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There Will Be Blood

There Will Be Blood
drama , usa 2007
original
there will be blood
regie
paul thomas anderson
drehbuch
paul thomas anderson
cast
daniel day-lewis,
ciarán hinds,
paul dano,
kevin j. o'connor, u.a.
spielzeit
158 Minuten
kinostart
14. Februar 2008
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

Man durfte sich schon Sorgen machen um das Wunderkind. Denn fast eine Dekade ist bereits vergangen, seit Paul Thomas Anderson mit "Magnolia" zuletzt für größeres Aufsehen sorgte und damit bereits den Beweis geliefert hatte, dass sein Durchbruch zwei Jahre zuvor mit "Boogie Nights" weder Zufall noch Eintagsfliege war. Danach folgte im Jahr 2002 dann nur noch "Punch-Drunk Love", eine nette kleine Stilübung, die zwar aus Adam Sandler zum ersten Mal einen echten Schauspieler machte, aber ansonsten eher wie ein kleiner Zwischensnack auf dem Weg zum nächsten Meisterstück wirkte. Nun, es hat sehr lange gedauert bis "There will be Blood" schließlich auf das hungrige Publikum losgelassen wurde, aber in diesem Fall scheint sich die Geduld auch wirklich gelohnt zu haben: Mit Preisen überhäuft, für die wichtigsten Oscars nominiert und bereits jetzt mit dem Stempel eines der "besten Filme aller Zeiten" versehen - das nennt man dann wohl ein Festmahl.

Und das obwohl oder vielleicht gerade weil Anderson hier von vornherein die Erwartungen all jener unterläuft, die für ihn schon so schön die passende Schublade beschriftet hatten. Die des Ensemblefilmers nämlich, der bevorzugt eine Schar hochinteressanter Charaktere präsentiert, die jeder für sich fast schon ihren eigenen Film rechtfertigen würden. Nicht diesmal, denn in "There will be Blood" konzentriert der Regisseur und Drehbuchautor sich im Grunde auf eine einzige Figur, welche den gesamten Film nicht nur trägt sondern in der Tat derart dominiert, wie man es nur ganz selten zu sehen bekommt. Es handelt sich hier nicht um die Geschichte einer Dynastie oder Familie, sondern um die eines einzigen Mannes, der sich selbst mit Vorliebe einfach nur als "Ölmann" bezeichnet.
Ursprünglich auf der Suche nach Gold, bringt es Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) dank eines Ölfundes und professioneller Strategie zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einigem Wohlstand. So richtig groß wird die Sache allerdings erst, als er seinem Instinkt vertrauend dem Tipp des jungen Paul Sunday (Paul Dano aus "Little Miss Sunshine") folgt und sich auf dem Land von dessen Familie nach Öl umsieht. Die Suche ist erfolgreich und ohne größere Schwierigkeiten gelingt es dem Geschäftsmann der Familie den wertvollen Grund abzukaufen. Sehr nützlich ist ihm dabei sein Sohn, dessen Gegenwart Plainview recht skrupellos dazu nutzt, sich den gläubigen Farmern als Familienmensch zu präsentieren und damit Sympathien zu sammeln. Selbst kann er eher wenig mit der Kirche anfangen und so herrscht von Beginn an eine unterschwellige Spannung zwischen dem Unternehmer auf der einen und dem jugendlichen religiösen Eiferer Eli Sunday (ebenfalls Paul Dano) auf der anderen Seite. Ein Konflikt, bei dem von vornherein klar ist, dass er irgendwann offen ausbrechen wird.

Dementsprechend bildet die Figur des Eli Sunday auch den einzig nennenswerten Kontrapunkt zur Dominanz des Hauptcharakters, ohne dass dieser Teil der Handlung nun aber den Film durchgehend bestimmt. Die anderen Charaktere jedoch, mit denen Plainview engere Beziehungen eingeht, sind selbst viel zu schwach, um von ihm mehr als nur ein wenig Zuneigung zu verlangen. Namentlich sind dies Henry (Kevin J. O'Connor), sein Halbbruder fragwürdiger Herkunft, und Sohn H.W. (Dillon Freasier), der nach einem Unfall am Bohrturm sein Gehör verliert und so für den Vater über Nacht zum eher störenden und Aufmerksamkeit fordernden Ballast wird.
Bemerkenswert ist allerdings das offensichtliche Fehlen einer Figur, die es im Leben dieses Magnaten einfach nicht zu geben scheint: Die Frau an seiner Seite. In einem mehr als 25 Jahre umspannenden Zeitraum gibt es nicht einen einzigen Hinweis auf eine Liebesbeziehung, eine Affäre oder überhaupt nur erkennbares Interesse von Plainview an solchen Dingen. Das hat man doch sehr selten, selbst in den ambitionierten und originelleren Hollywood-Produktionen, und dies verdeutlicht daher umso mehr den überlebensgroßen Solitär, als den der Autor hier seine zentrale Figur inszeniert.
Es ist tatsächlich so, dass es in diesen zweieinhalb Stunden fast keine Szene gibt, welche nicht mit und aus der Sicht des Daniel Plainview präsentiert wird. So ein Konzept gibt einem Schauspieler natürlich allerbeste Gelegenheit zu glänzen, und dass der hinsichtlich seiner Filmrollen äußerst wählerische Daniel Day-Lewis diese dann auch ergreift, dürfte niemanden ernsthaft überraschen. Der spielt sich hier wirklich die Seele aus dem Leib und geht komplett auf in einer Figur, deren ganzes Spektrum an Raffinesse und Aggressivität, Opportunismus und Irrsinn er perfekt einzufangen versteht. Es scheint fast, als hätte Anderson dieses Mal die bestimmenden Eigenschaften der zahlreichen Ensemble-Charaktere seiner vorherigen Filme ganz bewusst nur auf eine einzige Figur geworfen, sie darin konzentriert und verdichtet.

