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Sunshine Cleaning

Sunshine Cleaning
tragikomödie , usa 2008
original
sunshine cleaning
regie
christine jeffs
drehbuch
megan holley
cast
amy adams,
emily blunt,
alan arkin,
steve zahn, u.a.
spielzeit
94 Minuten
kinostart
21. Mai 2009
homepage
http://www.sunshinecleaning-film.de/
bewertung

5 von 10 Augen

 

Die Versuchung muss für die Produzenten doch recht groß gewesen sein: Nach dem mit Preisen und der Liebe des Publikums förmlich überschütteten "Little Miss Sunshine" einfach noch mal was ganz ähnliches auf den Markt zu werfen. Und so diente auch erneut das renommierte Sundance-Festival als Präsentationsplattform für eine schräge Familienkomödie, und selbst der Begriff "Sunshine" findet sich zur Sicherheit nochmal im Titel wieder - da kann doch eigentlich nichts schief gehen. Nun, ein kompletter Reinfall ist "Sunshine Cleaning" zwar nicht, aber leider auch kein neuer großer Wurf.

Die finanzielle Notwendigkeit treibt Rose (Amy Adams) und ihre unberechenbare Schwester Norah (Emily Blunt) dazu, einen ungewöhnlichen Job anzunehmen. Sie säubern die Tatorte von Gewaltverbrechen und kratzen dort das Blut von den Wänden. Nach anfänglichem Zögern unterstützt sie dabei auch ihr höchst unkonventioneller Vater Joe (Alan Arkin), dessen sonstige Geschäftsideen nicht so recht zu zünden vermögen. Was sich zunächst ganz gut anlässt, gerät aber bald aufgrund von Norahs Unzuverlässigkeit außer Kontrolle. Und auch im Freundeskreis kann man mit der originellen neuen Tätigkeit nicht so recht punkten.

Das Mittelmaß fängt im Grunde schon beim als Aufhänger gewählten Tatort-"Cleaning"-Job an. So was von zwei eher zarten jungen Damen zum Lebensunterhalt ausüben zu lassen ist ein wenig provokativ, aber nun wiederum auch nicht so brandneu und originell wie man es uns hier verkaufen möchte. Die beiden Hauptfiguren erweisen sich als ein wenig gestört und skurril, aber dies auch wiederum nicht so sehr, als dass man sie nicht trotzdem sympathisch finden könnte. Und Alan Arkin als cooler Herr Papa ist zwar erneut ein Vergnügen, wiederholt hier aber eben eigentlich nur seine Rolle aus "Little Miss Sunshine". Der aber war als Film einfach viel witziger und die Charaktere dort trotz aller Macken deutlich glaubwürdiger.
Da man sich zudem den "Feel-good-Movie" bereits groß aufs Filmplakat geschrieben hat, darf es bei aller morbider Thematik genauso wenig wirklich ernst werden, wie die etwas chaotische Persönlichkeit von Norah tiefer ergründet wird. So kommt es dann auch zu den erwarteten Gags mit leichtem Ekelfaktor, bei denen sich die beiden Schwestern mit blutigen Überresten besudeln, aber auch zu den sentimentaleren (und durchaus gelungenen) Momenten, in denen Rose einer Hinterbliebenen beisteht.

Insgesamt macht man wohl nichts falsch mit der Wahl von "Sunshine Cleaning" für den netten Kinoabend, und wer das hier bereits mehrfach erwähnte Vorbild-Werk gar nicht gesehen hat, wird dabei auch kaum ein schales Gefühl verspüren. Trotzdem bleibt die ernüchternde Erkenntnis, dass es also auch im Indiebereich so etwas wie Kalkül und Standardschubladen gibt, in die man gerne mal hineingreift.

Volker Robrahn

Hm... Schade. Ich hätte mir eine Kritik gewünscht die auf den Film eingeht und ihn nicht nur in zwei Sätzen als den schlechteren von zweien darstellt und damit als "ganz ok" einstuft...

8

Man hat anscheinend heute die Wahl zwischen:
ernsten Filmen die total langweilig sind (Die Gräfin)
oder
blöden Filmen die total nervig sind (Transformer 2).
Deswegen verstehe ich eine so verhaltene Kritik für diesen Film nicht.
In diesem Film zerspringt nicht jede Sekunde ein Hochhaus in milliarden Einzelteile und er wirkt auch nicht wie eine 500 ml intravenös verabreichte Dosis Valium.
Er ist unterhaltsam und origineller als die meisten anderen Filme.
Also heutzutage etwas Besonderes.
Guter Film und vollkommen empfehlenswert.

4

Zitat :Insgesamt macht man wohl nichts falsch mit der Wahl .....>
leider doch

Habe den Trailer gesehen und erwartete einen Film in einer ähnlichen Klasse von Little Miss....Davon war aber leider nur in wenigen Ansätzen und kurzem Aufflammen etwas zu erahnen. Die Hauptdarstellerin Amy versteht ihr Handwerk auf charmanteste Art. Der Gesamtplott weiss jedoch nicht zu überzeugen und wirkt gezwungen und wenig intuitiv. Potential und nachhalende Erwartungen wurden bedauerlich - verschwenderisch vergeben.

Also wenn ich die Kritik hier so lese, könnte ich fast glauben Herr Robrahn hat diesen Film nicht gesehen.

"...auch im Freundeskreis kann man mit der originellen neuen Tätigkeit nicht so recht punkten..."

Welchen Freundeskreis?!? Keine der Hauptpersonen (Schwestern, Sohn, Opa) hat Freunde. Der erwähnte "Freundeskreis" sind die alten Klassenkameradinnen denen die Hauptperson nach Jahren zeigen möchte das sie im Leben nicht total versagt hat. Und dies bleibt das erste und letzte Treffen.

"Die beiden Hauptfiguren erweisen sich als ein wenig gestört und skurril, aber dies auch wiederum nicht so sehr, als dass man sie nicht trotzdem sympathisch finden könnte."

Die Hauptfiguren sind gestört? Weil die eine Schwester sich um ihre jüngere Schwester, ihren Sohn und ihren Vater auf einmal kümmern muss und von den Männern ausgenutzt wird ist sie gestört??? Weil die jüngere Schwester den Selbstmord ihrer Mutter nicht verkraften kann ist sie ebenfalls gestört?
Bei solchen Aussagen bin ich ziemlich froh das hier nur Filme bewertet werden und keine psychologischen Therapien verordnet werden.

Wenn ich sehe was für absolute Gurken hier auf manchmal Filmszene hohe bis höchste Bewertungen bekommen, ist diese hier definitiv zu gering.
Aber vielleicht mag das an verschiedenen Rezendenten liegen...

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