London:
Die russisch-stämmige Krankenschwester Anna (Naomi Watts)
erlebt,
wie eine minderjährige Russin bei der Kindsgeburt stirbt.
Mithilfe
des Tagebuchs der Verstorbenen versucht sie, deren Familie
zu finden
- und gerät dabei schnurstracks ins Milieu der Vory Z
Zavore,
der russischen Mafia, in Gestalt von Gangsterboss Semyon
(Armin
Müller-Stahl), seinem Sohn Kirill (Vincent Cassel) und
dessen
bestem Kumpel Nikolai (Viggo Mortensen). Während sich Anna
nicht nur für das ziemlich bald ziemlich begehrte Tagebuch
interessiert, sondern
auch
für den mysteriösen, gefährlichen Nikolai, werden
innerhalb der Mafiafamilie Rechnungen beglichen und
Intrigen gesponnen
- die östlichen Versprechen, die Annas Abstecher in die
Unterwelt
verheißt, werden in der Tat tödlich....
Zweite Runde für David Cronenbergs neueste
cineastische Liebe,
den Gangsterfilm. Vor drei Jahren überraschte und
verblüffte
der Kanadier mit "A History of
Violence", seinem merkwürdigen Gangsterdrama um einen
Kleinstadthelden mit gewalttätiger Vergangenheit. Das
Genre
war neu, aber alte Vorlieben blieben: Das Abgründige war
genau
Cronenbergs Topos, ebenso wie die in Großaufnahmen
genüsslich
zelebrierte Verstümmelung von Körpern. Körper - sie
sind die Konstante in Cronenbergs Schaffen, um die sich
seine filmische
Aufmerksamkeit dreht.
Natürlich ist Cronenberg auch ein Meister des mindfuck,
mindestens so sehr wie ein gewisser Herr Lynch aus
Montana. Aber
soviel Horror sich in seinen Filmen auch in den Köpfen
abspielt,
letztendlich führt er zum Körper und seinen Metamorphosen
zurück. Kopfhorror und explodierende Köpfe, Seelen- als
Körperzustände: Dies ist Cronenbergs Welt. Und in dieser
Welt findet er sich, über der neuen Genreform verhaftete
Wege,
auch in "Tödliche Versprechen" wieder.
Die
Veränderung des Körpers - hier findet sie über die
Tätowierungen statt, mit denen Mitglieder der russischen
Mafia
ihren Status dokumentieren. Der Körper als Fetisch wird
darin
deutlich, wie Cronenberg Viggo Mortensens drahtigen Torso
abfilmt
und damit das homoerotische Verlangen Kirills simuliert.
Und natürlich
in der unvergesslichen Nacktkampfszene im türkischen Bad.
Scheint
ein neuer Trend zu sein, schließlich trat auch "Beowulf"
letztens im Adamskostüm zum Gefecht an. Aber die prüden,
an "Austin Powers" gemahnenden
"Penis-versteck-dich"-Spiele
dort sind natürlich nichts für den kompromisslosen
Cronenberg,
der hier voll drauf hält. Ergebnis ist eine der
unangenehmsten
Kampfszenen aller Zeiten, in der man ständig zusammenzuckt
ob der vollkommenen Schutzlosigkeit des gezeigten Körpers
und
der Brutalität, mit der er malträtiert wird. Großer
Respekt natürlich auch für Viggo Mortensen for letting
it all hang out, so mutig sind nicht viele.
Jenseits der Nacktszene ist hiermit klar: Viggo Mortensen
hat den
Aragorn endgültig und eindeutig hinter sich gelassen. Wo
er
in "A History of Violence" ja noch als vermeintlicher
Gutmensch geschickt mit seinem Heldenimage spielte,
erinnert er
hier an frühe, düstere Rollen wie in Sean Penns "The
Indian Runner" und liefert als Karrieregangster eine der
besten
Vorstellungen seiner eigenen Karriere ab.
