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The Rocker

The Rocker
komödie , usa 2008
original
the rocker
regie
peter cattaneo
drehbuch
maya forbes, wally wolodarsky
cast
rainn wilson,
jsoh gad,
teddy geiger,
emma stone,
christina applegate, u.a.
spielzeit
103 Minuten
kinostart
29. Januar 2009
homepage
http://www.therocker.de
bewertung

4 von 10 Augen

 

1998 schlug die große Stunde von Peter Cattaneo. Wie aus dem Nichts tauchte da dieser Brite mit seiner Sozialkomödie über sechs strippende Arbeitslose auf. Es setzte vier Oscar-Nominierungen, darunter in der Kategorie "Bester Film"; für die Musik gab es sogar den begehrten Preis. Und bei dieser einen Auszeichnung hätte es vielleicht nicht bleiben müssen, wäre es nicht das Jahr gewesen, in dem "Titanic" die Oscars dominierte. Zum Zeitpunkt der Oscar-Preisverleihung hatte "Ganz oder gar nicht" weltweit bereits mehr als 220 Millionen Dollar eingespielt. Und das mit einem Budget von etwas mehr als einem Hundertstel davon. Doch was ist seitdem passiert? Cattaneos letzter Film, "Opal Dream", lief 2006 zwar auf der Berlinale, hat es aber nie in die deutschen Kinos oder Videotheken geschafft. Mehr als sieben Jahre sind seit dem letzten Cattaneo-Film in deutschen Kinos ("Lucky Break", 2001) vergangen; Anfang 2009 ist es nach mehrmonatiger Startverschiebung nun wieder so weit: Peter Cattaneo kehrt mit "The Rocker" zurück. Hat sich das Warten für Freunde seines bislang größten Erfolges gelohnt? Ganz klare Antwort: Nein.

Vor 20 Jahren war die Welt für Robert "Fish" Fishman (Rainn Wilson) noch in Ordnung. Als Drummer der Band Vesuvius schien ihm eine steile Karriere im Musik-Business sicher. Doch dann kam das Angebot einer großen Plattenfirma, das Fish nicht mit einschloss. Die übrigen Band-Mitglieder votierten gegen ihn - Fish war draußen. 20 Jahre später stehen Vesuvius im Rock-Olymp, während Fish seine Karriere längst an den Nagel gehängt hat und nun in einem Call-Center arbeitet. Das neue Album von Vesuvius verleitet ihn dort zu einem tätlichen Angriff, was seine prompte Kündigung zur Folge hat. Daraufhin setzt ihn natürlich auch noch seine Freundin auf die Straße. Glücklicherweise findet er im Dachstuhl seiner Schwester eine Unterkunft, zumindest vorübergehend. Lange dauert es nicht, bis sein Keyboard spielender Neffe Matt (Josh Gad) bei ihm vorspricht und ihn darum bittet, auf dem Abschlussball als Drummer in dessen Band "A.D.D." einzuspringen. Fish ist zunächst mäßig angetan von der Idee, sagt dann aber doch zu und findet auf der Bühne zu alter Begeisterung zurück. Sofort schmiedet er Pläne, will gemeinsam mit Matt, Gitarrist Curtis (Teddy Geiger) und Bassistin Amelia (Emma Stone) Songs aufnehmen, in kleinen Clubs spielen und auf große Tournee gehen. Und einem nicht wirklich geplanten Auftritt auf YouTube sei Dank: Eine große Plattenfirma zeigt tatsächlich Interesse an A.D.D.

Peter Cattaneo scheint eine Vorliebe für Menschen zu besitzen, mit denen es das Leben (lange Zeit) nicht gut gemeint hat, die sich aber aus eigener Kraft aus ihrer unliebsamen Situation befreien wollen. In "Ganz oder gar nicht" waren das die strippenden Arbeitslosen, drei Jahre später in "Lucky Break" die Kleinkriminellen, die in den Knast kamen und mittels eines Musicals den Ausbruch planten. In "The Rocker" steht ein gescheiterter Drummer im Mittelpunkt, dessen Karriere einst böse zum Absturz gebracht wurde, der nun aber eine neue Chance wittert - und sei es, indem er mit einer Teenie-Band auf Tour geht.
Was in der Theorie vielleicht durchaus Potential besitzt, ist in der Praxis alles andere als eine weitere Oscar-würdige Darbietung. Als großes Problem erweist sich das Fehlen eines Herzstückes. Sicher war Fish als ein solches vorgesehen, doch beginnt dieser bereits nach fünf Minuten, die Nerven der Zuschauer zu strapazieren. Auch später fällt es schwer, mit dieser Figur so richtig warm zu werden. Permanent begleitet einen das Gefühl, dass all sein Handeln in allererster Linie ihn selbst zum großen Erfolg führen soll. Dass dabei die drei Kids auch ihren Nutzen aus der Sache ziehen, erscheint eher als damit einhergehendes, für ihn ziemlich irrelevantes Randprodukt. Und nicht selten setzt er den Erfolg der Band aufs Spiel. Für ihn gehört der Besuch einer Gefängniszelle (von innen, versteht sich) zum Rockstar-Dasein einfach dazu, für die jungen Musiker könnte es das vorläufige Aus bedeuten, nämlich dann, wenn die Eltern, die Fish ihre Kinder auf der Tour anvertraut haben, verständlicherweise wenig begeistert darauf reagieren und sie wieder mit zu sich nach Hause nehmen.
Selbst das zentrale Element der Musik scheint für Fish nur das Mittel zum Zweck zu sein. Als Mittel zum Geld, zu wilden Partys, zu Groupies, zu Anerkennung. Musik der Leidenschaft wegen zu machen, ist da scheinbar häufig zweitrangig. Nein, es kann nicht im Sinne des Erfinders sein, wenn der Protagonist im schlimmsten Fall unsympathisch wirkt, auch wenn er sich im Laufe des Films natürlich (ein wenig) wandelt.