Umso erstaunlicher aber, dass uns diese so gewaltige Figur dann trotzdem bis zum Ende ein großes Rätsel bleibt. Woher dieser Hang zur Selbstzerstörung und der Hass auf den Rest der Menschheit? Warum diese Unnachgiebigkeit? Denn es ist keineswegs so, wie es derzeit in anderen Medien gern kolportiert wird, dass wir hier dem "unvermeidlichen Niedergang eines Menschen auf seinem Weg ins Dunkel" beiwohnen. Unvermeidlich wäre kaum etwas gewesen von all dem Schmerz und Verlust, den sich Plainview selbst zufügt. Bis zum letzten Moment (und dafür ist hier nur ein milder Spoileralarm notwendig) wird ihm immer wieder die Hand zur Versöhnung gereicht, von Sohn, Bruder, Gegenspieler. Bis zum finalen Zeitsprung der Handlung scheint eine Wendung zum Guten - zumindest theoretisch - immer noch möglich, doch ganz am Ende wird es stattdessen geradezu bizarr. Es scheint legitim, diese groteske Schlussszene sowie die Distanz und Verständnislosigkeit, mit der man einem fremd gebliebenen Charakter zugesehen hat, dann auch einfach als Schwachpunkt der gesamten Konstruktion zu bewerten. Alles hinein geworfen in diese eine Figur und dabei wurde es dann zwangsläufig irgendwann zu viel und es bleibt nur der Weg ins Absurde.

Auch filmtechnisch gibt Anderson alles, spielt mit den Möglichkeiten der Kamera, zitiert Verse und Filme die aufzuzählen allein schon den Rahmen jeder Besprechung sprengen würde. Schon die rund 15-minütige, komplett dialogfreie Eröffnungssequenz kann man je nach dem als gelungenes Stilmittel, aber eben auch als sehr gewolltes Mätzchen bezeichnen. Dann wird es sogleich doppelbödig, lässt der Autor doch zwei Brüder vom selben Schauspieler darstellen. Da zudem der Erste (Paul) nicht wieder auftaucht, stellt sich die Frage, ob es sich bei dem Anderen (Eli) vielleicht um ein und dieselbe Person handelt? Nur eine von mehreren inhaltlichen Spielereien, aber in der Folge gibt es auch visuell immer wieder beeindruckende Bilder wie den brennenden Ölturm, oder vor Kraft berstende Szenen, wie diejenige in der Plainview genötigt wird öffentlich seine Sünden zu bekennen. Es möge aber auch niemand ein Panorama mit ständigen Schauwerten nach "Giganten"-Art erwarten, denn um eine Vorzeigeproduktion mit entsprechendem Riesenbudget handelt es sich hier natürlich nicht.
Das Comeback des Paul Thomas Anderson ist also ohne Zweifel hochinteressant, denn er hat einen ungewöhnlichen, manchmal auch sperrigen Film geschaffen, der aber ganz sicher auch nicht undiskutierbar ist - und sogar um so diskutierbarer wird, je mehr er sich seinem Ende nähert. Für die Verkörperung einer Über-Figur möge man Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis gern mit allen noch verfügbaren Preisen zuschmeißen, er hat sie verdient. Aber es erzähle mir bitte keiner, er sei wirklich hinein gekommen, in den Kopf des Daniel Plainview.

Volker Robrahn

1

Ich finde die Film von Herrn Anderson alle recht seltsam - das mag subjektiv sein, aber in Boogie Nights hat mir schon immer diese seltsame "alle müssen mit blutiger Nase durch das wohlverdiente Tal der Tränen und bluten, damit sie am Ende mit weißen Anzügen geläutert dastehen" - und auch Magnolia finde ich auf der menschlichen Ebene einen äußerst unbefriedigenden Film - eigentlich passiert von vorne bis hinten allen Figuren nur Mist, zwischendurch regent es Frösche, und dann passiert weiter Mist...
Bei "There Will Be Blood" geht es zuerst wirklich grandios los - die künstlerisch verspielte Soundtrack-Auswahl und die langen Einstellungen in der Wüste erinnern manchmal fast an Wim Wenders oder anderen Autorenfilmer.
Daniel Day Lewis macht seine Sache wirklich ausgezeichnet.
Allerdings ist es wieder auf der menschlichen Ebene sehr unbefriedigend.
Plainview verhält sich eigentlich immer gleich, er begeht im Film mehrfach hintereinander die gleichen Sünden und Verbrechen.
Besonders das Ende ist absurd - man würde eingentlich erwarten, daß die Ereignisse nun auf eine andere Ebene gehoben werden nach dem plötzlichen Zeit und Ortswechsel, aber nein, Plainview verhält sich wieder auf genau die gleiche Weise.
Er drischt einfach auf alle ein, macht alle leiden - das wars auch schon.
Zur Figur des Eli und der ganzen Art wie das Thema "Glauben" in dem Film abgehakt wird, könnte man auch einiges sagen - es wirkt jedenfalls wie die Karikatur einer Karikatur - man findet selten Filme und Filmfiguren, die eine derartige Verständnislosigkeit religiösen Themen gegenüber ausdrücken.
Es gibt aber durchaus hervorragende Sequenzen in dem Film, die einen wirklich atemlos machen - insbesondere die brennende Ölquelle.
Leider fand ich den Film gegen Ende zunehmend furchtbar und dumm - der Regisseur scheint einfach einen ganz massiven Schaden zu haben was die Darstellung humanitärer Gedanken angeht - alle Figuren sind immer extrem, und einen Gott gibt es sowieso nicht.
Ein Film der nur für Leute mit Hornhaut auf der Seele funktioniert.
Leider!

10

Wohl war "there will be blood" ist ein Meisterwerk, die Botschaft, des Films, ist eine Reise ins Herz der Finsternis, des amerikanischen Traums. Das erklärt vermutlich auch, warum er in den US so gefeiert wird. Da ist es besonders toll, dass es sich um einen schön handgemachten Film handelt, der weitgehend ohne digitale Mätzchen auskommt und von seinen grossen Schauspielern getragen wird.
Warum jedoch Kritiker immer in Kunst noch mehr sehen wollen als sie schon so aussagt, bleibt wohl ihr grosses Geheimniss. Nur weil Paul Dano
ein Doppelrolle spielt, und der eine Bruder, nach dem Beginn, nicht mehr auftaucht, handelt es sich noch lange nicht um die gleiche Person. Zumal laut und deutlich erwähnt wird, das es sich um Zwilingsbrüder handelt.