Dem
will der Rest der Besetzung natürlich nicht nachstehen,
und
so liefern auch Naomi Watts, Vincent Cassel und Armin
Müller-Stahl
hervorragende Leistungen ab. Gerade letzterer, nach seinem
Umzug
nach Hollywood ja nur selten über Nebenrollen und kaum
gesehene
Filme hinausgekommen, läuft hier noch mal zu ganz großer
Form auf. Als Mafiaboss ist jeder Satz von ihm eine
subtile Drohung,
jede Geste ein in der Luft hängendes Todesurteil, alles
unter
der charmanten Fassade des netten älteren Herrn. Denn wenn
"Tödliche Versprechen" neben einem Thriller mit
klassischen
Zügen eines ist, dann ein Maskenspiel, in dem sich unter
den
zarten Gesichtszügen Annas Mut und Stärke versteckt, in
dem hinter der glatten, brutalen Fassade Nikolais
vielleicht eine
kaum für möglich gehaltene Menschlichkeit lauert und das
Gesicht eines netten Opas die Maske für das so banale wie
schreckliche
Antlitz des absolut Bösen ist.
Teil dieses Maskenspiels ist hier wiederum besonders das
Spiel
mit sexuellen Identitäten, noch so ein Lieblingsthema von
Cronenberg,
das sich vom Erstling "Parasiten-Mörder" über
"Videodrome" und den Skandalfilm "Crash" bis
hin zu "Spider" und
"A History of Violence" durch fast jedes seiner Werke
zieht. Und wie auch in "A History of Violence" vollzieht
er hier den logischen Gedankenschritt zwischen Sex und
Gewalt. Dort
gab es zwei Sexszenen, eine zärtliche, feminine und eine
brutale,
maskuline als Kontrast zur Veranschaulichung der
Veränderung
der Charaktere.
Hier
zeigt Cronenberg, wie eng Sex und Gewalt, beides eine
Penetration
des Körpers des Anderen, zusammenliegen (auch noch mal
überdeutlich
in der besprochenen Kampfszene, in der die Killer nicht
mit Knarren
kommen, sondern mit Messern. Phallischer geht's ja kaum).
Und er
zeigt, wie sich sexuelle Dynamik, auch und gerade in
Männerkreisen,
auswirkt. Der eine kompensiert seine sexuelle Begierde
durch Ersatzhandlungen
(Kirill sieht Nikolai beim heterosexuellen Sex zu, weil er
niemals
homosexuellen Sex mit ihm haben kann), während Nikolai
diese
offensichtliche Anziehung nutzen will, um in der
Mafiahierarchie
aufzusteigen. Und das alles pikanterweise vor dem
homophoben Hintergrund
der russischen Mafia, in der es fast noch schlimmer ist,
ein "queer"
zu sein, als getötet zu werden.
Spötter reden nach den schwulen Cowboys des "Brokeback
Mountain" nun vielleicht schon von den schwulen Mobstern
in
"Tödliche Versprechen", aber dieses Thema als Diskussion
groß aufzubauschen wäre dem Film gegenüber ungerecht.
Es ist schließlich nicht das Hauptthema, sondern lediglich
einer der vielen Facetten, die diesen Film zu einem großen
Film machen, und nicht nur einem 08/15-Parcours durch
Genrebausteine.
Lob daher auch an Drehbuchautor Stephen Knight, der
Cronenbergs
Abhandlung mit seinem Skript kongenial unterstützt.
