Neue Rechtschreibung? Kein Problem.
Bei Puuh dem Bär und seinen Freunden waren Buchstaben noch nie
an eine bestimmte Reihenfolge gebunden. Und
so nennt sich der gestreifte Freund des gutmütigen Bären
schlichtweg "Tigger" statt Tiger. Seit vielen Jahrzehnten spielt Tigger
die Nebenrolle in den Puuh-Filmen und Puuh-Büchern, bis es ihm
jetzt endlich zu bunt wurde. Nun hat er seinen eigenen Film: Tiggers
großes Abenteuer. Und der kann sich wirklich sehen lassen.
Tigger ist orange, er lispelt und er ist generell durch nichts und
niemanden zu bremsen. Kein Wunder, dass er den legendären Hula-Hupler-Sprung
beherrscht. Da geht es um die Tiggernomie der ungeraden Hüpfotenuse,
multiplodiert durch die Quadratwurzel der Unschwerkraft, die dann
für die vertikale Vektoren-Ist-Gleichung und die steifometrische
Sprungente für genug Verschleuderung sorgt, um den Tigger auf
seiner ballustischen Parabolantenne in die Rumlaufbahn zu schusseln.
Ist doch logo.
Mit
all dieser Energie hängt Tigger beim Sausen und Springen aber
seine besten Freunde im Wald schnell ab. Puuh ißt lieber Honig,
wie wir wissen, Eule ist sowieso eher ein Denker, Rabbit hat wichtigeres
zu tun und I-Ah ist ohnehin nicht sehr begeisterungsfähig. Also
macht sich Tigger auf, um seine wirkliche Familie zu finden, damit
er endlich unter seinesgleichen hüpfen kann.
Wer befürchtet, dass Disney den Klassiker verkitscht und zu grell
inszeniert hat, der darf sich beruhigt im Kinosessel zurücklehnen.
Behutsam haben die japanischen und amerikanischen Zeichner den Klassiker-Figuren
Leben eingehaucht, liebevoll wurden die einzelnen Charaktere kindgerecht
dargestellt und mit den passenden deutschen Synchronstimmen versorgt. Tigger
lispelt und schwadroniert beispielsweise in unglaublichem Tempo und
Känguruh Roo ist schlichtweg bezaubernd. Und dann ist da noch
die Musik: Die netten Liedchen werden in diesem Sommer auf Hörspielkassetten
in der Endloswiedergabe wohl so manche Urlaubsfamilie im Auto um den
Verstand bringen.
Das kurze Vergnügen von knapp 77 Minuten ist schnell vorbei:
Man hat mit Tigger und seinen Freunden gelacht und gelitten - und
wie bei jedem guten Disney-Film ist die Moral von der Geschicht auch
klar: Familie und Freunde, das ist das Wichtigste auf der Welt. NDT,
wie Tigger sagt - Na dann Tschüß.
Und hoffentlich bis bald im Hundert-Morgen-Wald, Du bestester und
liebester aller Tigger.
kleine Werbepause
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Tiggers großes Abenteuer
Bilder: Copyright

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