10

ein genialer film vom genialen anderson mit einem genialen daniel day lewis ! ich habe noch nie eine auch nur annähernd so überzeugende schauspielerische leistung gesehen, wie die von daniel day lewis!
der film mag zwar 160 minuten laufen, kommt aber ganz ohne irgendwelche längen aus. ganz im gegenteil. wenn der abspann kommt, wundert man sich, dass er schon vorbei ist. ein meisterwerk... ein wares meisterwerk !

8

das, in zusammenhang mit dem film, oft kolportierte wort 'meisterwerk' ist vielleicht einen tick zu hoch gegriffen. 'there will be blood' ist dennoch ein grandiosen film mit
genialen leistungen der darsteller....sollte sich kein freund ernsthafter filmkunst entgehen lassen.

1

Daniel Day Lewis ist klasse, aber seinen Gegenspieler Eli finde ich leider garnicht gut getroffen - der wirkt von vorneherein unsympatisch, falsch und lächerlich.
Man kann Eli in keinem Moment auch nur annähernd ernst nehmen, zu seinen Motivationen hat das Publikum keinen Zugang: Das finde ich ein ernsthaftes Manko des Films, da das Ende ja aus einem Psychoduell der beiden Figuren besteht - in dem aber absolut nichts neues aufgetischt wird, sondern Herr Plainview den schon vorher lächerlich gemachten und zur Schau gestellten Eli nun einfach nochmals kaputt macht, dieses mal systematisch.
Bis etwa zum zweiten drittel ist der Film tatsächlich ein seltener Cineastischer Genuß, danach will es nicht so recht klappen - die Figuren bleiben dem Publikum fern (mit Ausnahme vielleicht von H.W., aber der wird dafür als Erwachsener nie richtig plastisch).
Aber wie gesagt, ich habe mit den Filmen von P.T. Anderson insgesamt ein Problem, da seine Charaktere sich im laufe des Films oft überhaupt nicht entwickeln und immer neu die gleichen Konflikte durchmachen - ohne daß irgendeine Lösung prästeniert wird oder es sonst irgendeinen Sinn darin geben würde - mag zwar sein daß es um den "amerikanischen Urschlamm" geht und die Menschen vielleicht sogar wirklich so borniert sind - ich finde es dennoch existentiell frustrierend, sich sowas anzusehen.
Auch wenn es von der Fotographie her und formal wirklich genial zugeht und auf der Ebene der Stilmittel fast sowas wie Musik rauskommt (bspw der Rhythmus, in dem Leuten irgendwelche schwer verletzenden oder tödlichen Schläge und Schüsse verpaßt werden) - aus allen Eckchen zwinkert uns das Autorenfilmgenie entegen... hilft der Sache trotzdem nicht.
So... sorry wegen dem Doppelposting, ich glaub jetzt habe ich alles geschrieben was ich dazu sagen will...
lg. km

7

@ kinomax / supercat / utis / rizla23 / v. robrahn:

eure statements in einen shaker – geschüttelt, nicht gerührt – und heraus käme meine einschätzung des films: irgendwie habt ihr alle recht. bin selten so unentschlossen und verwirrt aus dem kino getaumelt. unentschieden, ob das nun eine meisterwerk war oder doch eher nur eine interessante übung.

unbestritten ist daniel day lewis großartige leistung. auch die erste viertel stunde ist ein genuß anbetrachts der konfektionsware die sonst so über die leinwände flimmert. wähnte mich einen bruchteil bei der anfangssequenz von kubricks 2001. diese melange aus dialogfreien szenen und musikalischer untermalung zieht einen geradezu magisch in den film. da gelingt ein ganz eigentümlicher spannungsaufbau, der einen fiebern läßt, was denn da wohl noch alles kommen mag (sequenzweise am ehesten vergleichbar noch mit jonathan glazers „birth“).

was dann kommt, würde ich etwas paradox als „karges epos“ bezeichnen wollen. eine mischung, die ich so noch nicht gesehen habe. ergreifend und spannend auf ganz uneffektvolle art aber doch mit so viel effekt.

zudem ist „there will be blood“ excellent ausgestattet. keine sekunde hat man den eindruck, sich in einer kinokulisse zu befinden. so muß es ganz einfach 1898 oder wahlweise 1911 ausgesehen haben – und so muß es zugegangen sein.

zum ende des films hin vergrößert sich allerdings ein wehrmutstropfen und wird immer praller und praller: woher kommen die motivationen der einzelnen figuren? da hat sich mir ursache und wirkung nicht so ganz erschlossen und ich habe vergeblich auf die ein oder andere auflösung in dieser hinsicht gewartet – das hat kinomax schon recht gut formuliert. etwas zu rätselhaft das ganze.

kein meisterwerk, aber fast. auf jeden fall ein lohnendes kinoerlebnis.

und auch, wenn ich mich als schreier in der wüste wähne: „the assassination of jesse james by the coward john ford“ ist im vergleich zu „there will be blood“ der bessere und noch mutigere film. unverdientermaßen abgestraft von der kritik. warum man diesem film alles mögliche vorgeworfen hat, was einem jetzt bei „there will be blood“ anscheinend gar nicht mehr stört, sondern nur auf dem haben-konto verbucht wird, bleibt mir verschlossen.

10

redet nicht so viel, schaut euch den film an. sensationeller score, fantastischer look, superbe kameraeinstellungen, überragende besetzung. DAS IST KINO. zusammen mit No Country For Old Men das beste seit langem...

Ich würde mir ihn ja auch gerne angucken. Schade nur, dass er fast nirgendwo läuft. (z.B. in Köln, nur in einem kleinen Programmkino)
Und das bei einem Film, der für 8 Oscars nominiert ist und auf der Berlinale gefeiert wurde.
Echt arm!

9

Daniel Day Lewis at his best. Er alleine ist schon den Eintritt wert!

8

Dieser Film rückt Genie und Wahnsinn innerhalb eines Charakters so dicht beieinander, dass der Film zu einer 158-minütigen Gratwanderung wird. Meisterhaft gespielt von D. D. Lewis! Zwar stimme ich der Kritik zu (darum zwei Augen Abzug von der Bestnote), dass die Figuren in ihrer Entwicklung stagnieren, dies wird jedoch kompensiert durch eine höchst filigrane und nur auf den zweiten Blick erkennbare Symbolsprache (private Bowlingbahn, elektrische Hausbeleuchtung bei Tage etc. als Statussymbole des neuen Reichtums).

