auch sein mag, ein paar schadenfrohe Momente gleichgeschlechtlichen Zeitgenossen gegenüber enthält der Film dann doch - jedenfalls wird die Schwule Beziehung als alternative zur "BroMance" doch eher nicht richtig ernstgenommen, was bei mir dann doch wieder minuspunkte eingefahren hat.
Sonst (jedenfalls auf Englisch so man mit amerikanischen Gepflogenheiten vertraut ist) eine der lustigeren und bessergespielten Komödien der letzten Jahre

7

Es gibt wohl kaum einen schlechteren Ort, um Filme zu gucken, als im Flugzeug: laut, kleiner Bildschirm, zu enger Sitz... Andererseits kann man hier mal nett zwischen einer ganzen Reihe neuerer Hollywood-Produktionen auswählen (bei Air Canada gab es löblicherweise aber sogar Abseitigeres und ein paar Kurzfilme), für die man sonst den Weg ins Kino gescheut hätte.
Und "I love you, man" ist ein solcher Film. Muss man nicht gesehen haben... aber andererseits ist es ja auch gar nicht so häufig, dass man gut gemachte Kommödien sieht. Und das hier ist definitiv eine. Was ein bischen an der Story, gar nicht an den weiblichen Darstellerinnen, aber unbedingt an den beiden Hauptfiguren liegt. Die beiden geben einfach ein witziges, nachvollziehbares 'Paar' ab und letztlich ist das Thema gar nicht mal so leicht. Denn welchem Mann geht es nicht so, dass eine Männerfreundschaft - ausserhalb solcher Zwangsverbände wie Fussballverein etc. - gar nicht so einfach in die Wege zu leiten ist.
Kurzum: ein gelungener Film.

5

Ich... tat mich sehr schwer den film zu ende zu schauen. möglicherweisse holt er im original noch einiges raus - trotz allem will ich es nicht herausfinden. zum einschlafen !

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