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Suspect Zero

Suspect Zero
thriller , usa 2004
original
suspect zero
regie
e. elias mehrige
drehbuch
billy ray
cast
aaron eckhart,
ben kingsley,
carrie-anne moss, u.a.
spielzeit
102 Minuten
kinostart
14. Oktober 2004
homepage
bewertung

6 von 10 Augen

 

FBI-Agent Thomas Mackelway (Aaron Eckhart) geht es nicht gut. Strafversetzt in die öde Wüste Arizonas wird ihm gleich bei seinem ersten Fall auch noch die Mitarbeit seiner Ex-Freundin Fran (Carrie-Anne Moss) aufgezwungen. Zudem stößt seine Vorgehensweise bei einer Serie von offensichtlich unzusammenhängenden und willkürlichen Morden allerorts auf Kritik. Denn Mackelway ist überzeugt, dass nur ein einzelner Täter dafür verantwortlich ist und dass dieser sich auf einer Art Feldzug gegen das Böse befindet, denn all die scheinbar unschuldigen Opfer hatten in Wahrheit einiges auf dem Kerbholz. Seine Ermittlungen führen den Agenten schließlich auf die Spur von Benjamin O'Ryan (Ben Kingsley), einem ehemaligen Teilnehmer eines geheimen Regierungsexperimentes. Dabei wurde an mehreren Kandidaten die Gabe des sogenannten "Remote Viewing" geschult, einer Mischung aus Hellsehen und Fernwahrnehmung. Das Mackelway an diese Fähigkeit glaubt, hat einen ganz besonderen Grund, leidet er doch selbst immer wieder an plötzlich auftretenden, für ihn unerklärlichen Visionen….

Die erste Hälfte von "Suspect Zero" erscheint dem Zuschauer in der Tat genauso verworren, wie sich diese kurze Inhaltsangabe anhört. Die Szenenwechsel zwischen den einzelnen Figuren und die Aktivitäten der Ermittler wirken fragmentarisch und unstrukturiert. Dazu kommt der Versuch, der kargen und heißen Landschaft durch extreme Lichtfilter eine besondere Atmosphäre zu verpassen, was das Betrachten des Films aber eher zu einer anstrengenden Arbeit werden lässt. Und auch das Prinzip des "Remote Viewing" bleibt zu verwaschen, um den Zuschauer wirklich zu faszinieren oder gar zu überzeugen, trotz des angeblich "realistischen wissenschaftlichen Hintergrunds".
Wer diesen Film deshalb aber vorzeitig abschreibt und aufgibt, macht trotzdem einen Fehler, denn es handelt sich um eines der seltenen Exemplare, die mit fortschreitender Laufzeit tatsächlich immer besser werden. Dies liegt in erster Linie an dem von Ben Kingsley verkörperten Charakter des Benjamin O'Ryan, dessen Motivation und Position lange Zeit rätselhaft bleiben, der sich dann aber zu einer Figur von fast tragischer Größe entwickelt. Auch zahlreiche kurze Einblendungen vom Beginn des Films bekommen schließlich ihren Sinn verpasst und bewirken durch die raffinierte Einführung des großen Unbekannten - oder in diesem Fall besser des "Suspect Zero" - ein dramatisches Ansteigen der Spannungskurve. Am Schluss ist man dann doch recht beeindruckt vom Geschehen und dankbar, dass sich das Durchhalten gelohnt hat.
Letztendlich entschuldigt das aber auch nicht komplett die misslungene erste Hälfte, bei der man ein wenig das Gefühl hat, das Drehbuch hat eigentlich nicht wirklich für hundert Minuten Laufzeit gereicht (insbesondere die Figur der Ex-Freundin ist hier absolut überflüssiges Füllmaterial, denn deren Mitwirken hat wirklich absolut "Zero" Einfluss auf die Handlung).

Der gute Aaron Eckhart hat, trotz einigem Talent und blendendem Aussehen, den großen Durchbruch zum Star bisher nicht geschafft, da er in seiner Filmauswahl mit einer bemerkenswerten Zielsicherheit nur kommerzielle Flops auswählt. Das gilt z.B. sowohl für den sympathischen Literaturkrimi "Besessen" als auch für den eigentlich als sicheren Blockbuster eingeplanten "The Core". Und auch "Suspect Zero" wollte in seinem Herstellungsland wieder niemand sehen. Das ist ein bisschen schade, denn es ist ja wirklich nicht einfach, dem Genre der "Serienkiller-Filme" noch etwas Neues abzugewinnen, und hier wird es zumindest versucht und schließlich auch geschafft. Darum auch noch einmal die Empfehlung: Vom schwerfälligen Beginn nicht gleich abschrecken lassen.

Volker Robrahn

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