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The Brothers Bloom

The Brothers Bloom
gauner-komödie , usa 2007
original
the brothers bloom
regie
rian johnson
drehbuch
rian johnson
cast
adrien brody,
mark ruffalo,
rachel weisz,
robbie coltrane,
rinku kikuchi, u.a.
spielzeit
114 Minuten
kinostart
27. August 2009
homepage
bewertung

8 von 10 Augen

 

Die Gebrüder Bloom, das sind Stephen (Mark Ruffalo) und Bloom (Adrien Brody). Letzterer dürfte damit wohl auf den merkwürdigen Namen Bloom Bloom hören, womit er zumindest vom Namen her perfekt zum dritten Mitglied der Clique passt, der asiatischen Sprengstoffexpertin Bang Bang (Rinku Kinkuchi). Zu dritt sind sie als ausgekochte Betrüger unterwegs, deren Betrügereien sich dank Stephens ausgefeilten Plänen, Blooms schauspielerischen Fähigkeiten und Bang Bangs stummer Assistenz mit Spezialeffekten als ausgesprochen profitabl erwiesen haben. Bloom jedoch ist unzufrieden und des ständigen Lebens in einer Illusion überdrüssig. Stephen überredet ihn zu einem letzten, großen Coup. Die einsame und leicht exzentrische Millionenerbin Pénélopé (Rachel Weisz) soll ausgenommen werden. Ein nicht ganz problemlos ablaufendes Unterfangen, wie sich herausstellt….

Der erste Eindruck, während man "The Brothers Bloom" anzuschauen beginnt: unterhaltsam. Der zweite: Alles sehr merkwürdig hier. Denn in "Brothers Bloom" scheint nichts so recht zusammenzupassen. Wer bei Rian Johnsons Debüt "Brick" schon hartgesottene Gangsterdialoge und Milchgesichter in der High School nur mühsam verbinden konnte, wird sich auch hier die Augen reiben: Warum rennen die Gebrüder Bloom mit Melone bzw. Südstaatengentlemen-Hut herum? Wieso fährt man hier mit Dampfschiffen und Zügen, die aussehen, als stammen sie aus den 1930er Jahren, wo man sich doch angeblich in der Mitte der 1990er befindet? Weshalb wirkt der erste Auftritt des "Kurators" wie aus einem Theaterstück, inklusive plötzlich angehender Beleuchtung seiner Figur? Und was macht das Kamel da? Ganz einfach: Die Welt der Brüder Bloom ist ein Sammelsurium aus allem, was ihrem Regisseur gefällt, und den Realismusanspruch lässt man besser vor der Tür. "Ich mache mir die Welt wiede-wiede-wie sie mir gefällt" sang Pippi Langstrumpf einst, und selbst wenn Rian Johnson Fräulein Langstrumpf nicht kennt, so hat er ihr Motto hier übernommen. Es geht, was gefällt. Und das gefällt uns. Denn aus der Eintönigkeit der Hollywoodmassenproduktion sticht auch "The Brothers Bloom" wieder weit hervor.
Dies ist Oberflächenkino, aber es ist eine kunstvolle Oberfläche, nicht nur ein CGI-Showroom. Es ist auch ein anderes Oberflächenkino, denn hier sehen wir immer den Film als Film, der Film will als Film gesehen werden. Er ist so selbst-reflexiv, dass er ständig die von den Charakteren gemachten Anmerkungen über den perfekten Betrug und das dazu nötige Geschichtenerzählen mit sich selbst als Film vergleicht, und der Art, wie er seine Geschichte erzählt. Wenn Bloom an einem Punkt sagt, hier handele es sich um eine Lüge, die die Wahrheit erzählt, so ist das auch Rian Johnsons Mission. Er nutzt die Künstlichkeit des Films, um über das Thema des Films nachzudenken, und das Thema des Films, um seine Künstlichkeit zu rechtfertigen. Dazu passen dann auch die literarischen Referenzen, am offensichtlichsten in den James Joyce-inspirierten Namen der Hauptfiguren.
Doch wäre es jetzt zuviel gesagt, würde man den Film nur als Metatext lesen oder interpretieren wollen, und es würde auch dem reinen Unterhaltungswert der "Brothers Bloom" nicht gerecht. Denn abseits von - oder auch: durch - seine idiosynkratische Form ist das über den Großteil der Laufzeit einfach große Unterhaltung, die man hier zu sehen bekommt. Die erste Stunde ist peppig, stilvoll und schnell. Tempo und Esprit kann der Film dann in der zweiten Hälfte leider nicht aufrecht erhalten, was denn auch schon der größte Kritikpunkt ist. Gerade das Finale kommt zu einem Zeitpunkt, wo der Film eigentlich längst zu Ende sein könnte und es vielleicht auch besser gewesen wäre. Das eigentliche Ende selbst ist dabei gar nicht mal so sehr das Problem, eher der holprige Weg dahin in der vorher kommenden Viertelstunde. Da überspannt Johnson dann doch den Willen seiner Zuschauer, der Logik des ausgeklügelten Plans zu folgen, auch schlägt der freundlich-leichte Ton hier doch etwas zu schnell und heftig um.