Die szenische Gestaltung des Films verrät profundes Können, das i-Tüpfelchen ist aber die Klanggestaltung, die einen richtungsweisenden, weil höchst suggestiven Soundtrack und eine nur vordergründig realistische, im Detail jedoch künstlerisch auskomponierte Geräuschkulisse zu bieten hat. Beispielhaft ist die Szene beim Verlegen der Pipeline, als H.W. erstmals von seiner Gehörlosen-Therapie zurückkehrt und von Plainview umarmt wird - aufgenommen in einer weiträumigen Totale, jedoch versehen mit den Geräuschen von Begrüßung und Umarmung in akkustischer Nähe.

Ein weiterer Glanzpunkt ist die Verwendung von Stille bzw. Schweigen - die Intensität des Gesprächs zwischen dem tauben H.W. und Plainview ist durch keine noch so lärmende und komprimierte Szene zu überbieten.

In der Summe ein hervorragender Film!!

10

typisch filmszene. ein film, der schon jetzt als einer der besten filme, die je gedreht wurden, bezichnet wird, erhält gnadenhalber 8 augen. ihr fühlt euch schon sehr elitär, hab ich den eindruck.

@traegheitsmomente:

Also, bei solchen Statements wie deinem kriege ich echt einen Hals. Das ist hier auch immer dasselbe: Wenn ein Film im Vorhinein sehr gehypt wird, und dann hier eine Rezension veröffentlicht wird, über der nicht 10 Augen prangen, dann kommen immer irgendwelche Leute daher, die sich darüber aufregen. So als ob die Besprechungen hier nur dazu da wären, das vorherige Echo zu bestätigen und mit Höchstwertungen um sich zu schmeißen. Gut, "Blood" wurde in den USA sehr gefeiert, aber nur weil einige Leute sagen: "Einer der besten Filme aller Zeiten!" müssen doch nicht alle unreflektiert dasselbe rufen. Schließlich geht es hier um eigenständige Kritiken und nicht ums Nachreden der Meinung anderer Leute. Was sagst du denn selbst zu dem Film? Hast du ihn überhaupt gesehen, oder meckerst du einfach mal pauschal in die Gegend? Und was ist mit den ganzen Leuten, die hier posten und auch keine 10 Augen vergeben? Sind die in deinen Augen auch elitär? Oder bist letztlich nur du elitär, weil du hier offensichtlich einen Meinungs-Faschismus propagierst und unfähig zu Toleranz gegenüber leicht abweichenden Ansichten bist?

Volle Zustimmung. Und wenn man nicht mit der Wertung von Filmszene übereinstimmt, dann soll man doch seine eigene Wertung abgeben und freundlich und sachlich allen darlegen, warum man anderer Meinung ist. Das habe ich bislang nur selten erlebt.

8

Also "Einer der besten Filme aller Zeiten!" ist er sicher nicht, aber "einer der besten Charakter-Darsteller unserer Zeit" spielt hier und trägt diesen Film vom Anfang bis Ende, abseits vom Mainstream-Kino (von daher wohl auch nicht in den großen Kinos zu sehen) mit absolut ungewöhnlichem Soundtrack. Daniel Day-Lewis ist eine Wucht mit größer Präsenz und erstaunt immer wieder Liebhaber auch anspruchsvoller Filmkunst...

10

Super Sound
Super Schauspieler
Super Film

5

absolut langweilige one man show von daniel d-lewis in einem sehr mittelmässigen und unerklärlich hochgeputschten film .
den oscar hat er redlich verdient - aber der rest ist einfach nur einschläfernd

7

Erstmal das Schlusswort zum Anfang:Dieser Film ist der zweite Monsterfilm neben Cloverfield der diesen Monat ins Kino kam und damit ist Daniel Day Lewis' Rolle bei weitem erschreckender als dieser komische Pappmache-Drache.
Paul Thomas Anderson hat es wirklich drauf eine banal-primitive Story als pompöses Epos daherkommen zu lassen.Mit jedem anderen Hauptdarsteller wäre dieser Versuch vollends in die Hose gegangen aber Doppel-D. Lewis macht seine Arbeit sowas von perfekt,dass der Zuschauer gar keine Lust und Möglichkeit hat sich an der spärlichen Handlung , der langatmigen Umsetzung oder den vielen seelenlosen und blutarmen Schauspiel-Statisten zu stören.
Trotz der vielen Mängel ist dieser ölverschmierte MÄNNER-Film ( wie mir seltsamerweise auffiel ist in keiner Szene ist eine weibliche Person länger als 13 sekunden zu sehen - und im gesamten Film sind es vielleicht 48 sekunden )sehenswert aber weit entfernt von Genialität oder anderen Krankheiten!

Dafür gibts von mir 6 Bohrtürme und 1 Oscar - das macht dann zusammen 7 Augen!

4

Die Erwartungen an diesen Film waren im Vorfeld natürlich hoch. Ein einheitliches Kritikerlob, einen Haufen Nominierungen und sogar einen Oscar, das ließ auf einen großrtigen Kinoabend hoffen. Leider wurde diese Hoffnung nicht erfüllt. Dabei fing es gar nicht so schlecht an. Die hier schon vielfach erwähnte Eingangssequenz erzeugt eine dichte Atmosphäre und ist wirklich sehenswert. Diese Atmosphäre hält sich bis zur Ankunft in Little Boston, dann aber bricht der Film auseinander. Denn statt dem eingestimmten Publikum nun eine Geschichte zu präsentieren erweckte der Rest des Films den Eindruck einer Kollage von Momentaufnahmen ohne zwingenden Zusammenhang. Das wäre ja noch durchaus in Ordnung gewesen, wenn die einzelnen Fragmente wenigstens Schlüsselpunkte einer Entwicklung gewesen wären. Doch stattdessen wird ein und die Selbe Situation und Emotion in endlos erscheinenden Sequenzen präsentiert. Gut, die Grundprämisse lässt keine anderen Blickwinkel zu, wohl aber weitere Variationen der Darstellung. Der Mangel an Nebencharakteren gibt der Figur des Daniel Plainview allerdings kaum bis keine Gelegenheit über seine begrenzte Sichtweise hinaus zu agieren. Und so stellt sich dann leider (spätestens nach dem Unfall am Bohrturm) Eintönigkeit ein, die lediglich durch eine interessante Bildsprache erträglich wird, denn Handlung zu unterstellen wäre zu viel des guten. Zu diesem Zeitpunkt ist jedoch noch nicht einmal die Hälfte des Films um und ein Ende nicht in Sicht. Die eigensinnige musikalische Untermalung mit fiedeligen Streichinstrumenten hat mir dann weitere Nerven geraubt. Und so plätscherte der Film weiter ohne mich auf emotionaler oder sonst einer Ebene noch mitziehen zu können. Der schauspielerischen Leistung ist es zu verdanken, dass der Film glaubwürdig wirkt, obwohl für die unmenschliche Haltung der Hauptperson kein nachvollziebarer Grund geliefert wird. Oscar hin oder her, in jedem Fall macht Lewis seine Sache gut, kann dem Film aber auch keine weiteren Positiven Aspekte bescheren.