Metamorphose als Thema, Metamorphose als Methode:
Cronenberg ist
der von Neil Young besungene Transformer Man, der
dank inhaltlicher
Tiefe und nie zu überzogen eingebauten Subtexten auch aus
reinem
Genrematerial noch ganz großes Kino macht. "Tödliche
Versprechen" ist so auch strukturell klassisch, mit vielen
Standards des Gangsterfilms, aber ohne deren klischierte,
stereotype
Seite. Und auch ohne die seltsamen Abstecher ins
Cartoonhaft-Überzogene,
die "A History of Violence" so unausgegoren machten. Jener
Film mag damals so merkwürdigerweise wie unverdient
ausschließlich
(oder fast: wir sahen's anders) Kritikerlob eingeheimst
haben, aber
wenn Cronenberg einen großen Gangsterfilm abgeliefert hat,
dann ist das "Tödliche Versprechen". Weil er deutlich
mehr als ein Gangsterfilm ist, nämlich ein reiches Drama
mit
einigen Überraschungen und voller faszinierender
Charaktere.
Natürlich wird Cronenberg auch hiermit wieder polarisieren
und nicht jeder wird ihm auf seinen dunklen Wegen folgen
wollen.
Aber so endet immerhin das eher Höhepunkt-arme Kinojahr
2007
pünktlich zu Weihnachten mit einem Geschenk für Cineasten
- Besinnlich nein, Bescherung ja. Die Versprechen des
Films hat
Cronenberg auf jeden Fall eingelöst. Darauf eine
Sterntätowierung
und einen Wodka. Za Vashe Z-Dorovye!


Vor dem deutschen Kinostart war es mir nun vor einigen Tagen gegönnt diesen Film im Ausland in Originalfassung anzuschauen - und ich sag euch eins liebe Leute: -Eastern Promises- gehört für mich zu einem der besten 5 Filme des nun ausklingenden Kinojahres!
Über den Filminhalt brauch ich nichts zu erzählen. Die Darsteller sind bis in die Nebenrollen perfekt besetzt. Die knallharte Sauna-Kampf-Szene bleibt sehr lange in Erinnerung und sucht seinesgleichen.
Das einzig negative was ich über diesen klasse Gangsterfilm sagen kann ist: Er ist definitiv zu kurz geraten!Kann man nur hoffen,daß irgendwann die verlängerte Directors Cut auf DVD erscheint.
Okay zugegeben es nicht -Der Pate- oder -Good Fellas- aber er kratzt nahe an der unerreichbaren Aura dieser Filme an und verdient damit das Prädikat -Fast Genial - darum gibt’s von mir 9,5 Augen!
Tipp zum Unwort des Jahres 2007 = fast genial ;-)
"Kirill sieht Nikolai beim heterosexuellen Sex zu, weil er niemals homosexuellen Sex mit ihm haben kann" - klingt vielleicht ganz gut, ist inhaltlich aber Blödsinn. Weniger bescheuert wäre es, wenn du einfach "heterosexuell" und "homosexuell" gestrichen hättest.
Manchmal ist weniger (so auch hier) mehr !
Ganz guter Film, wenn auch mit einigen Logik-Lücken behaftet... z.B. warum läßt sie das Baby unbewacht nachdem sie doch weiß mit was für Leuten sie es zu tun hat - wie kommt ihr Vater aus Edinburg zurück.. etc.
Ich war von dem Film etwas enttäuscht - Cronenberg scheint seine Subversivität mit jedem Film dünner aufzutragen.
Was die "Sauna-Kampfszene" angeht so verstehe ich nicht ganz warum sie so herausgehoben wird - sobal jemand die Darstellung von Leuten die sich gegenseitig umbringen in ästhetisch komponierte Bilder packt sind die Kritiker begeistert...
Das sich entfaltende Netzwerk aus Konflikten ist sicher kunstvoll komponiert, aber hat es irgendwas mit dem Zuschauer zu tun? Trotz der tollen Schauspielerleistungen blieben mir viele Emotionen als Behauptungen im Raum stehen, die sich für mich nicht wirklich erfüllt haben (besonders gegen Ende).
Der Vergleich zu Brokeback Mountain hinkt auch stark - das Männerpärchen in diesem Film ist ja keine "realistische" Beziehung, sondern existiert aus genau hingekneten dramatischen Konflikten der Figuren, die insgesamt wirken wie ein barockes Kunstwerk, das aber seltsam wenig Haftung am Material menschlicher Erfahrung hat sondern eher wirkt wie ein Schachspiel...