Mit den hier zu Schau gestellten Emotionen ist das natürlich so eine Sache. Die Künstlichkeit von Form und Inhalt und die ständige Androhung eines doppelten Bodens, durch den man ebenso wie die Betrugsopfer im Film von demselben reingelegt wird, sorgen dafür, dass man immer eine Grunddistanz zu den Figuren und ihren Emotionen beibehält. Das ist unabwendbar und natürlich auch so gewollt, einfach weil Johnson weiß, dass er seine Geschichte anders auch nicht erzählen kann und damit arg zu derbe Sentimentalität unterläuft. Andererseits weiß man dann eben auch nicht, wo beim Gefühlsleben der Figuren der Betrug aufhört und die Realität anfängt. Natürlich werden sich Bloom und Pénélopé ineinander verlieben, aber ist das nun Teil des Betrugs oder nicht? Folgt Johnson dem zu erwartenden Plotkomplikationen oder sind diese nur eine weiterer Trick? Und wer betrügt hier wen?
Schön immerhin, dass Mark Ruffalo hier mal ein wenig seine Lethargie ablegen darf. Hat Ruffalo doch in den letzten Jahren ein paar mal zu oft den traurig dreinblickenden Lahmarsch gegeben, so ist er hier der die Dinge bestimmende Puppenspieler, dessen freches Grinsen immer mehr oder weniger Unheil für den mit Dackelblick ausgestatteten kleinen Bruder Adrien Brody bedeutet, der hier quasi die sonst übliche Ruffalo-Rolle bekommt. Und Rachel Weisz hat als "epileptische Pianistin" zwar eine auf dem Papier recht dünne Rolle, die aber noch am besten, weil menschlichsten herüberkommt. Dafür musste sie aber auch ordentlich büffeln. Da ihre verschrobene Millionenerbin Pénélopé Hobbys sammelt, hat sich die natürlich auch die liebliche Frau Weisz für den Film angeeignet, unter anderem das Spiel diverser Instrumente, darunter Harfe und Banjo, sowie Karatekenntnisse. Eine ebenfalls sehr sympathische Figur macht auch Robbie Coltrane als "der Kurator", dessen belgisch-französischer Akzent besonders in der Originalfassung herrlich ist, und den man in der deutschen Synchro hoffentlich halbwegs annehmbar übernommen hinbekommt. Und zu guter Letzt lässt einen auch die aus "Babel" bekannte Rinku Kinkuchi schmunzeln, die ihre Rolle hauptsächlich mimisch meistert und wie "Silent Bob" nur ein einziges Mal spricht.