Als Fazit bleibt der Film für mich persönlich eine Enttäuschung und über weite Strecken schlichtweg nicht sehenswert. 4 Augen bekommt er für schauspielerische Leistung sowie die gekonnte und teilweise extrem gute Inszenierung. Möglicherweise kann ich mich nicht so sehr an den Dingen erfreuen, die dem Film seine enorm guten Bewertungen einbrachten oder ich bin zu starker Verfechter des Unterhaltungskinos geworden, aber empfehlen würde ich diesen Film nur echten Fans von Lewis und/oder Anderson.

1

ohne vorher je etwas von diesem film gehört zu haben bin ich vollkommen unvoreingenommen ins kino gegangen - und was soll ich sagen?
"there will be blood" ist einer der schlechtesten filme seit langem! die acht oscarnominierungen sind absolut nicht gerechtfertigt! weder die story - die sich unglaublich zäh über 150 qualvolle minuten zieht, obwohl sie auch in 10 minuten erzählt wäre - noch die schauspielerischen leistungen können überzeugen. auch die ewig gleichen landschaftsaufnahmen halten einen nicht vom schlafen ab. einzig die total unpassende sirenenmusik verhindert, dass man nicht ins rettende traumland abdriftet!
kurz gesagt: bloß nicht reingehen!

5

There will be Emptiness. There will be Weirdness. There will be Blood.

Man muss ihm ja Mut konstatieren, dem P.T. Anderson, oder Wahnsinn. Wahrscheinlich beides. "There Will Be Blood", dieses unbequeme, sperrige Monster von einem Film, der gegen Ende nicht nur Schädel spaltet, sondern auch Meinungen.

Natürlich ist Daniel Day Lewis hier beeindruckend, es wird ja quasi zum Extremschauspielern und Over-Acting eingeladen, aber ansonsten? Die Landschaft scheint nur dazu da zu sein, dass Day-Lewis sie mit seinem pompösen Darstellen verschlingt. Dies ist nicht scenery chewing, sondern swallowing the sets whole.

Die Musik ist, wie die Umsetzung gesamt, anders und damit folglich "interessant" - aber reicht das zum Meisterwerk? Weil wir so etwas so noch nicht oder selten gesehen haben?

Wie von den meisten Usern hier erwähnt ist der Film lang und fast handlungslos, episodisch aufgebaut. Das kann mal hervorragend klappen ("Into the Wild"), mal recht gut ("Ermordung Jesse James") oder eben auch nicht, so wie hier. Das Duell Eli-Plainview etwa: Wird kurz angerissen, dann taucht Paul Danos Figur für ne halbe Stunde ab, kommt wieder und will Geld, kriegt 'n paar aufs Maul und ist wieder für ne halbe Stunde verschwunden etc. Der Konflikt wird kaum als solcher dargestellt, viel mehr wirken die Konfrontationen dann beliebig und nur dem Drehbuch geschuldet, nicht den Figuren und ihrer (so gut wie nicht vorhandenen) Entwicklung.

Irgendwo macht der Film dasselbe wie "No Country For Old Men": Er betrachtet einen bösen Mann mit der Macht einer Urgewalt und bleibt dann quasi den Rest der Laufzeit von diesem Mann fasziniert. Wo aber die Coens noch eine ansprechende Hetzjagd voller erinnerungswürdiger Momente aufziehen, verharrt "There Will Be Blood" lediglich in Ehrfurcht vor Daniel Plainview und Daniel Day-Lewis. Dazu kommen Sequenzen, die schlichtweg albern sind. Über das Duell in der Bowlingbahn wurde ja schon genug gesprochen und irgendwo passt es zu diesem manischen, unmanierlichen Protagonisten und diesem manischen, unmanierlichen Film. Aber albern bleibt es doch.

"There Will Be Blood" - ein Film wie sein Protagonist. Faszinierend anzusehen, aber leer und ohne Seele.

