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The Glass House

The Glass House
psycho-thriller , usa 2001
original
the glass house
regie
daniel sackheim
drehbuch
wesley strick
cast
leelee sobieski,
diane lane,
stellan skarsgard,
trevor morgan, u.a.
spielzeit
101 Minuten
kinostart
29. November 2001
homepage
bewertung

3 von 10 Augen

Die Sehgewohnheiten haben sich gewandelt. Der Zuschauer kennt die Regeln des Kinos, und dementsprechend vorbelastet begibt er sich ins Kino. "Scream" thematisierte diese Bedingung anhand des Horrorfilmgenres, und auch der Thrillerbereich verläßt zunehmend ausgetretene Pfade und verlegt sich auf Werke mit Metabedeutung und


Eltern wie aus der Zahnpasta-Werbung:
Stellan Skarsgard und Diane Lane.

Selbstreferentialität. Geniestreiche wie Finchers "Fight Club" und Nolans "Memento" bringen es nicht nur fertig, sich selbst zu thematisieren, sondern auch dem Zuschauer eine vollkommen überraschende Wendung zu präsentieren, die einen bei den Eiern packt. Neben diesen Ausnahmewerken gibt es auch Filme wie "Ich weiß was du letzten Sommer getan hast" oder "Düstere Legenden" plus deren Fortsetzungen, die sich da eher der traditionellen Herangehensweise bedienen, nur mit moderner Hippness. Wer da letztlich der Mörder ist und warum, ist eigentlich auch egal, und deshalb riechen die Auflösungen stark nach Zufallsgenerator.
Wo steht nun Daniel Sackheims Regiedebüt? Sagen wir´s mal so: der Produzent der sogenannten Teenieslasher ist derselbe wie bei "The Glass House". Was allerdings schlimmer ist: der Film ist noch schlechter als seine Anverwandten.


Auch Ruby's modisch gekleidete Freundinnen
können keine Farbe in diese Tristesse bringen.

Die Eltern von Ruby (Leelee Sobieski) und ihrem jüngeren Bruder Rhett (Trevor Morgan) sterben bei einem Autounfall. Das Ehepaar Glass, langjährige Familienfreunde, erklären sich bereit, die beiden Kinder in ihrem Haus aufzunehmen, einem riesigen Palast aus Glas mit Fitnessraum, Heimkino und Swimming Pool. Allerdings ist die Beziehung zu Erin (Diane Lane) und Terry Glass (Stellan Skarsgard) alles andere als gut. Terry macht betrunken Annährungsversuche, und als Ruby eines Abends nach Hause kommt, sieht sie Erin mit einer Spritze im Arm auf dem Sofa liegen. Die Glasses haben dafür aber immer plausible Erklärungen parat, und auch die Dame von der Jugendfürsore kann nicht ungewöhnliches feststellen. Dafür findet Ruby durch Zufall heraus, daß die Autofirma von Terry in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten steckt, und dass ihre Eltern bei ihrer Todesfahrt nicht ihren eigenen, sondern einen auf Terrys Firma zugelassenen Wagen gefahren haben. Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass ihr Nachlassverwalter Begleiter (Bruce Dern) ein Erbe in Millionenhöhe betreut, keimt in Ruby ein


Haben Angst: Trevor Morgan und
Leelee Sobieski

schrecklicher Verdacht auf ...

Klingt nicht gerade aufregend. Das Drehbuch von Wesley Strick (immerhin Scorseses "Kap der Angst" und "Wolf") kaut eine ausgelutschte Thematik äußerst uninspiriert wieder, und der Regieneuling Sackheim schafft es auch keine Sekunde, dieser vorhersehbaren Story auch nur einen Hauch von Spannung abzutrotzen. Seine Inszenierung kann einfach nicht die Fernsehherkunft verleugnen (er war Regisseur bzw. Produzent u.a. bei "Miami Vice" und "Alte X"), die Stimmung aufkommen lassen will, es aber beim besten Willen nicht schafft.
Das Schlimmste ist aber, daß man von vorneherein weiß, wer der Täter ist. Schon bei der ersten Begegnung von Ruby mit Person X (vielleicht geht ja doch jemand rein) ist alles klar, und das macht diesen Streifen noch unerträglicher und langweiliger als die oben angesprochenen Slasher, bei denen man wenigstens nicht sofort wußte, wo der Hase lang läuft. Da nützen die guten darstellerischen Leistungen auch nichts mehr, wenn eh schon jede Spannung verloren gegangen ist.
"The Glass House" wirkt nicht wie ein Kinofilm, und braucht auch nicht im Kino gesehen zu werden. Er ist wie eine Talkshow. Kann im Hintergrund laufen, während man bügelt.

Collin Delbrouck

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