Ich fand den Film jedenfalls seltsam unüberzeugend, obwohl er hoch verdichtet und menschlich vielschichtig ist.
super handlung,klasse schauspieler,faszinierender film
Einer der besten Filme dieses Jahres. Kann der Rezi dieses Mal 100%ig zustimmen. Wahrlich ein Geschenk für Cineasten.
Hätte bisschen länger sein müssen aber dennoch ein Phantastischer Film!
ganz sicher nicht der überhammer, cronenberg macht meiner meinung nach inzwischen viel zuviele anbiederungen ans mainstream kino...naja, der junge wilde ist er halt nun mal auch nicht mehr...warum die 08/15 kampfszene in der sauna von vielen so hochgelobt wird ist mir auch ein rätsel...alles in allem aber doch ein sehr guter film, da alle hauptdarsteller wirklich passend besetzt sind...
ausnahmsweise trifft der bauernspruch:IN DER KÜRZE LIEGT DIE WÜRZE mal nicht zu.der film ist leider leider leider viel zu kurz und rutscht deshalb nahe am königsthron der allerbesten filme vorbei.aber dennoch ein absolut erlebenswerter kracher mit einem supersexy viggo m.
Toller Film - Die russischen Akzente in der deutschen Synchronisation jedoch unglaubwürdig...da hätten sie sich wirklich etwas mehr Mühe geben können.
Die ersten zwei Drittel des Films können sehr überzeugen, aber dann kommt ein letztes Drittel voller Hollywood-Kitsch, unglaubwürdiger Verhaltensweisen und Sinneswandel (!!!SPOILER!!! z.B. der Kuss!!; Kirill, der das Baby bemitleidet und dann doch nicht ins Wasser wirft; die Kurz-vor-Schluss-Einstellung: der Onkel ist wieder da, das Baby lebt glücklich und zufrieden unter Annas Obhut !!!SPOILER ENDE!!!). Es hätte ein großer Mafiafilm werden können, aber das Ende nervt!
Vorgestern als OMU gesehen und kann mich der Kritik nur anschliessen.
Ein starker Film. Auch wenn der Film recht kurz ist und eher ruhig verläuft - ja fast schon ein Kammerspiel ist - schafft Cronenberg von Anfang an eine intensive Atmosphäre, der man sich nicht mehr entziehen kann. Alle Hauptdarsteller liefern eine hervorragende Leistung ihres Könnens ab.
Leider hatte ich von Beginn an eine Ahnung und so hat mich das Ende dann nicht ganz so überrascht. Und die hier angesprochenen homosexuellen oder "phallischen" Elemente sind sehr viel dezenter dargestellt, als hier beschrieben.
Wenn die Kinokarte am Sonntag um 23.00 Uhr nicht 9 Euro gekostet hätte, wär's ein perfekter Kinoabend gewesen.
Sehr gut
Nicht schlecht, aber auch nichts besonderes. Vor allem die Story ist belanglos. Außerdem ist der Film an ein paar Stellen unnötig brutal (detaillierte Ansicht eines aufgeschlitzten Halses) und Mortensen so lange nackt zu sehen wie in der Badszene wird die (meisten) männlichen Zuschauer auch nicht begeistern.
das versprechen der rundum euphorischen kritiken konnte meiner meinung nach leider nicht ganz eingehalten werden.
der film ist nicht wirklich schlecht und viggo mortensen sowie armin mueller-stahl ist auch nichts vorzuwerfen. aber so rundum gelungen ist das in seiner gesamtheit leider nicht. das mag an der kürze des films liegen (da reicht es dann eben nicht zum ganz großen epos) oder an den überflüssigen letzten drei minuten wie bereits von anderen zuschauern kritisch angemerkt. vielleicht liegt es ja auch an den überlebensgroßen vorbildern im gangsterfilm-genre an denen sich cronenbergs film messen lassen muß und denen er eben nicht das wasser reichen kann.
kann man sich gut anschauen, aber 9 von 10 augen sind das nicht.