9

ich will den leueten die den film nich mochten nicht vorwerfen sie seihen halt nur freunde des fastfood kinos, wo bei jedem charakter ausgeführt sein muss warum er das tut was er tut und dann das ganze bitte noch mit nem happy end ganieren.
für solche leute is der film garantiert nichts. denn anscheinen spalten sich ja schon die geister der anspruchsvolleren kinogänger. bei filmen die auf diese langatmige art gemacht sind obwohl sie wenig handlung haben kommt es ja meistens zu den "laangweilig" ausrufen, mann is halt fan von solchen filmen oder nicht, denke ich.
komisch finde ich ist es nur das die dinge die mich am meistens beschäftigt haben, haben hier nur kurz am rand oder garnicht duskutiert wurden.ja,ja is ja gut, daniel day lewis is ne wucht, er hat sein oscar echt verdient, ich vertrete zwar auch voll und ganz diese meinung, aber mitllerweile wissen wir das alles.
wie wärs denn mal die ausssage bzw. den bezug des films auf religion auf den tisch zu werfen? so wie ich das für mich interpretiert habe war die aussage über dieses thema ein großer bestandteil des films, wenn nich sogar die hauptaussage(und sicherlich mir am schockierensten).
die frage nach der ursache für das verhalten von daniel plainview war für mich ehrlich gesagt garnicht mal so wichtig, zumal ja auch angedeutet wurde das er aus einem zerbrochenen elternhaus kommt und man da sich ja seinen teil denken kann. mal ganz abgesehn davon das die ensteheungsgeschichten solcher charaktere fast immer ähnlich sind und man sie auch deswegen nich unbedingt hätte zeigen müssen, es ging ganz einfach nicht darum zu zeigen wie dieses verhalten von plainview zustande gekommen ist sondern um den konflikt den dieser dann mit seinen mitmenschen austrägt.
ansonsten beschweren sich auch immer alle das etliche film charaktere entmystifiziert werden (lecter,jigsaw...) warum hier? (mir ist schon klar das kein besonders guter vergleich ist, aber schließlich hat sich ja wirklich keiner beschwert und wollte bei schweigen der lämmer wissen warum lecter menschen frisst, also sollte sich hier auch keiner beschweren das plainview menschen "frisst")
zu der lächerlichkeit die einige hier manchen szenen anlassten kann ich nur sagen, das das ganze da schon parabelhafte züge annimmt(schon fast satirische)und erstmal somit für mich ligitim war und die zu den stärksten szenen im film gehörten.
so und zum schluss noch was zu den auf der stelle tretenden charakterentwicklung. ersten kann ich nur sagen, das wie schon erwähnt wurde, man sich nie sicher war ob sich jez alles zum guten wendet,was ja nur allein von der "stimmung" des hauptcharakters abhängig war(ich dachte tatsächlich schon das der film ein dahinsichendes ende ohne spitze hat).
zweitens fandich das es sehrwohl eine entwicklung gab, aber halt zum schlechten hin. was am anfang noch ein junger ehrgeiziger goldgräber war entwickelt sich zum rücksichtslosen monster und verliert sich schließlich in seiner cholerik( die hier vielmehr im kopf heerscht als in seinen fäusten)kurz gesagt.
für mich jedenfalls auch nicht unbedingt einer der besten filme aller zeiten aber ziemlioch weit vorne.

10

wer unterhaltn werden möchte sollte superman gucken. wer gerne zum nachdenken angeregt wird und filmkunst schätzt dem kann ich ''there will be blood'' nur ans herz legen

Mich hat die "Aussage" über Religion auch aufgeregt - allerdings nicht weil sie mich so schockiert hat sondern weil es mir vorkam als ob der Film etwas kritisieren oder zerstören will was er garnicht verstanden hat, und das kommt eben insbesondere in der Figur des Eli zum vorschein.
Der Film scheint sich auf mehreren Ebenen auf biblische Geschichten zu beziehen (Plainview und Eli sind in vielen Hinsichten wie Kain und Abel, und das Rechtsverständnis von Plainview ist definitiv alttestamentarisch mit seinem gesammten Auge-um-Auge Zahn-um-Zahn, etc.).
Aber in vielen Hinsichten ist Plainview ein Anti-Jesus der das Gegenteil von Nächstenliebe verbreitet und es am Ende schafft, die Welt damit leerzuräumen.
Wenn Jesus am Ende sagt: "Es ist vollbracht" sagt Plainview am Ende: "I am finished".
Mich hat die Behandlung dieser Themen im Film ehrlichgesagt sehr wütend gemacht - die sollen sich erstmal damit richtig beschäftigen
Ich stehe Kirche und Religion auch oft kritisch gegenüber aber wir haben als Menschen einfach die Pflicht die Welt für uns gegenseitig nicht zur Hölle zu machen.
Die sollen sich erstmal richtig mit Glauben beschäftigen bevor sie so eine Stuss erzählen und einen Priester für den Mammon von Gott abschwören lassen.
So.
Aber wie gesagt, alle File von P.T.Anderson die ich bisher gesehen habe waren auf dieser Ebene irgendwie ziemlich gestört - manchmal habe ich mich schon gefragt ob die zynische Grundeinstellung Erlösungsgedanken gegenüber von der Mitgliedschaft in irgendeiner Sekte herrührt.

Als Reaktion auf Floyds Kommentar (ohne mich angegriffen zu fühlen), möchte ich meinen obigen Satz,
"Der schauspielerischen Leistung ist es zu verdanken, dass der Film glaubwürdig wirkt, obwohl für die unmenschliche Haltung der Hauptperson kein nachvollziebarer Grund geliefert wird"
nochmal relativieren. Gemeint war weniger dass der Film mit einer solchen Erklärung besser gewesen wäre. Ich wollte lediglich hervorheben, dass der Film dank der guten Darstellerleistung auch ohne eine solche glaubhaft funktioniert. Nur eben reicht diese Glaubwürdigkeit -unabhängig wie man sie erreicht- nicht aus um dem Film ausreichend tiefe zu verleihen. Dies ist natürlich nur meine persönliche Meinung und sicherlich zu 100% subjektiv. Wie auch deine übrigen Argumente beweisen, kann man hier durchaus begründet unterschiedliche Meinungen vertreten. In diesem Sinne freut es mich hier vermehrt hochwertige Kommentare lesen zu können.

9

damit, das die aussage des films sehr verstörend sei, meinte ich nicht, das ich die meinung des films über religion verstörend fand. sondern viel mehr das man am ende auf keiner der beiden seiten noch licht gesehn hat. die religion war völlig überzogen und euphorisch, ganz zu schweigen von der verlogenheit und naja, über die kapitalistische seite muss man ja nich extra was negatives erwähnen. ich meine jedenfalls das die meinung über religion in diesem film keines falls auf einer realen eben ernst genommen werde sollte (zumal ihre darstellung sowiso mehr als sektenhaft war), da fällt es einem schon leichter die person plainview für voll zu nehmen(womit keines falls sagen will das an dem film irgendetwas lächelich war).
beides kann man jedoch sehr gut auf unsere "reale" geselschaft beziehen. wie schon gesagt das ganze hat schon etwas parabelhaftes, wo zwei extreme aufgewisen werden um verständlicher zu erscheinen.
weiterhin gibt es natürlich etlische interpretationsweisen zum film, zb. etwa das man plainview als teufel auslegen könnte, wobei die aussage über religion dann natürlich wirklich sehr böse ist(SPOILER teufel erschlägt jesus...).
@kinomax wenn ich das richtig verstanden hab denkst du das der film versucht mit seiner figur plainview den antijesus darzustellen, um somit die religion zu "beschmutzen". meine frage wäre dann, wo ist das problem? ein antijesus ist doch im prinzip nichts anderes als der antichrist und der bezieht sich ja wohl nich auf gott, sondern versuch, ja richtig, die religion zu zerstören.meine meinung über die überzogenheit von eli hab ich oben schon geäußert.
@Sylar meiner meinung nach wurde auch kein grund für die unmenschlichkeit plainviews gelifert, weil das ganze sich tatsächlich metaphorisch gesehn werden kann, und eine darstellung der schlüsselerlebnisse hätten dann von der tatsächlichen aussage abgelenkt.
ich bedanke mich an dieser stelle aber auch nochmal für die hochwertigen komentare (die bei diesemfilm vermehrt aufzutreten scheinen) statt der üblichen eindimensionalen "ich-fands-gut/ich-fand scheiße-reviews"
das alles ist ebenfalls natürlich nur meine pesönliche meinung und sollte keinsfalls als anngriff, oder gar aufzwang wahrgenommen werden.

