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The Fourth Floor

The Fourth Floor
psycho-thriller , usa 2000
original
the fourth floor
regie
josh klausner
drehbuch
josh klausner
cast
juliette lewis,
william hurt,
austin pendleton,
shelley duvall, u.a.
spielzeit
90 Minuten
kinostart
10. August 2000
homepage
bewertung

4 von 10 Augen

Für Jane Emelin (Juliette Lewis) geht ein Kindheitstraum in Erfüllung: die erste eigene Bude. Ihr Freund Greg Harrison (William Hurt), der bekannteste Wettermoderator der Stadt, hätte sie zwar lieber bei sich einziehen sehen, aber Jane bezieht das im fünften Stock in einem Reihenhaus gelegene Apartement ihrer kürzlich verstorbenen Tante Cecile. Und am Anfang ist auch alles Sonnenschein: die Wohnung ist spitze, und die Nachbarn recht freundlich. Martha Stewart (Shelley Duvall) ist eine Plaudertasche, Mr. Collins (Austin Pendleton) ein liebenswerter alter Mann. Im dritten Stock wohnt ein altes Ehepaar, das sich immer gegenseitig aussperrt und dann ellenlang an die Tür klopft, weil beide taub sind. In der vierten Etage lebt angeblich die alte Alice, die aber nie anzutreffen ist, und im Keller der etwas zurückgebliebene Jerry. Also soweit alles in Ordnung. Doch kaum ist Jane eingezogen, bekommt sie Drohbriefe, sie möchte keinen Lärm mehr verursachen, und von der Etage tiefer klopft es beim kleinsten Geräusch an die Decke. Zu allem Überfluß beobachtet sie im Haus gegenüber einen vermeintlichen Mord, und auch die Nachbarn benehmen sich immer merkwürdiger. Schließlich findet sie Maden und Mäuse in ihrer Wohung, doch die Polizei und auch ihr Freund glauben ihr die Geschichten nicht. Doch für Jane ist klar, daß sie jemand aus dem Haus vertreiben will, und dieser Jemand befindet sich im vierten Stock...

Regieneuling Josh Klausner (er hat vorher nur zwei Drehbücher verzapft) liefert mit "The 4th Floor" einen Film ab, der sich bestimmt nicht zufällig im Titel an "The Sixth Sense" anlehnt. Hier wird in die gleiche Kerbe gehauen. Um mal das Gute zuerst zu erwähnen: der Inszenierungsstil Klausners ist ein ähnlich ruhiger wie bei Shyamalans Knaller, und das ist immer noch gut. Von gelegentlichen Ausbrüchen, die auch prompt aus dem Rahmen fallen, wollen wir mal absehen. Auch der Showdown ist ein bißchen hektisch, aber vielleicht mußte man von der Auflösung ablenken, womit wir sofort beim Schlechten sind: das Drehbuch ist kein gutes! Zu einem spannenden Film, oder sogar zu einem „beklemmenden Psycho-Thriller“, wie der Verleih meint, gehört vor allem eine gute Geschichte, und die ist hier auf Meilen nicht zu sehen. Der Thrill bleibt doch erheblich auf der Strecke, wenn man nach knapp einer halben Stunde schon weiß, wer der Mörder ist. Einzig das Motiv bleibt im Dunkeln, und das kann man bei "The 4th Floor" nun wirklich nicht erahnen. Das Script versucht zwar, genug falsche Fährten zu legen, doch dürfte kaum einer die ausgelatschen Pfade betreten haben. Einzig der Schluß bietet eine Überraschung, die soo spektakulär auch wieder nicht ist. Aber man muß nehmen, was man kriegt...

In dem Film soll es laut Verleih um die Urängste anrührende Frage gehen, ob man wirklich wissen kann, was sich hinter der Maske eines Mitmenschen verbirgt. Und auch, wenn Klausner dies in einigen Szenen thematisiert (z.B. wenn Jane im Haus gegenüber zwei Menschen beim tanzen beobachtet, die sich nachher beide als Männer herausstellen), und man das eine oder andere Mal an Hitchcocks "Rear Window" (Das Fenster zum Hof) denken muß, so bleibt dieser Grundgedanke doch meistens auf der Strecke,  und heraus kommt ein mäßig spannender Whodunnit mit einer zu einfachen Auflösung. 

Collin Delbrouck

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