Wenn ich sowas schon wieder lese... meine Vorredner sollten sich lieber mit Stirb Langsam 4 oder Fluch der Karibik vergnügen, wo man weniger denken muss und sich bunte Bilder anschauen kann, anstatt sich mit den großartigen Charakteren des Films zu beschäftigen. Cronenbergs Film muss sich gar nicht mit großen Epen des Gangster-Genres messen, weil er einen solchen Film gar nicht gemacht hat. Hier geht es weniger um eine ausartende Saga, viel mehr um die Personen.
Dass sich Jefo für den Kampf im Bad nicht begeistern konnte, liegt wohl eher daran, dass er keinen Sinn für metaphorische Bilder hat.
Egal, ich fand den Film großartig. Allein die Tatsache, dass man als Zuschauer nie die Grausamkeit von Semyon bildlich zu sehen bekam und seine Taten sich nu im Kopf formten, während es bei Nikolai genau anders herum ist... aber wozu rede ich. Stirb Langsam und Fluch der Karibik...
Habe den Film im Orginal gesehen und fand Müller-Stahls akzent auch nicht wirklich überzeugend. Schließe mich den Vormeinungen an und fand das Ende auch zu hektisch. Aber Hollywoodkitsch? ***Spoiler....Schließlich erlaubt der Kuss für Nikolai nur eine kurze Auszeit aus seiner Rolle als Undercoveragent, ein Happyend bleibt den beiden Protagonisten ja verwehrt. Spoilerende*** Wieso der Rezensent hier so weit neben der Spur liegt mit seiner Aussage "Karrieregangster???" verstehe ich allerdings beim besten willen nicht.
KLASSE GANGSTERFILM der sich an keinem anderen Film messen muss!
@ eren:
danke für den tipp, aber mit stirb langsam und fluch der karibik habe ich gar nix am hut. und die bilder, die ich mir anschaue müssen auch nicht bunt sein. können sie aber gerne. wie bei „tödliche versprechen“ beispielsweise. und nicht nur du, sondern auch ich beschäftige mich mit den charakteren eines films. und deine logik, daß es bei einem epos oder einer saga nicht um personen gehen soll erschließt sich weder mir, noch mister spock. denke ich. das mache ich übrigens auch, wenn ich im kino sitze. nur vielleicht nicht gerade genau das, was du denkst. soll vorkommen. kann man machen nix (mit russischem akzent gesprochen).
zur charakterzeichnung, der kürze des films und zum thema saga oder epos: ich fand eben gerade, daß der film etwas länger hätte sein dürfen, damit sich die interessant angelegten charaktere noch mehr hätten entfalten können. konnten sie in der kürze nicht zur gänze und das fand ich schade. da freuen wir uns doch beide auf den directors’ cut, oder?
Klasse Film, super Schauspieler. Kann mich dem Wunsch nur anschließen, dass hoffentlich noch eine Director's Cut-Version mit längerer Laufzeit auf DVD rauskommt.
Guter Film, gute Schauspieler! Länge fand ich sehr in Ordnung, hätte nicht länger sein müssen.
Die Badehaus-Szene fand ich allerdings hart an der Grenze, auch wenn ich sonst nicht allzu zart besaitet bin, was Brutalität in Filmen angeht.
hamma film
das kinojahr fängt super an
(Eine zutreffende Kritik, auch wenn die offensichtlichen Seiten etwas in den Hintergrund geraten)
Ein wirklich schonungsloser aber gerade deshalb überzeugender und sehenswerter Film. Schon beinahe unbarmherzig wird hier (ganz abgesehen von jedweder Symbolik) das glaubhafte Bild einer kriminellen Organisation vermittelt, ohne sich reißerischer Katz und Maus Spiele oder übermäßig coolem Gehabe zu bedienen. Die schauspielerischen Leistungen tun ihr Übriges, um einen ebenso interessanten wie auch streckenweise beklemmend realistischen Film zu erschaffen, dessen einziges (verschmerzbares) Manko in den letzten beiden Szenen liegt.
für mich der erste Film des neuen Kinojahrs und gleichzeitig die Entschädigung für das letzte.
