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The Man who wasn't there

The Man who wasn't there
krimi-komödie , usa 2001
original
the man who wasn't there
regie
joel coen, ethan coen
drehbuch
joel coen, ethan coen
cast
billy bob thornton,
frances mcdormand,
james gandolfini, u.a.
spielzeit
116 Minuten
kinostart
8. November 2001
homepage
bewertung

7 von 10 Augen

Ed Crane (Billy Bob Thornton) ist ein introvertierter Loser im Jahr 1949. Er schnibbelt im Friseurladen seines Schwagers an Männerköpfen herum, pafft unaufhörlich eine Zigarette nach der anderen und redet nicht. Seine Frau betrügt ihn, kommandiert ihn herum, lässt sich von ihm die Beine rasieren. Mehr Hautkontakt ist nicht drin. Aber Ed lebt in einem freien Land, in der kleinen überschaubaren kalifornischen Stadt Santa Rosa, und eigentlich gefällt ihm sein Leben ganz gut. Er beschwert sich nicht. Er ist unsichtbar, er ist der Mann, über den die Kellner hinwegblicken, der Mann, der eigentlich gar nicht wirklich da ist.
Irgendwie purzelt ihm dann die Gelegenheit in den Schoß, großes Geld zu machen und aus seinem tristen Leben zu entfliehen. Ein öder Toupetträger luchst ihm 10 000 Dollar ab und statt diese in die geniale Idee einer Trockenreinigung zu investieren setzt sich der Typ ab. Die nächste Idee von Ed: Er könnte ein talentiertes Klavier spielendes Mädchen managen. Aber die Kleine will eigentlich gar nicht.
Also macht sich Ed auf und wird kriminell. Eigentlich ungewollt, eigentlich auch wieder vollkommen stoisch-ruhig, gelangweilt-frustriert. Mit der Erpressung des Chefs seiner Frau fängt alles an, und damit tritt Ed eine gigantische Lawine los, die er selbst nicht mehr bremsen kann. Wie die Dominosteine fallen alle Säulen seines Lebens nach und nach zusammen.

Ganz in schwarzweiß gehalten ist dieser Film, ungewohnt zunächst, passend aber dennoch. Die kreativen Coen-Brüder haben sich einen gefühlvollen Stoff zusammengereimt, der mit den lustigen Krachmachern "The Big Lebowski" oder dem Musical-Stückchen "O Brother Where Art Thou?" nichts zu tun hat. Stattdessen ist ihr neuester Streifen angelehnt an das Genre des Film Noir der 40er-Jahre, er ist so langsam und melancholisch erzählt, dass sich beim bloßen Zusehen der Herzschlag zu verringern scheint, man taucht ein in die triste Welt des hageren Mannes mit den vielen Falten im Gesicht.
Der unglaublich wandlungsfähige Hauptdarsteller Billy Bob Thornton wird in diesem Film als Kettenraucher zum neuen Humphrey Bogart, er spielt minimalistisch, mit versteinerter Miene, mit totem Blick, er ist das perfekte Nichts.

Alles in allem geht man ohne Happy End und in eher düsterer Grübelstimmung nach Hause. Die Coen-Brüder wurden für ihre Arbeit in Cannes zu Recht mit dem Regiepreis belohnt. An "Fargo" kommt aber auch dieser Film nicht ran.

Frank-Michael Helmke

1

Tut euch diesen langweiligen Film nicht an und verwendet die Zeit sinnvoll.

10

Spannend, stilsicher, Kult!!

Einer meiner Lieblingsfilme.

Ich kann mich nur in den Reigen der wohlwollenden Töne für diesen Film einreihen. Wenn dieser Film inzwischen auch schon wieder einige Jährchen auf dem Buckel hat, so hat er für mich doch nichts an seiner Anziehungskraft verloren. Gerade diese ruhige und stimmungsvolle Kameraführung macht den Film zu etwas so besonderen unter den ganzen schrillen, lauten, aktionreichen und vor allem schnell schnittigen Filmen der gängigen Hollywood - Filmchen. Und für mich als Fotografien besticht und unterstreicht der Film durch seine Schwarz-Weiß Darstellung und der darin fantatstischen Lichtführung. Nach dem ich diesen Film das erste Mal gesehen hatte, war für mich in der Erinnerung vor allem diese bestechende Arbeit mit dem Licht, dass die entsprechenden Stimmungen auf geniale Weise unterstreicht. Zweitens die Melancholie und Ruhe die dieser Film, trotz seines Themas hinterlässt. Dabei hatte ich das Gefühl der Film kommt so gut wie ohne Dialoge aus. Vor zwei Jahren habe ich ihn noch einmal gesehen und war erstaunt, wie mich die Erinnerung getrogen hatte, dass es sehr wohl Dialoge (und nicht nur leise) gab. Und ich bin davon überzeugt, dass man diesen Film auf Grund dieser sicheren Regie- und Lichtführung auch ohne die Dialoge versteht, wenn man sich auf leise Bilder einlassen kann. Der Film hat mich auch beim zweiten Sehen genauso überzeugt. Natürlich auch wegen der hervorragenden Rollenbesetzungen.

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