@Sylmar: Klar, man kann den Film wenn man will auch als Frage verstehen: Wenn alles so dunkel ist und es keine Erlösung gibt, was ist denn dann nun die Antwort?

**********Spoilerwarnung!!!

Am Ende des films gibt es gleich 3 mal keinen gott:
1) weil Plainview den "Representaten Gottes" (Eli) erschlägt
2) weil Eli kurz vor dem Ende Gott und der Religion abschwöhrt um an Plainviews Knete zu kommen (und damit quasi zur kapitalistisch-atheistischen "Ego-Religion" Plainviews überwechselt.
3) weil Eli ohnehin schon vorher als lächerlicher zwischen tranäugig und hysterisch changierenden Sekten-Prophet dargestellt wird und man ihn als Zuschauer schon vorher unausstehlich findet.

Im Film gibt es andererseits keine alternativen zu Eli.
Am ehesten für "Vernunft" steht vielleicht noch einer der Kapitalisten, die Plainview's Firma im Mittelteil des Films aufkaufen wollen.

Auch auf der Seite Plainviews findet sich eine Kaskade von Begebnissen, die alle in die gleiche Richtung weisen - daß er halt ein Mann ist der kompromißlos nicht nur auf Gewinn und Macht spielt, sondern auf die rücksichtslose Zerstörung seiner diesbezüglichen Konkurrenten und alles zerstört was ihm im Weg steht - sogar seinen eigenen Adoptivsohn.

Insofern kann man diesem Film (wie auch z.B. Magnolia) finde ich schon vorwerfen, zwar sehr dramatisch zu sein aber inhaltlich desöfteren mit der Wurst nach der Speckseite zu werfen: Da gibt es definitiv eine Menge von Momenten in denen man sich denkt: Das hab ich auch schon vorher geglaubt, das hätte jetzt nicht auch noch sein müssen.
Was "there will be blood" dann gelegentlich rettet ist die Qualität und Sinnlichkeit der Bilder und die Schauspielleistungen.
Die Szene in der Bowling-Bahn verweigert uns dann allerdings auch diese Ausflucht in die optische Ablenkung: Plainview hat seinen finalen Siegeszug vor dem öden Hintergrund einer glatt vergipsten Wand und bei langweiligem elektrischen Licht.

10

There will be blood ist ein einziger filmischer Exzess wie er lange nicht mehr Kino zu sehen war!
Eine fast schon brutal minutiöse Handlung mit unvergesslichen Bildern, dazu furchterregende Szenen wie "ich habe mein Kind verstoßen" und dann natürlich das Ende, nochmals ein Faustschlag ins Gesicht des Zuschauers.

9

Ein kontroverser Film, die Charaktere sind natürlich Karikaturen, überzeichnet, selbstverständlich.
Ich habe dem Film eine weitere Bedeutungsebene abgenommen.
Als Grundannahme liegt der Wandel einer Gesellschaft von der Nicht-Information zu Information und vom Glauben geprägt zum Kapitalismus geprägten Lebensweise zugrunde.
Plainview ist der informierte, profitorientierte Ultrakapitalismus, der sich nicht um lokale Bräuche und Kultur schert, sondern nur Ausbeutung und Profitmaximierung im Sinn hat. Eli verkörpert die alte Zeit, die sich den Umwälzungen und tiefgreifenden kulturellen Veränderungen, die der Kapitalismus in reinstform mit sich bringt, zu widersetzen versucht. Diese gegenläufigen Bewegungen sind an vielen Stellen im Film zu erkennen. Eli ist nur um das Wohl der Kirche und der Gemeinschaft besorgt wohingegen Plainview dazu nur halbherzige Bekenntnisse macht und Eli's Idealismus zu seinem Vorteil ausnutzt (Einweihung des Bohrturms). Besonders markant auch, dass die Unfälle von Eli als Zeichen interpretiert werden wohingegen sie auch nur als das, was sie sind - Unfälle - gesehen werden können. Diese völlig unterschiedlichen Wahrnehmungen ein und derselben Tatsache spiegeln einen radikalen Wertewandel wider.
Auch typisch ist die Ignoranz und Beseitigung von Ineffizienz, siehe H.W., die nur unnötige Aufmerksamkeit erfordert.
Am Ende wird die Kirche vom Kapitalismus zerstört. Aber erst nachdem sie selbst von den Segnungen der neuen Weltanschauung profitiert hat, damit aber nicht umgehen konnte. Dafür wird sie (Eli) vom Kapitalismus (Plainview) gestraft.

7

Naja wurde ja schon alles gesagt.
Leider viel zu langatmig.

1

Nachdem ich den relativ guten Trailer zum Film im Kino gesehen hatte, war mir klar dass ich mir "There will be blood" auschauen werde.
Die Geschichte, Epoche und alles drumherum weckten bei mir die große Erwartung, dass dieser Film supi werden würde...
Um es kurz zu machen: Ich habe selten einen Film gesehen, der mich sprachlos und anschließend so richtig verärgert hat.
Nicht empfehlenswert!