Ein sehr gelungener und spannender Film mit großartigen darstellerischen Leistungen. Ich kann mich diesmal der positiven Kritik durchaus ansxchließen, allerdings ist Nikolai kein Karrieregangster sondern ein Undercover- Agent russischer Herkunft. Ich fand das Ende auch nicht kitschig sondern sehr gelungen und durchaus glaubwürdig. Die Kampfszene im türkischen Bad hat mir sehr gefallen und war schauspielerisch großartig gespielt, es gab aber auch viele weitere beeindruckende Szenen, z.B. die Prüfung bzw. das Verhör Nikolais durch die Mafiabosse und praktisch alle Szenen mit Armin Müller-Stahl. Armin müller-Stahl, Viggo Mortensen und Vincent Cassel waren für mich die besten Darsteller. Sie verkörpern ihre Rollen absolut glaubhaft und stellen sehr interessante Charaktere dar, die trotz ihrer Brutalität auch sympathische Züge aufweisen. Auch Naomi Watts verkörpert ihre Rolle sehr glaubhaft und hätte meiner Meinung nach mehr Szenen verdient, die ihren Charakter noch besser ausgeleuchtet hätten. Der Film wirkt an manchen Stellen auch etwas kurz und hätte gerne länger sein können.
Ich kann den Film allen Freunden anspruchsvoller Filme und gelungener Krimis wärmstens empfehlen, er ist allerdings nichts für zartbesaitete Kinofans, da einige Szenen in der Tat sehr brutal sind.
habe keine ahnnung warum es für einen mann problematisch sein sollte viggo mortensen nackt zu sehen... ? ist ja auch egal... ich fands geil und den film insgesamt -genial-. für mich hat es cronenberg mit diesem film geschafft scorsese und scott mal eben vom thron zu schubsen und als könige abzulösen, was nicht nur an seiner eigenen sondern auch an deren leistung 2006-2007 liegt. möchte wegen der paar kleinigkeiten auch keinen punkt abzuziehen.
also erstens ist es ja mal nen guter mafiathriller der keine gewohnten klischees bedient und zweitens wundert es mich, wie hier eingige meinen, das ende im voraus erahnen zu können ...sehr gelungen der film !
Zum diskutierten Stichwort "Karrieregangster"
AUSDRÜCKLICHE SPOILERWARNUNG
Liebes Nutellabrot, liebe Gudrun,
nein, es ist kein Fehler oder eine Ungenauigkeit. Mortensens Figur wird absichtlich von mir als "Karrieregangster" bezeichnet, damit ich eben jene riesige Spoilerwarnung (die du Gudrun leider vergessen hast) nicht in der Rezension vornehmen muss und einem Teil der diese vielleicht überlesende Leserschaft damit das Vergnügen raube. Diese Enthüllung kommt schliesslich fast ganz am Schluss und Spoilern gehört zu den absoluten "No-No"s für uns Kritiker - auch wenn ab und zu mal doch ein verräterischer Satz durchrutscht. Mit dem Verweis auf Nikolais versteckte Menschlichkeit sollte es dann aber auch gut sein, mehr wäre meiner Meinung nach zu viel gesagt gewesen. Daher also der Versuch, mit dieser Beschreibung etwas in die Irre zu führen, um diese nicht von jedem sofort zu erahnende Plotwendung nicht zu früh zu deutlich zu machen.
Ich kann nur sagen, super Film und das Ende ist meiner Meinung nach genau richtig...so beschäftigt sich der Zuschauer noch damit und kann selbst entscheiden wie es ausgeht. Er bekommt somit nicht alles vorgekaut und darf sich selbst noch damit auseinandersetzen.