Egal, ob man Rian Johnsons Geschichten nun für zu gimmick-haft hält oder nicht, seine kreative Energie lässt sich nicht bestreiten, und dafür muss man dankbar sein in den Zeiten der Megablockbustersequels und formelhaften RomComs und der auf Nummer Sicher gehenden Genrebeiträge, im Mainstream wie im Indie-Bereich. "The Brothers Bloom" ist ein bisschen beides und doch keins von beidem, was die Mainstream/Indie-Abgrenzung betrifft. Das Thema, die prominenten Schauspieler und der bunte Pop Art-Stil zwinkern einem Massenpublikum zu, aber es bleibt beim Zwinkern. Richtig rangeschmissen an die Massenkompatibilität wird sich hier nicht, und das ist auch gut so. Auch wenn genau dieses "Ausverkauf!"-Argument natürlich bemüht wurde, dank des großen Budgets und der etwas bemüht wirkenden Überdrehtheit der Geschichte, wegen der die US-Kritik Johnson vorhielt, er würde hier doch nur Wes Anderson imitieren. Und während Parallelen nicht zu leugnen sind, ist das doch etwas unfair, denn wenn Herr Anderson jetzt als einziger überdrehte Filme über dysfunktionale Brüder machen darf, dann ist natürlich jeder in diese Richtung gehende Film als Kopie schmähbar.
Zu verschmähen gibt es hier aber wenig, denn auch wenn der theatralische Vaudeville-Gaunerspaß hier dem Noir-Gangsterfilm "Brick" in Sachen Stimmung komplett konträr gegenübersteht, so ist er ein weiteres Zeichen dafür, dass Rian Johnson einer der wenigen wirklich kreativen jungen Regisseure ist, von denen man noch einiges erwarten darf. Denn wer sich nach dem Indie-Erstling auch bei seinem ersten Film mit richtig Geld dahinter mutig den Konventionen entgegenstellt und das macht, worauf er Lust hat, dem folgen wir gerne und sehen zu, was er für seinen dritten Streich in petto hat.

Der perfekte Betrug, so sagt es Stephen Bloom gleich zu Anfang des Films, ist der, an dem alle am Ende bekommen, was sie wollten (außer die Opfer ihr Geld, aber gut). Und auch wenn man als Zuschauer doch so ein ganz klein wenig das Gefühl hat, man sei einem Schwindel aufgesessen, so ist es einem völlig wurscht, denn man hat bekommen, was man wollte: einen gut gemachten, ausgesprochen unterhaltsamen Film, der das Wort "Kinomagie" noch wortwörtlich nimmt. Deswegen: Dem "con man" Johnson und seinen Komplizen darf man hier gerne sein (Kinoeintritts-)Geld anvertrauen, denn dieser perfekte Betrug geht zumindest größtenteils auf. Da ist man ausnahmsweise doch gerne bereitwillig Opfer.

Simon Staake

2

"Brothers Bloom" ging mir so richtig auf die Nerven. Während ich bei "Brick" Johnsons kühnen Ansatz noch mochte, hat es mich hier völlig rausgehauen. Besonders im Mittelteil empfand ich den Film als grauenhaft langweilig.

7

Das ständige Hin und Her zwischen Betrug und Realität ging phasenweise tatsächlich etwas auf die Nerven. Vorallendingen sorgte es dafür, dass man alles grundsätzlich erst einmal skeptisch und distanziert betrachtet, und daher eigentlich die nötige Bindung zum Film verliert. Das grandiose Ende zeigt allerdings die gesamte Erzählstruktur in einem anderen Licht und komplettiert das vorher Gesehene erst so richtig. Hier fällt die Einstellung, mit der man den Film sieht, auf einen zurück und entschädigt den vorher vielleicht etwas genervten Zuschauer vollkommen. Gefallen haben außerdem Mark Ruffalo und vorallendingen Rinku Kikuchi.

9

Also ich mag den Film

10

Sehr guter Film , lustig und efecktvoler drehbuch ! Ich mag den Film auch !!

4

Schmarrn hoch 3! Zu Beginn noch recht witzig geht man spätestens ab der Hälfte auf völlige Distanz zu den Protagonisten. Und die sogenannten Tricks bzw. Täuschungen bleiben bis zum verquirlten Ende einfach nur hanebüchener Nonsense mit einer infantilen Millionärin. Irgendwie schade um das hochkarätige Trio, allen voran Weisz und Brody.

8

Wunderschöner Film mit super Besetzung! Ich liebe Rachel Weisz und Adrien Brody in ihren Rollen und auch die anderen Darsteller spielen richtig gut! Ich finde die Story ist ein Mix aus Spannung, Liebesschnulze, Komödie, Märchen und Drama! Ich kann den Film nur empfehlen, mich hat vorallem die Ausstattung, die Kameratechnik und die Filmmusik gebeistert! Er war lustig, hat mich gleichzeitig aber auch sehr berührt und es gab sehr viele spannende Momente. Den Brüdern Bloom bei ihren Tricks zuzusehen hat richtig Spaß gemacht, die Nebenfiguren sind gut besetzt und die Reise zu verschiedenen Ländern wurde sehr gut inszeniert. Für mich ist es ein Film der aus den US-amerikanischen Produktionen aus der Reihe fällt und der erfrischend anders ist!

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