6

ich muss gestehen ich hatte mir auch wirklich mehr versprochen nach dem ganzen hype, der um den film gemacht wurde. unbestritten ist natürlich die absolut geniale leistung von daniel day-lewis.
auch fand ich, dass man sich nicht wirklich in die gemütswelt der hauptcharaktere reinfinden konnte, zumal es derer ja nicht viele gab, aber das sei nur am rande erwähnt.
die größte enttäuschung war für mich allerdings der soundtrack, besser gesagt das nervige geigengequitsche. das hat großartige bilder und die stimmung völlig zu nichte gemacht.
schade, hätte ansonsten wirklich ein super film werden können.

10

Endlich wieder ein Film der zum Denken anregt! Dieser Film wird von seinem fantastischen Hauptdarsteller vollständig getragen. Knallhart, Brutal und Grausam. So muss es damals um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. gewesen sein. Auch die Kernaussage des Films, dass nur durch Gaunereien, Mord und Betrug jemand vor über hundert Jahren zu Reichtum und Macht kommen konnte, stimmt einen Humanisten nachdenklich. Äußerst sehenswert, vor allem die darstellerische Leistung von Daniel Day-Lewis ist überragend und wirkt lange im Gedächtnis des staunenden Zuschauers nach.

8

ich fand den film überhaupt nicht so scheiße, wie viele hier.
jedenfalls 10 mal besser als viele vorher gehypte filme.
daniel-day lewis ist tatsächlich wieder mal grandios.
++

9

faszinierend, sehenswert, nachhaltig und absolut zu empfehlen.
schließe mich der einschätzung von herr robrahn in etwa an. wurde alles gesagt...

hauptsächlich hat mir gefallen das es ein film mit diskussionsstoff hinterher war.
es gibt filme die sieht man sich mit anderen leuten an und jedes wort danach wäre eine verschwendung, das war hier eben nicht der fall.

das ende war verwirrend...

langweilig und zäh kann ich da nur sagen. 150 min ohne gnade und erbamen. war froh als es am ende vorbei war.

5

bei weitem kein meisterwerk! klar die anfangssequenz und die bildsprache sind schon atemberaubend, aber..

..können nicht vom zähen, dröge dahin plätschernden mittelteil ablenken...

der schluss ist aber wieder ganz stark und die finalen dialoge plainview - h.w. .. plainview-eli sind ein genuss!

8

Ich hab mir den Film auf DVD ausgeliehen, nachdem ich mir hier die sehr unterschiedlichen Kommentare und Bewertungen durchgelesen hatte. Vorab, finde ich den Film durchaus Sehenswert. Er ist zwar meiner Meinung nach kein Reiser aber ein grundsolider, guter Film.

Was mir noch aufgefallen ist, und bisher vielleicht noch nicht zur Sprache gekommen ist sind die Parallelen zu anderen Filmen. Ich meine z.B. die Rolle des Plainview gespielt von DD. lewis erinnert doch (sogar optisch) stark an Bill the Butcher aus Gangs of New York. Und beim Verlauf der Story, Aufstieg und (moralischer) Fall der Hauptperson musste ich zwangsläufig an Tony Montana aus Scarface denken. Man könnte bei diesen beiden Filmen auch das Ende der Beziehung der Hauptpersonen zu den jeweils verstoßenen Partner vergleichen (Scarface,Manolo/There w.b.B.Sohn HW). Nicht das dies dem Film schaden würde, aber gerade die(zurecht) so hoch gelobte schauspielerische Leistung von DD Lewis, hat er selbst, meiner Meinung nach, in Gangs of New York schon überboten.

Alles in allem, trotz Überlänge sehenswert. Ich fand ihn besser als den in anderen Kommentaren erwähnten No country for old man, oder die Ermordung des Jessie James (viel besser als JJ)

Ich habe schon lange keinen so schlechten Film gesehen. 150 Minuten habe ich gewartet ob da noch etwas passiert. Langweilig, immer die gleichen Landschaftsaufnahmen, nervtötende Musik, vorhersehbare und einfache Handlung. Ich habe 150 Minuten meines Lebens für diesen Schund vergeudet. Wer nominiert sowas?

10

Ein Film vergleichbar mit "2001", "Stalker" und "The Searchers".
Kein Film den man liebt oder genießt, sondern ein Film, den man ehrfürchtig bewundert.
Andersons Regie ist genial, Day-Lewis überlebensgroß.
Wenige Leute erkennen sowas. Der Rezensent gehört nicht dazu.

10

Leider habe ich den Film gestern erst auf DVD entdeckt und bin völlig umgehauen, vor allem von der Filmmusik! Da wird so deutlich bei 2001 bzw. Kubricks gesamtem Musikeinsatz zitiert (und auch deutlich bei Lost), dass es mich schon stark wundert, dass das nicht viel öfter erwähnt wird. Solche Bilder hätten andere vielleicht mit Country unterlegt oder Ähnlichem: Das wäre ein komplett anderer Film geworden. Für mich macht es auch gerade den Reiz aus, dass mir der Film keine Erklärungen liefert für die Handlungen, gerade das Episodische und die Lücken machen es (zusammen mit der Musik) fast unerträglich spannend. Ich muss doch nicht ständig über alles detailliert Bescheid wissen, so funktioniert es auch im Leben nicht, da muss der Film nicht zwangsläufig einen Gegenwelt aufbauen - zumindest solange keine groben Fehler passieren. Ein solcher Film funktioniert über Emotion, über die Bilder und hier ganz klar über den Sound. In meiner ewigen Bestenliste hat er auf jeden Fall einen Platz bekommen!

9

Ich halte es für müßig, sich bei der Figur des Daniel Plainview über eine fehlende Begründung der Motivation oder Erklärung seiner Misanthropie zu ärgern. Meiner Ansicht nachkann er sich aufgrund einer Schädigung der ventromedialen präfrontalen Region der Großhirnrinde gar nicht anders verhalten als er es tut. Mit anderen Worten, er leidet unter einer dissozialen Persönlichkeitsstörung, ist also ein Soziopath.

Der Film handelt vom Aufstieg

8

Der Film handelt vom Aufstieg und Fall eines astreinen Soziopathen. Nicht mehr und nicht weniger. Meines Erachtens nicht so kongenial wie "Magnolia", aber Dank Daniel Day Lewis (und auch Paul Dano) mindestens genauso unvergesslich.

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