Nette, ordentliche, spannende Unterhaltung - nicht mehr und nicht weniger. mittel eben. (in relation zum sonstigen müll, der einem aktuell im kino geboten wird könnte er sogar knapp als gut bezeichnet werden.)
sorry, aber wer dem film mehr als 7 punkte gibt hat wohl einfach noch keinen guten, geschweige denn ein sehr guten film gesehen!
...da haben wir mal wieder ein niveau beisammen, lol
Super Mafia-Film!
Einziges Manko ist die viel zu kurze Spiellänge ; ansonsten einwandfreie Kino-Unterhaltung!
STIMMT ABSOLUT!
Dieses Jahr habe ich noch keinen besseren Film im Kino gesehen.
Ein wirklich guter Film, der genauso auch in der Realität stattfinden kann. Bloß eins hat mich wahnsinnig gestört:
SPOILER!!!
Viggo durfte natürlich nicht einfach böse sein, nein er musste herhalten als Undercover-Agent. Ich dachte, das würde Cronenberg nicht bringen, das sei zu billig und vorhersehbar. Dass Viggo dann tatsächlich ein Agent war, war dementsprechend fast wieder überraschend. Sehr, sehr schade.
SPOILER ENDE!!!
Gefallen hat mir als Frau natürlich die Badszene! Zwar war es nicht sonderlich beeindruckend *räusper*, aber immerhin dürfen wir Mädels jetzt auch mal sowas sagen wie "Da bin ich nur wegen der Nackszenen reingegangen".
Der Film hat alles in allem Spaß gemacht und ich kann ihn nur empfehlen! Viel Vergnügen!
Toller film den ich wegen der vorschau, die mir schon sehr klischeehaft vorkam, fast nicht gesehen hätte. der gang ins kino hat sich aber zu hundertprozent gelohnt, so dass ich die kleinen logiklücken gerne verzeihe...
(nebenbei: kommt in die schweiz um filme zu schauen. wir haben orginalversionen mit untertiteln. steigert die qualität eines filmes je nach dem enorm.)
@an.wag: Ja, OMU sind uns vollkommen fremd.. :D
Habe in den letzten Wochen 2 Thriller gesehen. Diesen und MR. BROOKS (7 Augen). Während MR. BROOKS zwar spannend war, dabei aber der Plot sehr überkonstruiert wurde, und mir die Charaktere wenig realistisch und eher als Hollywood-typische Filmfiguren erschienen, ist Tödliche Versprechen doch der reifere, ernsthaftere Thriller. Der Plot ist interessant, glaubhaft und und die Charaktere wirken einfach realer, so dass man wahres Interesse für sie aufbringen kann. Hier findet keine simple Schwarz-Weiß Malerei bei den guten und schlechten Charakteren statt, sondern hier sieht man, dass jeder Mensch verschiedene Facetten aufweist. An sich ist diesem Thriller nichts vorzuwerfen. Außer dass es ihm vielleicht dann doch noch etwas an Größe fehlt, wie es im letzten Jahr Scorseses DEPARTED hatte.
@ mopf:
kannst du vielleicht beschreiben oder titel nennen , wie ein guter film deiner meinung nach aussehen soll - da kann ich mir dann besser vorstellen was für einen geschmack du hast und warum du diesen mittel findest. damit dass ich nur schlechte filme ansehe kann ich nicht viel anfangen - mir gefallen sie ja - und welche ich deiner meinung nach verpasst habe würde mich interessieren.
Ja war ganz nett, aber irgendwie hat mir die Spannung gefehlt. Ich habe nicht ein einziges Mal wirklich gebannt auf die Leinwand geguckt.. Außerdem war er an manchen Stellen einen Hauch zu langatmig und die Gewalt muss nicht immer so naturgetreu in Szene gesetzt werden, finde ich. Das spornt wieder nur irgendwo auf dieser Welt jemanden an, einem anderen die Kehle aufzuschneiden.. So was nervt.