Dem aus dem amerikanischen "Stromberg"-Pendant "The Office" und aus einer Gastrolle in "Six Feet Under" bekannten Rainn Wilson ist dabei im Prinzip kaum ein Vorwurf zu machen. Mit genügend Make Up ein wenig an Jack White von den "White Stripes" erinnernd, darf er in diesem Film so richtig die Sau rauslassen. Das nimmt in Sachen "wildes Grimassieren" zwar manchmal etwas Überhand, doch wäre seine Darbietung für sich genommen sicher ein Grund, der für den Film spricht, wäre dieser eben nur entsprechend konzipiert und mit interessanteren, spritzigeren Dialogen versehen.
Unterstützung erhält Wilson von den drei soliden Jung-Darstellern Josh Gad (fetter Witzbold, von den Dreien am Überzeugendsten), Teddy Geiger (ruhiges Songwriting-Talent) und Emma Stone (ernst und bissig). Geigers Karriere ist dabei durchaus bemerkenswert, machte er doch bislang eher als Sänger denn als Schauspieler auf sich aufmerksam und erklomm in den USA mit seinem zweiten Album sogar Platz 8 der Album-Charts.
Den bleibendsten Eindruck hinterlässt allerdings Will Arnett. Als Lex, Vertreter einer Plattenfirma und wandelndes Klischee, sorgt er mit seiner ziemlich direkten, spät-pubertären Art für die meisten der insgesamt nicht gerade zahlreichen Lacher ("In Ihnen würde ich auch gerne neun Monate verbringen") und peppt das ansonsten recht harmlose Geschehen ein bisschen auf.

Der Rest setzt sich dann zusammen aus Witzen, die eigentlich keiner mehr sehen will: Fish stößt sich den Kopf, Fish stößt sich an einem Ast, Fish kracht etwas in die Weichteile, Fish fällt eine Treppe herab, und so weiter. Nicht gerade einfallsreich. Ebenso wie die Story, die einen sehr formelhaften Verlauf nimmt, nach dem Muster "zunehmender Erfolg, schwerer Rückschlag, doch am Ende...". Dabei fehlt es an prägnanten Ideen, was sich zum Beispiel darin zeigt, dass das den Erfolg auslösende Schlüsselereignis ebenso beliebig wirkt wie die obligatorische "Strafe" für die übrigen Bandmitglieder von Vesuvius. Die Karriere der vier Musiker von A.D.D. schreitet auch ziemlich streng nach dem Prinzip "mehr verkaufte Platten, mehr Fans, größere Hallen" voran, ohne mal einen überraschenden Weg einzuschlagen. Dass der Erfolg der Band vollkommen an den Haaren herbeigezogen ist (Möchtegern-Rock-Musik für Teenies, die aber Fans von Alt-Rockern wie Vesuvius in Ekstase versetzt - schon klar), sei in Anbetracht des Genres, in dem wir uns hier befinden, mal verziehen.

"The Rocker" bietet gute Unterhaltung für Mädels und Jungs, die noch nicht die Volljährigkeit erreicht haben. Enttäuschend ist das Ganze jedoch vor allem für diejenigen, die bei "Ganz oder gar nicht" voll auf ihre Kosten gekommen sind und gut zehn Jahre danach ähnliches erwartet haben. Somit ist "The Rocker" nicht wirklich unangenehm zu schauen, scheitert aber an fehlendem Witz und Gleichgültigkeit seitens des Zuschauers für Story und Charaktere.

René Loch

Klingt nicht wirklich nach einem "must see", sondern eher nach einem "School of Rock"-Klon. Wobei der sicherlich kein Meilenstein, aber immerhin ein nettes, sympathisches und teilweise durchaus witziges Stückchen Kino ist.

8

auf englisch ein killerfilm für alle die auf etwas brachialeren humor a la will ferrell stehen.

auf deutsch ist sowas nicht zu empfehlen;)

6

Auf jeden Fall besser als School of Rock.
"The naked Drummer" *lach* einfach spitze!

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