Alles in allem, aber ein Werk das sich sehen lassen kann. Bis auf die eben genannten Kritikpunkte.
@ Kai
es wurden schon vor 10.000 Jahren Kehlen aufgeschnitten und noch viel dreistere Metzgertätigkeiten ausgeführt ..und damals gab es nichtmal Daumenkinos mein Freund!
..also bisschen dünn deine weltverbesserer ansicht.
@ Kai
"Das spornt wieder nur irgendwo auf dieser Welt jemanden an, einem anderen die Kehle aufzuschneiden."
Fühlst Du Dich denn schon angespornt? Wenn Jerry Tom eine Bratpfanne über den Kopf knallt, dann könnte es Irgendjemanden anspornen, seine Katze mit 'ner Bratpfanne zu erschlagen? Also jetzt weiß ich auch, warum wir immer mehr Menschen werden: "Es gibt zu viele Sexszenen im Kino!"
Klasse Kritik, klasse Film! Mehr ist dem nicht hinzu zufügen.
Dieser Film ist einfach HAMMER...die szenen, die schauspieler, der text, die musik alles hat super zusammen gepasst, dieser Film hat mich begeistert!!!!! ein kleines fast nicht zu sehendes minus würde ich für die länge des films geben...!!! Aber sonst RESPEKT dieser Film verdient es mit ' DER PATE ' vergliechen zu werden..... 11 AUGEN
gerade mal halb so gut, wie hier abgefeiert. armin müller stahl ist einfach in hollywood so fehl am platze, wie frauen auf dem fussballplatz. naomi watts ganz süß und cronenberg baut doch ganz gut ab. die sauna-szene ist mit der einzige höhepunkt.
der französische schauspieler (sein sohn) ist wie immer ein hingucker, die story an sich ist blöde und athmosphärisch ist das nicht auf dem höchsten niveau, fast zweitklassig. nur meine meinung.
kann man aber sehen. überdurchschnittlich ist das ja als komplettpaket schon (zumindest gerade so), aber das ist ja wohl das mindeste was man erwarten kann.
armin müller stahl ist einfach scheiße als russe und auch scheiße als mafiosi. doppelt nicht gut.
++
sorry, von mir auch nur schwache 5 augen. mueller-stahl bietet einem hier eine fünftklassige kopie von marlon brandos "Godfather" und wird hier in den schauspiel-olymp gehoben.
nein! und solche absurden thesen aufzustellen, wie das dieser film scorceses gangster-meisterwerke ablöst... nein, sogar besser ist! pff, banausen!
ist mir insgesamt auch zu straight für einen gangsterfilm gewesen, fast gar keine überraschungen in der story (bis auf die finale wendung). nur tagebuch hier, tagebuch da bla bla bla... völlig uninspiriert rübergebracht. ja und ich bin nicht blöd und verstehe schon, das das tagebuch den finsteren aspekt der rolle von mueller-stahl herausarbeiten soll. dennoch mich hat es einfach nur gelangweilt.. ein weibliche stimme aus dem off macht einen auf erzähler. nein danke, da muss im jahr 2008 mehr kommen!!
Leute, Leute... Wenn die Russen unter sich sind, dann sprechen sie doch Russisch. Und zwar ohne Akzent. Wozu denn dann dieses absurd-lächerliche Akzentgelaber im Film??? Die Logik bleibt wie immer auf der Strecke...
Wie haben sie erkannt dass die untereinander Russisch mit Akzent sprechen? sehr wohl sprechen die mit Russischen Akzent wenn sie in dem Fall Englisch bzw. Deutsch sprechen....was meiner Ansicht nach absolut normal ist. Ausserdem ist es auch normal dass die Russisch-Englisch mix reden...da die schliesslich in England leben,was auch absolut zu finden ist.
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